6 MMORPGs, auf die sich alle gefreut haben und die dann enttäuschten

6 MMORPGs, auf die sich alle gefreut haben und die dann enttäuschten

Über die vergangenen Dekaden hinweg sind diverse MMORPGs an den Start gegangen, die vor dem Launch einen enormen Hype aufbauen konnten, dann aber bitter enttäuschten. MeinMMO erinnert sich an einige dieser Online-Rollenspiele zurück.

Nachdem World of Warcraft mit seinem unfassbaren Ausnahmeerfolg im Jahr 2004 beziehungsweise 2005 den Startschuss für die Hochphase der MMORPGs abgefeuert hatte, kam es über mehrere Jahre hinweg quasi im Quartalstakt zu spannenden Ankündigungen, Beta-Starts oder Launches neuer Online-Rollenspiele.

Vor allem von 2005 bis 2014 versuchten allerlei Genre-Vertreter ihr Glück, die auf eine namhafte Lizenz setzten und so innerhalb der MMORPG-Community einen enormen Hype generieren konnten. Mit dabei immer wieder die Frage, ob bald ein potenzieller WoW-Killer auf der Bildfläche erscheinen könnte, der das Genre auf ein neues Level bringt.

Doch auf die Vorfreude folgte oft die Enttäuschung. Selbst mit einem großen Team und einem noch größeren Budget ist es fast unmöglich, ein umfangreiches, komplexes MMORPG mit ausreichend Feinschliff und den optimalen Server-Kapazitäten an den Start zu bringen, das genug Umfang für die meisten Spieler im Gepäck hat, Spaß macht und bei dem die ersten Updates bereits fast fertig sind.

Das Ergebnis waren diverse enttäuschende MMORPG-Starts, durch die der jeweilige Hype in kürzester Zeit erstickt wurde, oder Spiele, die es trotz ihrer durchaus vorhandenen Qualitäten nicht schafften, langfristig ausreichend viele Genre-Begeisterte auf die Server zu locken, sodass sie nach wenigen Jahren offline genommen wurden. An einige dieser Fälle erinnert MeinMMO in dieser Liste.

Wer direkt zu einem bestimmten Spiel in der Liste springen möchte, kann das über die Inhaltsangabe tun.

WildStar

Setting: Science-Fiction | Entwickler: Carbine Studios | Release-Datum: 3. Juni 2014 | Eingestellt: 28. November 2018 | Bezahlmodell: Erst Pay2Play, ab 2015 dann Free2Play

Als sich 17 ehemalige Entwickler von Blizzard im Jahr 2005 aufmachten, um unter der Flagge der Carbine Studios ein neues MMORPG für NCsoft zu entwickeln, hatten sie zwar keine namhafte Lizenz für das Projekt am Start, aber eben World of Warcraft in ihrer Vita stehen.

Einer der Trailer zu WildStar:

Als 9 Jahre später WildStar live ging, war schnell klar, dass die Fans keine Revolution des Genres erwartet. Stattdessen gab’s eine Art Best-of-Zusammenstellung von dem, was Themenpark-MMORPGs in der vergangenen Dekade ausgezeichnet hat – knackige Raids für große Schlachtzüge, zahllose Quests und Housing etwa.

Dazu kam der abgedrehte Humor, die kunterbunte Grafik sowie ein recht actionreiches Kampfsystem, bei dem es entscheidend war, den Telegrafen und schweren Attacken der Gegner auszuweichen.

WildStar ist bei der Community-Wahl der besten MMORPGs aller Zeiten auf einem soliden Platz 13 gelandet:

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Wo lagen die Probleme? WildStar kam aufgrund der langen Entwicklungszeit erst am Ende der Hochphase der MMORPGs und passte mit seinem Hardcore-Ansatz, Fokus auf große Gruppen sowie dem Abo-Modell nicht mehr in den Zeitgeist von 2014.

Zehn Jahre nach WoW gab’s einfach nicht mehr genug Spieler, die Bock darauf hatten, sich mehrmals die Woche mit vielen anderen Gleichgesinnten für mehrere Stunden zu verabreden, um in den Raids aus Wipes irgendwann First Kills zu machen. Der Trend ging eher in Richtung kleine Gruppen, Inhalte für Solisten sowie eine möglichst hohe Flexibilität.

Dazu kamen zum Launch einige Bugs, vor allem im Endgame, und ein zu langsames Tempo, was die Bereitstellung von neuen Inhalten betraf. Bereits 2015 folgte die Umstellung auf ein Free2Play-Modell. Nur vier Jahre nach dem Launch gingen die Server bereits wieder offline.

Anders als bei Zenimax, Bethesda und Elder Scrolls Online, das ebenfalls 2014 mit diversen Problemen erschienen ist, gab’s beim verantwortlichen Publisher NCsoft offenbar niemanden, der etwas zu sagen hatte, und der bereit war, den nötigen Aufwand in WildStar zu investieren, um aus dem eigentlich guten Fundament ein MMORPG zu machen, das sich über Jahre unter den ganz Großen etablieren kann. Schade.

MeinMMO-Dämon Cortyn ist bekanntlich ein großer Fan des Spiels. Hier könnt ihr euch noch einmal den ganz persönlichen Abschied geben, voller nostalgischer Erinnerungen an ein MMORPG, das trotz der vorhandenen Qualitäten nie die hohen Erwartungen erfüllen konnte: Lebe Wohl, Wildstar – Ein Abgesang an ein tolles MMORPG

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Cortyn

WildStar hatte den “abgedrehten Humor” leider nur in den Trailern und DevTalks. Im Spiel selbst war davon relativ wenig zu merken, die Welt und die Quests waren recht ernst. Hatte mir auch gut gefallen, war total gut für RP geeignet.

Greenbeast

Ich muss da an eine Quest denken, die ist mir in Erinnerungen geblieben. Da hat man sich auf einem Raumschiff durchgekämpft. Die Gasleitungen haben leider ein Leck gehabt. Das halluzinogene Gas hat auch den Charakter beeinflusst. Es wurde immer verückter. Am Ende musste man gegen Stühle, Verkaufsautomaten, usw. mit Gesichtern bekämpfen.

Cortyn

Ja, es gab vereinzelt so schräge Dinge – aber am Ende kam oft dann raus: Ja, alles was hier gelebt hat, ist schon tot. Ich meine, die Lopp waren auch niedlich und abgedreht, aber der Rest war ziemlich ernst. Die ganze Sub-Stories waren ja mega düster, mit der technifizierung von Lebewesen, weltenverschlingenden Seuchen, etc.

MSW112

Ich vermisse das Wildstar RP auch ein wenig, vor allem dank des Housings. Es war nicht perfekt, doch eben auch sehr flexibel.
Meiner Frau habe ich damals ein Baumhaus gebaut, weil sie sich das gewünscht hat. Sie hat dann die Deko dafür im Spiel gefarmt. Zum Glück habe ich damals ein Video erstellt, wir waren da richtig stolz drauf.

Hat dann dazu geführt, das wir uns in Survivalgames wie Ark oder Conan Exiles ausgetobt haben. Nie großartig für die Kämpfe, sondern wegen des Housings. fünfstellige Spielzeit spricht da wohl für sich. 🙂

Sind deshalb auch doppelt auf WoW Housing gespannt, die kleinen Häppchen versprechen viel positives.

Miliani79

Würden sie Wildstar Relaunchen, ich wäre sofort dabei 🙂 Vermisse das Spiel

Zuletzt bearbeitet vor 1 Jahr von Myuu79
Greenbeast

Bin dabei. Wobei mir deren Balancing Strategie doch sehr gegen den Strich ging. Sie haben spaßige Spielelemente “korrigiert”. Zb der Skill vom Spellslinger, man geht für 5 sek in eine andere vergoldete DImension und ist in der Zeit nicht direkt im Spiel angreifbar. Man selbst sah aber die anderen auch nicht. Das war eine tolle aber riskante Bosstaktik. Man konnte die eine oder andere Mechanik ausweichen, aber da der Boss immer noch mit seinen Angriffen vorberechnet hat, konnte man schnell sterben, wenn man im falschen Moment die Dimension verlassen muss.
Das richtig zu benutzen, forderte Können und das nötige Wissen um die Gegner. Das die Entwickler kreativen Ansätze in diesem Bereich entfernt haben, hat meine Motivation arg getroffen.

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