Twitch-Streamer verklagt MMORPG, weil sie ihn stumm schalteten

Ein US-Amerikaner und Twitch-Streamer hat die Firma hinter dem MMORPG Runescape verklagt, weil sie ihn stumm geschaltet haben. Er behauptet, das würde seine Bürgerrechte verletzen, denn das Stummschalten schränke seine Meinungsfreiheit ein und diskriminiere ihn.

Das ist der Vorwurf: Ein Mann aus Pennsylvania, Amro Elansari, wurde in einem „nicht näher benannten“ Spiel im März 2019 von der Firma Jagex gemutet, also stumm geschaltet. Es spricht viel dafür, dass es sich bei diesem Spiel um das MMORPG „Old Runescape“ handelt.

Wer in Runescape stummgeschaltet ist, kann weiterspielen und mit anderen Spielern handeln, aber er kann nicht mehr den Chat nutzen.

Der Mann sage, dass diese Stummschaltung sein Bürgerrecht auf freie Meinungsäußerung einschränkt. Er sagt, er habe 2000 Stunden ins Game „Investiert“ und Jagex habe seine Beschwerde über die Stummschaltung abgelehnt, ohne ihm zu sagen, warum genau.

Nun verlangte er vom Gericht, einen Schadensersatz in Höhe, wie die Jury es für angemessen hält, und dass sie die Stummschaltung aufheben.

Runescape-Titel
Runescape ist mittlerweile wieder ein sehr erfolgreiches MMORPG, gerade auf Mobile.

So entschieden die Gerichte: Ein erstes Gericht entschied, dass der Mann seinen Fall einreichen konnte, lehnte ihn dann aber ab. Das Recht auf freie Meinungsäußerung beschränke staatliche Institutionen in ihren Maßnahmen, aber keine privaten Firmen oder Personen.

Der Kläger versuchte es dann noch mal mit einer anderen Richtung. Nun sagte er, Jagex würde ihn diskriminieren. Nach seiner Logik wurde er durch die Stummschaltung „ungleich behandelt“, denn alle anderen seien ja nicht stummgeschaltet worden.

Doch das 2. Gericht entschied, dass nichts in dem Verhalten von Jagex einer Missachtung der Anti-Diskriminierung-Rechte entspricht. Denn die schützten vor Diskriminierung aufgrund von Rasse, Hautfarbe, Religion oder Nationalität. Der Kläger habe nicht angeführt, aus einem dieser Gründe den Zugang zum Spiel von Jagex verloren zu haben.

Alle sprachen über WoW Classic, aber ein noch älteres MMORPG blüht grade auf

Twitch-Streamer gilt als „Serien-Kläger“

Wer ist der Mann? Wie eine Online-Seite aus Pennsylvania berichtet, ist Amro Elansari als Serienkläger bekannt. Allein in den letzten anderthalb Jahren habe der Mann 10 Klagen eingereicht, allein 4 davon im Juli 2019, darunter die Klage gegen Jagex.

So habe Elansari etwa 2016 Berufung eingelegt, nachdem er verhaftet worden war, weil er sich an einer Universität einen Joint angezündet hatte, und das vor einigen Polizisten. Auf Twitter setzt sich Elansari für eine Legalisierung von Marihuana im Staat Pennsylvania ein.

Wie die Seite PCGamesN berichtet ist Amro Elansari außerdem der Twitch Streamer „The420Streamer“. Der hat 3.380 Follower auf Twitch und spielt dort vor allem Runescape. Im letzten Jahr hat er 1405 Stunden im Spiel verbracht, im Schnitt sahen ihm 17 Leute zu (via sullygnome).

Das folgt daraus: Letztlich bleibt hängen: Man kann in einem Videospiel stummgeschaltet werden, ohne dass es die Bürgerrechte verletzt.

RuneScape-Mobile
Seit einigen Jahren ist Runescape wieder im Kommen, gerade auf Mobile.

Oldschool Runescape erlebte 2019 einen großen Aufschwung – ohnehin ist Runescape etwa auf Mobile ein beliebtes MMORPG.

Deutlich erfolgreicher ging vor kurzem eine andere Klage gegen ein MMORPG aus:

Spieler verklagen MMORPG ArcheAge, erhalten 420.000$ Schadenersatz
Autor(in)
Quelle(n): PcGamesNPennlivePCGamer
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Peter
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Bodicore
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