Twitch-Bann als Urlaub für Streamer – Der ewige Grind für den großen Erfolg und seine Probleme

Twitch-Bann als Urlaub für Streamer – Der ewige Grind für den großen Erfolg und seine Probleme

Erfolgreiche, große Streamer auf Twitch oder YouTube sind mehrere Male die Woche für einige Stunden live. Viele von ihnen sind irgendwann so tief im Grind, dass nur ein Bann ihnen den längst nötigen Urlaub verschafft. Für große Streamer sei das allerdings gar nicht so wild, sondern sogar lukrativ. Manche vermuten, dass sie ihre temporären Sperrungen sogar absichtlich herbeiführten.

Damals fingen viele Leute an zu streamen, da es ihnen Spaß brachte, das große Geld gab es damit noch nicht zu holen. Heutzutage sind zahlreiche Streamer selbstständig und verdienen teilweise Millionen.

Stellenweise wird das Streamen sogar als Karriereweg angesehen und Schüler streben an, großer Influencer, top YouTuber oder Streamer zu werden, ohne zu ahnen, was da überhaupt dahintersteckt.

Ein täglicher Online-Zwang steht bevor, etliche Stunden und Tage, die man aktiv im Internet, sozialen Medien und Twitch oder YouTube unterwegs sein muss. Selbst dann ist es schwer in der Masse aufzufallen und hohe Beträge damit zu verdienen. Fortnite-Streamer Ninja berichtete sogar, dass er der Sklave seines Streams war.

Eine wichtige Einnahmequelle auf Twitch ist Twitch Prime – erfahrt alles dazu in unserem Video:

Prime Gaming, das Geheimnis hinter dem Erfolg von Twitch

Twitch-Bann als lukrative Methode und bezahlter Urlaub

Welche Vorteile hat wohl eine Sperrung? Die Twitch-Streamerin Amouranth wurde des Öfteren gebannt und äußerte bei einer dieser Sperrungen, dass sie dadurch mehr Zeit für OnlyFans habe. Die Sperrung störe sie nicht. Sie könne mehr Inhalte für die Plattform produzieren und bekomme gleichzeitig auch deutlich mehr Abonnenten hinzu.

Auch Alinity wurde aus Versehen wegen Verstoß gegen die Richtlinien bezüglich sexueller Inhalte gesperrt. Sie meinte dazu: „Es ist ein netter Urlaub (…) und kostenlose Werbung (…) (via Dexerto)“.

Der YouTuber und Streamer itmeJP sagte ebenfalls auf Twitter, dass die Sperrungen sogar eher Erfolg einbringen und einen zusätzlichen Urlaub für die Content-Creator darstellen. Er schrieb:

Es ist wirklich seltsam, ein Streamer mit irgendeiner Menge von Erfolg zu sein und temporär gebannt zu werden. Meistens wird die Sperre als Urlaub gesehen und wenn der Bann aufgehoben ist, werden sie mit einem riesigen ersten Stream und einer Menge Abos/Spenden/was auch immer begrüßt. Nicht sicher, wie man es löst.

Ist ein Bann also gezielt? Einige aus der Community vermuten also, dass manche Streamer ihren Bann absichtlich herbeiführen, um davon zu profitieren oder eine Pause zu erhalten. Ein berühmtes Beispiel ist dafür der Toiletten-Vorfall von DrDisrespect. Während eines Livestreams von der E3 ging der Doc auf die Toilette und nahm seine Zuschauer dabei mit.

Als Folge wurde er von Twitch gebannt, erhielt dadurch aber massig Aufmerksamkeit und sein Channel wuchs. Viele meinen, dass er das absichtlich tat.

In den Jahren 2020 bis 2022 wurde seitens der Community oft von einem „bezahlten Urlaub“ gesprochen, wenn Streamer gebannt wurden. Der Twitch-Streamer shroud meinte ebenfalls, dass gerade die Großen auf der Plattform nichts zu befürchten hätten und betitelte es als „best case scenario“ (via Dexerto).

Es wäre ein gezwungener Urlaub, wenn es kein permanenter Bann sei. Nachdem man die Strafe abgesessen habe, könne man zurück zur Arbeit gehen.

Die Zuschauer vermissen ihren Lieblingsstreamer in der Regel und feiern, wenn er zurückkehrt. Nicht selten werden dabei massig Spenden und Abonnenten gesammelt.

Bann von Twitch als nötiger, gezwungener Urlaub

Ein Bann seitens Twitch ist normalerweise für die meisten Streamer ungewollt oder überraschend. Manche berichteten danach oder währenddessen aber, dass es wie ein Urlaub für sie war, den sie dringend benötigten.

Als sodapoppin für 2 Wochen gebannt wurde, erzählte er, dass er zwar dagegen vorgehen konnte, es jedoch nicht tat und es als Urlaub sah.

Der ewige Kreislauf von schlafen, essen und streamen konnte nur durch eine Sperrung unterbrochen werden.

Die Probleme des Grinds zum Erfolg

Warum kann ein Urlaub nötig sein? Durch den ständigen Vergleich, Abo- und Followerzahlen entsteht ein zusätzlicher Druck für Content-Creator. YouTube und Twitch lassen sie in einer Übersicht stets wissen, wie erfolgreich oder eben schlecht das letzte Video oder der letzte Stream ankam.

Viele bauen sich dadurch Druck auf, fragen sich, warum manche Dinge besser performen als andere und suchen den Fehler meist bei sich selbst. Nicht wenige driften dabei in Depressionen, den Burnout oder die Alkoholsucht ab.

Der Grind sei riskant, sagte auch einer der größten Streamer Deutschlands: MontanaBlack. Er erzählte, dass er keinen Blick mehr für wichtige Dinge wie Freunde und Familie hatte. Er sah nur noch das Streamen und hatte quasi einen „Tunnelblick“. Dies änderte er und ist derzeit nur noch live „wenn er es fühlt“.

Auch der erfolgreiche Twitch-Streamer DansGaming berichtet von ähnlichen Erfahrungen und meinte, dass er für das Streamen sämtliche soziale Kontakte abbrach.

Weiterhin ging es beim Streamer sodapoppin so weit, dass er eine Aufmerksamkeits-Droge nahm, um sich fit zu halten und weiterstreamen zu können. Er verzichtete sogar auf Nahrung und viel Schlaf, da das Medikament Appetit und Müdigkeit unterdrückte.

Außerdem nehmen Influencer automatisch die Rolle eines Vorbildes ein. Viele Minderjährige tummeln sich in den sozialen Medien, dauernd wird von den Content-Creatoren verlangt, dass sie sich dementsprechend angemessen verhalten. Das stößt manchen von ihnen bitter auf, da sie nur das machen möchten, was ihnen Spaß macht und nicht die Kinder von anderen Menschen erziehen.

Auch Kalle Koschinsky berichtete darüber, dass er durch die ewige Content-Produktion am Ende sei und eine Pause benötige. Erfahrt alles dazu auf MeinMMO:

Twitch frisst seine Kinder – Ein deutscher Streamer sagt „Mich macht das kaputt“

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Charmin Flaschet

Oder man nutzt den Ban, um schnell und unkompliziert aus dem Partnerschaftsvertrag auszusteigen – und die darum (stets) entstehende Aufmerksamkeit zu nutzen, siehe hier, um anzukündigen wo man demnächst unterwegs sein wird.

Siehe USA und DMCA violations – und die „doofen“ Streamer, die Urheberrechtsverletzungen mit einer Watchparty begehen.

McPhil

Rechtfertigt ein Bann dass man einfach so aus dem Partnervertrag rauskann und z. B. bei Youtube anfängt?

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