Nach ESO-Ärger und Pranger-Posts killen zig MMOs ihre „Spyware“

Nachdem es furchtbaren Ärger bei The Elder Scrolls Online um die App „Red Shell“ gab, werfen auch andere Online-Games wie Conan Exiles oder Dead by Daylight die App nun raus. Kritiker sagen, die sei Spyware. Die Erfinder der App fühlen sich ungerecht dargestellt.

Angst vor Datenklau nach Facebook-Skandal

Dumm gelaufen: Anfang des Monats berichteten wir auf Mein-MMO, dass sich der ESO-Chef Matt Firor bei den Spielern entschuldigt hat. Man hätte „aus Versehen“ die App „Red Shell“ aktiviert. Die App ist eigentlich für Marketing-Zwecke gedacht, damit die Anbieter ihr Werbeangebot besser auf die Zielgruppe abstimmen können. Aber in der aktuell durch den Facebook-Datenskandal aufgeheizten Stimmung war das Thema heikel. Kritiker sprechen bei der App von „Spyware.“

Aufschrei nach ESO-Geständnis: Wie das ans Licht kam und dass sich ESO dafür entschuldigte, rief viel Kritik hervor. So mancher unterstellte ESO Absicht. Für die App an sich und ihren Ruf hatte die Aktion wohl katastrophale Folgen.

ESO Summerset Cinematic

Spieler: Keiner will diese App

Widerstand formiert sich: Wie die US-Seite Kotaku berichtet, haben sich in den letzten Wochen Spieler zusammengetan (via reddit), um gegen die Software vorzugehen. Sie bezeichnen „Red Shell“ als Spyware und glauben, viele Software-Firmen hätten die in ihre Games geschmuggelt. Laut ihnen sei Red Shell ein Stück Software, das keiner eingeladen und um das keiner gebeten hat. Red Shell schnüffle auf dem PC rum und suche da nach Daten – gegen den Willen des Nutzers.

An den Pranger: Die Spieler haben Threads auf reddit und Steam eröffnet und die Entwickler von verschiedenen Spielen mit den Vorwürfen konfrontiert.

Dead by Daylight Clown so happy

Dead by Daylight-Entwickler entschuldigen sich – Conan Exiles schmeißt App auch raus

So reagieren Spiele-Entwickler: Mit diesem Druck konfrontiert, beteuern viele Entwickler ihre Unschuld und ihre gute Absicht. So heißt es von Dead by Daylight, man wollte das Tool nur nutzen, um die Effektivität der Werbekampagne zu überprüfen. Man hatte keine Absicht, hier Daten zu sammeln und zu verkaufen. Viele Entwickler sagen auch: Eigentlich wollte man das schon deaktivieren, aber durch einen Fehler sei es noch aktiv oder sehe zumindest aktiv aus.

Aus Image-Gründen: Die Entwickler von Total Ware sagen, man werde die Software jetzt deshalb fallen lassen, weil es schwierig sein, den Spielern zu vermitteln, dass sie nicht in böser Absicht verwendet werde.

TES-Legends-03

Hexenjagd: Es gibt aber auch andere Stimmen. Dire Wolf Digital, die „The Elder Scrolls: Legends“ gemacht haben, sagen etwa, dass Red Shell keine Spyware ist. Das sei ein angsteinflößendes „Lasst und die Hexe verbrennen“-Wort, das durch die Gegend fliege, ohne das viele Infos dranhängen. Red Shell sammle keine persönlichen Daten. Da passiere nichts Übles, das seien nur Daten, die den Entwicklern dabei helfen, zu versehen, wie gut die Werbekampagnen laufen.

App fliegt aus 16 Spielen: Wie Kotaku berichtet, sei die App mittlerweile aus 16 Spielen entfernt worden oder die Entwickler beteuern, sie aus ihren Spielen noch zu entfernen. Darunter Games wie:

  • The Elder Scrolls Online
  • Conan Exiles (via Funcom-Forum)
  • Hunt: Showdown
  • Battlerite
  • Warhammer Vermintide 2
  • Magic The Gathering: Arena
  • und Secret World Legends (via Reddit-TSW)

Bei den Spielen läuft es noch: Es gibt aber laut Berichten der Community noch immer viele Spiele, die auf Red Shell setzen (via PCGamer). Darunter:

  • Civilization VI
  • Kerbal Space Program
  • Guardians of Ember
  • Warhammer 40k Eternal Crusade
  • SoulWorker
Conan Exiles Screenshot Conan mit Tänzern in Sepermeru

So reagiert Red Shell: Die Erfinder der App zeigen sich von der Entwicklung enttäuscht. Sie beteuern, man habe nie Daten verkauft. Sie wären selbst Gamer und wollten mit Entwicklern zusammenarbeiten, um denen dabei zu helfen, ihre Communitys zu unterstützen. Man habe nur das Minimum an Daten gesammelt, um diese Aufgabe zu erfüllen.

ESO-Entwickler patchen aus Versehen „Spyware“ ins MMORPG
Quelle(n): kotaku, pcgamer
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schaican
schaican
2 Jahre zuvor

Red Shell sammle keine persönlichen Daten. Da passiere nichts Übles, das
seien nur Daten, die den Entwicklern dabei helfen, zu versehen, wie gut
die Werbekampagnen laufen.

wie gut Werbekampagnen laufen?
hm das sieht mann also nicht an den Verkaufszahlen des beworbenen Spiels allein

Nora mon
Nora mon
2 Jahre zuvor

Am besten sind die Hexenjagt Stimmensammlungen der Kopierschutzumgeher auf den Videoplattformen, da werden Unterschriften gesammelt damit unsere Abgeordneten gegen das Gesetz stimmen dann schaut man sich mal an welcher unser Vertreter dafür sind… einer Wow.

Nora mon
Nora mon
2 Jahre zuvor

Bei 90% der Spiel frag ich mich: Welche Werbung sollte daüberprüft werden?

Traxx
Traxx
2 Jahre zuvor

wer dinge verheimlicht braucht sich nicht wunder das der Gruch des Betrugs dran hängt.
find ich voll in Ordnung, ich brauch keine reudige personalisierte Werbung
weil sie das nicht für mich machen sondern nur für mein Geld.
alles intransparente sollte verboten werden!

doc
doc
2 Jahre zuvor

Haben diese Firmen denn etwas verheimlicht?
Die Firmen gingen im Nachhinein damit um.

Als „Spysoftware“ würde ich „Red Shell“ auch nicht sehen, mehr ein Sammeltool für Statistiken und sowas machen schlicht alle Firmen (nicht nur für Spiele). Ist ja auch sinnvoll für jedes Marketingabteilung, um bestimmte Trends etc zu beobachten.

Insane
Insane
2 Jahre zuvor

Dieses unreflektierte Dramatisieren ist schon recht belastend. Wie viele Videos und Artikel gab es zum Thema DSGVO und Fotografen: „Dürfen wir jetzt NIEwieder Fotos machen?“ – ja, richtig – ihr dürft nie wieder fotografieren, so wirds sein. -> Kopf, Tisch.

Domenik Heimes
Domenik Heimes
2 Jahre zuvor

Ja genau und wir dürfen alle nicht mehr von der Polizei geblitzt werden. Ich habe nämlich nirgendswo unterschrieben das sie ein Bild von mir machen dürfen wenn ich zu schnell fahre und das gesetz damit breche *lach*

Domenik Heimes
Domenik Heimes
2 Jahre zuvor

„Die Erfinder der App zeigen sich von der Entwicklung enttäuscht. Sie
beteuern, man habe nie Daten verkauft. Sie wären selbst Gamer und
wollten mit Entwicklern zusammenarbeiten, um denen dabei zu helfen, ihre
Communitys zu unterstützen. Man habe nur das Minimum an Daten
gesammelt, um diese Aufgabe zu erfüllen.“

Das kann ja alles wirklich so sein und vermutlich wird in diesem fall wirklich nur eine gute Absicht verfolgt. Das problem was ich dabei sehe und wieso vermutlich 80% der leute so aggresiv darauf reagieren ist vermutlich der, dass es im hintergrund im geheimen ablief und keine ein Wort darüber verloren hat und niemand darauf hingewiesen wurde (abgesehen vermutlich irgendwo in den 600Seiten der AGB´s die sich natürlich jeder durch liest bevor er sein lang erwartetes Spiel startet).

schaican
schaican
2 Jahre zuvor

das ganze erinnert mich etwas an den BF3 Release mit der gleichzeitigen Origin-Einführung
schon bei der Origin-installation fragte mich mein Virenschutz was diese „software“
in meinem verschlüsseltem Onlinebanking-Ordner zu suchen hätte

EA konnte sich das auf Nachfrage auch nicht erklären

einfache Lösung für mich, alles was mit solcher „Software“ bestückt ist kommt nicht auf die Platte egal was oder vom wem es ist.

Visterface
Visterface
2 Jahre zuvor

Eine Hexenjagd nach der anderen aber wenns um wirklich wichtige Sachen geht wie dem Leistungsrecht und den gerade verabschiedetem Artikel 11 und 13 kümmert sich keine Sau darum.

DeadEye
DeadEye
2 Jahre zuvor

Kann ich nur zustimmen kaum Medien haben berichtet und jetzt ist das Geschrei groß,aber abwarten was die Zukunft bringt vlt.hat man die Chance noch etwas zu tuen.

Domenik Heimes
Domenik Heimes
2 Jahre zuvor

Mal wieder ein ätzende Gesetzänderung wärend einer WM ….

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