Chronicles of Elyria lässt Wunder-MMO-Technik fallen – Grund zur Sorge?

Das ambitionierte MMORPG Chronicles of Elyria trennt sich von der innovative Technik SpatialOS und beendet die Zusammenarbeit. Der Chef des MMORPGs sagt aber, dass man eine kostengünstigere Alternative zu der Wunder-Technik gefunden hat.

SpatialOS ist eine Plattform, die es auch kleinen Teams ermöglichen soll, gigantische Welten zu schaffen.

Die Idee ist, dass zig Server zusammenarbeiten, um eine riesige virtuelle Spielwelt darzustellen, die lebendig ist und von unzähligen Spielern und NPCs bevölkert wird. Der Spieler soll dann nicht merken, wenn er im Hintergrund von Server zu Server wechselt.

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SpatialOS – Technik soll kleine Teams große MMO-Träume erfüllen lassen

Diese Technik „SpatialOS“ hat im Mai 2017 für Aufsehen gesorgt, nachdem Investoren Geld hineingeschossen haben, das den Wert der Start-Up-Firma dahinter auf 1 Milliarde US-Dollar erhöht hat.

Das implizite Versprechen von Improbable, der Firma hinter SpatialOS, ist: Wir führen MMOs zu neuen, aufregenden Ufern. Wir leiten die Next-Gen ein. Entwickler sollen tolle, ambitionierte Spiele entwickeln – und wir sorgen mit unserer Technik dafür, dass diese Träume Wirklichkeit werden.

Auf der Webseite ist die Aufforderung an Gaming-Studios: Was wirst du bauen, jetzt wo deine Design-Träume endlich erreichbar geworden sind?

Wunder abgesagt – Chronicles of Elyria kann es sich nicht leisten

Ein MMORPG, die auf SpatialOS gesetzt hat, ist Chronicles of Elyria. Das MMORPG hat gewaltige Ambitionen, aber nur ein relativ begrenztes Budget, etwa im Bereich 3,5 Millionen US-Dollar.

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Chronicles of Elyria teilt mit, dass man im Januar 2017 begonnen hat, sein Spiel in eine sich entwickelnde Online-Welt zu verwandeln. Dazu setzte man auf SpatialOS und Unreal Engine 4. Allerdings merkte man dann, dass nicht alle Spiel-Elemente mit dieser Struktur funktionieren.

Außerdem fürchtet man, dass es zu teuer wäre, SpatialOS auf lange Zeit zu benutzen. Die erhöhten Hosting-Kosten wolle man nicht auf die Spieler umlegen. Die hohen Kosten lägen an der enormen Größe von Chronicles of Elyria und spezifischen Eigenarten des Spiels.

Man habe versucht, diese Probleme zusammen mit Improbable zu lösen, aber das sei nicht gelungen. Deshalb hat sich Chronicles of Elyria von SpatialOS getrennt.

Chronicles of Elyria Screen neu 1

Chef sagt: „Wir haben eine Alternative“ – Fans skeptisch

Der Chef von Chronicles of Elyria lobt Improbable und deren Technik in den höchsten Tönen. Für ihr Spiel in dem speziellen Fall sei SpatialOS aber nicht die richtige Lösung.

In einem Blogpost erklärt der Chef von Chronicles of Elyria den Ablauf ausführlich und sagt, dass man am Ende eine Alternative gefunden habe, die all das liefert, was SpatialOS bietet.

Auch wenn der Chef des Spiels den Wechsel herunterspielt, finden sich in der Community besorgte Reaktionen. So äußern sich auf der US-Seite Massively-Overpowered einige kritisch. Sie sagen, sie hätten Chronicles of Elyria nur wegen SpatialOS unterstützt – und sind enttäuscht, wie das jetzt gelaufen ist.

Manche befürchten, dass sich Chronicles of Elyria als ein Kickstarter-Flop herausstellt.

Chronichles of Elyria Sonnenfinsternis

Zweifel an der Realisierung von Crowdfunded-MMORPGs mit riesigen Ambitionen

Die neue Entwicklung kommt, nachdem am Ende von 2017 schon Bedenken auftauchten, ob Chronicles of Elyria seine hochgesteckten Ambitionen mit dem Budget, das man hat, erreichen kann. Eine Suche nach einem Investor oder Publisher blieb wohl erfolglos.

Andere Games, die auf SpatialOS setzen, sind MMOs wie

All diese Spiele gelten als ambitioniert – wenn auch Zweifel bestehen, ob diese Games mit dem Budget ihre Visionen verwirklichen können.

Chronicles of Elyria Screen neu 3

Mein-MMO meint: Das klingt seltsam. SpatialOS wirkt wie das „nächste, riesen Ding im MMO-Gaming.“ Viele Leute setzen da ihre Hoffnungen hinein. Und es wirkt so, als hat das da auch alles Hand und Fuß – im Gegensatz zu so manchem Kickstarter-Traum.

Bei Improbable arbeiten mittlerweile mehr als 200 Leute – die haben Studios in London, Washington und San Francisco. Die Wertigkeit der Arbeit bei Improbable sieht man im Vertrauen der Investoren: Es wurden 502 Millionen US-Dollar für weniger als 50% an der Firma bezahlt. Dieses Vertrauen in Improbable überträgt sich auf kleine MMORPG-Teams, die mit der Firma zusammenarbeiten.

Einige kleine Teams träumen von großen lebendigen Welten und finanzieren sich über Kickstarter. Da ist das Vertrauen der Backer in die Entwickler entscheidend. Die konnten Zweifler auf SpatialOS verweisen. Diese Option hat Chronicles of Elyria nun nicht mehr.

Dass man bei Chronicles of Elyria nun ohne Abstriche auf SpatialOS verzichten kann, scheint … optimistisch.

Man kann für Chronicles of Elyria nur hoffen, dass die Trennung von SpatialOS wirklich kein großes Ding ist, sondern eine Folge von technischen Notwendigkeiten, wie es der Chef des Spiels darstellt.


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Autor(in)
Quelle(n): Chronicles of Elyria BlogMO
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