Wollt ihr wissen, wie fair die Meta von CoD Warzone gerade ist? Wir zeigen euch die Formel

Mit einer Kennzahl aus der Wirtschaft kann man erklären, wie fair die Waffen-Meta in Call of Duty: Warzone ist. MeinMMO zeigt euch, wie sich die Meta seit dem Release entwickelt hat und welche Gedanken hinter der Rechnung stecken.

Worum gehts? Call of Duty: Warzone ist heute im Vergleich zum Release viel Daten-lastiger geworden. Warzone-Experten wie „TheXclusiveAce“, „JGOD“ oder „TrueGameData“ verbrachten in den letzten Monaten viel Zeit damit, die Werte jeder Waffe ganz genau zu dokumentieren und damit für alle Spieler zugänglich zu machen.

Auch die Statistik-Seite „wzranked.com“ hilft Spielern, eine Übersicht über die Meta zu bekommen. Jedoch verfolgt die Seite einen anderen Ansatz: wzranked wertet die gewählten Waffen der Spieler aus und zeigt so zum Beispiel, welche Waffe am meisten gespielt wird und auch mit welchem Setup.

Doch die Seite macht noch viel mehr. So könnt ihr euch die Fairness und die Strenge der Meta seit dem Release in einem Diagramm begutachten:

cod warzone meta verlauf gini koeffizient

Das Diagramm zeigt an, wie sich die Loadout-Einsätze der Waffen auf die Spieler verteilen und zu welchem Zeitpunkt. Nutzen viele Spieler nur eine bestimmte Waffe, steigt der grüne Graph im Diagramm. Gelten mehr Waffen als stark und spielbar, dann fällt der Wert und der grüne Graph sinkt.

Um den Wert zur Fairness der Meta zu einem bestimmten Zeitpunkt zu ermitteln, verwendet wzranked die Kennzahl „Gini Koeffizienten“. MeinMMO zeigt euch, wie der Wert entsteht und welche Schlussfolgerungen man daraus ziehen kann.

Über den Autor Maik Schneider: Vor meinem Leben als Autor ging es in meiner Karriere um Geld, Zahlen und Verkäufe. Wirtschaft ist eine meiner größten Leidenschaften, nur über Gaming könnte ich wohl noch mehr erzählen.

Wirtschaft habe ich dabei nie als trockene Mathematik verstanden, sondern als ein Werkzeug, um die Welt um uns herum zu verstehen. Ich finde es faszinierend, dass es Rechen-Modelle gibt, die sich damit beschäftigen, ob ich zum Abendbrot lieber Pizza oder Döner bestelle. Und genauso spannend finde ich das Daten-Spektakel in Warzone.

Gini-Koeffizient – Kennzahl zeigt, ob die Meta kaputt ist

Was ist das für eine Kennzahl? Die Kennzahl wird unter anderem in der Wirtschaft verwendet und beschreibt mit einem Wert zwischen 0 und 1 die Verteilung von etwas – wie zum Beispiel Geld.

Verdient ein kleiner Anteil der Bevölkerung viel Geld, dann ist der Wert hoch. Ein niedrigerer Wert hingegen sagt, dass ein großer Teil der Bevölkerung auch einen großen Teil vom Geld mitverdient.

In Warzone heißt das: Liegt der Wert bei 1,0, verwenden alle Spieler dieselbe Waffe. Liegt der Wert bei 0, werden alle Waffen gespielt und jede Waffe hätte dieselbe Anzahl an Spieler. Der Wert zeigt also, wie gleichmäßig die Spieler auf die einzelnen Waffen verteilt sind.

Was sagt das über die Warzone-Meta aus? Ihr könnt damit sehen, ob es derzeit eine oder nur wenige Waffen gibt, mit der ein Großteil der Spieler unterwegs sind. Da jedoch Waffen-Klassen wie Sturmgewehre aufgrund ihrer Vielseitigkeit generell schon einen Vorteil haben gegenüber anderen Klassen wie Schrotflinten oder Pistolen, ist der Grundwert in Warzone schon sehr hoch.

Selbst kurz nach dem Release lag der Wert schon bei über 0,65. Die Waffen waren zum Release schon aus dem Multiplayer bekannt und Dauerbrenner wie die M4A1 leisteten auch in Warzone gute Arbeit.

Den bisher höchsten Wert und damit die unfairste Meta gab es kurz nach der Integration von Cold War in Warzone. Das DMR 14 war so übermächtig, sodass der Wert auf 0,82 nach oben ging.

Die Erfahrung hat dabei gezeigt, dass ein Wert bis ungefähr 0,76 eine gesunde und vielfältige Meta darstellt. Aktuell stehen wir bei circa 0,73 und nach dem kräftigen Nerf der Krig 6 zeigt der Trend weiter nach unten (via wzranked.com Stand 01. Oktober 2021).

cod warzone formel gini koeffizient

Benötigte Daten

  • Anzahl der Waffen
  • Wie oft die einzelnen Waffen in einem Loadout landen

Formulierter Rechenweg

Alle Waffen werden nach der Anzahl ihrer Einsätze sortiert und erhalten jeweils den Wert ihrer Nummer. Die Waffe mit den wenigsten Einsätzen bekommt den Wert 1, die mit den 2. wenigsten Einsätze die 2 und so weiter. Die Waffe mit den meisten Einsätzen hat dementsprechend auch die höchste Nummer.

Die Nummer einer Waffe ist der Wert von i und die Anzahl der Einsätze der Wert von x. x(i) ist die Anzahl der Einsätze für eine bestimmte Waffe und n ist die gesamte Anzahl der Waffen.

Um die erste Summe über dem Teiler zu lösen, müsst ihr jede Waffe mit ihrer Nummer i und ihrer Anzahl der Einsätze x(i) multiplizieren. Die neuen Werte der Waffen rechnet ihr zusammen und multipliziert den Gesamt-Wert dann nochmal mit 2. Diesen Wert nennen wir (1).

Für die Summe unter dem Teiler braucht ihr nur die Anzahl der Waffen n mit der zusammengerechneten Anzahl aller Waffen-Einsätze zu multiplizieren. Das ist der Wert (2).

Rechnet nun die gesamte Anzahl der Waffen plus 1 und teilt diesen Wert ebenfalls durch die gesamte Anzahl der Waffen. Der letzte Wert (3).

Teilt nun (1) / (2) und zieht danach (3) davon ab und ihr erhaltet den Gini-Koeffizienten für Warzone.

Die Kennzahl lässt langfristige Rückschlüsse zu

Was bringt das? Als praktische Anwendung für Spieler hilft die Kennzahl, schnell zu erkennen, ob es derzeit eine OP-Waffe gibt, die ihr euch mal anschauen solltet. Besonders im Bereich von 0,79 könnt ihr sicher sein, dass eine oder maximal 2 Waffen als sehr stark gelten und die Meta beherrschen. Doch auch die ablesbaren Trends lassen Schlussfolgerungen zu.

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  • Selbst eine gesunde Meta braucht irgendwann einen Nerf

Im September 2020 war die Meta nach einigen Balance-Anpassungen sehr stabil. Über Monate ging die Kennzahl jedoch langsam immer weiter nach oben, ohne dass es besondere Ausbrüche nach oben gab. In dieser Zeit setzte sich das Sturmgewehr Kilo 141 an die Spitze und Schritt für Schritt eroberte die Kilo immer mehr Loadouts.

Dabei galt die Waffe nie wirklich als richtig stark, sondern besonders anfänglich eher als Kompromiss. Doch immer mehr Spieler nutzen die Waffe, bis sie als die beste Waffe galt.

Das könnte bedeuten, dass selbst eine gesunde Meta mit der Zeit immer enger und damit unfairer wird. Spieler, die mit den Meta-Waffen ganz besonders gut zurechtkommen, sind dann im Vorteil. Ist die Meta zu eng, dann kommt es selbst bei einer eigentlich gut ausbalancierten Waffe zu einem Nerf.

  • Das Massaker der DMR 14 war die unfairste Meta

Als im Dezember 2020 Cold War in Warzone integriert wurde, ahnte noch niemand von dem Weihnachtsgeschenk. Doch die Meta-Bombe schlummerte schon in den Loadouts.

Das Einzelschussgewehr DMR 14 war so leicht zu kontrollieren und hatte so starken Schaden, dass wohl kaum einen Spieler das nicht mitbekommen hat, der zu dieser Zeit in Warzone unterwegs war. Die Waffe hat alles dominiert, knapp 3 Wochen für viel Frust gesorgt und führte sogar in der echten Welt zu kleinen Protesten.

Dazu kam, dass bessere Schützen zusätzlich von den Stärken des Einzelschussgewehrs profitierten. Danach setzten sich die Taktikgewehre und die FFAR 1 aus Cold War durch und regierten beinahe 4 Monate das Battle Royale.

  • Die Integration von Cold War schädigte die Meta stark

Auch abgesehen von dem krassen Ausreißer der DMR 14 lief die Einführung der Waffen aus Cold War in Warzone nicht gut. Es dauerte beinahe 5 Monate, bis sich die Verteilung der Waffen-Einsätze wieder erholte und auch danach kam es immer wieder zu stärkeren Ausschlägen.

Der Vergleich zwischen der Ära von Cold War und Modern Warfare ist jedoch nicht ganz fair. Ende Februar schloss Call of Duty eine Datenschnittstelle, mit der wzranked die Loadouts aller Spieler ausgelesen hat. Seit dem fallen nur noch Spieler in die Berechnungen mit ein, die ihre Datenschnittstelle manuell öffnen. Seither nutzt wzranked nach eigener Aussage rund 2 – 6 % der global eingesetzten Loadouts.

Trotzdem scheint sich die Meta wieder auf einem ähnlichen Niveau einzupendeln, wie vor der Integration von Cold War. Viele Waffen gelten derzeit als solide und keine Waffe als übermächtig.

Obwohl Daten eine gute Grundlage bilden, um sich für eine Waffe oder eine Spielweise zu entscheiden, bleibt auch eurem eigenen Spielgefühl treu. Nicht jede Meta-Waffe lässt sich durch starken Schaden oder hohe Stabilität voraussagen. Immer wieder gibt es Anomalien, die selbst die härtesten Daten-Nerds nicht erklären können.

Hat euch dieser kleine Warzone-Daten-Unterricht gefallen? Gibt es womöglich einen Wert im Spiel, den wir ebenfalls für euch erklären sollen? Lasst uns gern ein Kommentar mit euren Gedanken da.

Quelle(n): WZ Ranked, studiflix
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Visterface

Schöner Artikel auf Basis von Daten. Gerne mehr davon.

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