Was ist eigentlich mit dem MMO, das wie GTA 5 sein wollte?

Das MMO RAW wollte eine Art GTA 5 in einer riesigen Onlinewelt werden. Doch nach einer missglückten Kickstarter-Kampagne wurde es still um das Spiel. Wie steht es Anfang 2020 um RAW?

Was ist RAW? Es handelt sich um ein GTA-ähnliches MMO von einem deutschen Indie-Entwicklerstudio namens Killerwhale Games. Im Grunde sollt ihr in einer Sandbox leben, die euch jede Menge Möglichkeiten gibt, euch auf vielfältige Weise auszutoben.

  • Ihr könnt Land kaufen und dort Häuser errichten. Es ist sogar möglich, Inseln zu kaufen
  • Ihr dürft auch Ladengeschäfte eröffnen und dort Produkte an andere Spieler verkaufen
  • Generell soll RAW an das echte Leben erinnern. Ihr müsst arbeiten gehen, euren Lebensunterhalt verdienen und mit dem Geld eure Wohnung oder euer Haus ausbauen
  • Ihr könnt sogar Aufträge anderer Spielern annehmen. Beispielsweise, um Waren mit dem LKW von A nach B zu transportieren
  • Wenn ihr möchtet, dürft ihr Bürgermeister einer Stadt werden
  • Es ist sogar möglich, Gangster zu sein und Raubüberfälle zu planen

Schon Ärger mit der Kickstarter-Kampagne

Was ist passiert? RAW sollte vergangenen Sommer über eine Kickstarter-Kampagne finanziert werden. Es kamen sogar 171.700 Euro von rund 4.000 Unterstützern zusammen (gewünscht waren 70.000 Euro), bevor Kickstarter die Kampagne vorzeitig beendete. Die Kampagne wäre aber eigentlich erfolgreich gewesen, das Interesse das Spieler war da. Durch den Abbruch erhielten die Entwickler aber kein Geld.

Angeblich verstieß die Kampagne gegen die Nutzerregeln. Das Team hinter dem Spiel zeigte sich davon völlig überrumpelt, da es keinerlei Vorwarnung und zunächst auch keine wirkliche Begründung von Kickstarter gab.

Später hieß es dann, dass die Kampagne eingestellt wurde, weil die Entwickler noch während dieser erklärten, mit dem eingenommenen Geld das Spiel nicht fertigstellen zu können. Kickstarter setzt aber voraus, dass Projekte mit den Einnahmen beendet werden können. Darüber hinaus kam es zu einigen Beschwerden über das Projekt.

RAW-MMORPG-Streit
Ein Bild aus dem Kickstarter-Trailer, der dem Studio das gewünschte Geld eigentlich eingespielt hätte.

Warum gab es Beschwerden? Es kamen Zweifel auf, ob ein kleines Indie-Studio mit so wenig Geld ein derart komplexes und umfangreiches Projekt stemmen könnte. Ungereimtheiten beim Impressum ließen die Unterstützer skeptisch werden.

Als dann noch ein ziemlich böser Brief der Entwickler auf einen Besuch der PC-Games-Redaktion am Haus des Studios folgte, häuften sich die Beschwerden weiter.

Zudem zeigte der Trailer gekaufte Assets der Seite Turbosquid, die aber eigentlich nicht für Spiele mit virtuellen Welten benutzt werden dürfen.

Wie steht es aktuell um das MMO? Nach dem vorzeitigen Ende der Kickstarter-Kampagne erklärten die Entwickler, nun eine Finanzierung über die Crowdfunding-Plattform Indiegogo vorzubereiten. Doch gestartet ist diese bisher nicht.

Es gibt momentan kein Lebenszeichen von RAW. Die Website ist allerdings noch aktiv. Aus der Community hört man einige böse Worte und die Betrugsvorwürfe werden nicht leiser.

Es herrscht Funkstille

Das ist zuletzt passiert: Ende Oktober des vergangenen Jahres startete ein Discord-Kanal, zu dem die Entwickler Fans einluden. Doch weitere Informationen zum Spiel gab es bisher nicht.

Auch auf Fragen der Community wird nicht reagiert, wie man auf Twitter sehen kann. Die Facebook-Seite von Killerwhale Games wurde seit dem 18. Juli nicht mehr aktualisiert.

Wo liegen die großen Probleme? Das Projekt scheint für ein kleines Indie-Team mit wenig finanziellen Mitteln zu groß zu sein. Dies gepaart mit dem Umstand, dass Kickstarter die Kampagne einstellt und weil Betrugsvorwürfe aufkamen, zeichnet aktuell kein besonders gutes Bild, was die Entwicklung von RAW angeht.

Die Funkstille der Entwickler trägt dazu bei, dass sich die Emotionen weiter hochschaukeln. Es wäre wichtig, dass sich das Team mal zur aktuellen Situation äußert.

Raw-MMORPG

So geht es weiter: Das ist momentan sehr schwer zu sagen. Es ist durchaus denkbar, dass die Entwickler heimlich, still und leise weiter an RAW arbeiten, um irgendwann etwas zu zeigen, was alle aus den Socken haut. Ohne eine Finanzierung erscheint dies aber unwahrscheinlich.

Genauso ist aber auch möglich, dass das Projekt nach allem, was passiert ist, eingestellt wurde. Aufgrund der Funkstille sollte man sich keine allzu großen Hoffnungen machen, noch mal etwas von RAW zu hören. Doch wer weiß, vielleicht erwartet uns auch eine Überraschung…

Ich sage voraus: Diese 6 MMOs sterben 2020
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Quelle(n): KickstarterTwitterFacebook
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Ronny
1 Monat zuvor

Das kann halt nicht jeder wie Rockstar Games 😂

Evels
Evels
1 Monat zuvor

Erinnert mich an Die Höhle der Löwen ode Shark Tank,wenn da irgendwelche Leute mit ihren ach so mega geilen Produkten ankommen (nicht selten irgendwelche 0815 Apps) und dann meinen,die seien mehrere Millionen Wert,davon allein 10% Firmenanteil 10 Millionen $/€ obwohl es völliger Müll ist und (ein richtiger) Businessplan ? Was ist das ? lol

chack
1 Monat zuvor

Einfach zuviele Betrüger auf Kickstarter unterwegs, wer da heute was investiert, muss sich im klaren sein das er womöglich sein Geld zum Fenster raus geworfen hat.

ratzeputz
1 Monat zuvor

Das einzige, was ich grundsätzlich nicht verwerflich finde ist, dass man gekaufte Assets verwendet.
Den Fakt, dass diese gar nicht hätten verwendet werden dürfen mal außen vor … aber grundsätzlich empfinde ich das nicht als schlimm.
Wir arbeiten auch gerade zu 4t an einem Spiel, gehen alle Vollzeit arbeiten und nur eine aus unserem Team ist Fit mit Blender und dem ganzen Kram. Würde die alle Modelle, die wir im Spiel haben wollen, selbst machen müssen, wären wir in 30 Jahren nicht fertig grin
Wenn es da wirklich schöne Assets gibt, die zum Stil passen und genau das erfüllen, was man im Spiel „darstellen“ will … ist doch OK.
Dafür gibt es ja die Asset Stores smile

Abgesehen davon, zeigt dieses Beispiel wieder ganz klar, wie viel Risiko hinter Kickstarter steckt. Man muss halt wirklich damit rechnen, dass man seine investierte Kohle nie wieder sieht und das Endprodukt nie, oder nicht mal im Ansatz wie versprochen geliefert wird.

IchhassePvP
1 Monat zuvor

Risikoinvestment!

Mehr sage ich dazu nicht.

ratzeputz
1 Monat zuvor

Absolut richtig. Im schlimmsten Fall bekommt man weder was für sein Geld, noch selbiges zurück … deswegen ja Risikoinvestment

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