So stellt Blizzard sicher, dass ihr auch alle ein Smartphone auf der BlizzCon habt

Wer auf die BlizzCon will, der sollte ein Smartphone besitzen. Sonst kann er nämlich kein Ticket vorzeigen. Doch die Ticket-App ist schon in Verruf geraten …

Rund um die BlizzCon hat sich in den letzten Tagen ein weiterer, kleiner Skandal in den sozialen Medien verbreitet. Wer auf die BlizzCon 2019 will, der muss eine App für sein Smartphone nutzen. Rasch kam das Gerücht auf, dass es sich bei der App nur um „Spyware in Verkleidung“ handele. Die Fans sind besorgt um ihre Daten.

Was ist geschehen? Blizzard hat angekündigt, wie die BlizzCon 2019 ablaufen wird. Wer ein Ticket kauft und vor Ort dabei sein will, der muss auf seinem Smartphone die AXS-Mobile-App installieren. Die App generiert dann einen QR-Code, der am Eingang eingescannt wird.

Warum nutzt Blizzard die App? Die App erschafft in wechselnden Intervallen einen neuen QR-Code für jedes Ticket. Somit will man gegen den illegalen Weiterverkauf von Tickets und eventuelle Fälschungen vorgehen. Da der Code sich regelmäßig wandelt, ist ein Fälschen quasi unmöglich und nur der Besitzer des Smartphones kann sich Zutritt zur Messe verschaffen.

Was stört die Nutzer? Ein paar Nutzer haben etwas recherchiert und dabei herausgefunden, dass die APX-App Zugriff auf viele Informationen des Smartphones bekommt. So kann es etwa, zusätzlich zu den Standort-Informationen, die ganzen Kontaktdaten auslesen, einschließlich deren Namen, Telefonnummern und mehr. All dies dürfe dann mit Dritten unverschlüsselt geteilt werden.

Das besorgt die Nutzer, die Angst um ihre Daten haben und nicht wollen, dass diese noch von anderen Firmen verwendet werden. Wer nur auf die BlizzCon will, so heißt es, müsse seine ganzen Daten doch nicht mit unzähligen Firmen auf der Welt teilen.

Übrigens: Ähnliche Sorgen um eine App gab es schon bei anderen Spielen wie ESO und Dead by Daylight.

Die Anschuldigungen einiger besorgter Nutzer auf Reddit gehen dabei sogar bis an den Rande der Absurdität. So wird auch gerne behauptet, dass die App die Erlaubnis habe, die Kreditkartennummer der Kunden einschließlich der Sicherheitsnummer an andere weiterzugeben.

Ein paar Fans wollen beschwichtigen: Allerdings gibt es auch einige Leute, die APX verteidigen und erklären, dass die Nutzungsbedingungen der App dem aktuellen Standard entsprechen. Wer auch nur irgendein soziales Netzwerk benutzen würde, der hätte bereits „größere Probleme“ als die APX-App jemals erschaffen könnte.

Ob die App wirklich so schrecklich ist, wie einige Nutzer oder die Leute jetzt zum ersten Mal die Nutzungsbedingungen solcher Anwendungen wirklich gelesen haben, ist wohl schwer zu sagen.

Auch ohne App auf die BlizzCon: Übrigens hat Blizzard im gleichen Post darauf hingewiesen, dass Besucher der BlizzCon im Notall auch ohne die App auf die Messe können, wenn „ihr Smartphone etwa kaputt sei“ oder „sie aus irgendeinem Grund nicht auf die App zugreifen können“. Dann müsse man sich vor Ort an eine bestimmte Service-Stelle begeben und wird dort Hilfe bekommen.

Immerhin ein Gutes hat die App auf jeden Fall. Die Frage „Do you guys not have phones?“ wird man sich auf der BlizzCon 2019 wohl sparen können.

Wie ist eure Meinung zu dieser Situation? Ist es ganz normal, dass Blizzard auf ein digitales Ticket-System umsteigt? Hätte Blizzard dafür eine eigene App erschaffen sollen? Oder reagieren die Fans hier übertrieben?

Blizzard geht nicht zur Gamescom 2019 – So fallen erste Reaktionen aus
Quelle(n): reddit.com/r/wow/, news.blizzard.com
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Nylo
Nylo
1 Jahr zuvor

Die eigentliche Frage ist doch warum man auf die BlizzCon überhaupt noch gehen sollte? Wir haben doch schließlich alle ein Smartphone und können uns den Stream ansehen wink

TestGewn
TestGewn
1 Jahr zuvor

„Don’t you have a phone?“
Also ich habe da so meine eigenen Ideen. In Verbindung mit Desaster vom letzten Jahr kann ich mir den nächsten blöden Spruch gleich denken: „What do you want? Everyone here as a smartfone“.
Gabs was Neues zu D. Immortal? Habe nix gelesen oder gehört. Und das was ich lesen will ist sowieso „Immortal“ bleibt hinter den Erwartungen zurück.
Activision/Blizzard steht immer noch in meinem „Buch der Arschlöcher“ und bleibt da bis auf weiteres. Geld für diese Blizzcon auszugeben ist für mich „daneben“.

Shadows of Yor
Shadows of Yor
1 Jahr zuvor

Diese Überschrift ????

Mandrake
Mandrake
1 Jahr zuvor

Ach schön da braucht ja netease ja garnichtsmehr unternehmen um an die Daten für diablo Immortal zu kommen, blizzard liefert schon alles selbst. Na so ein Service sollte man sich doch nicht entgehen lassen, oder?

Achim  G.
Achim G.
1 Jahr zuvor

Nur konsequent als reiner Mobile-Games Entwickler.

Insane
Insane
1 Jahr zuvor

Für Europa mit der DSGVO eigentlich ein Unding. Es gilt die Datenvermeidung und Datensparsamkeit. Eine App die für ihre Funktion keine Kontaktdaten braucht und sie dennoch abruft… müsste man mal beim Datenschutzbeauftragten anzeigen.

Oder kann ich die App auch nutzen, wenn ich ihr den Zugang verweigere?

TheDivine
TheDivine
1 Jahr zuvor

Nach europäischem recht ja, bei den Amis sieht das anders aus.

Insane
Insane
1 Jahr zuvor

Aber sie bedienen europäische Kunden smile

Nachtrag.. wobei ich jetzt nicht genau weis, ob sie konkret Kunden in Europa ansprechen. Ist die App im Store zu downloaden oder ohne Playstore etc?

TheDivine
TheDivine
1 Jahr zuvor

Könnte ich Dir nicht genau sagen.
Auf r/wow gibts nen langen post dazu.
https://www.reddit.com/r/wo

Insane
Insane
1 Jahr zuvor

Konnte beim überfliegen keine Antwort finden.

Hab aber auf der Seite nachgesehen. Dort werden explizit europäische Kunden angesprochen. Folglich gilt DS-GVO, bzw für Deutschland BDSG.

Somit ist das Ding durch.

Eine Nebenfrage ist eigentlich nur noch folgende: Bei Android Apps wird beim ersten Start nach denn Zugriffsrechten gefragt. Bei einigen Apps verweigert diese ihren Dienst, wenn man die Rechte nicht einräumt. Zum Beispiel weil sie für die Grundfunktionen benötigt werden. Wer dann selbst zustimmt ist auch selbst ein bisschen Schuld.

Aber im Grundsatz gilt §71 BDSG:

(1) […] Insbesondere sind die Verarbeitung personenbezogener Daten und die Auswahl und Gestaltung von Datenverarbeitungssystemen an dem Ziel auszurichten, so wenig personenbezogene Daten wie möglich zu verarbeiten. […]

und

(2) […] grundsätzlich nur solche personenbezogenen Daten verarbeitet werden können, deren Verarbeitung für den jeweiligen bestimmten Verarbeitungszweck erforderlich ist. Dies betrifft die Menge der erhobenen Daten, den Umfang ihrer Verarbeitung, ihre Speicherfrist und ihre Zugänglichkeit.[…]

N0ma
N0ma
1 Jahr zuvor

Hoffe da werden demnächst auch bei anderen Android Apps die Datensammlung reduziert.

Insane
Insane
1 Jahr zuvor

Für viele wurde das schon gemacht bzw wurde es so geändert, dass sie dich fragen, ob sie Daten zB für DIagnosezwecke sammeln dürfen. Denn das Gesetz sieht vor, dass die oben genannten Kriterien nur für die Standardeinstellungen gelten. Wenn der Kunde aktiv zustimmt und die Datensammler selbst aktiviert, sieht es etwas anders aus.

Salti 1337
Salti 1337
1 Jahr zuvor

Wenn du auf die blizzcon gehst, gilt ab dem zeitpunkt wo du amerikansichen boden betrittst, deren recht.

Insane
Insane
1 Jahr zuvor

Es ist egal. Der Vertrag wird hier abgeschlossen.

Es kommt auch ein bisschen darauf an, mit wem ich eigentlich einen Vertrag schließe. Beziehe ich die App über den Apple-Store, so Apple beim App-Vertrieb im eigenen Namen auf Rechnung des App-Anbieters auf. Also ist es ein Vertrag zwischen dem Appstore und dem Endnutzer.

Lade ich die Android App von der eigenen Homepage von Blizzard, könnte es möglicherweise anders sein. Dennoch müssten die AGB dem deutschen Recht standhalten, es sei denn ich will keine deutschen Kunden. In dem Fall muss ich diese ausschließen.

Das ist hier aber nicht der Fall.

*Angaben alle ohne Gewähr. Ich habe zwar beruflich viel mit Rechtsauslegung zu tun, bin aber kein Jurist.

ednaübel
ednaübel
1 Jahr zuvor

Das stimmt so leider nicht ganz.Der Grundsatz der Datensparsamkeit war mal im deutschen Recht verankert, wurde aber abgeschafft und auf europäischer Ebene so noch nie umgesetzt, auch nicht mir der DSGVO – die prinzipiell das Abschnorcheln beliebiger Daten zulässt, solange man sich an die formalen Anforderungen hält.

Insane
Insane
1 Jahr zuvor

Das stimmt so leider nicht ganz. Es wurde 2018 im BDSG mehr oder weniger unter §71 umgesetzt. Nur wird der Name nicht explizit erwähnt. Ich habe unten einen Auszug gepostet.

Joker#22737
Joker#22737
1 Jahr zuvor

Es heißt die App würde diverse Mobil Titel installieren wenn der Nutzer nicht hinsieht.

Zord
Zord
1 Jahr zuvor

DAS kann ich mir wirklich nicht vorstellen

Insane
Insane
1 Jahr zuvor

Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, wie man den Sarkasmus nicht erkennen kann ^^

Zord
Zord
1 Jahr zuvor

Hm, finde den Sarkasmus nicht offensichtlich, vielleicht schon zu oft und zu viele solche Kommentare gelesen die ernst gemeint waren^^

Koronus
Koronus
1 Jahr zuvor

Welchen Sarkasmus? Das ist mir schon passiert. Am Ende hat Playprotect die App runtergelöscht weil es gegen die Richtlinien verstößt.

Wrubbel
Wrubbel
1 Jahr zuvor

„Immerhin ein Gutes hat die App auf jeden Fall. Die Frage „Do you guys not have phones?“ wird man sich auf der BlizzCon 2019 wohl sparen können.“

Köstlich ???? daran musste ich schon beim Lesen der Überschrift denken und fragte mich dann wann die entsprechende Stelle im Artikel kommen würde. Sehr gut Cortyn????????

Thoinar
1 Jahr zuvor

Ich denke eher, dass niemand rechtzeitig zur Presentationsbühne kommt,weil der Support überflutet wird.^^

Koronus
Koronus
1 Jahr zuvor

Ich dachte dabei eher, dass man die Aussage:“You guys have all a phone!“ zu hören bekommt.

Skabeis
Skabeis
1 Jahr zuvor

Die wollen doch nur, dass alle DI testen können wink Ansosnten wohl kaum eine Meldung wert…

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