Fans stecken über 9 Millionen $ in fantastisch klingendes, neues MMORPG – Das erschien nie, feuert nun letzten Mitarbeiter

Fans stecken über 9 Millionen $ in fantastisch klingendes, neues MMORPG – Das erschien nie, feuert nun letzten Mitarbeiter

Das Indie-MMORPG „Chronicles of Elyria” war für einige MMORPG-Fans im Jahr 2016 eine große Hoffnung: Für manche war es eine Art “Star Citizen” der Fantasy-MMORPGs. Unterstützer steckten über 9 Millionen $ in das Projekt. Doch die goldenen Zeiten sind lange vorbei. Der Gründer des Spiels ist 2023 wieder ein Einzelkämpfer, er musste den letzten Angestellten entlassen.

Was ist das für eine seltsame Situation?

  • Chronicles of Elyria war die Vision eines Mannes: Jeromy Walsh. Er startete das Projekt 2016, verkaufte dafür sein Hab und Gut. Über Crowdfunding kamen 1,3 Millionen $ rein, später konnte er mehr als 7,7 Millionen $ über die Webseite seines Spiels erzielen.
  • Walsh entwarf die fantastische Vision eines MMORPGs, in dem Helden altern und sterben konnten, versprach Unterstützern eine unvergleichliche Erfahrung: eigentlich eine voll simulierte, hochkomplexe Fantasy-Welt.
  • Mit dem Geld der Fans baute Walsh nach und nach ein Studio auf. Doch sein eigentlicher Plan sah offenbar anders aus: Er wollte mit dem Geld der Fans einen Prototyp entwickeln, der so gut war, dass er einen etablieren Publisher dazu bringen konnte, viel mehr Geld ins Studio zu stecken und seinen Traum wahr werden zu lassen.
Chronicles of Elyria – das Star Citizen unter den MMORPGs

Was ging schief? Walsh fand keinen Publisher, der genug an ihn und sein Projekt glaubte, um das Mammut-MMORPG zu finanzieren.

Am 20. März 2020 erschien eine Pre-Alpha des Spiels, die viele Fans erschreckte: Sie hatte nichts mit der geschilderten Vision eines tollen MMORPGs gemein. Die Pre-Alpha war im Rückblick wohl ein letzter verzweifelter Versuch, noch irgendwen vom Projekt zu überzeugt.

Am 24. März 2020 gab der Entwickler jedoch die Schließung des Studios bekannt.

4 Crowdfunding MMORPGs, die so richtig gefloppt sind

Als die Fans klagten, machte der CEO ohne Ressourcen weiter

So absurd ging es nach dem Ende weiter: Nach der Ankündigung das Spiel zu schließen, reagierten die Leute wütend, die Geld in das MMORPG investiert hatten. Sie fühlten sich betrogen und kündigten eine Klage an.

Seitdem kämpft Walsh offenbar darum, dieser Klage irgendwie zu entgehen. Er will jetzt augenscheinlich mit Gewalt das MMORPG „irgendwie fertigstellen“, damit er aus der Sache noch rauskommt.

Zwar hat er kein Geld, keine Mitarbeiter und keine Ressourcen mehr und die Klagen sitzen ihm im Nacken, aber er macht beharrlich weiter.

Das ist jetzt die Situation: In einem Blogpost vom 12. Januar 2023 gab Walsh nun bekannt:

  • Man hat im 4. Quartal 2022 seinen letzten Vollzeit-Designer entlassen müssen, Snipehunter. Der sei über die Jahre ein guter Freund geworden – aber Walsh konnte sein Gehalt auch wegen der Klagen nicht mehr aufbringen
  • Das Studio hinter dem MMORPG sei jetzt wieder ein „Ein Mann“-Studio
  • 2023 beginne er aber mit neuer Energie und verspricht „Kindgoms of Elyria: Settlement“ noch im Jahr 2023 zu veröffentlichen
Spieler zahlt 10.000$, um König in MMORPG zu werden – Untertanen rebellieren

Viele Leute sind wütend auf das MMORPG-Projekt – Sehen es als Betrug an

Wie ist die Reaktion? Auf der Seite mmorpg.com, die über diesen Fall berichten, kann man nur noch den Kopf schütteln. Für Leute in den Kommentaren ist der Traum von „Chronicles of Elyria“ seit mindestens 3 Jahren tot. Dass der Mann jetzt immer noch daran arbeitet, empfinden viele als Farce. Sie sehen sich enttäuscht, getäuscht und um ihr Geld gebracht.

Die Vision, die ihnen mal versprochen wurde, und in die sie investierten hatten, war in ihren Augen so weit weg von jeder Realität, dass viele von einem Betrug sprechen.

Ein Nutzer sagt: „Dieser Mann wird mit seinem Betrug sein ganzes Leben weitermachen, bis er stirbt.“

Lange Zeit sah es so aus, als wird es dem MMORPG “Camelot Unchained” ganz ähnlich ergehen, wie Chronicles of Elyria, doch die haben offenbar die Wende hinbekommen, die bei Chronicles of Elyria 2020 so furchtbar schiefging:

Legendärer MMORPG-Designer jubelt bei neuem Spiel: „Hab wieder einen Homerun geschafft“

Quelle(n): CoE, mmorpg.org
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p1ddly

Was erwarten die Baker denn? So läuft das nunmal bei der Finanzierung einer neuen Idee(und Kickstarter ist ja eigentlich noch nicht einmal das, sondern eher nur eine Spende für eine Idee), dass die Kohle mit Wahrscheinlichkeit ohne Gegenwert weg ist. Fragt mal bei den Investoren für Gründerprojekte rum. wenn die am Ende des Tages auf 3 von 10 funktionierenden Geschäftsideen kommen ist das für die der goldene Kelch.

Firavun Anubis

Welche Leute sind verärgert, wenn ich das fragen darf? Sie sind selbst verantwortlich. Man wirft sein Geld nicht einfach aus dem Fenster und erwartet, dass niemand es nimmt. Es ist klar, dass der Betrug mit dem Jammern ihnen das Geld nicht zurückbringen wird.😅

Todesklinge

Der Arme. Kann mir gut vorstellen wie es sein muss wenn man etwas erreichen will und die ganze Fianzierung einbricht.
Ich denke nicht das dieser betrügen wollte, sondern das dass Vorhaben einfach zu viel wurde.

Man kann sich die größten Ideen ausdenken, dies umzusetzen ist schwer.

Bei mir ist es Star Citizen mit diesem “Baken”, zumindest geht es da voran und ds mangelt soweit nicht am Geld.

Zord

MMO-RPG’s sind nunmal die absolute Königsdisziplin der Spiele Entwicklung. Inhaltlich sehr umfangreich, Technich herausfordernd und die Spieler extrem Anspruchsvoll.
Die wenigsten großen Studios waren in der Lage hier mit einem vielfachen Budget etwas Vernünftiges abzuliefern, bzw die Spiele mussten nach Release nochmal grundlegend überarbeitet werden. Denke mit weniger als 50 Millionen braucht man nicht mal anfangen, vermutlich ist es selbt mit 100 noch herausfordernd.
Habe nie Verstanden wie Leute den Kickstartet Versprechen glauben konnten, wo dann versprochen wurde für ein paar Hunderttausend Dollar oder ein paar Millionen eine revolutionäres Spiel zu erschaffen.

Lamoras

7 Millionen ist halt auch nicht so viel, wenn man nen großes Team aufbauen und beschäftigen will. Laut nen Post waren es 16 Leute. Bei den US Gehältern ist da nach wenigen Jahren Schicht im Schacht und man muss ja bedenken, dass so ein Team nicht sofort arbeiten kann. Die haben locker nen halbes Jahr verbraten, bevor die wirklich produktiv waren.

Muchtie

-chronicles of elyria mit 100 Euro unterstützt auf Kickstarter. Für nix….

-Ashes of Creation habe ich auch unterstützt mal sehen ob das was wird….

-System Shock auch und soll ja bald kommen aber das vertrauen ist bei vielen auch weg…

-Freitag der 13, ist sozusagen eingestellt….

-7 day to die, was ewig in der Alpha ist aber ist ein Top Spiel ist.

Also ist die Bilanz bei mir überhaupt nicht gut und werde so was leider auch nicht mehr machen

Zuletzt bearbeitet vor 1 Jahr von Muchtie
Koronus

Falls es dich tröstet, so eine ähnliche Erfahrung habe ich auch gemacht. Jetzt nutze ich wieder mein Geld im Hier und Jetzt.

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