Borderlands 3: Gearbox-Chef greift Gaming-Presse scharf an – Wegen Insider-Bericht

Der Chef von Gearbox, Randy Pitchford, hat die Gaming-Seite Kotaku angegriffen. Die hatten über versprochene Prämien zu Borderlands 3 in einem Insiderbericht geschrieben. Pitchford sagt, das sei alles ganz anders. Er bringt einen Mitarbeiter ins Spiel, der aus seiner Sicht erklärt, wie fair und gut es bei Gearbox zugeht.

Um diesen Bericht geht es: Anfang April hat die US-Seite Kotaku einen Insiderbericht veröffentlicht. Sie hätten mit 6 Mitarbeitern von Gearbox gesprochen. Es gebe Ärger wegen der Bonuszahlungen nach dem Erfolg von Borderlands 3: Die seien niedriger ausgefallen, als eigentlich vorher den Angestellten vermittelt wurde.

So hatten die Mitarbeiter mit hohen 6-stelligen Beträgen gerechnet, wenn Borderlands 3 mal rauskommt und sich der erwartete riesige Erfolg einstellt. Doch Pitchford habe den Mitarbeitern am 31. März 2020 mitgeteilt, dass die Boni nun deutlich geringer ausfallen würden, als erwartet:

Denn Gearbox ist gewachsen, hatte einige Flops zu verkraften und Borderlands 3 war in der Entwicklung teurer als geplant.

Da war weniger vom Fell des Bären zu verteilen, als eigentlich gedacht.

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Pitchford (rechts) präsentierte Borderlands 3 auf der Bühne. Der Kotaku-Bericht zeichnete kein gutes Bild von ihm.

Wie Kotaku schildert, werden Mitarbeiter bei Gearbox schlechter bezahlt als bei anderen Firmen, rechnen aber fest mit diesen hohen Bonuszahlungen.

Der Artikel weckt den Eindruck, dass es bei Gearbox unfair zugeht. So soll sich Pitchford 2016 selbst einen großen Bonus gegönnt haben, während Mitarbeiter jetzt relativ schlecht dastünden. Das hätte Mitarbeiter von Gearbox verärgert, man rechne damit, dass viele die Firma verlassen würden.

Borderlands 3 war zwar ein Erfolg, aber teurer, als gedacht.

Pitchford wehrt sich rabiat gegen Insider-Bericht zu Borderlands 3

So ging das weiter: Der konfliktfreudige Chef von Gearbox, Randy Pitchford, war erst ungewohnt still bei diesem Thema. In den letzten Tagen wurde er auf Twitter aber immer wieder mit den Artikel konfrontiert.

Nutzer posteten einen Link zum Kotaku-Artikel mit der Ansage: Bezahl doch erst mal deine Mitarbeiter richtig.

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Ein Twitter-Nutzer ging PItchford besonders hart an. Der Nutzer sagte Pitchford solle an seinen Millionen ersticken. Er werde niemals verstehen, wie es ist, nur „normal zu verdienen“ und solle sich ins irrelevante Nichts verpissen.

Zu dem Nutzer sagte Pitchford, der „Motherfucker“ wiederum solle sich ins irrelevante Nichts verpissen. Pitchford habe nur 28.000$ im Jahr verdient und in einem kleinen Apartment gewohnt, als er an Duke Nukem 3d gearbeitet hat. Er habe also „unten“ angefangen und wisse wie es ist, „normal zu verdienen.“

Pitchford sagte zudem, der Kotaku Artikel sei extra so aufgezogen, dass sich Leute darüber aufregen, weil das Medium Geld mit dieser Aufregung verdiene. Der Artikel würde Leser „fehlleiten.“ Er sei unzuverlässig.

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Mitarbeiter nimmt Pitchford in Schutz

So soll laut es Pitchford wirklich sein: Pitchford verlinkt einen Bericht von Maxime Babin, einem Game Director bei Gearbox in Quebec. Den nennt Pitchford eine glaubhafte, bestätigte Quelle – während der Artikel von Kotaku nur „anonyme“ Quellen zitiere und nicht vertrauenswürdig sei.

Babin lobt das Prämien-System von Gearbox als transparent, mathematisch und objektiv. Das System erlaube es Mitarbeitern, die Erfolge des ganzen Studios zu ernten.

Er sagt: Den Mitarbeitern waren verschiedene Szenarien gezeigt worden, wie erfolgreich Borderlands 3 wird und wie im jeweiligen Fall die Bonus-Zahlungen aussähen.

Dadurch sei eine „Erwartungs-Lücke“ entstanden, als Borderlands 3 dann nicht die erwarteten Prämien ausspuckte, sondern Pitchford sagte, man müsse die Erwartungen nach unten senken. Diese enttäuschende Nachricht habe Pitchford selbst dem Team mitgeteilt und klar gesagt, was Sache ist. Das rechnet ihm Babin hoch an.

Babin sagt: Zahlen transparent zu machen, sei noch kein Versprechen, dass es auch wirklich so kommt. Außerdem hätten Angestellte schon Prämien bekommen und es würden noch weitere folgen.

Pitchford soll 30% der Firma an Mitarbeiter verteilt haben

Zudem sagt der Mitarbeiter: Pitchford habe vor einigen Monaten 30% der Firma an seine Angestellten übertragen, um sie am Erfolg der Firma zu beteiligen.

Unter dem Artikel von Babin kommentieren andere Gearbox-Mitarbeiter mit Namen und stoßen ins selbe Horn. Man sollte „einige unzufriedene Mitarbeiter“ nicht die Geschichte bestimmten lassen, heißt es dort etwa.

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Zwei Seiten derselben Geschichten

Das steckt dahinter: Die Fakten, die von beiden Quellen geschildert werden, unterschieden sich nicht groß voneinander, aber die Wahrnehmung und Darstellung ist eine andere:

  • Kotaku hat mit „unzufriedenen, anonymen Angestellten“ gesprochen. Die fühlen sich benachteiligt, weil die tatsächlichen Bonus-Zahlungen unter den kommunizierten Erwartungen blieben
  • Die zufriedenen, offen auftretenden Angestellten kommen damit klar, sie haben diese kommunizierten Erwartungen nicht als Versprechen verstanden, sondern als Möglichkeit. Die loben das Prämien-System ausdrücklich und finden es gut, dass Pitchford das so transparent und klar erzählt hat.
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Angeblich wurde der Sprecher des Claptraps von Pitchford einmal drangsaliert.

Randy Pitchford ist eine der schillerndsten Persönlichkeiten in der Gaming-Branche. So kursiert eine Geschichte über ihn, dass er David Eddings, dem früheren Sprecher von Claptrap, einen nassen Finger ins Ohr gesteckt hatte. Ja, Randy Pitchford soll einem erwachsenen Mann einen feuchten Flutschi verpasst haben.

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Bodicore
3 Monate zuvor

Hat jemand von euch schon irgendwo gearbeitet wo die Kollegen nicht rummgemault haben ?

Hatte das Glück noch nie…

MadKiefer
3 Monate zuvor

Das nicht. Aber die Spielebranche (habe gut 11 Jahre darin auf dem Buckel) ist…gelinde gesagt, Scheiße.
WAR mal schön, ohne Witz. Subjektiv seit 2010 den Bach runter gegangen.

Lightningsoul
3 Monate zuvor

Ne, es gibt wohl in jeder Firma irgendwo welche, die egal was passiert, etwas zum Meckern finden.

Ich finde die Gegendarstellung auch nachvollziehbar, da haben einige wohl nicht verstanden was Phase war und einfach damit gerechnet immer die maximalen Bonuszahlungen zu erhalten. Wenn aber ein Chef mal eben so ohne es zu müssen 30% der Firma an seine Mitarbeiter überträgt, kann er so furchtbar gar nicht sein.

Oder gehört hier irgendjemandem 30% an der Firma in der er arbeitet?! eek

Bodicore
3 Monate zuvor

Wie Cool das ist kommt immer auf die Liquidität der Firma an. Wenn die im Minus ist möchte ich lieber keine 30% besitzen XD

Lightningsoul
3 Monate zuvor

Spielt egtl. keine Rolle. Du haftest ja nicht dafür und selbst wenn eine Firma regelmäßig Minus macht, haben die Aktien einen Wert. Siehe die ganzen Startups, die jahrelang ins Minus wirtschaften aber mit zig Milliarden bewertet werden (Zalando bspw.).

Christofer
3 Monate zuvor

Ich seh das ähnlich. Sicherlich gibt es mal krasse crunch phasen und bei jedem Entwickler läuft es anders. Aber grundsätzlich wird zu 90% gemault auch wenns einem garnicht so schlecht geht. ABER: Finde das nicht schlimm, ist quasi die Lobby des kleinen Mannes und wenn der Arbeitgeber den Leuten mehr Zeit und oder Geld gibt es das grundsätzlich schonmal ne nice Sache.

Christofer
3 Monate zuvor

EDIT und bisschen offtopic: ich hab mal im Vertrieb einer Putenschlachterei gearbeitet. Da musste ich direkt an die Leiharbeiter denken die wir von diversen Zeitarbeiter „geliehen“ hatten. Leute da siehts mal aus, das kann sich kein Entwickler vorstellen. Und da wird nicht gemault und die Leute haben auch mal eben niemand der sich für Sie einsetzt, außer kirchliche und soziale Verbände und evtl. Parteien wenn mal wieder Wahlkampf ansteht.

Lightningsoul
3 Monate zuvor

Das ist alles korrekt, aber dennoch sollte man sich miese Arbeitsbedingungen nicht damit schön reden, dass es noch miesere gibt.

Wobei das in diesem Fall ja nicht allzu mies zu sein scheint. wink

Christofer
3 Monate zuvor

da hast du Recht smile

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