Roblox ist seit Corona ein großes, soziales Netzwerk für Kinder – Doch diese Gefahren lauern

Roblox hat sich zu einem sozialen Netzwerk für Kinder entwickelt. Doch das ist mit Gefahren verbunden. MeinMMO-Autor Andreas Bertits teilt seine eigenen Erfahrungen mit der Plattform und sprach außerdem mit den Entwicklern und einem Cyberkriminologen.

Auch wenn nicht allzu viel darüber berichtet wird, so gehört Roblox zu den erfolgreichsten Spielen überhaupt. Über 150 Millionen aktive User trugen dazu bei, dass die Plattform einen Wert von rund 30 Milliarden US-Dollar hat (via Finanzen.net).

Roblox spricht besonders Kinder und Jugendliche an und stellt gerade während der Corona-Pandemie eine gute Möglichkeit dar, mit seinen Freunden in Kontakt zu bleiben und gemeinsam Spaß zu haben, wenn dies aufgrund von Kontaktbeschränkungen, Schulschließungen und Lockdowns nicht persönlich möglich ist.

Wie das Marktforschungsunternehmen Nielsen über SuperData bekannt gab, hat es Roblox aufgrund der Corona-Krise 2020 zum dritterfolgreichsten Onlinespiel in Sachen Umsätzen gebracht. Es stellte sogar Fortnite in den Schatten. Laut SuperData liegt dies daran, dass Roblox gerade bei jüngeren Spielern als soziales Netzwerk genutzt wird.

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Der Trailer gibt einen guten Einblick in das, was Roblox ist.

Roblox ist mehr als ein Spiel

Was ist Roblox überhaupt? Roblox startete am 27. Februar 2008 als eine Art Spiele-Baukasten. Optisch erinnert es an eine Mischung aus Lego und Minecraft und richtet sich besonders an jüngere Gamer. Diese können mit dem Baukasten eigene Spiele erschaffen, wobei hier so gut wie alles möglich ist.

Vom Shooter, über Rennspiele, Puzzlespiele, Adventures, RPGs bis zu MMOs, in denen sich viele Spieler treffen und miteinander interagieren können. Die Spiele werden dann den Usern zur Verfügung gestellt, die sie kostenlos nutzen können. Zu den beliebtesten Titeln gehören:

  • Natural Disaster Survival – Ein Survivalspiel
  • Scuba Diving at Quill Lake – Ein Spiel, in dem es gilt bei Tauchgängen Schätze zu bergen
  • Theme Park Tycoon 2 – Ein Aufbauspiel
  • Work at a Pizza Place – Spieler müssen eine Pizzeria managen
  • Murder Mystery 2 – Ein Koop-Horror-Spiel
  • Jailbreak – Ein Spiel im Stil von „Räuber und Gendarm“

Wer seinen Charakter optisch individualisieren oder in manchen Games besondere Pets kaufen möchte, der braucht dazu Robux. Die virtuelle Währung kann für Echtgeld gekauft werden. Es gibt unzählige Spiele auf der Plattform und es kommen immer wieder neue dazu.

Wir schauten uns Roblox genauer an und konnten mit den Entwicklern und einem Cyberkriminologen Gespräche führen. Über die Gefahren, die gerade jüngere Spieler in ihrem eigentlich ersten sozialen Netzwerk erwarten können und worauf die User und die Eltern achten sollten.

Ein soziales Netzwerk für Kinder

In einem Interview sprachen wir mit Laura Higgins, Director of Community Safety and Digital Civility bei der Roblox Corporation über dieses Thema:

Andreas Bertits: Laut Superdata war Roblox das „dritterfolgreichste digitale Spiel des Jahres 2020 in Sachen Umsätzen und übertraf Fortnite dank eines starken mobilen Wachstums“. Dies impliziert, dass die „Plattform ein soziales Netzwerk der Wahl für junge Gamer wurde“. Es könnte sogar die erste soziale Plattform für viele Gamer sein. Wie stellt man eine Online-Umgebung bereit, die besonders für junge Spieler geeignet ist?

Laura Higgins: Wir haben gesehen, wie Roblox während dieser Pandemie dazu beigetragen hat, Menschen aus der ganzen Welt miteinander zu verbinden, und unsere Community hat sich gegenseitig auf vielfältige Weise unterstützt (via Roblox-Blog).

Als wir fast 3.000 Teenager in unserer Community aus der ganzen Welt zu den Auswirkungen von COVID-19 auf ihr Online-Leben und ihre Beziehungen zu Eltern und Freunden befragten (via Roblox-Blog), teilten sie mit, wie sie unsere Plattform nutzen, um mit ihren Freunden in Kontakt zu bleiben und neue Freunde zu finden. Die Mehrheit (62 %) gab an, dass Unterhaltungen mit ihren realen Freunden zu den wichtigsten Aktivitäten gehörten, wenn sie sich auf Roblox trafen. Fast 30 % gaben an, dass sie auch angefangen haben, das Programmieren zu lernen und ihre eigenen Spiele zu bauen.

Wir haben ein strenges Sicherheitssystem – eines der strengsten aller Plattformen (via Roblox-Blog) – und entwickeln unser System kontinuierlich weiter, um eine sichere und anständige Community zu schaffen, in der Millionen von Menschen aus der ganzen Welt gemeinsam lernen, spielen und kreativ sein können. Zum Beispiel filtern wir alle Texte auf der Plattform und ein „menschliches“ Team von über 1.700 Personen arbeitet rund um die Uhr, um unsere Nutzer zu schützen und die Sicherheit in mehreren Sprachen mit einer Kombination aus maschinellem Scannen und manueller Moderation zu überwachen.

Darüber hinaus haben wir Partnerschaften mit über 20 führenden globalen Organisationen, die sich auf Kindersicherheit und Internetsicherheit konzentrieren, wie beispielsweise die USK in Deutschland, WePROTECT Global Alliance, die Internet Watch Foundation (IWF), Fair Play Alliance und kidSAFE. Als Mitglied der USK arbeiten wir eng mit der Organisation zusammen und befolgen ihre Empfehlungen, um sicherzustellen, dass wir die lokalen Vorschriften einhalten und ein sicheres Erlebnis für unsere deutschen Nutzer schaffen.

Andreas Bertits: Belästigungen, Beleidigungen und generell ein „rauer Umgangston“ sind im Internet leider ziemlich verbreitet. Wie sorgen Sie für den Schutz jüngerer Spieler vor toxischen Spielern?

Laura Higgins: Wir arbeiten unermüdlich daran, eine sichere, anständige und vielfältige Community zu schaffen (via Roblox-Blog) und haben keine Toleranz für Inhalte oder Verhalten, die gegen unsere Regeln verstoßen. Wir haben zum Beispiel extrem strenge Chat-Filter, die unangemessene Wörter oder Ausdrücke wie Schimpfwörter oder diskriminierende Sprache blockieren, und wir aktualisieren sie täglich.

Wir ermutigen unsere Benutzer auch aktiv dazu, jegliche Aktivitäten zu melden, die ihnen unangenehm sind oder über die sie sich Sorgen machen: Spieler können Spieler, denen sie begegnen, ganz einfach stumm schalten oder blockieren und unangemessene Inhalte/Verhaltensweisen über unser „Report Abuse“-System melden, das auf der gesamten Website und im Spiel gut sichtbar ist.

Schließlich geht es bei der Online-Sicherheit und der Höflichkeit auch um Aufklärung. Mit unserer Digital Civility Initiative (via Roblox Blog), die einen großen Teil meiner Aufgabe ausmacht, wollen wir Kindern und ihren Eltern die Fähigkeiten und Ressourcen an die Hand geben, die ihnen helfen, sich in einer sich ständig weiterentwickelnden digitalen Landschaft zurechtzufinden.

Wir investieren viel in den Aufbau einer Community, die zu positivem Spiel inspiriert, aber auch in die Weitergabe von Ressourcen an Eltern (via Roblox-Blog), Pädagogen und die gesamte Branche, um Sicherheit und Höflichkeit auf der Roblox-Plattform und darüber hinaus zu fördern.

Was ist Cybergrooming?

Eine große Gefahr in Roblox ist das Cybergrooming: Darunter versteht man, wenn sich Personen im Internet gezielt Menschen aussuchen, um sexuelle Kontakte aufzubauen. Dies passiert in der Regel durch Chats oder Videos.

Es handelt sich um eine besondere Form der sexuellen Belästigung, die bis hin zum sexuellen Missbrauch führen kann. Cybergrooming ist nicht rein auf Minderjährige beschränkt, wobei diese allerdings im Fokus stehen.

Beim Cybergrooming baut der Täter zunächst Vertrauen zu seinem Opfer auf, indem er ihm schmeichelt und sich „heranzieht“ (auf Englisch, „grooming“), zielt jedoch auf einen Missbrauch ab. Oft werden die Opfer erpresst, wodurch sie ihre Erlebnisse für sich behalten. (via Wikipedia)

Andreas Bertits: Es ist möglich, dass Sexualstraftäter auf sozialen Plattformen nach jüngeren Spielern Ausschau halten und deren Unerfahrenheit im Umgang mit dem Internet im Allgemeinen ausnutzen. Gibt es eine Möglichkeit, die Kinder zu schützen oder eine Art von Unterstützung für Eltern, die ihre Kinder auf Ihrer Plattform schützen wollen?

Laura Higgins: Roblox wurde von Anfang an für Kinder und Jugendliche entwickelt, und wir haben die Verantwortung, dafür zu sorgen, dass unsere Spieler sicher lernen, kreieren und spielen können. Das ist nach wie vor unsere wichtigste Priorität und das wird sich auch nie ändern. Standardmäßig haben wir extrem strenge Chat-Filter zum Schutz unserer Community, die unangemessene Inhalte blockieren, einschließlich Fragen zu persönlichen Informationen, und wir verwenden Automatismen, um Inhalte zur weiteren Überprüfung durch unsere Moderatoren zu markieren.

Wir überwachen das Chat-Verhalten, das eindeutig auf einen Versuch hinweist, einen Spieler von unserer Plattform zu anderen, weniger restriktiven Chat-Apps von Drittanbietern zu bringen (via Roblox-Blog). Für Benutzer unter 13 Jahren sind unsere Filter sogar noch strenger, wie beispielsweise das Blockieren jeglicher Verwendung von Nummern und potenziell persönlich identifizierbarer Informationen. Wir erlauben zudem nicht das Versenden von Bildern oder Videos über Chats oder Eins-zu-Eins-Interaktionen zwischen Benutzern.

Aus technologischer Sicht verfolgen wir einen mehrschichtigen Ansatz, der von uns entwickelte Spitzentechnologie, maschinelle Lernlösungen von Drittanbietern und individuelle Regeln für die zu blockierenden Inhalte umfasst, die wir kontinuierlich überprüfen und verbessern. Vor kurzem haben wir auch mit Microsoft an einer Grooming-Erkennungstechnik [Codename „Project Artemis“] zusammengearbeitet, mit der Personen, die versuchen, Kinder zu sexuellen Zwecken zu ködern, erkannt, angesprochen und gemeldet werden können.

Diese Technik ist eine zusätzliche Ebene für unsere eigenen Sicherheitsmaßnahmen, und andere in unserer Branche werden diese Technologie nutzen und davon profitieren können. Schließlich arbeiten wir in jedem Land, in dem wir tätig sind, eng und transparent mit Aufsichtsbehörden und Sicherheitsgruppen zusammen und melden jeden Verdacht auf Ausbeutung von Kindern, Missbrauchsmaterial oder Online-Grooming umgehend an die zuständigen Behörden und arbeiten gewissenhaft mit anderen digitalen Plattformen zusammen, um diese Informationen weiterzugeben, damit sie entsprechende Maßnahmen auf ihren Plattformen ergreifen können.

Aufklärung ist wichtig!

Dass Unternehmen wie die Roblox Corporation hier so umsichtig vorgehen, ist für Eltern natürlich sehr wichtig und eine Erleichterung. Meine Kinder könne bestätigen, dass gerade die Chat-Filter wirklich gut funktionieren. Dennoch ist und bleibt es absolut nötig, dass man Kinder entsprechend sensibilisiert und sie darüber aufklärt, wie es im Internet zugehen kann und was dort passieren kann.

Der Cyberkriminologen Dr. iur. Thomas-Gabriel Rüdiger, M.A. hat ein paar Tipps für Eltern.

Leya Jankowski aus der Chefredaktion von MeinMMO hat mit dem Cyberkriminologen Dr. iur. Thomas-Gabriel Rüdiger, M.A. (der das Thema auch auf seinem Instagram-Account behandelt) gesprochen. Er gibt gerade Eltern noch ein paar sehr wichtige Tipps mit auf den Weg:

Leya Jankowski: Was kann man seinen Kindern mitgeben, worauf sie achten müssen?

Dr. iur. Thomas-Gabriel Rüdiger: Kindern sollte vor allem von den Eltern vermittelt bekommen, dass nur weil sie mit jemandem zusammen online spielen, sie nicht wissen, wer derjenige ist oder welche Absichten er verfolgt. Der Hintergrund ist, dass manche Sexualtäter (Cybergroomer) durch das gemeinsame Spielerlebnis gezielt Vertrauen mit Kindern aufbauen.

Da die Täter in den Spielen selbst, aber meist keine Videos oder Bilder versenden können, versuchen sie die Gespräche mit den Kindern auf Messenger oder andere Plattformen überzuleiten. Daher muss Kindern auch gesagt werden, gebt niemanden im Spiel (aber auch sonst), den ihr nicht persönlich (im Sinne von physisch) kennt eure Handynummer, Wohnanschrift usw… heraus. Eltern sollten auch darüber reden, dass manche Täter den Kindern Game Vorteile (z.B. Währung) – je nach Spiel – bieten, oder mit dem Verlust von Vorteilen (z.B. in Clans oder Gilden) drohen, um sexuelle Handlungen von den Kindern zu erpressen.

Als ein wichtiges Thema erscheint mir auch die Namenswahl bei Kindern, also weder Hinweise aufs Alter und ggf. auch auf das Geschlecht geben. Gleichzeitig sollten sich Kinder, aber auch nicht überall denselben Nutzernamen geben, da sie so nachverfolgbar werden.

Themen wie Betrugshandlungen, Beleidigungen aber auch digitale Hasskriminalität sind zudem letztlich in jedem Spiel mit einer Möglichkeit der Onlinekommunikation ein Thema.

Leya Jankowski: Wo muss ich als Eltern hellhörig werden?

Dr. iur. Thomas-Gabriel Rüdiger: Das ist schwer zu sagen, da viele Erscheinungsformen nach Außen auch Teil eines unkomplizierten Spielens sein können. Wichtig ist dem Kind zu vermitteln keine persönlichen Daten herauszugeben, egal wie gut man in der Gruppe oder mit den Mitspielern zusammen spielt.

Sobald ich höre, dass Mitspieler die Telefonnummern möchten oder das Gespräch über einen Messenger vorschlagen, würde – ich je nach Alter meines Kindes – sensibilisiert sein und mit meinem Kind nochmal über die Risiken reden.

Dass Kinder übrigens nicht zu früh und unvorbereitet ein Smartphone kriegen, aber auch Onlinespiele nutzen sollten, ist hoffentlich selbst erklärend. Man sollte sich hier als Eltern auch nicht an den Altersfreigaben orientieren, bei Onlinegames sind sie meist sogar sehr niedrig und für Kinder ab 0 oder 6 Jahren freigegeben. Besser ist es selbst die Spiele auszuprobieren, oder sich LetsPlay Videos und Co anzuschauen um einen Eindruck vom Game und etwaigen Risiken (Kommunikation, Ingame Käufe, Nutzernamen etc.) zu bekommen.

Leya Jankowski hat zudem ein ausführliches Interview mit Dr. iur. Thomas-Gabriel Rüdiger zum Thema Kriminalität in Online-Games geführt. Das könnt ihr euch in unserem MeinMMO-Podcast anhören:
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Roblox ist für Kinder gedacht, aber Eltern sollten aufpassen

Erfahrungen mit Roblox: Ich habe drei Kinder, die alle sehr gerne Roblox spielen und möchte euch von meinen Erfahrungen mit dem Spiel berichten:

Andreas Bertits MeinMMO Querformat
MeinMMO-Autor Andreas Bertits

Meine drei Mädels (16, 12 und 10) lieben Roblox. Auf der Plattform findet jede etwas, das ihr gefällt, vieles spielen sie auch zusammen. Sie treffen sich online mit Freunden, die sie gerade nicht sehen können, chatten mit ihnen und spielen gemeinsam. Es wurden sogar schon einige neue Online-Freundschaften geschlossen.

Von ihrem Taschengeld kaufen sie sich hin und wieder Robux oder bekommen ein paar zusätzlich, wenn sie Sonderaufgaben im Haushalt übernehmen oder beispielsweise Äpfel im Garten einsammeln. Meine Frau und ich achten darauf, dass sich dies immer in einem angemessenen Rahmen bewegt. Wir verstehen, dass Roblox ihnen Spaß macht und wenn sie dafür einen Teil ihres Geldes ausgeben möchten, dann ist das schon ok.

Meine Frau und ich mussten uns selbst erst mit Roblox auseinandersetzen. Es ist uns wichtig, dass unsere Kinder Freude an dem haben, was sie tun, dabei aber sicher und unbeschwert spielen können. Wir sind keine Helikopter-Eltern, die ihre Kinder ständig überwachen. Aber natürlich achten wir darauf, in welchen Games sie unterwegs sind sowie wie lange und mit wem sie spielen.

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Murder Mystery ist ein sehr beliebtes Roblox-Spiel. Das Video zeigt, dass sehr viele Kinder spielen.

Das gilt sowohl für Onlinegames als auch für ihre Freizeit draußen. Während der Corona-Pandemie ist das Treffen mit Freunden natürlich schwer geworden und da drücken wir mal ein Auge zu, wenn sie ein wenig länger am PC spielen – solange es sich in einem angemessenen Rahmen bewegt.

Als Spiele-Journalist und Gamer, der zudem noch mit einer spielebegeisterten Frau verheiratet ist, stecken wir hier vermutlich deutlich tiefer im Thema drin, als das bei anderen Eltern der Fall ist. Wir möchten unseren Kindern das Spielen keinesfalls verbieten.

Es gehört inzwischen einfach zur Gesellschaft dazu und sowohl meine Frau als auch ich haben in unserer Kindheit und Jugend Videospiele gespielt – warum sollten wir das unseren Kids also nicht erlauben?

Das Internet steckt einfach voller Gefahren für Kinder

Allerdings ist das Internet ein Ort, an dem man einfach vorsichtig sein muss. Unter dem Schutzmantel der Anonymität findet online Mobbing statt, es wird wüst beschimpft und sogar Morddrohungen sind keine Seltenheit. Auch, wenn manche Gamer der Meinung sein mögen, dass ein raues Miteinander „mit dazu gehört“, so stimme ich dem nicht zu.

Es sollte überhaupt keinen Ort geben, weder real noch virtuell, an dem es ok ist, jemandem mit Mord zu drohen oder Personen zu mobben. Ein höfliches und zivilisiertes Miteinander muss stets möglich sein und angestrebt werden. Jeder sollte sich meiner Meinung nach immer fragen, ob er das, was er da schreibt, so auch seinen Eltern schreiben würde. Das gebe ich so auch meinen Kindern mit, damit diese sich ebenfalls anständig benehmen. Allerdings ist mit entsprechenden Individuen leider einfach immer zu rechnen.

Darüber hinaus ist es so, dass Chatrooms oder Onlinespiele dazu missbraucht werden können, dass sich Pädophile an Kinder heranmachen. Gerade, wenn die Kids unerfahren sind und vielleicht ihre erste soziale Plattform ausprobieren, ist es enorm wichtig, dass sie geschützt sind. Hier müssen Eltern einfach aufpassen und mit ihren Kindern darüber sprechen, worauf sie achten müssen. Ebenso stehen die Betreiber von Onlinespielen und Plattformen hier mit in der Pflicht, die User zu schützen.

Gerade in der Corona-Pandemie ist es für Eltern zu einer noch viel größeren Herausforderung geworden, ihre Kinder vor den Abgründen des Internets zu schützen. Ich sehe das selbst an mir. Meine Frau ist examinierte Pflegefachkraft und daher in der heutigen Zeit extrem gefragt. Entsprechend arbeitet sie sehr viel, um ihren Teil zur Bekämpfung der Pandemie beizutragen.

Ich selbst arbeite als Journalist in einem Bereich, der von der Krise glücklicherweise (bisher) noch nicht getroffen wurde. Es wird aktuell sehr viel gespielt, die Leute brauchen in Lockdowns und während Kontaktbeschränkungen einfach Ablenkungen zu Hause und da kommen Videospiele gerade recht.

Meine Frau und ich versuchen also, Job, Homeschooling mit drei Kindern und den Haushalt unter einen Hut zu bringen. Da noch ständig ein Auge drauf zu haben, was die Kids treiben und spielen, ist schlicht unmöglich. Und das möchten wir so auch gar nicht. Wir wollen unsere Kinder nicht ständig überwachen. Wir möchten ihnen Vertrauen entgegenbringen und sie zu Selbstständigkeit und Eigenverantwortung erziehen. Doch dazu müssen wir sie auf die Gefahren aufmerksam machen, die im Internet lauern.

Meine Kinder können jederzeit zu meiner Frau oder zu mir kommen, wenn sie mal ein neues Spiel ausprobieren wollen oder, wenn sie unangenehme Erfahrungen in einem Game gemacht haben. Und ja, das kam durchaus schon vor.

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Roblox macht vielen einfach Spaß und beitet jede Menge lustiger Momente.

Roblox nimmt seine Verantwortung ernst

Alle meine drei Kinder erzählten mir, dass sie in Roblox – und in anderen Spielen – schon hin und wieder beschimpft und beleidigt wurden. Roblox nutzt hier allerdings Filter, um schlimme Schimpfwörter unkenntlich zu machen. Meinen Kids zufolge funktioniert das sogar ziemlich gut. Es ist zwar erkenntlich, wann ein anderer Spieler jemanden beleidigt, nur ist nicht zu sehen, was genau er schreibt.

Besonders befremdlich fand ich allerdings eine Schilderung meiner jüngsten Tochter, 10 Jahre alt. Sie berichtete, dass im Chat ab und zu „Boys“ oder „Girls“ gesucht werden, um sich mit ihnen dann in manchen Roblox-Spielen an bestimmten Stellen zu treffen und private Gespräche zu führen.

Meine Kinder wissen, wie sie sich in solchen Situationen zu verhalten haben. Meine Frau und ich haben mit ihnen gesprochen. Dennoch finden windige Personen immer wieder Möglichkeiten, Sicherheitsvorkehrungen zu umgehen, um sich etwa an Kinder ranzumachen. So etwas sollten Eltern dann umgehend an die zuständigen Mitarbeiter melden!

Roblox Spieler reporten
Es ist wichtig, unangemessenes Verhalten in Roblox zu melden!

Ein kleines Fazit zum Schluss: Abschließend lässt sich sagen, dass Kinder – gerade während der Corona-Krise – Onlinespiele als eine Art Ersatz dafür nutzen, ihre Freunde nicht persönlich treffen zu können. Daher ist es durchaus ok, sie spielen zu lassen, damit sie weiterhin soziale Kontakte haben können.

Doch es ist Vorsicht geboten! Eltern müssen sich mit den Spielen und der Community beschäftigen, mit denen die Kids in Kontakt kommen. Hier sind einfach einige Dinge zu beachten. Darunter, die Kinder zu sensibilisieren und sie auf die Gefahren aufmerksam zu machen. Und Spiele-Hersteller stehen in der Verantwortung, eine sichere und zivilisierte Umgebung für ihre Spieler zu schaffen.

MeinMMO-Redakteurin Leya Jankowski hat bereits vor einiger Zeit mit dem Cyber-Kriminologen Thomas-Gabriel Rüdiger gesprochen. Das Interview könnt ihr hier lesen: Toxisches und kriminelles Verhalten in Online-Games: Was kann man tun?

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Daniel

Besonders befremdlich fand ich allerdings eine Schilderung meiner jüngsten Tochter, 10 Jahre alt. Sie berichtete, dass im Chat ab und zu „Boys“ oder „Girls“ gesucht werden, um sich mit ihnen dann in manchen Roblox-Spielen an bestimmten Stellen zu treffen und private Gespräche zu führen.”

Wenn ich sowas lese, werd ich immer sicherer, das die Anonymität im Internet aufgehoben werden sollte. Ich denke damit werden ganz viele Probleme gelöst.

Danke für den guten Artikel!!

Holzhaut

Guter Artikel!

NeinFalsch

danke für diesen artikel ! kannte roblox nur vom hören sagen.

Leya Jankowski: Was kann man seinen Kindern mitgeben, worauf sie achten müssen?

wenn ich mir kommentare unter anderen artikeln anschaue, die sich mit sexueller belästigung u.ä. beschäftigen, wäre eine upgevotete antwort aus der community:

“wenn man nicht beleidigt, sexuell belästigt, gestalkt, mit dick pics konfrontiert, abgezogen, betrogen, mit dick picks konfrontiert, vollgeflamed, als h*rensohn beschimpft oder eben mit dick pics konfrontiert werden will, sollte man das internet nicht nutzen. so ist das hier nurmal.”

von daher, danke auch für das statement:

Es sollte überhaupt keinen Ort geben, weder real noch virtuell, an dem es ok ist, jemandem mit Mord zu drohen oder Personen zu mobben. Ein höfliches und zivilisiertes Miteinander muss stets möglich sein und angestrebt werden. Jeder sollte sich meiner Meinung nach immer fragen, ob er das, was er da schreibt, so auch seinen Eltern schreiben würde. Das gebe ich so auch meinen Kindern mit, damit diese sich ebenfalls anständig benehmen. Allerdings ist mit entsprechenden Individuen leider einfach immer zu rechnen.

pack ich mir für kommende aussetzer in die zwischenablage 🙂

Zuletzt bearbeitet vor 3 Monaten von NeinFalsch
N0ma

Leute mit Mord zu drohen wäre ok hab ich hier noch nirgends gelesen. Auch das andere genannte auf Kinder bezogen hab ich hier auch nirgends gesehen. Ich weiss nicht was du genau bezweckst. Man sollte seine Kommentare dahin schreiben wo sie hinpassen.

NeinFalsch

dieser kommentar passt hier sehr gut hin, weil der artikel genau das behandelt, was von vielen “als im internet eben gegebenes” thematisiert.

weil genau das die folge ist, wenn man sich damit abfindet, dass es “im internet nun einmal rauer zugeht” und man eben alles, was andere beleidigt, versucht zu relativieren.

ich werde dich in zukunft bei entsprechenden artikeln & kommentaren verlinken.

Zuletzt bearbeitet vor 3 Monaten von NeinFalsch
N0ma

Nein es passt hier nicht rein und wie du auch sehen kannst gibts keinen Kommentar dazu hier. Wenn du das woanders findest dann schreibs da einfach dran.

Leya Jankowski

Bei uns auf MeinMMO wirst du solche Kommentare auch nicht finden. Beziehungsweise nur sehr kurz, weil wir sowas rigoros löschen, die Leute sperren und im Härtefall auch eine Anzeige schalten.

NeinFalsch

kommentare, die darauf hinweisen, dass es im internet in der regel härter zugeht und man sich eben damit arrangieren muss weil es eben so ist bspw. wenn jemand in einem stream nach der farbe der unterwäsche gefragt wird oder wenn jemand gefragt wird, ob man sich nicht auf das gesicht eines anderen setzen möchte usw. usf.

*edit: solche kommentare werden ja gerade von dir, leya, oft “gegenkommentiert” bzw. moderiert. und das find ich auch richtig gut. mir ging es nur darum, dass die, die solche dinge eben sagen/denken/leben, hier sehen können in was das münden kann

Zuletzt bearbeitet vor 3 Monaten von NeinFalsch
Leya Jankowski

Ach so meinst du das, dann hatte ich dich falsch verstanden. Ne, solche Kommentare lassen wir auch stehen, weil es da tatsächlich Meinungen sind. Aber die bekommen oft auch entsprechenden Gegenwind und ja, ich finde es auch wichtig zu zeigen, dass es auch schwere Folgen haben kann. Die gelöschten Kommentare verstoßen dann eindeutig gegen unsere Richtlinien und sollen dann auch nicht so stehen bleiben. In Extremfällen scheuen wir dann auch nicht vor einer Anzeige, das ist aber nur einmal bisher vorgekommen

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