Die Miniatur-Community, die kleine Figuren für Tabletop-Rollenspiele bemalt, füllt nach Jahren im Hobby bereits ganze Vitrinen. Dabei stellt sich jedoch heraus, dass das eigentlich zugehörige Spiel hinter den Soldaten, Helden und Monstern für viele nicht nur in den Hintergrund rutscht, sondern irrelevant wird.
Was geben selbst Veteranen zu? Der Miniaturmaler RecentEarth teilte mit der Community des Hobbys ein Bild einer gut gefüllten Vitrine voller Miniaturen, die er selbst bemalt hat. „Ich habe Armeen/Feuergefechtsrupps von Slaves to Darkness, Age of Sigmar Orks, Stormcast Eternals, Thousand Sons, Tzeentch-Dämonen, Khorn-Dämonen und Death Guard bemalt”, schreibt er zu seinem Bild auf Reddit. Er gibt jedoch gleichzeitig zu:
„Ich weiß immer noch nicht, wie man das Spiel spielt …”
Mit dieser Aussage trifft er in der Community einen Nerv und erhält beinah 1.000 Upvotes, die seine Situation nachvollziehen können. Trotz einer vollen Vitrine, die auf viel Arbeit hinweist, hat er bisher noch keine Erfahrung mit dem eigentlichen Tabletop-Spiel gemacht. Und damit ist er nicht der einzige.
Das Hobby funktioniert auch ohne Spiel
Was sagt die Community zu dem Geständnis? Anhand der Upvotezahl sowie der Reaktionen auf Reddit scheint das Hobby nicht mehr (nur) ein Teil von Warhammer zu sein, sondern eigenständig viele Fans zu begeistern.
„Mir geht es genauso“, schreibt redrock963, „ich hab kein Interesse an Warhammer-Tabletop. Ich bemale einfach gerne Monster.“ Auch nussknackerknacker schreibt: „Dazu gibt’s ein Spiel?“
Diejenigen in dem Thread, die Warhammer auch tatsächlich spielen, haben trotzdem keine so unterschiedliche Sichtweise wie die reinen Maler.
„Für mich besteht Warhammer zu 90 % aus Malen und zu 10 % aus Spielen“, schreibt Robo_Patton. ChiBurbNerd fügt hinzu: „Das Malen macht viel mehr Spaß als das Spielen.”
Bevor es jedoch zu einer allgemeinen negativen Welle gegenüber dem eigentlichen Spielanteil des Tabletops kommt, greift rodgeramjit ein:
„Ich war etwa zehn Jahre lang genauso, aber dann habe ich endlich ein Spiel ausprobiert (Kill Team) und das hat alles verändert. Es ist SO toll, seine schön bemalten Spielfiguren im Spiel herumlaufen zu sehen, auch wenn sie vernichtet werden. Es ist eine charmante Ausrede, um sich seine Miniaturen aus der Nähe anzusehen und sie mit einem Kumpel zu teilen. Ich liebe das Spiel jetzt.“
Hier könnt ihr die Vitrine des OPs sehen:
Auch MeinMMO-Redakteurin Caro hat das Hobby für sich entdeckt und findet: Ich bemale bisher keine Miniaturen von Warhammer. Stattdessen beziehe ich mich eher auf Charaktere und Kreaturen, die meine Gruppe und ich für unsere Kampagne in Dungeons & Dragons benutzen können. Zumindest war das eine Art persönliche Ausrede für den Einstieg. Letztendlich benötigen meine Miniaturen keinen direkten Nutzen im Spiel, damit ich sie bemalen will.
Aus einer Art „Mittel zum Zweck“ wurde dadurch ein Hobby, das nicht nur die Zeit bis zur nächsten Kampagne überbrückt, sondern auch alleine zu einer meiner Lieblingsaktivitäten geworden ist. Auch wenn manche fertigen Miniaturen niemals einen Einsatz im Spiel finden, hält es mich nicht davon ab, sie aufgrund ihres coolen Designs trotzdem zu bemalen.
Dementsprechend kann ich mir vorstellen, auch Warhammer-Miniaturen eine Chance zu geben. Besonders die Tyraniden sind mir schon des Öfteren ins Auge gefallen …
Das Hobby des Miniaturbemalens besitzt nicht nur eine einsteigerfreundliche, sondern auch eine zutiefst hilfsbereite Community, die sich über jeden interessierten Neuling freut. Das zeigt sich auch anhand der Situation eines Einsteigers, der aufgrund seiner „hässlichen“ Ergebnisse das Hobby nach kurzer Zeit bereits schmeißen wollte. Zum Glück konnte die Community ihn rechtzeitig aufhalten und gibt ihm die wirklich guten Tipps auf den Weg: Ein Miniatur-Neuling will das Hobby wegen „hässlicher“ Ergebnisse aufgeben, doch die Community kennt die Worte, die am Start wirklich helfen
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Gehöre auch zur Pinselfraktion. Gespielt habe ich noch nie. Warhammer kenne ich seit Ewigkeiten. Meist Lore (Lesen) und Games. Seit 1 Jahr auch Pinseln. Aber spielen macht mich bisher nicht wirklich an. Sehe hier für mich zwei Probleme: 1. Komplexität, Sehr viel Zeit notwendig zum spielen und zum verstehen der Regeln. 2. Man braucht Spielpartner. Am besten langfristige. Ich habe in meinem Umfeld keinen einzigen der ich auch nur Ansatzweise überhaupt in die Richtung bewegen könnte sich mit meinen Cities of Sigmar oder 40k Figuren zu duellieren.
Das Bemalen von Miniaturen klappt ja super alleine. Vielleicht kennst du ja jemanden, der sich auch für Miniaturen interessiert? Dann könnte man zu zweit oder mit noch mehr anderen gemeinsam in das eigentliche Spiel einsteigen, falls das Interesse besteht
Ich habe damals mit der 2ten Edition angefangen so um 1997 herum. Hatte ne Space Marine Armee und jede menge Spiele gemacht. Da gabs nur die Phasen “Bewegen , Schießen, Nahkampf”. Nach ca. 2 Jahren hab ich meine Armee verkauft weil keine Zeit mehr hatte. Bin dem Hobby Warhammer aber immer Treu geblieben seihs Bücher oder PC spiele. Jetzt hab ich mich vor 2,5 Jahren entschieden wieder mit Miniaturen zu befassen, das wird so 9te oder 10te Edition gewesen sein und wurde von der schieren Masse an neuen Regeln erschlagen, (Stürmen…Komando Phase ect.) das hat mich ziemlich abgeschreckt. Deshalb habe ich jetzt zwar eine knapp 7k pkt. Große Dark Angels Armee aber noch kein einziges spiel gemacht. Aber bauen und bemalen bringen mir viele schöne Stunden weshalb ich nid böse drüber bin.
Allein für die Miniaturen ist es das wert. Egal wie sich Spiele entwickeln, das reine Bemalen bleibt da ja eher unabhängig ❤
Die Minis wollen auch noch aufgebaut werden! Aus dem Gußrahmen trennen, entgraten, positionieren, kleben und sowas eben. Gehöre auch ausschließlich der Pinsel Fraktion an, doch auch beim Ausrichten mancher Mini, kann sehr viel Zeit vergehen. Dabei empfinde ich dies auch als sehr angenehm und entspannend, naja zumindest wenn alles so läuft wie gedacht. 😅
Was nur nervt: Auch wenn man nicht spielt, verliert man dann doch irgendwann- denn der Staub gewinnt immer!
Staub wäre sicherlich auch mein Endgegner, deswegen brauche ich auch dringend eine Art Vitrine.
Wirklich aufwändig bemalte Minis wären mir, auf Dauer, zum Spielen (und rumtragen, in Koffern rein und rauswetzen) auch zu schade, vor allem bei den Warhammer-Armeen, wo das ja mal gar nicht so wenige sind, die man da sicher von A nach B und wieder zurück nach A bringen muss und ständig einpackt, auspackt und ankangt^^
Das ist ein Punkt, den ich als reine Malerin komplett außer Acht gelassen habe … Meine Miniaturen benötigen auch noch einen wirklichen Ort, wo sie zur Geltung kommen. Über den Transport muss ich mir nicht so Gedanken machen, wir spielen nämlich in der Küche. Die 10 Meter Laufweg überleben die auch ohne Koffer 😄
Wenn dir danach ist, kannste dir nen Art “Teewagen” kaufen um das ganze von A nach B zu fahren ohne den Rücken zu belasten oder alles in einem Rutsch an den Tisch zu bringen
Das habe ich auch jemanden auf GS empfohlen
… Oh mein Gott JA.
Schau dir mal bei Ikea RÅSKOG an. Haben davon mehrere für verschiedenste Sachen im Einsatz.
Für tabletop pinsler und als Transport wagen sollte der auch gut gehen.
Den habe ich bisher als Gewürzschrank 💀 aber stimmt, da kann man wirklich alles zusammen verstauen, nur leider nicht so staubgeschützt