Der Reaction-Streamer Staiy ist 2025 im Rahmen des Deutschen Computerspielpreises für den „Spieler des Jahres“ nominiert: Ein Preis, der das Engagement für Videospiele, die Community oder die Gesellschaft würdigen soll. In einem aktuellen Stream zeigt sich Staiy zwar leidenschaftlich, aber nicht besonnen. Ob die Jury das damit meint, wenn sie ihn dafür lobt, klare Kante zu zeigen?
Das ist die Situation: 2025 ist Staiy für den undotierten Preis als Spieler des Jahres nominiert, der im Rahmen des Deutschen Computerspielpreises vergeben wird.
Die auswählende Jury lobt Staiys „reflektierte und transparente Einblicke“ in die wirtschaftlichen Fragen der Streaming-Branche. Staiy zeige „klare Kante“ (via dcp).
Zudem wird sein Let’s Play in der Hamburger Elbphilharmonie gewürdigt.
HandOfBlood war deutscher Spieler des Jahres im Jahr beim DCP 2022:
Staiy brüllt Zuschauer zusammen, der mit 25 € im Monat investieren will
Das ist Staiy aktuell: In einer Reaktion auf ein Video des Dunklen Parabelritters hat Staiy die Fassung verloren und einen Zuschauer zusammengebrüllt, der andeutete, man könne auch 25 € im Monat zurücklegen und in einen ETF-Sparplan investieren.
Die Aussage brachte Staiy in Wallung. Der beleidigte den Nutzer, dessen Vater und die FDP. Staiy nannte den Nutzer den „Sohn eines Freiers“, empfahl ihm, sein „Drecksmaul“ zu halten und drohte, „ihn in den Uterus“ zurückzutreten. Der Zuschauer sei ein kleiner Bastard.
Den mit leichten Piepsern noch etwas zensierte Wutausbruch könnt ihr euch hier in voller Länge ansehen:
Statement verletzt offenbar Weltanschauung des Streamers
Was empörte Staiy da so? Die Annahme, man könne auch mit wenig Geld am kapitalistischen Wohlstand teilhaben und die Idee, wenn man sich im Leben nur etwas zurückhalte, könne man es zu etwas bringen, läuft gegen die Weltanschauung von Staiy.
Staiy hält solche Aussagen für illusorisch und irreführend. Von John Steinbeck gibt es den Satz, dass der Sozialismus in Amerika nie Fuß fassen konnte, weil die Armen sich in Amerika nicht als ausgebeutet ansehen, sondern als nur zeitweilig in Verlegenheit geratene Millionäre.
Staiy deutet an: Wer sich als nicht wohlhabender Mensch an der Börse beteiligt und glaubt, dort mitspielen und reich werden zu können, gibt sich einer Illusion hin, statt einen anderen Weg zu beschreiten.
Wie sind die Kommentare? Die sind durchaus positiv. Man freut sich offenbar, dass Staiy dieses Mal nicht die Mutter von Leuten beleidigt, sondern deren Väter:
- „Ich liebe es, wenn Staiy gottlos auf Freier geht“
- „Hahaha, ich fand’s geil, lol.“
- „Der Rant über den 25€-Bruder war einfach so dermaßen gottlos.“
Die offene Frage bleibt, ob die Jury für den Preis des „Spieler des Jahres“ genau das gemeint hat, als sie Staiy dafür gelobt hat, „klare Kante zu zeigen.“ Die 5 Kandidaten für Spieler des Jahres 2025 stehen fest, doch einer spielt gar nicht so viel
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“Kandidat für den deutschen Spieler des Jahres schimpft Zuschauer aus”
Also als meine Eltern mich “ausgeschimpft” haben wurde ich nicht als Sohn eines freiers und ähnliches beleidigt.
Das wäre also nach Shurjoka der 2te Streamer, der sich selbst als linksextrem bezeichnet, und diesen Preis bekommt. Ich verstehe nicht wie man solche Menschen, deren Aussagen teils mehr als nur grenzwertig sind, auch noch mit Preisen “legitimieren” kann. Drehen wir den Spieß doch mal gedanklich um. Wie groß wäre wohl der Aufschrei wenn man zb einen Streamer/Youtuber wie Boris von Morgenstern oder Ketzerkirche (wenn diese mal gaming Content machen würden, was die letzten Preisträger bisweilen auch nur rudimentär taten) auch nur nominieren würde?. Den hypothetischen Aufschrei darüber kann ich bis hier hören, und deren Aussagen sind bei weitem nicht so radikal, gewaltaufrufend und rechtlich bedenklich wie das, was dieser Staiy so von sich gab.
Habe Staiy früher eigentlich ganz gern gesehen und es ist mir auch egal wenn er “gottlos auf Mutter” geht wen es die richtigen erwischt und vor allem am besten keine Einzelpersonen. Aber in letzter Zeit ist er einfach meist nur mehr unsympathisch. Sein Verhalten erinnert meist an ein Kleinkind zur Zeit.
Tja, werd ihn auch nicht vermissen.
Ich bin der Meinung das die ganz bewusst kontroverse Leute für diesen Preis nominieren, weil der Preis halt wirklich komplett irrelevant ist. Ich würde sonst nie davon hören, wenn nicht wegen solcher Leute ab und zu ein Onlineartikel erscheint.
Schon sehr grenzwertig . Mal so eine frage ist das überhaupt erlaubt auf Twitch / YT ? Das war schon echt Menschenverachten / beleidigen . Besonders was haben die Eltern vom Zuschauer damit zutun ?
Wie kann sowas überhaupt Spieler des Jahres zur Wahl stehen? Wäre es ein Einzelfall könnte man vielleicht noch hinweg sehen aber irgendwie bekomme ich Staiy öfters mal so was mit .
Staiy erinnert mich an die Wutbürgern . Er Drift wirklich immer mehr in der Richtung .
Schon sehr grenzwertig . Mal so eine frage ist das überhaupt erlaubt auf Twitch / YT ?
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Nach den Regeln ist das nicht erlaubt. Aber das Problem ist, dass große Streamer auf Twitch eigentlich alles sagen können außer eine kleine Anzahl von bestimmten Schimpfwörtern oder Formulierungen, die sexistisch/rassistisch/homophob sind. Dafür wird gebannt.
Also Asmongold ist praktisch dauernd menschenverachtend, aber das fällt alles unter Meinungsfreiheit, außer dann wirklich der Fall im Nahen Osten.
Was ich so sehe ist, dass Twitch in Deutschland gefühlt gar nicht mehr so richtig die eigenen Regeln durchsetzen möchte, nachdem man bei einigen Gerichtsurteilen jetzt sehr schlecht aussah.
YouTube ist noch mal eine andere Sache. Denen ist gefühlt alles egal. Da gucken dann Algorithmen, ob sie ein Video de-monetarisieren – deshalb werden auch bestimmte Worte so halb gepiept, wobei man natürlich weiter verrsteht, was er sagt. Aber bis da mal etwas gegen den Account passiert, da braucht es schon extreme öffentliche Aufmerksamkeit – so DrDisrespect-Level.
Er reacted noch nichtmal Spiele und wird „Spieler des Jahres“. Die greifen auch jedes Jahr in die …
Parabelritter, war ich Anhänger als er noch Metal Videos gemacht hat, die waren wirklich gut da er Kontakt zu den Musikern hatte. Schade das er die nicht weitergemacht hat. Stayi scheint mir eher so RTL Niveau. Da fragt man sich gleich 2 mal wegen der Nominierung.
25€ im Monat ist tatsächlich ein wenig illusorisch. Es hat halt auch Gründe, warum Sparpläne meist mindestens (je höher, desto besser) das 4fache als Mindest-Ansparrate haben. Und mindesten 100€ im Monat “zur freien Verfügung” zu haben oder “frei machen” zu können, wenn man sich nur anderswo einschränkt… ist für “die Meisten” wahrscheinlich eher nicht wirklich “einfach” zu schaffen, weswegen es dann immer schwierig ist, so etwas als “Empfehlung” (“man kann auch mit 25€ im Monat mit ETFs ansparen”) für jemanden, der nur “wenig” hat auszusprechen.
Klar “kann” man mit 25€ im Monat auch ETFs kaufen, aber damit wird es fast unmöglich, die “Vorteile” von ETFs im Vergleich zu deutlich risikoärmeren und auch weniger “langfristig gedachten” Sparformen zu nutzen.
“Klar “kann” man mit 25€ im Monat auch ETFs kaufen,”
Natürlich, hast ja nochmal korrigiert. 😉
Gibt allerdings teils eine Mindestanlage Summe pro Monat.
“aber damit wird es fast unmöglich, die “Vorteile” von ETFs im Vergleich zu deutlich risikoärmeren und auch weniger “langfristig gedachten” Sparformen zu nutzen.”
Warum sollte es? ETF ist immer besser als 1% Sparbuch.
Außer wenn du Geld schnell brauchst, aber dann bringt dir auch das Sparbuch nichts.
Wenn einer 25 € jetzt anlegt, kann er vielleicht in 3 Jahren, wenn er weiter in seiner Karriere ist, 250 € anlegen – und er hat dann schon mal das Verhalten etabliert, was anzulegen, was ja schon mal gut ist.
Ich denke, Staiy meint im Prinzip sowas wie “Man sollte nicht auf die Narrative reinfallen: “Wenn du auf das bisschen Luxus, das du dir gönnst, verzichtest, dann bringst du es auch zu was” – im Sinne, dass es “an den Leuten im Prekariat selbst liegt, dass sie so wenig Geld haben”, weil es andere tiefere Ursachen hat.
Das ist diese Diskussion “Millennials können sich kein Haus kaufen, weil sie 7 € Starbucks-Kaffee trinken und Avocado-Toast essen” – was halt Quatsch ist.
Das Problem ist, dass er 90 % seiner Energie dafür aufwendet, den Zuschauer runterzuputzen und es ihm nur in 10 % um diesen Aspekt geht (das mit Spotify).
oder weil sie immer Milch zu Hause haben