Activision sagt: Diese Klage gegen Call of Duty ist ein Angriff auf die Verfassung

Bereits seit einigen Jahren läuft eine Klage gegen Activision wegen der Verwendung eines Fahrzeugs in Call of Duty. Diese Klage könnte wegweisend für die Spiele- und Film-Industrie werden. Nun gab es den nächsten Schlagabtausch mit scharfen Worten seitens des Publishers.

Um diese Klage geht’s: Im Jahr 2017 hat die Firma AM General, ein Produzent von militärischen und zivilen Spezialfahrzeugen, den bekannten Spieler-Publisher Activision verklagt.

Dieser Rechtsstreit ist immer noch nicht abgeschlossen. Erst vergangene Woche gab es ein erneutes Aufeinandertreffen vor Gericht.

Warum wird überhaupt geklagt? Grund für die Klage von AM General war ein Militär-Fahrzeug der Firma, das Activision unter anderem in Call of Duty: Modern Warfare aus dem Jahr 2009 verwendet hat – der berühmte Humvee (HMMWV).

Dabei seien nach Ansicht von AM General geschützte Marken der Firma in zahlreichen „Call of Duty“-Titeln sowie bei Spielzeug und Büchern illegal und ohne Rücksprache verwendet worden.

Activision wehrt sich gegen diese Vorwürfe.

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Was ist eigentlich ein Humvee? Der Humvee ist ein ikonisches und vielseitiges Militär-Fahrzeug, das so gut wie in jedem Konflikt mit US- oder NATO-Beteiligung in den letzten 30 Jahren zum Einsatz kam.

Der Humvee dient dabei vorwiegend zum Truppentransport, kann aber auch leichte Angriffs- oder Unterstützungsrollen einnehmen.

Ein Humvee der US-Marines (Quelle: Wikipedia)

So sieht Activision die Sache: Beim aktuellen Schlagabtausch wählten die Rechtsvertreter von Activision diesmal besonders scharfe Worte.

So heißt es unter anderem, die Klage gegen Call of Duty sei nicht weniger als ein direkter Angriff gegen den ersten Zusatz-Artikel (First Amandment) zur US-Verfassung. Denn genau daraus würde das Recht resultieren, kreative Werke zu erstellen, die moderne Kriegsführung realistisch darstellen.

AM General, der Hersteller des Humvee, versuche, das Markenschutz-Gesetz dafür zu nutzen, die bloße Abbildung dieses Fahrzeugs in fiktiven Spielen der „Call of Duty“-Reihe zu kontrollieren. Auf diese Weise die Inhalte von kreativen Werken einzuschränken, sei sehr gefährlich.

Doch besonders ungeheuerlich seien die Behauptungen in diesem Fall, da sie sich auf ein Militär-Fahrzeug beziehen, das von amerikanischen Steuerzahlern finanziert und in den letzten drei Jahrzehnten in so gut wie jedem bedeutenden Konflikt eingesetzt wurde. Dadurch hätten die Humvees eine kulturellen und historische Bedeutung.

Sie seien somit ein logischer Bestandteil eines jeden Versuchs, eine authentische Geschichte über den modernen Krieg zu erzählen.

Sollte es AM General ermöglicht werden, die Verwendung dieser Fahrzeuge in Unterhaltungsmedien zu kontrollieren, dann würde sich im Prinzip so gut wie jede bildliche Darstellung der US-Militär-Geschichte des 21. Jahrhunderts in deren „Würgegriff“ befinden.

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Das sagt der Humvee-Produzent: AM General sieht die Sache hingegen komplett anders. Man sei nicht damit einverstanden, dass man sein geistiges Eigentum nicht vor illegaler Nutzung schützen kann.

Activision hätte Milliarden von US-Dollar mit der Nutzung des ikonischen Humvee von AM General und seiner unverwechselbaren Erscheinung verdient – unter anderem in acht Spielen, zahlreichen Werbe-Spots, zwei Spielzeugen und mehreren Strategie-Guides.

Der Publisher hätte niemals die Erlaubnis von AM General gehabt, das zu tun. Auch habe sich Activision nie um eine Erlaubnis bemüht. Deshalb sehe man die ganze Angelegenheit als klaren Rechtsverstoß.

Deshalb könnte die Klage für Spiele und Filme wichtig werden: Für die Unterhaltungs-Branche könnte dieser Rechtsstreit ein große Bedeutung haben – somit auch für die Spiele-Industrie. Es bleibt also spannend, zu sehen, wie der Prozess zwischen Activision und AM General ausgeht

Doch ganz egal, wie diese Klage vor Gericht endet – hier wird ein Präzedenzfall geschaffen, der wegweisend für weitere Rechtsstreitigkeiten dieser Art sein könnte. Gerade in den USA.

Bekommt AM General Recht, so könnte eine ganze Welle weiterer Klagen seitens verschiedener Produzenten und Herstellern von Militärgerät, Waffen sowie Ausrüstung folgen.

Das könnte letztendlich dazu führen, dass man in Spielen, Filmen oder Serien verstärkt auf fiktive Militär-Ausrüstung und Kriegsgerät setzen wird. Auch könnten beispielsweise entsprechende Spiele teurer werden, da die Kosten für solche Lizenzen auf den Kunden umgeschlagen werden könnten.

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Wie seht Ihr die Sachen? Wer hat in Euren Augen bei diesem Streit Recht? Was glaubt Ihr, wie die Klage ausgeht?

Autor(in)
Quelle(n): KotakuHollywood ReporterJalopnik
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Mandrake
Mandrake
9 Monate zuvor

Ok….cool….also wenn ich in GTA z.b. nen Raketenwerfer hole, suggeriert mir das Spiel also das ich im echten Leben eine Raketenwerfer besitzen muss, weil irgendjemand denkt das derjenige dadurch das er im Spiel verleitet werden könnte, sich spontan einen Raketenwerfer zuzulegen.

Macht…..Sinn…..denke ich….

Psycheater
Psycheater
9 Monate zuvor

MURICA F*CK YEAH ???????? ????????????????‍♂️

Alexander Reiners
Alexander Reiners
9 Monate zuvor

Ich hab gedacht, das Verkaufsargument von Call of Duty besteht darin, sich von vorpupertierenden Kindern via Sprachchat beleidigen zu lassen und diese prahlen dann, wie der Geschlechtsverkehr mit der Mutter des Beleidigten war. ????

Kahr Kahrzwo
Kahr Kahrzwo
9 Monate zuvor

Früher war so etwas kostenlose Werbung…und jetzt???….traurig.
.. wie Geld geil menschen sind ….klar es geht um geistiges Eigentum….aber früher war es mal: glücklich erwähnt zu werden oder so verewigt zu werden …..heute geht es nur noch um das Geld…was letztendlich die Kreativität killt…weil Menschen nicht mehr kreativ sind, sondern… schauen …wie sie mit ihrer Kunst Geld verdienen…die Folge sie verlieren ihren style….weil sie sich am Markt orientieren …und ihren style so verändern & somit nicht leben…

Horteo
Horteo
9 Monate zuvor

Naja wir reden hier von einer Karre die beim kleinsten Beschuss jeweils in die Luft fliegt, egal in welchem Spiel.

Perfekte Werbung xD

Scofield
Scofield
9 Monate zuvor

Hmm ist schwierig. Einerseits sehe ich die Punkte von Activision, die in jedem fall richtig und legitim sind.

Andererseits kann ich vom Standpunkt der Firma des Humvee es schon auch verstehen. Gerade wenn man bedenkt, dass jedes autorennspiel etc. Lizenzen haben muss um wagen xy der firma z ins spiel zu packen. Oder in sportspielen die Vereine usw..

Bin mal gespannt wie das ausgeht, keine glasklare sache.

CmdAtain
CmdAtain
9 Monate zuvor

Gerade in den USA gibt es deutlich „andere“ Bestimmungen für vom Steuerzahler finanzierte Projekte (zu denen auch Entwicklungen im Auftrag des US Militärs zählen)
Wird definitiv interessant wink

Mikuloli
Mikuloli
9 Monate zuvor

In Amerika gewinnt der, der mehr Kohle für Anwälte hat. Könnte in diesem Fall spannend werden, aber man könnte auch genau so gut würfeln.

Serphiro
Serphiro
9 Monate zuvor

Bin gespannt ob andere Firmen nachziehen werden wenn das Urteil zugunsten der Rüstungfirma ausfällt. Wäre ein schwerer Schlag für Ego-Shooter mit Real-existierenden Waffen, World of ……… Games und Rennspielen.

Slinger
Slinger
9 Monate zuvor

Wenn man Spiele wie Gran Tourismo anschaut werden die Lizenzen für die entsprechenden Marken ja auch gezahlt – darauf zielt der Hersteller der Militärfahrzeuge wahrscheinlich ab.
Bei Waffen würde ich vermuten, dass die Game-Publisher zumindest die Freigabe vorher einholen

Der Vagabund
Der Vagabund
9 Monate zuvor

Das ist Amerika. Da kann man jeden verklagen xD

Spere Aude
Spere Aude
9 Monate zuvor

Ja, zum Glück gibt es in Deutschland kein Urheberrecht, Markenrecht, Geschmacksmusterrecht bzw. Designrecht und Patentrecht.
Oh, warte mal, gibt’s ja doch.

Der Vagabund
Der Vagabund
9 Monate zuvor

Ja. Aber hier kannst du Red Bull nicht verklagen weil ihre Energy Drinks keine Flügel verleihen wie in der Werbung. Oder Mces weil auf ihren Kaffeebechern nicht steht ‚Achtung Heiß‘. Oder Toyota, Ferrero etc. die Liste ist lang aber egal.
Mit meinem Kommentar wollte ich halt nur andeuten das man in Amerika alles und jeden wegen Nonsens verklagen kann.

Serphiro
Serphiro
9 Monate zuvor

…und damit durchkommt.

Tindaa
Tindaa
9 Monate zuvor

Ich sehe da stellenweise keine Probleme. Red Bull wurde nicht verklagt, weil das Zeugs keine Flügel verleiht, sondern, weil dieser Slogan suggeriert, dass durch den Genuss eine leistungssteigernde Wirkung erzielt wird – was ja nur bedingt der Fall ist. McDonalds hat’s erwischt, weil die Kundin sich beim Verschütten Verbrennungen 3. Grades zugezogen hat – meiner Meinung nach nicht normal bei Kaffee. Ferrero hat Nutella als gesundes und nahrhaftes Frühstück vermarktet – passt auch nicht so zu dem Zucker-Schmierfett.

Zugegebenermaßen wären solche Klagen in Deutschland eher lächerlich. Aber streckenweise kann ich die Beweggründe schon nachvollziehen.

Zum Thema: Ich muss mich hier wohl auf die CoD-Seite stellen. Der Humvee ist halt untrennbar mit der amerikanischen Militärgeschichte verbunden. Wenn es verfassungsgemäß ein Recht auf diese Darstellungen im Bereich Militär gibt, dann ist das eben so. Ob Activision damit jetzt Geld scheffelt oder nicht, ist zweitrangig .. gerade, weil der Humvee wohl nicht gerade DAS Verkaufsargument der Reihe ist, sondern eher ein Teil der realistischen Ausschmückung.

RagingSasuke
RagingSasuke
9 Monate zuvor

Wie…? Du kaufst etwa das Spiel wegen gameplay? Ixh dachte es kaufen alle nur weil in der Werbung ein Fahrzeug abgebildet war…..
Wie bescheuert. Genau bei dem Satz hab ich das gedacht, was du geschrieben hast xD

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