Als Rod Fergusson 2020 bei Blizzard anheuerte, sollte er seinem Ruf als „Closer“ gerecht werden und Diablo 4 sowie Diablo Immortal erfolgreich aus der Entwicklungshölle holen. Jetzt verlässt der Veteran die diabolische Franchise.
Warum geht Rod Fergusson? Der General Manager für die Diablo-Franchise erklärt in einem neuen Post auf X, dass er nach 4 großen Releases Blizzard verlassen wird. Fergusson schreibt:
Nach fünf Jahren, in denen ich das Diablo-Franchise mit vier großen Veröffentlichungen vorangetrieben habe, ist es für mich an der Zeit, Blizzard/Microsoft mit dem Schwert in der Hand zu verlassen und zu sehen, was als Nächstes kommt. Die Teams sind für den Erfolg aufgestellt und haben eine aufregende Reihe von Veröffentlichungen vor sich. Ich bin unglaublich stolz auf das, was wir zusammen aufgebaut haben, und freue mich auf das, was als Nächstes auf Diablo und mich zukommt.
Höllisch guter Entwickler
Was hat Rod Fergusson für einen Job gehabt? Als der erfahrene Veteran im Jahr 2020 zu Blizzard kam, befanden sich mit Diablo 4 sowie Diablo Immortal 2 wichtige Spiele des Studios in der Entwicklung, wobei speziell der vierte Teil der Hauptreihe auf eine sehr schwierige Entwicklungszeit zurückblickte. Außerdem sollte der große Blizzard-Klassiker Diablo 2 mit Resurrected eine Neuauflage erhalten.
Damit alle 3 Projekte möglichst erfolgreich in den Release gehen, hatten sich die Blizzard-Verantwortlichen seinerzeit extra einen Entwickler gesucht, der Erfahrung im Blockbuster-Bereich mitbringt und einen Ruf als „Closer“ besitzt, der weiß, wie man Projekte abschließt.
- Rod Fergusson war viele Jahre lang der Lead hinter der „Gears of War“-Reihe.
- Der Entwickler half dabei, die ebenfalls problematische Entwicklung von BioShock Infinite zu einem erfolgreichen Ende zu bringen.
- Bei Epic arbeitete er an Spielen wie Unreal Tournament 3, Infinity Blade oder Shadow Complex.
Fergusson bewies bei Blizzard, dass sein Ruf gerechtfertigt war. Alle 3 Diablo-Spiele feierten große Release-Erfolge. Allein Diablo 4 konnte bereits 5 Tage nach dem Launch 666 Millionen US-Dollar einnehmen. Am 8. Oktober 2024 folgte dann noch der Release der ersten D4-Erweiterung Vessel of Hatred.
Der General Manager kommentiert auf linkedin.com, dass es sein Ziel war, mit Diablo einer seiner eigenen Lieblings-Franchises neuen Aufwind zu geben, und wie stolz er darauf ist, dieses Ziel erreicht zu haben.
Was bedeutet der Weggang? Laut Fergusson ist das Diablo-Team optimal für die Zukunft aufgestellt. Die zweite Erweiterung von Diablo 4 soll 2026 erscheinen. Fans sollen sich aber auf noch mehr Releases freuen können.
Mit Vorfreude blickt der Entwickler auch auf das, was vor ihm liegt. Details verrät er keine. Aufgrund seiner Vita überlegen jetzt aber viele, ob er beim nächsten Studio anheuern könnte, bei dem sich aktuell ein Prestige-Projekt in der Entwicklungshölle befindet. Kandidaten dafür würde es einige geben … wie wäre es beispielsweise mit diesem Spiel hier: Bungie braucht dringend Erfolg, doch Marathon ist (noch?) nicht gut genug – Verschiebung soll es regeln, Team erfährt es wohl zeitgleich mit den Fans
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Das kann er sich schon auf die Fahne schreiben. Ich hätte es aber besser gefunden when er sich gegen die suits und corpos durchgesetzt hätte und das gute alte “its ready when its done” wieder eingeführt hätte, als deren Schoßhündchen zu sein.
Für mich stellt der Übergang von Dev geführten Unternehmen zu von wirtschaftlern geführten Unternehmen ein Rückschritt in Qualität und Kundenorientierung dar.
Die einzigen die vom US Kapitalistischen Unternehmensvorbild profitieren, sind einige wenige an der Spitze aber die treffen ja auch diese Entscheidungen und lassen sich für mehr Geld in der eigenen Tasche gerne vorschreiben was “Gamer eigentlich wollen”
Von allem was ich von Rod Ferguson gesehen habe bin ich mir sicher das er D4 die Klippe runter geschubst hat.
Schaut euch nur mal die Campfire Chats mit ihm an. Die waren ein Fieber Traum.
Und ich war damals schon Dank als sie ihn die nicht mehr haben machen lassen.
Solche PR Streams entscheiden nicht darüber, ob ein Spiel über die Klippe geht oder nicht. Die entscheiden vielleicht über Sympathien und hier und da über ein paar (Vor-)Verkaufszahlen.
Das läuft beim direkten Pendant PoE2 bislang auch mehr als dürftig ab, was die in ihren Streams abliefern und trotzdem schubst dort niemand ein Spiel über die Klippe.
Ich denke du hast mein Kommentar nicht verstanden.
Über das „gerettet“ lässt sich streiten 😅
Diablo 4 habe ich mit wirklich enormen Abstand am wenigsten gespielt , von allen Diablos die es gibt.
um genau zu sein habe ich mit einem Charakter die Story durchgespielt und es dann nie wieder angefasst 😂
Diablo 1 auf der PS1 hab ich zu Tode gesuchtet , Diablo 2 nur mit nem Kumpel zusammen aber über einen sehr langen Zeitraum gespielt und Diablo 3 am Pc auch schnell liegen lassen, später dann aber hunderte Stunden auf der Switch darin verbraten 🥰
Aktuell markiert Diablo 4 für mich den sofortigen Untergang von Diablo, als hätte ein Ultra langer Gammablitz stärkster Stufe direkt aus der Nachbarschaft alles weggebruzzelt 🫣
Ohne eure Artikel hätte ich die Existenz schon vergessen 😅
das es ein paar Fans hat weiß ich, den gönne ich auch ihren Spaß 🙏
immortal ist erfolgreich, hätte aber deutlich besser sein können, da hat man aus einer starken Marke eben nur das nötigste raus geholt.
Es ist die Aufgabe eines “Closers”, eine feststeckende Entwicklung, die auf der Kippe zur etwaigen Einstellung des Projekts steht, zu einem Ende zu bringen und das wurde bei allen Produkten erreicht und das finanziell sogar äußerst erfolgreich. Also ja, er hat die Franchise “gerettet”, denn die andere Alternative wäre die Einstellung der Entwicklung von Diablo 4 (und auch Immortal) und damit mit großer Wahrscheinlichkeit das Ende der (wenn man weiß, wie Activision zum damaligen Zeitpunkt mit derart teuren aber niemals zu einem Abschluss kommenden Projekten von Blizzard umgegangen ist, nachdem man dort wieder und wieder viele Millionen Dollar teure Entwicklungen eingestellt hat) gewesen
Danke für die Erklärung ☺️ das war mir tatsächlich nicht bewusst.
Aus wirtschaftlichen Gründen richtig, vor allem aus Sicht eines Milliardenkonzerns… aus Spieler/Fan-Perspektive ist aber leider nur ein halbgares Produkt herausgekommen. Wer weiß, was Dank ihm alles zusammengestrichen wurde, nur um den Release in-time hinzubekommen und die Shareholder glücklich zu machen.
Das kannst du Fergusson aber nicht vorwerfen, wurde doch in dem Kommentar – auf den du antwortest – ganz gut erklärt.
Ohne Internas ist es immer schwer, so etwas zu beurteilen. Denke, hätte es keine Verträge und Fristen gegeben, wäre es leicht gewesen zu sagen “Spiel kommt nicht mehr 2023 sondern 2025 wenn wir die feststeckende Entwicklung nachgeholt haben”. Aber dann stehst du halt vielleicht ohne Shareholder da, die dann 2023 zurücktreten und dich verklagen (solltest du nachweislich Pflichten verletzt haben) und das würde recht wahrscheinlich ebenfalls auf das Ende des Franchises rauslaufen.
Also ja, man kann schon behaupten, dass Fergusson D4 “gerettet” hat. Ohne ihn hätte es die gute Entwicklung ab Season 3 wohl nicht gegeben, weil da das Spiel vielleicht gar nicht erst angekommen wäre.