Guild Wars 2 versucht Neustart in China, doch das macht westliche Spieler nervös

2014 erschien Guild Wars 2 mit eigenen Servern und einigen Anpassungen in China. Doch dort konnte es nicht Fuß fassen. 2020 soll sich das ändern, auch durch die Zusammenarbeit mit dem riesigen Konzern Tencent. Doch viele westliche Spieler sind davon nicht begeistert.

Was ist passiert? WeGame, eine große Gaming-Plattform der Firma Tencent in China, hat bekannt gegeben, dass das MMORPG Guild Wars 2 nun dort vertrieben wird. Vom 15. bis 21. Mai finden dort Stresstests statt (via Kongzhong).

WeGame hat über 300 Millionen registrierte und etwa 80 Millionen monatlich aktive Spiel-Accounts (via Altchar). Damit liegt die Plattform in etwa gleich auf mit Steam, die weltweit auf 90 Millionen aktive Nutzer während der Corona-Krise kam.

Launch-Trailer von GW2 in China.

Wie geht es GW2 in China? Bisher lief es für Guild Wars 2 in China nicht so gut. Dort wird das MMORPG derzeit in einem eigenen Client von Kongzhong vertrieben, eine Firma, die sich auch um Spiele wie World of Tanks kümmern.

Laut verschiedenen Aussagen im reddit soll auf den Servern wenig los sein und vor allem für das PvP interessiere sich niemand. Durch das Monetarisierungs-System, bei dem man sich Endgame-Gear und legendäre Waffen sofort und sehr günstig kaufen kann, soll es an Motivation und Langzeitzielen fehlen (via reddit).

Von dem neuen Deal mit Tencent könnte der amerikanische Entwickler ArenaNet jedoch profitieren, was wiederum gut für das gesamte MMORPG wäre. Doch statt sich darüber zu freuen, sehen viele westliche Spieler das eher kritisch. Der Grund dafür ist die anstehende dritte Erweiterung, die auf dem Kontinent Cantha spielen soll.

Spieler fürchten um das asiatische Setting in GW2

Wo sehen die Spieler ein Problem? Spiele, die in China veröffentlicht werden, werden häufig für die dortigen Verhältnisse angepasst. So bekam PUBG eine angepasste Version, in der es weniger Gewalt gab und den chinesischen Luftstreitkräften Tribut gezollt wurde.

Auch bei Guild Wars 2 gab es Anpassungen zum Release in China 2014, die sich jedoch hauptsächlich auf optische Anpassungen bei Kreaturen und besonders Knochen bezogen.

Außerdem ranken sich bereits seit Jahren Geschichten um ein zu Release kaputtes Viertel in der Hauptstadt Götterfels, das angeblich nur zerstört wurde, weil es zuvor asiatisch aufgebaut war und diese Inhalte entfernt werden sollten. Inzwischen befindet sich dort der Kronpavillon.

Guild Wars 2 Teaser zur Erweiterung
Bisher gibt es zur dritten Erweiterung von Guild Wars 2 nur dieses Teaser-Bild. Doch darauf ist eindeutig ein asiatisches Setting erkennbar.

Nun soll jedoch die dritte Erweiterung kommen und nach Cantha führen, einem Kontinent, der sehr stark asiatisch geprägt ist und zudem unter der Regierung eines eisernen Kaiser-Geschlechts steht. Und ob das in China gut ankommt, bezweifeln derzeit einige:

  • So schreibt der reddit-Nutzer DancingUltraJew: „Die Chinesen werden ausflippen, wenn die Cantha-Erweiterung auch nur annähernd chinesisch aussieht und nicht als universell überlegen dargestellt wird. Ganze Spiel-Erweiterungen wurden produziert, nur um China zu gefallen.“
  • Auch Tulki teilt seine Sorgen im reddit: „Canthas Geschichte ist so unglaublich relevant für die aktuellen Ereignisse, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass sie dort veröffentlicht wird, ohne irgendeine Art von Aufmerksamkeit zu erregen. Es war der Ort einer Seuche und hatte am Ende von GW1 eine ethnische Säuberung gegen Nicht-Menschen […]. Ich erwarte, dass sich die Geschichte weit von diesen Dingen entfernt oder so tut, als sei sie nicht geschehen, aus Angst, dass sie sonst gestrichen wird.“
  • Der Nutzer rodrigorichter hofft, dass es keine Anpassungen gibt: „Ich bin damit nur einverstanden, wenn sie keine Änderungen an dem Spiel vornehmen, die die chinesische Zensur zufriedenstellt“

Erscheint die Erweiterung nur wegen China? Vereinzelte Nutzer im reddit spekulieren jedoch, dass der Deal mit Tencent ein Grund sein könnte, warum überhaupt eine neue Erweiterung entwickelt wird. So schreibt znoodie:

  • „Dies [der Deal] ist wahrscheinlich der Grund, dass wir überhaupt eine bevorstehende Erweiterung haben. Woher sonst haben sie all das zusätzliche Geld bekommen?“

Wie genau ArenaNet tatsächlich von dem Deal profitiert, ist jedoch nicht bekannt.

Guild Wars 2 wird 2020 richtig aktiv – Ist der neue Chef der Grund?

Was tut sich 2020 bei Guild Wars 2? Nach dem katastrophalen Jahr 2019 mit Massenentlassungen und wenig Content, wirkt Guild Wars 2 seit November frischer und aktiver:

  • Es gibt plötzlich Roadmaps mit Informationen zu kommenden Updates und Plänen der Entwickler.
  • Es wurde eine dritte Erweiterung angekündigt.
  • Es kamen bereits 3 große Content-Patches ins Spiel und Update 4 ist für Ende Mai angekündigt.
  • Es gab keinen größeren PR-Skandal und keine Diskussionen über fragwürdige Werbe-Partner, wie es in der Vergangenheit der Fall war.
  • Es gab ein überraschendes Update zum Jubiläum von Guild Wars 1.

Auch der aktuelle Deal mit Tencent reiht sich in die Liste grundsätzlich positiver Nachrichten zu Guild Wars 2 ein.

Guild Wars 2 Mike Z.
Mike Zadorojny war nur für wenige Monate der Chef von GW2.

Ein Grund dafür könnte der Wechsel an der Chef-Position sein. Im Oktober 2019 verließ der Präsident Mike O’Brien ArenaNet, um eine neue Firma mit innovativen Ideen zu gründen. Im November folgte dann überraschend Mike Zadorojny, der Game Director.

Der neue Chef soll nun John Taylor heißen, ist aber bisher nicht groß in Erscheinung getreten. Es sieht aber so aus, als hätte er zumindest einen groben Plan für Guild Wars 2.

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Nein
1 Monat zuvor

Die sollen doch froh sein… das Spiel stirbt hier gerade und macht maximal noch 1 Jahr. Mit nem neuen Re-Release in China, wird es halt wieder belebt und ev. fließt deutlich mehr Geld ins Spiel und es wird wieder spannender.

Buckelfips
1 Monat zuvor

Die Frage ist doch wie Arenanet damit umgeht!
WoW wurde für den asiatischen Markt auch „angepasst“, ohne dass die Anpassungen jemals die anderen Regionen mit betroffen haben. Dort wurden auch die Untoten ohne Knochen dargestellt, der Tod und Geister im Allgemeinen wurden „anders“ angegangen. Selbst das Bezahlmodell und der Shop sind anders aufgebaut und für den chinesischen Markt angepasst.
Erstmal abwarten und nicht sofort den Teufel an die Wand malen!

N0ma
1 Monat zuvor

Vielleicht liegts aber auch am Spiel selbst, da müsste man mal einen Chinesen fragen. Im Gegensatz zu GW1 konnte PvP auch im Westen nie so richtig Fuß fassen.
Übrigens schon der erste Release in China hat Spieler im Westen nervös gemacht, scheint hier jede Menge Hypochonder zu geben.

Platzhalter
1 Monat zuvor

In GW2 habe ich die gleiche Art von Bots gesehen die in der WOW Bots News steckt. Es kann überrannt werden. Aber ich will nicht der miesepeter sein und sagte extra KANN

Nein
1 Monat zuvor

Es gibt ziemlich gute Bots für GW2, auch jetzt schon. Nur lohnt es sich kaum zu botten in GW2, weil es quasi tod ist. Geld zu holen gibt es quasi nicht in GW2. Die meisten Bots in GW2 sind tatsächlich eher Private Leute die für sich selbst botten.

Tawalesh
1 Monat zuvor

Ab wann ist für dich denn ein Spiel tot? Wenn es nicht 12 Millionen aktive Spieler hat wie WoW zu seinen besten Zeiten? Du findest fast zu jeder Tageszeit Spieler für jede Aktivität, selnbst ehr unbleibetere Sachen sind binnen Minuten möglich (Dungeon, seltene Bosse).
Also solange ich völlig problemlos Mitspieler finde ist doch alles gut.

Tronic48
1 Monat zuvor

Ich würde mir da keine sorgen machen, GW2 hat eine Starke Com.

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