Twitch-Streamer meint: Entwickler tun nicht genug gegen Sexismus, „müssen Spiele besser moderieren“

Twitch-Streamer meint: Entwickler tun nicht genug gegen Sexismus, „müssen Spiele besser moderieren“

Der bekannte Twitch-Streamer MonteCristo hat sich in einem Stream mit Kollegen zum Thema Sexismus geäußert. Dabei kritisiert er, dass Entwickler häufig zu wenige oder die falschen Maßnahmen ergreifen, um Sexismus zu bekämpfen.

Wer ist das? Christopher „MonteCristo“ Mykles (33) gilt als einer der ehemals besten Overwatch-Spieler der Welt. Er war zum Start der Overwatch League ein Caster dort. Für viele war er „das Gesicht“ von Overwatch.

MonteCristo ist im US-Esport seit vielen Jahren eine bekannte Größe und hat sich schon bei Warcraft 3 einen Namen gemacht, war sogar später in LoL als Kommentator aktiv. Seine Arbeit als Caster zusammen mit seinen Partnern galt bei der Overwatch League als erstklassig. Mittlerweile ist er für die CS:GO League Flashpoint tätig.

Kurz: MonteCristo hat viel von der Gaming-Welt und vor allem vom Esport gesehen. In einem Livestream von The Four Horsemen sprach er mit seinen Kollegen Duncan „Thorin“ Shields und Richard Lewis.

Darin ging es um Esport-Turniere für Frauen und warum das in MonteCristos Augen nicht reichen wird, um Sexismus im Gaming zu bekämpfen.

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MonteCristo meint: Entwickler bekämpfen die grundlegenden Probleme nicht

Das ist in seinen Augen das Problem: MonteCristo sieht Esport-Turniere für Frauen eher kritisch. Nicht wegen der Sache an sich, sondern weil es seiner Auffassung nach nicht viel an der eigentlichen Problematik ändert.

Nur, weil es Turniere für Frauen gibt, endet dadurch noch nicht der Sexismus. Er sieht die Schwierigkeiten und vor allem die Verantwortlichkeit bei den Entwicklern, die ihre Spiele aktiv von Sexismus befreien müssten.

Denn nur, weil der Esport-Bereich Gleichberechtigung propagiert, kommen diese Maßnahmen noch längst nicht im Mainstream an. Frauen werden nach wie vor häufig in Chats sexistisch beleidigt oder angegriffen.

Ich habe das Gefühl, dass viele dieser Initiativen nur ein Vorwand sind, um die Tatsache zu verschleiern, dass die Entwickler entweder nicht in der Lage sind oder sich weigern, die Probleme mit der Belästigung im Voice-Chat zu beheben, die Frauen vom Spielen abhalten… […]. Sie fördern diese Programme, weil sie das grundlegende Problem nicht beheben, das darin besteht, dass es für Frauen extrem unattraktiv ist.

Das ist so, als würde man der NBA die Schuld geben, weil eine Frau auf einem Platz in New York City bei einem Basketballspiel belästigt wurde. Das ist eine lächerliche Vorstellung, aber im Grunde ist es das, was wir hier zu lösen versuchen.

Er fordert, dass Entwickler die „verdammte Verantwortung“ übernehmen sollten. Wie er sich das vorstellt, verriet er auf Twitter. Dort schlug er vor, dass die Entwickler ihre Spiele „besser moderieren“ sollen, um derartige Probleme nachhaltiger zu lösen.

Außerdem sollte nicht die Angst vor sinkenden Spielerzahlen als Argument dafür dienen, gegen Spieler vorzugehen, die andere sexistisch beleidigen.

Unter seinem Post erhielt er dafür viel Zustimmung und viele sind der Auffassung, dass nicht konsequent genug gegen die Probleme vorgegangen werde.

Warum ist das so ein großes Thema? Sexismus ist ein ständiger Begleiter in der Spielebranche. Zuletzt gab es massive Skandale rund um Sexismus innerhalb von bekannten Firmen wie Ubisoft oder Activision/Blizzard.

Aber auch bei den Spielern selbst ist das immer wieder ein großes Problem, gerade im Esport-Bereich und auf Twitch.

MonteCristo geht hier aber auf einen wichtigen Punkt ein: Wie weit Sexismus im Gaming verbreitet ist und wie oft das Scheinwerferlicht eher auf bekannte Figuren, Firmen oder den Esport fällt, obwohl es gerade im Mainstream ein alltägliches Problem sein kann.

Hat MonteCristo mit seiner Kritik recht? Sollten die Entwickler selbst aktiver dagegen vorgehen?

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T.M.P.

Muss man nicht an Belästigung von Frauen oder anderen „Minderheiten“ festmachen.
Einige Idioten benehmen sich einfach wie die letzten Affen, das „Thema“ ist dabei oft zweitranging. Die würden dich auch für nen Pickel auf der Stirn flamen wenn gerade nichts anderes zur Hand ist.

Ich würde mir schon sehr wünschen, dass da mal was getan wird.
Leider fällt ja ein Bann als Druckmittel oft weg, weil viele Spiele inzwischen Free 2 Play sind.
Und die Anonymität macht Account- und Spieleübergreifende Massnahmen ja praktisch unmöglich.

Ich bin übrigens immer noch der Meinung, dass eine Frauenliga keinen Sinn macht, da Frauen genauso gut spielen können wie Männer, ist ja nun wirklich kein Kraftsport^^.
Das zu Trennen spricht für mich eher gegen Gleichberechtigung und würde all den Frauen die nicht im Profibereich spielen eh nicht helfen..

Threepwood

Eigentlich benötigt online Gaming inklusive aller Plattformen, auf denen es dargestellt wird, insgesamt eine intensive Phase der pädagogischen Betreuung und Moderation. Betrifft Sexismus, Gewalt, Sprache, Kinder-/ Jugendschutz und Verhalten allgemein.

Einfach hart und konsequent Leute aussortieren und in die Realität befördern, ist machbar und wirkt. Das mag kurzfristig für Geheule sorgen, langfristig würden alle Spiele dank besserer Atmosphäre davon profitieren.

In Leagues etc. sehe ich das nicht. Da prallt der harte Kapitalismus auf Ethik und dieses Duell gewinnt….na Überraschung…..

MathError

Wieso nicht einfach mal paar gemischte Teams. Nicht weil es muss sondern weil es kann. Einfach Frauen und Männer einladen und wer besser ist komm rein. Ich würde die Schuld nicht allein bei den Entwicklern suchen, sondern auch bei denen die diese Teams bauen.

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