Black Desert: Ersteindruck Beta – Vollwertkost aus Fernost

Das koreanische MMORPG Black Desert ist in einer ersten Geschlossenen Beta hier bei uns im Westen. Wie ist der Ersteindruck?

Black Desert und ich haben auf dem falschen Fuß angefangen. Gleich, als die Beta live ging, hab ich vor der Arbeit gedacht: Spielst mal ein halbes Stündchen, hast ja lange genug drauf gewartet.

Das beste Billig-Spiel aller Zeiten?

Die Charaktererstellung war ziemlich genauso, wie ich es mir vorgestellt hatte: Will ich wirklich lila Koteletten oder einen überproportional dicken rechten Oberschenkel? Aber in den ersten Minuten fremdelte ich gleich doppelt mit Black Desert. Bin nach 3 Minuten schon an zwei große „Urks“-Punkte gestoßen.

Zum einen ist der Questgeber, der mich begleitet, eine schwarze Wolke mit roten Augen, der in einer koreanischen Sing-Sang-Kinderstimme mit mir spricht, sodass ich Zahnschmerze kriege … und zum zweiten gibt es in Black Desert ein „Autorun zur nächsten Quest“-Feature. Da hat mich meine bisherige Erfahrung so gepolt, dass ich das automatisch mit „miesen, billigen Asia-MMOs“ in Verbindung bringe.

Black Desert Dämon

Die Grafik und der Sound im Spiel kamen mir aber von Anfang an hochwertig und wirklich gut vor. Sollte ich also das beste Billig-Asia-MMO aller Zeiten vor mir haben?

Die erste halbe Stunde Black Desert wurde nachträglich gelöscht

Na ja, mit Autorun und meiner langjährigen MMO-Routine aus Hirn-abschalten-und-Metzeln erledigte ich schnell die ersten Quests und dezimierte das typische Kropp-Zeug: Von einem Käfer arbeitete ich mich zu einem Wiesel, Fuchs und Wolf vor!

Dabei fand ich das Kampfsystem angenehm intuitiv und schnell. Meine erste halbe Stunde Black Desert endete dann damit, dass ich auf einem Feld mit 400 anderen Spielern darauf wartete, endlich Imps zu erwischen, die ich für eine Quest brauchte: So eine typische Flaschenhals-Quest, die total überfarmt war.

Black Desert Blader

Da loggte ich dann doch lieber aus, um den Fans eines gewissen MMO-Shooters die erste News des Tages zu servieren … die zittern sonst immer so, wenn sie nicht ihren Schuss bekommen.

Als ich am Abend dann wieder einloggte, erwartete mich eine Überraschung. Mein Riese, mein Held, war einfach verschwunden und ließ sich auch durch intensives Rufen und wiederholtes „Am-selben-Ort- gucken“, nicht wieder auftreiben: Ich musste also noch mal von vorne beginnen und hab seitdem jedes Mal, wenn ich auslogge, einen kleinen Panikanfall.

Black Desert – Ein Spiel, um sich Zeit zu lassen

Im Laufe des Wochenendes habe ich dann noch öfter in Black Desert eingeloggt und bin keinen Problemen mehr begegnet, stattdessen hat sich das Spiel von einer sehr interessanten Seite gezeigt. Im Gegensatz zu „Blade and Soul“, in das man sofort hineinfindet, erfordert Black Desert durch einige Besonderheiten in der Spielmechanik schon, dass man es „langsamer“ und „aufmerksamer“ spielt. Während ich etwa bei „Skyforge“ nach 20 Minuten das Gefühl hatte, in einem Ort zu sein, den ich kenne und verstehe, habe ich das Gefühl in Black Desert nach 8, 9 Stunden noch nicht. Sondern es bleibt eine fremde Welt, die mich mit neuen Spiel-Mechaniken und Ideen überraschen kann.

Es ist ein Spiel, dem ich im Moment alles zutraue. Interessante Erfahrung mal wieder – das letzte Mal hatte ich sowas bei ArcheAge vor anderthalb Jahren.

Black Desert Model 3

Indem man mit NPCs „spricht“, durch eine Art Mini-Game, kann man etwa neue Quests freischalten. Überall geht es um „Knowledge“ von Rezepten, Orten, Gegnern, Geheimnissen – dieses Wissen häuft man an, indem man irgendwo hingeht oder mit Leuten spricht oder etwas herstellt. Das Crafting-System, in das ich nur hereinschauen konnte, wirkt echt interessant. Und die Kämpfe sind bislang wirklich „befriedigend“, da man die Macht des eigenen Charakters spürt.

Besonders angenehm finde ich den „Einlogg-Schirm“, der einen mit Informationen über NPCs, die man kennengelernt hat, versorgt. Außerdem gibt’s noch einen tollen und übersichtlichen Blick auf die Gegend, in der man gerade ist, gewährt. Dazu gibt’s noch tolle Musik – das hat wirklich was! Und wie gesagt … das Kampfsystem, gerade gegen mehrere Gegner.

Insgesamt kommt mir Black Desert in den ersten Tagen fremdartig, interessant und absolut hochwertig vor. Es ist also kein „Billig-Spiel“, trotz Quest-Autorun, sondern wirkt für mich wie Vollwertkost aus Fernost. Ich freu mich schon drauf, zum Start deutlich mehr Zeit mit dem Spiel zu verbringen und hinter die Spiel-Mechanik zu schauen.

Wie war Eure erste Begegnung mit Black Desert?


In diesem Preview haben wir Black Desert einmal ausführlich vorgestellt – es gehört zu unseren aussichtsreichsten MMORPGs für 2015 und 2016 – und dürfte das dritte der fünf werden, das hier im Westen auch wirklich erscheint.

 

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