Das neue Survival-Spiel Once Human trendet aktuell auf Steam und Twitch. Doch einige Spieler misstrauen der Privacy Policy. Der Industrie-Kenner und Sicherheits-Experte Jason Thor Hall aka „Pirate Software“ klärt auf.
Um welches Spiel geht es? Das Survival-Spiel Once Human ist frisch für PC und Mobile erschienen. Viele Survival-Fans legten große Hoffnungen in den Titel: Once Human sollte das liefern, was das berüchtigte The Day Before einst versprochen hatte.
Zum Release am 9. Juli 2024 konnte das Survival-Spiel jedoch nur mäßige Bewertungen auf Steam verzeichnen. Dabei stachen zwei Kritikpunkte besonders hervor:
- Once Human erlaubte Spielern, nur einen einzigen Charakter zu erstellen, der dann auch nicht mehr gelöscht werden konnte. Ein Server-Wechsel war ebenfalls nicht möglich. Spieler mussten an Tag 1 also höllisch aufpassen, die richtige Wahl zu treffen.
- Vielen empfanden die Datenschutzbestimmungen von Once Human zudem unnötig invasiv: Da würden Daten gesammelt, die überhaupt nichts mit Gaming zu tun haben sollten, so Kritiker.
Die Entwickler reagierten prompt auf das Feedback der Spieler und besserten noch am Release-Tag nach, was die Charakter-Erstellung angeht. Wie sieht es beim Datenschutz aus?
Once Human will wissen, wo dein Haus wohnt
Was für Daten werden gesammelt? NetEase, die Mutter-Firma des „Once Human“-Entwicklers Starry Studios, listet eine ganze Reihe von persönlichen Informationen auf, die gesammelt werden können. Ihr findet die gesamte Privacy Policy auf easebar.com. Einige dieser Punkte sehen auf den ersten Blick etwas gruselig aus:
- So sollen der vollständige Name, aber auch der staatliche Ausweis oder Pass-Informationen erfasst werden können
- Andere Punkte wirken einfach ungewöhnlich: Wofür braucht ein Spiel Informationen zum Alter, Geschlecht, Bildungshintergrund, Beruf und zu den Hobbys seiner Spieler?
Ein Veteran der Videospiel-Industrie und Cybersecurity-Experte kann es erklären.
Streamer wettert: „Darum hasse ich Twitter“
Was ist das für ein Experte? Der Twitch-Streamer Thor „Pirate Software“ Hall ist aktuell einer der meistgesehen Streamer zu Once Human (via SullyGnome). Er war jedoch auch Sicherheits-Experte bei Blizzard, hackte nach eigenen Angaben Kraftwerke für die US-Regierung und ist Inhaber eines Black Badge, der höchsten Auszeichnung des Hacking-Events Def Con.
In einem Stream knöpfte sich Pirate Software die Datenschutzbestimmung vor. Der Streamer hatte eine klare Botschaft: „Wenn du Angst davor hast, bist du ein Volldepp.“ Laut ihm sei die Privacy Policy völlig normal und so ähnlich in jedem Live-Service-Spiel zu finden.
Pirate Software erklärt: Manche Länder würden einen staatlich ausgestellten Ausweis verlangen, um Live-Service-Spiele zu zocken. Wenn man nicht in einem dieser Länder wohne, müsste man diese Dokumente auch nicht vorzeigen. Aus diesem Grund stünde in der Privacy Policy auch „nach geltendem Recht.“
Die Daten würden in diesem Fall zudem vom Spieler übermittelt, und nicht einfach vom Spiel gesammelt. Social-Media-Profile etwa würden also nur erfasst, wenn man seinen Spiel-Account damit verlinkt. Die Location müsse hingegen erfasst werden, sollten Spieler etwas Illegales ingame anstellen.
Der Twitch-Streamer ist genervt von der Panikmache in den sozialen Netzwerken: „Aus diesem Grund hasse ich Twitter. […] Das ist alles total normal. Jedes Live-Service-Spiel hat diese Richtlinien.“ Bei World of Warcraft sieht es laut Pirate Software nicht anders aus – und er muss es ja wissen.
Auf X fasste der Streamer seine Ansicht noch einmal in einem Post zusammen. Dort sagt er: Das Internet habe die Sache mit dem Ausweis total verdreht und daraus eine notwendige Anforderung sowie ein Datenschutz-Problem gemacht. Das ist es laut Pirate Software aber nicht.
In einem weiteren Post vom 12. Juli 2024 berichtete der Streamer, dass er sich eine Stunde lang mit den Entwicklern unterhalten und über seine Erfahrungen mit dem Spiel gesprochen habe. Dabei ging es jedoch nicht um Datenschutz, sondern um Items, Cosmetics und Balancing.
Die Entwickler seien „unglaublich empfänglich“ für Feedback gewesen. Pirate Software ermutigt alle Spieler, sich selbst an die Devs zu wenden, die würden auf jeden Fall zuhören. Änderung brauche einfach nur Zeit (via X).
Der Streamer stellt ebenfalls klar: Er werde dafür nicht bezahlt. Ihm gefalle einfach, was das Spiel sein könnte. Wenn euch ebenfalls gefällt, was Once Human sein könnte, findet ihr hier auf MeinMMO eine praktische Übersicht aller Codes, die ihr im Juli 2024 einlösen könnt
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Gab es denn dazu auch noch andere Experten, die ihre Meinung dazu geäußert haben, oder war das bisher nur dieser Jason Thor? Rein aus Interesse gefragt. Ich meine das nicht böse.
Nur: ich gehe ja auch nicht zum erstbesten Arzt (“Experten”) der mir sofort eine Schönheitsoperation andrehen will und lasse diese dann durchführen. Mehrere Expertenmeinungen sind immer besser und variieren auch oft stark.
Btw. zu diesem Zitat:
“Was dieser Streamer übrigens auch sehr schön kommentiert hat mit “Das Internet ist voll von dummen Menschen, die sich miteinander Austauschen und dabei noch dümmer werden”. “
Intelligenz und Wissen sind komplex und nicht einfach zu messen. Der gute Mann scheint das (noch) nicht verstanden zu haben.
Also unabhängig von der Qualität des Spiels kann ich jedem Nutzer nur zur Vorsicht raten.
Ja Life Service Spiele wie FF14 WoW CoD und sonstiges genehmigen sich auch eine gute Portion Daten das ist ganz normal.
Aber hier fließen mehr Daten ab als nötig.
Ich hab das Spiel auf nem Testsystem installiert weil mir die Bewertungen auf Steam etwas seltsam vorkamen und siehe da seit der Installation laufen zwei nichtssagende Prozesse (Zahlen- und Buchstabenfolgen ohne Zusammenhang) die sich aber durchgängig 2-3% der Systemleistung genehmigen. Wohlbemerkt auch dann wenn das Spiel gar nicht gestartet wurde.
Ich habe leider nicht genug Kenntnisse um rauszufinden was deren Aufgabe ist aber ein wenig Skepsis finde ich hier durchaus angebracht. Zumal diese Programme sich selbst nach der Deinstallation des Spiels immernoch jedesmal mit dem Neustart starten und sich auch nicht so einfach aus dem Autostart entfernen lassen.
Deren Policy liest sich tatsächlich gruselig.
Und wenn man mal genau hinschaut ändert sich daran auch nichts.
Zweck:
Marketing
Daten:
Name & Kontakt Details.
Kontoinformationen.
Benutzerinhalte.
Spielanleitung.
Präferenzen.
Daten für die Vermarktung
Kommunikationsverlauf.
Transaktionsinformationen.
Social Media Information
Geräteinformationen.
Spielkonto Information.
Rechtsgrundlage:
Legitime Interessen
lol
gut fand ich auch
schonungslose Aufklärung durch einen Sicherheitsexperten…
“Ich hasse Twitter, poste das aber erstmal doch wieder auf Twitter”?
Na ja, er hasst Twitter, weil dort aus seiner Sicht Halbwissen und Panikmache verbreitet werden. Da ist es schon sinnvoll, genau dort auch die seiner Meinung nach fehlenden Informationen zu posten.