Der Chef erklärt uns, wie komplex Magic: Legends wirklich wird

Die Entwickler von Magic: Legends haben MeinMMO eingeladen, um uns mehr über das kommende Action-RPG zu verraten. Wir sprachen über die fünfte Klasse und darüber, wie tief und komplex das Spiel wirklich sein wird.

Vor einigen Wochen habe ich mit Principal Lead Design Adam Hetenyi bereits über die Klasse des Weihepriester („Sanctifier“) und Klassen im Allgemeinen unterhalten. Nun haben wir uns erneut virtuell zu einem weiteren Gespräch getroffen.

Thema dieses Mal war die neue und voraussichtlich letzte Klasse für den Release von Legends, der Nekromant („Necromancer“). Ich habe die Zeit im Interview genutzt, um mir noch einige andere interessante Details zu Magic verraten zu lassen.

Dabei habe ich von Adam erfahren, dass Magic: Legends richtig komplex wird, zumindest für die Spieler, die es so wollen. Das Action-RPG verspricht viel Tiefe, wenn man sich denn darauf einlässt.

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Das offizielle Gameplay von der PAX East gibt einen guten Eindruck davon, wie Magic: Legends aussieht.
Was ist Magic: Legends?
Grob zusammengefasst ist Magic: Legends ein Action-RPG auf Grundlage des berühmten Sammelkartenspiels Magic: The Gathering. Es bietet sowohl PvE- als auch PvP-Inhalte, wobei zu letzteren noch keine Details vorhanden sind.

Gespielt wird entweder alleine oder in Gruppen aus bis zu drei Spielern. Dabei nutzt Legends kein herkömmliches Ausrüstungs- und Inventar-System, sondern eine Sammlung an Karten, mit denen ihr euch Decks zusammenbaut.

Diese Decks bestimmen, welche Fähigkeiten ihr beherrscht und welche Rolle ihr im Spiel erfüllt. Jede Klasse ist dadurch hochgradig anpassbar.

Legends – So komplex wie Magic: The Gathering … oder ähnlich

Wie komplex wird Magic: Legends? In Verbindung mit der neuen Klasse erklärte mir Adam, dass es möglich sei, wirklich komplexe Builds für den eigenen Charakter zu basteln. Der Nekromant etwa kann Tote beschwören und opfern, um mächtigere Zauber zu befeuern.

Stattdessen wäre es aber auch möglich, Karten ins Deck zu nehmen, die an den eigenen Lebenspunkten zehren. Das ist aber nur umsetzbar, wenn man sich selbst gegen diesen Schaden heilen kann – etwa, indem man das Leben aus den Gegnern heraussaugt. Das benötigt einiges an Management und Geschick, aber das ist gewollt kompliziert, wie mir Adam bestätigt:

Das ist so etwas wie das Experten-Level des Gameplays, wenn du Kreaturen beschwörst, die du mit deinem eigenen Lebensbalken am Leben hältst […] Wir wollen sicherstellen, dass das Spiel den Leuten zugänglich ist, aber wir brauchen auch diese Tiefe. Wir haben viele mechanische Interaktionen und Optionen für die Leute, die wirklich ins Spiel eintauchen wollen.

Adam Hetenyi, Principal Lead Design von Magic: Legends

Adam erklärte mir außerdem, dass es Decks geben wird, die euch selbst als Fokus haben. Statt also mit beschworenen Einheiten um euch zu werfen, könnt ihr euch selbst mit Buffs und Stärkungen aufpumpen, um den Gegnern einzuheizen. Vor allem fürs PvP sei das interessant.

Adam beschrieb mir den Gedankenmagier als eine potentiell starke Klasse fürs PvP, wenn er darauf baut, sich selbst zu stärken.

Dadurch, dass euch über 100 Karten zur Verfügung stehen, von denen ihr 12 in ein Deck packen könnt, sind tausende verschiedene Kombinationen möglich. Wer wirklich auf dem höchsten Level spielen will, findet hier immer noch das eine Prozent, das er verbessern kann.

Das grundlegende Kartenspiel Magic: The Gathering ist bereits das komplexeste Spiel der Welt. Legends will hier offenbar nacheifern.

Wie funktioniert das in der Gruppe? Für Gruppen gilt dabei das gleiche wie für jeden einzelnen Spieler. Ihr könnt die Decks aufeinander abstimmen und so noch effizienter spielen, oder ihr mischt einfach wild und habt Spaß am Zufall.

Adam erklärte mir, dass es hier sogar möglich wäre, etwa in speziellen Kombinationen zu spielen. Nutzt ihr zwei Spieler, die abwechselnd Heilzauber wirken und einen Nekromanten, der mit mächtigen Beschwörungen arbeitet, die ihm selbst schaden, könnt ihr dauerhaft eine Art Ritual aufrecht erhalten, mit dem ihr Gegner regelrecht vernichtet.

Das kannst du etwa machen, wenn du einen hohen Grad an Koordination mitbringst. […] Darauf freuen wir uns wirklich, wenn es in Richtung Beta geht: zu sehen, welche Builds sich die Leute ausdenken, wenn sie zusammen spielen. In einem Multiplayer-Spiel ist es wichtig, dass die Spieler zusammenarbeiten und nicht nur „nebeneinander“ spielen. Sie sollen sich gegenseitig helfen.

Adam Hetenyi, Principal Lead Design von Magic: Legends

Großes Potential für noch mehr Spieltiefe

Ich fragte Adam nach der Möglichkeit, ob ultimative Fähigkeiten für die Klassen denkbar seien – etwas, das man auflädt und dann einsetzt. Seine Antwort: „Ja, das kann ich mir vorstellen. Aber ich habe noch nichts dazu zu sagen.“

Die Planewalkers-Karten aus Magic haben eine ähnliche Mechanik, in der Loyalität aufgebaut oder verbraucht wird, um besonders mächtige Zauber zu wirken. Das hätten die Entwickler natürlich auf dem Schirm, müssen aber erst im Detail darüber sprechen, wie Adam mir verrät.

magic the gathering planeswalker
Planeswalker in Magic können Loyalitäts-Marken sammeln, um sie für mächtige Zauber auszugeben.

In Magic gibt es zudem Karten, die die Siegesbedingung ändern – etwa, indem ihr gewinnt, wenn ihr 50 oder mehr Lebenspunkte besitzt. So etwas sei auch denkbar, wenn auch etwa in der Form, dass der aktuelle Spielbereich von Monstern befreit wird, statt sofort zu „gewinnen“. Aber auch das seien bisher nur Gedanken.

Sicher ist jedoch, dass ihr eure Charaktere anpassen könnt. Wie genau das funktionieren und ob es etwa Dinge wie kosmetische Anpassungen und Individualisierung geben wird, konnte mir Adam allerdings noch nicht verraten.

Klassen als Grundlage für die Spieltiefe

Was sind Klassen? Bisher wurden uns in Magic: Legends fünf Klassen vorgestellt, eine für jede Farbe an Mana, die es im Spiel gibt. Die bekannten Klassen sind:

  • Rot – Geomant („Geomancer“)
  • Blau – Gedankenmagier („Mindmage“)
  • Grün – Bestienrufer („Beastcaller“)
  • Weiß – Weihepriester („Sanctifier“)
  • Schwarz – Nekromant („Necromancer“, neu)

Den Geomancer, den Mindmage und den Beastcaller konnte ich als einer der ersten auf der PAX East 2020 bereits anspielen. Den Sanctifier und den Necromancer haben die Entwickler mir exklusiv verraten, samt ihrer Skills.

Im letzten Interview habe ich euch bereits erklärt, was genau Klassen in Magic: Legends sind und wie sie funktionieren.

Die neue Klasse – Der Nekromant

Was kann der Nekromant? Wie jede Klasse, verfügt der Nekromant über einen Standard-Angriff und zwei Fähigkeiten:

  • der primäre Angriff erfolgt mit seinem Weihrauch-Fass, das er schwingt
  • der sekundäre Angriff ist eine Explosion, die kleine Skelette beschwört
  • die unterstützende Fähigkeit belegt Gegner in der Umgebung mit einem Zauber, der Lebenspunkte von ihnen auf euch überträgt und euch erlaubt, durch sie hindurch zu laufen
Magic Legends Necromancer Artwork Watermark MeinMMO
Artwork vom Nekromanten.
Magic Legends Necromancer Weihrauch Watermark MeinMMO
Die Waffe des Nekromanten, ein Weihrauch-Schwenker.

Der Nekromant ist für mittlere Reichweite ausgelegt und soll sich etwa wie ein Kampfmagier spielen, also ein Zauberer, der nicht aus der Ferne kämpft. Der Spielstil entwickelt sich vor allem um das Beschwören und Opfern von Kreaturen, hängt aber von eurem Deck ab.

Kommen noch weitere Klassen? Beim letzten Gespräch verriet mir Adam bereits, dass weitere Klassen kommen, die etwa Kombinationen zweier Farben darstellen.

Dieses Mal versprach er mir sogar konkret, dass noch ein spielbarer Vampir ins Spiel kommt. Konkrete Infos dazu folgen hoffentlich bald.

Selbst testen – Closed und Open Beta kommen

Wann kann ich Magic: Legends spielen? Eine Open Beta für Magic: Legends wird noch 2020 erscheinen, mit einer Closed Beta vorab. Konkrete Daten dazu gibt es allerdings noch nicht. Wie ihr euch für die Beta von Magic: Legends anmeldet, verraten wir euch hier.

Der vollständige Release des Action-RPGs ist dann 2021 für PC, Xbox One und PlayStation 4, allerdings ebenfalls ohne konkretes Datum. Magic: Legends wird ein Free2Play-Titel.

Sind alle Klassen in der Beta spielbar? Hier konnte mir Adam leider keine konkrete Antwort geben: „Darüber entscheiden wir gerade noch. Wir wollen den Spielern natürlich alles so schnell wie möglich geben, damit wir Feedback erhalten […] Aber ich kann dir noch keine konkrete Antwort geben.“

Ich bin auf jeden Fall gespannt, welche Inhalte noch in der Beta und bis zum Release vorgestellt werden. Bereits jetzt ist Magic: Legends mein Geheimtipp für jeden, der auf Diablo 4 wartet.

Viel Spieltiefe, aber bitte nicht zu komplex

Die Idee, mir Decks zu bauen, mit denen ich ein ARPG spiele, begeistert mich noch immer. Angesichts der Komplexität von Magic: The Gathering und meiner Unfähigkeit, dort funktionierende Decks zu bauen, bin ich etwas eingeschüchtert.

Eine detailreiche Spieltiefe ist für ein Action-RPG hilfreich, wie man schon an der Diablo-Reihe sieht. Wenn es jedoch schnell zu komplex wird, könnte das die Spieler abschrecken – mit Path of Exile komme ich etwa gar nicht zurecht. Ich hoffe deswegen, dass Magic: Legends einen guten Mittelweg findet.

Auf der anderen Seite finde ich die Idee richtig gut, dass ich selbst bestimmen kann, ob ich lieber meinen Helden aufpumpe, mit einer kleinen Armee kämpfe oder hochkomplexe Builds mit viel Micromanagement spielen will. Ich bin gespannt, wie das aussehen wird.

Da ich hier jedoch nur 12 Karten finden muss, die zusammen funktionieren, denke ich, dass selbst ein Magic-Noob wie ich damit zurechtkommen wird.

Ich spiele selbst gerne Action-RPGs und freue ich mich deswegen, in diese Welt einzutauchen zu können, ohne mich durch tausende Karten wühlen zu müssen. Natürlich als Vampir, sobald das endlich möglich ist.

fragt meinmmo benedict

Benedict Grothaus
Freier Autor bei MeinMMO (und großer Fan von Magic)

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7 Kommentare
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Dahoo

Also die klare Ansage einer „OPEN“ Beta treibt mir Pippi in die Augen. Ne Endlich mal wieder ein
Entwickler der weiß was Spieler wollen. allein dafür bin ich auf jeden Fall dabei.
Wenn das doch alle machen würden…

Luripu

Euer verlinkter Artikel zur Beta ist nicht mehr so ganz aktuell,
da er noch aus der Vor-Corona Zeit ist.
PC Release 2020 ist wohl vom Tisch.

chack

Der Chef erklärt uns, wie komplex Magic: Legends wirklich wird

Also überhaupt nicht wirklich komplex. Monster beschwörenm welche während sie aktiv sind an der eigenen Lebensenrgie zehren, finde ich nicht wirklich „komplex“. Was soll daran komplex sein? Da hat man dann hohe regeneration, life steal oder andere „Dinge“ welche den erhaltenen Schaden über Zeit ausgleichen. Also ehrlich, wer das als Beispiel nimmt um für die komplexität seines Spiels zu werben, muss schon ziemlich verzweifelt sein. Sowas ist absoluter Standart in ARPGs.

Und das mit den Karten, naja, ob man nun in irgendwlechen Skillbäumen Skills und Passive aktiviert oder ne Karte in nen Slot einfügt macht auch keinen unterschied.

Nareshh

Bist du MtG Spieler? Dann weißt du ja, dass Kreaturen und Zauber, welche an deinen Lebenspunkten zehren, sehr ungemütlich sein können, wenn du nicht unbedingt Lebensverknüpfung auf der Kreatur hast. Natürlich gibt es genug davon unter den 20.000 Karten. Aber wie viele davon in den 100 Karten sein werden, das muss man erst Mal sehen.
Und wenn du kein MtG Spieler bist, dann hoffe ich, dass die Entwickler das Spiel sehr nah am Kartenspiel hinbekommen und du dann feststellst, dass der Dämon, den du gerade beschwören hast, deine Kreaturen tot sehen will oder du Lebenspunkte verlierst. Es gibt bei MtG viele Varianten sich selbst umzubringen.😉

Magic Legends wird hoffentlich eben kein normales ARPG mit Standardtaktiken.

Wesker

Und das mit den Karten, naja, ob man nun in irgendwlechen Skillbäumen Skills und Passive aktiviert oder ne Karte in nen Slot einfügt macht auch keinen unterschied.

Den Gedanken hatte ich beim lesen des Artikels auch. Irgendwie kommt mir das Spiel so vor wie, als hätten sich die Entwickler überlegt: „Hack and Slash ist gerade im kommen, lass uns auch eins machen. Und damit das ganze interessanter wirkt, nehmen wir einfach eine bekannte Marke und packen sie obendrauf. Dadurch erreichen wir sofort mehr Leute, nämlich alle Fans dieser Marke.“
Am Ende ist es dann aber ein gewöhnliches Hack and Slash, vielleicht mit ein bisschen Magic-Lore, aber ohne großartige Überraschungen…
Das man hier versucht die Karten-Thematik aufzugreifen sieht irgendwie wie ein verzweifelter Versuch aus die Magic-Fans anzusprechen, obwohl das Game (mal abgesehen von der Story und den Charakteren) nichts mit dem Kartenspiel zu tun hat.

Ich meine: kann natürlich trotzdem ein gutes Spiel werden das vielen Leuten Spaß macht. Ich persönlich bin aber einfach kein Fan dieses ausschlachten einer Marke.

Zord

Ich bin auf jeden Fall mal gespannt auf das Spiel und werde evtl auch mal die Beta ausprobieren, könnte mal was neues sein. Meine Befürchtung ist nur das sich das Prinzip zu schnell abnutzt und es an einer Loot Spirale mangelt die den Grind von immer gleichen Inhalten motiviert. Dem Spiel könnte es ähnlich gehen wie Anthem, gute und spaßige Spiel Mechaniken reichen bei einem schlechten Loot System und wenigen Endgame Inhalten halt nicht aus um die Mehrzahl der Spieler lange zu binden.

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