Ein erfahrener Entwickler hat nach Erfolgen mit der Fallout-Reihe an einem MMORPG gearbeitet. Nach der Fertigstellung war das Spiel aber nur wenige Jahre online – was den Entwickler dahinter nicht verwundert.
Um welchen Entwickler geht es? Tim Cain hat an einigen der bekanntesten Spiele aller Zeiten mitgearbeitet. Er war einer der Erfinder von Fallout, außerdem arbeitete er an Vampire: The Masquerade – Bloodlines, Pillars of Eternity oder The Outer Worlds mit.
Das Spiel, an dem er am längsten gewerkelt hat, ist aber ein anderes. Die Rede ist vom MMORPG WildStar, das 2014 erschien. Es wurde von Carbine Studios entwickelt, der Publisher war NCSoft. Das MMORPG überzeugte Fans mit seiner kunterbunten SciFi-Welt, den actionreichen Kämpfen und schwierigen Raids.
Leider war das Spiel nicht sonderlich lange spielbar. Schon vier Jahre nach Erscheinen wurde WildStar eingestellt – genaugenommen am 28. November 2018.
Da war Tim Cain längst schon nicht mehr Teil des Entwicklerteams. Er hat das Studio bereits früher verlassen und blickt heute verwundert auf das Projekt. Cain glaubt zu wissen, warum WildStar gescheitert ist.
Wer WildStar hinterhertrauert, findet auf MeinMMO Alternativen zum MMORPG.
Eine (zu) lange Entwicklung
Was erzählt Cain? Der Entwickler erinnert sich PC Gamer gegenüber an die Zeit, als die Arbeiten an WildStar begannen. Damals im Jahr 2005 wäre das Team sehr klein gewesen, nur etwa zehn Leute waren beteiligt. Es waren vor allem Veteranen, die bereits an Spielen wie World of Warcraft gearbeitet hatten.
Während der Entwicklung sammelten die kreativen Köpfe hinter dem Projekt zahlreiche ausgefallene Ideen und testeten sie. So zog sich die Arbeit immer weiter in die Länge.
Tim Cain arbeitete insgesamt sechs Jahre an WildStar. Das ist länger als bei jedem anderen Projekt, an dem er beteiligt war. Zum Vergleich: An Fallout 1 saß Cain rund dreieinhalb Jahre. Natürlich ist ein MMORPG ein wesentlich umfangreicheres Unterfangen, trotzdem glaubt der Entwickler, dass die lange Entwicklung dem Spiel geschadet hat.
Noch vor der Fertigstellung verließ Cain das Unternehmen. Als WildStar 2014 erschien, war der Entwickler mit anderen Projekten beschäftigt und hatte selbst keine Zeit zu spielen. Aber er beobachtete, wie sich das MMORPG schlug und wie es langsam scheiterte. Cain beschreibt das heute so:
Sie haben insgesamt neun Jahre daran gearbeitet, als WildStar endlich herauskam. Und das allein verursacht Probleme, weil sich die Spiele verändert hatten. Was die Leute wollten, hatte sich geändert. Andere Konkurrenten waren auf den Markt gekommen und hatten gezeigt, was man kann. Man kann sich ein Ziel setzen und darauf hinarbeiten, aber wenn man so lange braucht, verschiebt sich das Ziel.
Tim Cain via PC Gamer
Die Konkurrenz war größer und moderner geworden. Neben WoW dominierten Spiele wie Guild Wars 2, ESO oder Star Wars: The Old Republic den Markt.
Cain zufolge war WildStar anzumerken, dass es lange in Entwicklung war und dem Vergleich mit modernen MMORPGs nicht standhielt. Teils fehlten Features, die andere Spiele auszeichneten, was letztlich zum Ende führte. Habt ihr WildStar damals gespielt? Was haltet ihr davon? Schreibt es uns gerne in die Kommentare. Cain hat vor kurzem eine lustige Anekdote geteilt: Der Erfinder von Fallout erklärt, warum ausgerechnet Bohnen eine wichtige Rolle im Ödland spielen
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Das Spiel hat sehr viel richtig gemacht, es hatte tolles Housing super Aufmachung mit ihrem Design und Story. Sehr viel coole Ideen!
Ich hab es echt gerne gespielt.
Meine Meinung warum es unterging.
1. Das Setting. Es gibt einfach mehr Leute die auf das Oldschool Fantasy-Setting stehen wie dass was Wildstar geboten hat…
2. Dungeon und Raid-Content waren viel zu schwer. Wenn man Content der 50% vom Spiel ausmacht für nur 5% der Spielerschaft designt, hat man verloren. Jedes MMORPG hat das in den letzten 15 Jahren erlebt und ihre Strategie angepasst. 😄
Kein Spiel in meiner Bibliothek kommt an Wildstar ran. Artstyle, Worldbuilding, Gameplay. Alles war perfekt. Dieses Spiel wird für immer meine Nummer 1 sein. Nicht umsonst habe ich mir nen Zugang zu nem Privatserver eingerichtet und spaziere immer mal wieder in dem Spiel umher. Leider sehr buggy, aber allein mal wieder die Musik hören, die Welt betrachten, das reicht mir schon. Auch Wayfinder konnte mich nicht von Wildstar loslösen, das ständige ernst gemeinte gefasel von “you are a wayfinder, blablabla” wirkt so unglaublich schlecht geschrieben. Die dungeons super uninspiriert langweilig. Artstyle top, Rest kommt nicht an Wildstar ran. Wildstar > alles andere
Ich wurde damals mit Wildstar nicht warm und kann den Hype darum auch bis heute nicht verstehen. Das Kampfsystem war mir zu überladen und ansonsten der Rest vom Spiel auch nur wie andere MMOs. Das Hauptmerkmal die Raids und Dungeons haben sich dadurch abgesetzt, dass diese einfach nur schwerer gemacht wurden. Das habe ich auch bei mir in der Gilde damals bemerkt, dass deshalb sehr viele auch das Spiel sehr schnell wieder verlassen haben. Selbst wenn es früher herausgekommen wäre, bin ich mir sicher, dass es sich ebenfalls nicht durchgesetzt hätte.
Was ich bis heute nicht verstehe ist das Thema Housing. Viele sagen es ist das beste Housing aller MMOs, aber ich persönlich fand es mit eines der langweiligsten aller MMOs. Man hatte eine fliegende Insel im nirgendwo bekommen und konnte dort dann Housing betrieben. Ohne jeglichen Bezug auf den Rest des Spiels. Da fehlte mir komplett die Motivation da überhaupt Housing zu betreiben. Wenn ich jetzt im Gegenzug daran denke, wie wir uns immer noch gegenseitig in FFXIV mit Housing in der Gilden-Nachbarschaft “batteln” 😎
Wie gesagt, ich glaub nicht dass der Release-Zeitpunkt komplett ausschlaggebend für den Erfolg war. Es war einfach das Komplettpaket, dass für viele (Casual) Spieler wie mich einfach nicht gepasst hat. Und im selben Jahr kam doch auch einiges passenderes für die (Casual) Spieler heraus. Hätte man vielleicht ein paar mehr Sachen zugänglicher gemacht, hätte es vielleicht auch anders für Wildstar ausgehen können.
Ich fand’s viel zu schwer, aber mochte es dennoch total gerne.
man, hab ich das spiel geliebt
beste housing ever 😀
Ich glaube auch nicht dass es an der langen Entwicklungszeit lag oder gar dass Guild Wars 2, ESO oder Star Wars moderner waren. Auch hat es nicht an “fehlenden Features” gefehlt. Es hatte für mich eines der besten Kampfsysteme (das System mit den Pyolen war einfach der Hammer), hatte schon lange keinen solchen Spaß mehr mit einem Kampfsystem in einem MMORPG gehabt. Man hatte eine tolle Story, die auch teilweise Emotionsgeladen war von Trauer bis viel Humor war alles dabei. Ein sehr geiles Housingsystem mit sehr viel Vielfalt von Gebäude, Deko oder den Anbau von Mats.
Die Dungeons waren auch richtig gut, gutes Trinity System der Klassen und auch ein automatisiertes Dungeontool wie halt bei WoW. Auch das Questen/Leveln hat viel Spaß gemacht.
Ich sehe das scheitern eher bei den Raids. Es wurde versucht auf Biegen und Brechen eine WoW Classic Erfahrung bei den Raids zu bieten für das Jahr 2014 keine gute Idee bei einem neuen Spiel, man hat halt leider auch wieder auf die laute Minderheit gehört, dich sich diese 40-Mann Raids mit dem Feeling dazu gewünscht haben. Diese “Minderheit” hält solche Spiele nicht am laufen (d.h. bringt nicht das Geld ein, sodass sich das “Weiterlaufen” des Spiel lohnt).
Man hat irgendwann reagiert, aber leider zu spät und viel zu langsam.
Ich hoffe ja noch immer das WS wie der Phönix aus der Asche emporsteigt und uns mitten ins Gesicht fliegt😅, aber das ist leider nur ein Traum.
Ach ich vermisse dich Wildstar! 😍
Also ich habe damals als Wildstar rauskam gespielt.
PvP sowie PvE Dungeons und Raids gemacht.
Das Spiel war vom Kampfsystem eines der besten die ich je gespielt habe.
Aber auch das verbuggteste MMO aller Zeiten.
Leider war der 40er Raid also der große raid so extreme verbuggt das einige Bosse gar nicht spielbar waren und das über Monate.
Statt die vielen buggs zu fixen, kam dann aber dann die neue Zone dazu mit einem Worldboss die dann auch total verbuggt war.
Der Zustand war eine Katastrophe, aber das Spiel selbst hat echt viel Spaß gemacht.
Leider typisch für Publisher NCsoft wurde es sofort fallen gelassen und lieber ein neues MMO in Auftrag gestellt.
Sie hatten damals einen innovativen Weg gefunden, um schneller an Patches zu arbeiten. Dachten sie zumindest. Durch diesen Weg sollten mehrere Teams gleichzeitig an separaten Patches arbeiten können, um die Weiterentwicklung schnell zu gestalten.
In der Praxis hat dieser “innovative Weg” aber überhaupt nicht funktioniert und hat de facto die Entwicklung gekillt. Denn wenn in dem einen separaten Patch was geändert wurde, musste das ja auch bei den anderen separaten Patches geändert werden.
Das, was du beschreibst, sind die Auswirkungen. Das war damals eine ganz traurige Geschichte. Wir haben WildStar 2014 intensiv begleitet – war zusammen mit ESO das erste Spiel, die wir in der Gründungsphase von MeinMMO als Kernspiel hatten.
Cortyn und ich haben das beide damals sehr geliebt und viel gespielt.
Parallel zu uns sind damals auch 2 deutsche Fanseiten zu WildStar entstanden, die ungefähr so groß wie wir damals waren. Die hat es alle so schlimm zerrissen, obwohl da so viel Zeit und auch viel Kompetenz investiert wurde. Wir konnten dann einfach mit anderen Spielen weitermachen – die nicht. Ganz bittere Geschichte.
Zu dem Zeitpunkt war NCsoft noch stärker in den Mutterkonzern, der primär auf Südkorea (bzw. Lineage/Lineage 2) geachtet hatte, und NCsoft West geteilt.
Die ehemaligen Arena.Net Gründer hatten sich in die Chefetage von NCsoft West vorgearbeitet, und es war echt interessant, wann immer GW2 Serverkapazitäten brauchte, wurde das nächste Spiel zu Tode gepatcht.
Oh ja, technisch war das ja fürchterlich. Einige Klassen waren so verbuggt das die nicht spielbar waren … so über Monate.
Das hatten andere Spiele zu der Zeit halt auch aber WS war da richtig übel und in der Folge hat das die Spieler vergrault.
Die Schwierigkeit war nicht mal das Problem, was halt viele gern behaupten, das es technisch eine riesige Baustelle war aber schon und da springen die Leute halt ab.
SWTOR, ESO und auch Division haben ewig gebraucht um die Kurve zu bekommen und dahinter stehen große Studios die willens waren da ordentlich Geld einzuwerfen, das hatte WS halt nicht.
Mmmh ne die lange Entwicklungszeit wars nicht. “Guild Wars 2, ESO oder Star Wars” grad diese würde ich nicht als moderner als Wildstar bezeichnen, im Gegenteil.
Wildstar wird aber wohl noch ziemlich lange als Untersuchungsobjekt herhalten.