Wenn Pen&Paper-Abenteuer ausfallen, dann kann das frustrierend sein. Doch für Fans des Anime Overlord ist das der Grund, warum es die Serie überhaupt gibt.
Anime haben hin und wieder eine kuriose Entstehungsgeschichte. Denn nicht immer ist es unbedingt nur der Fleiß des Autors, der ein Werk hervorbringt – manchmal ist es auch eine Prise Frustration. Das war nämlich bei Overlord der Fall. Der Autor, Kugane Murayama, wollte nämlich eigentlich Pen&Paper mit seinen Freunden spielen.
Doch weil die Sitzungen immer ausgefallen sind, schrieb er in der Zeit stattdessen an Overlord – sowohl Manga als auch die Serie wurden ein riesiger Erfolg.
Pen&Paper-Gruppe kommt nie zusammen – das sorgt für Zeit
Was hat der Autor gesagt? In einem Interview (mypage.syosetsu) vor 8 Jahren erklärte Murayama, wie es überhaupt zu Overlord gekommen sei. Darauf antwortete er:
Einer der Gründe, warum ich mit dem Schreiben angefangen habe, ist der Umstand, dass sich meine [Pen&Paper]-Gruppe nicht mehr regelmäßig getroffen hat. Selbst im Setting von Overlord spielt das RPG eine große Rolle.
An anderer Stelle stellte er noch klar, dass es sich bei diesem Pen&Paper um Dungeons&Dragons handelte. Damit ist im Grunde klar: Wir haben der (etwas unzuverlässigen) Pen&Paper-Truppe von Murayama zu verdanken, dass sowohl die Bücher von Overlord als auch der Anime jemals erschienen sind.
Worum geht es in Overlord? Overlord spielt in der Welt des MMORPG „YGGDRASIL“ – zumindest zu Beginn. Denn das Spiel wird abgeschaltet. Der Spieler mit dem Charakter „Momonga“ loggt sich noch ein letztes Mal ein, um sich in die Gildenhalle seiner „Monstergilde“ zu setzen. Dabei denkt er noch einmal über die vergangenen Abenteuer nach und wartet darauf, dass die Server abgeschaltet werden.
Doch die Zeit verstreicht und … nichts geschieht. Die Spielwelt läuft einfach weiter und die NPCs erwachen plötzlich zu einem Eigenleben. Momonga gibt sich darauf den Namen seiner Gilde „Ainz Ooal Gown“ und plant die Herrschaft über die Spielwelt zu erlangen – mithilfe der Reichtümer seiner Gilde und all den NPCs, die er und seine ehemaligen Mitspieler in den letzten Jahren angesammelt haben.
Wie hat D&D Overlord beeinflusst? Wie stark Overlord von Dungeons&Dragons beeinflusst ist, merkt man im Grunde in nahezu jeder Folge. Das ganze Zauber-System in der Serie basiert auf D&D – sowohl die „Level“ der verschiedenen Zauber als auch eine Vielzahl der Fähigkeiten selbst. Fast alle haben ein Pendant im Pen&Paper oder sind sogar direkt daraus entnommen.
Zwar unterscheiden sich die Level in YGGDRASIL (dem PC-Spiel, mit dem der Protagonist verschmilzt), denn dort lassen sich Level bis Stufe 100 (und eventuell höher) erreichen – bei D&D ist in aller Regel bei epischen Kreaturen ungefähr bei Stufe 30 Schluss.
Overlord zählt, wie viele andere moderne Anime auch, zum sogenannten „Isekai“-Genre, bei dem Charaktere aus der realen Welt in eine Fantasy-Welt versetzt werden und dort dann mit ihrem Wissen und oft besonderen Fähigkeiten Abenteuer erleben. Einige der besten Isekai-Anime haben wir euch hier vorgestellt.
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