MMORPG sammelt fast 8 Mio $ über Crowdfunding, scheitert, enttäuscht viele

Das vielversprechende MMORPG Chronicles of Elyria erscheint nicht mehr. Die Fans zeigen sich nun so enttäuscht über das Aus, dass sie sogar das Vertrauen ins Crowdfunding zu verlieren scheinen.

Was ist mit Chronicles of Elyria passiert? Die Entwickler gaben kurz nach Start der Pre-Alpha bekannt, dass sie kein Geld mehr für die weitere Entwicklung des MMORPGs haben. Daher kommt das Spiel nicht mehr heraus. Das gesamte Team wurde entlassen. Ob das MMORPG vielleicht irgendwann in anderer Form erscheint, ist nicht klar. Einige Entwickler wollen in ihrer Freizeit die bisherigen Alpha-Inhalte des MMORPGs weiterentwickeln. Was dann daraus wird, steht noch in den Sternen.

Chronicles of Elyria Stadt
Die Welt des MMORPGs Chronicles of Elyria werden wir jetzt nie erforschen können.

Fans sind enttäuscht

Wie reagiert die Community? Es herrscht Entsetzen und Enttäuschung. Gerade diejenigen, die sehr viel Geld als Unterstützung der Entwicklung von Chronicles of Elyria ausgegeben haben, sind teilweise sogar erbost. Wer beispielsweise König werden wollte, der musste 10.000 Dollar bezahlen. All das Geld ist jetzt futsch.

Insgesamt konnten die Entwickler fast 8 Millionen Dollar per Crowdfunding einnehmen. Alleine die Kickstarter-Kampagne brachte 2016 beinahe 1,4 Millionen Dollar ein. Der Rest kam durch Verkäufe über Pledge-Pakete und auch ein weiteres Crowdfunding-Event zusammen.

Das Geld hat aber nicht gereicht, um ein MMORPG zu erschaffen, welches der Vision von Chronicles of Elyria entsprach. Diese Vision jedoch erweckte zudem nicht das Interesse von Publishern. Denn wie die Entwickler schon früher erklärten, konnte einfach kein Publisher gefunden werden, der das Projekt unterstützen wollte.

Was sagen die Fans? Es wird viel über das Aus des MMORPGs diskutiert.

  • TheGladex schreibt etwa auf Reddit: „Sie haben unser Geld ganz klar schlecht verwaltet, ihr Budget überzogen und jetzt hauen sie ab!“
  • Bishopnd3 stellt auf Reddit folgende provokante Frage: „Ich bin neugierig. An alle, die das Spiel unterstützt haben: Warum beteiligt ihr euch an einem Kickstarter für ein MMO?“
  • Ephemeralis ist wirklich wütend und meint auf Reddit: „Das Scheitern seines Unternehmens in so einem Bullshit-Post zusammenzufassen war schon eine Beleidigung.“
  • UranusProber schreibt auf Reddit: „Stell dir vor, du gibst Geld für ein Kickstarter-MMO aus…“

Generell lässt sich aus den Kommentaren herauslesen, dass das Vertrauen in das Crowdfunding von MMORPGs erschüttert wurde.

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Bei Crowdfunding muss man einfach vorsichtig sein

MeinMMO-Autor Andreas meint: Bei Crowdfunding muss man sich einfach von Anfang an klar darüber sein, dass so etwas passieren kann. Es gibt keine Garantie, dass das Spiel wirklich erscheint. Gerade bei MMORPGs, die von kleinen Indie-Studios kommen sollen, muss man einfach vorsichtig sein. Ein MMORPG zu entwickeln, kostet enorm viel Geld. Deswegen stellt euch immer die Frage, ob ein kleines Studio dies überhaupt stemmen kann.

Das Aus des MMORPGs Chronicles of Elyria könnte sich wirklich negativ auf das Crowdfunding zukünftiger Online-Rollenspiele auswirken. Die Spieler werden jetzt sicher deutlich vorsichtiger mit ihrem Geld umgehen.

Werdet ihr nach der Situation rund um Chronicles of Elyria jetzt vorsichtig bei der Unterstützung von Crowdfunding-Projekten sein?

Quelle(n): Reddit
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Albrecht von Aschenfels

Ich hatte sehr große Hoffnungen in dieses Spiel gesetzt und auch mit gebacken, dementsprechend betrüblich ist das abrupte Aus. Allerdings muss man realistischerweise sagen, dass 7-8 Millionen für ein MMORPG halt nichts sind, wenn man dann auch noch ursprünglich mit einem Publisher statt kompletter Eigenfinanzierung geplant hat, dementsprechend hoch war das Risiko.
Schade, aber was will man machen.

Yux4000

Schlimmer als Bless Online geht immer 🙂

Lootziefer

Das Konzept hat mich kein bisschen angesprochen, auch wenn es für mich wirklich einzigartig ist.
Ich spiele MMORPGs sehr gerne und was mich daran fasziniert ist die Bindung die ich zu meinem Charakter habe. Da man in CoE sterben konnte, fehlte mir genau dies. Dennoch wäre es sehr interessant gewesen, aber da spiel ich dann lieber Gilde 2.
Trotzdem schade das sie das Spiel still gelegt haben.

alfredo

mein mitleid hält sich in grenzen. wenn man das geld für sowas ausgibt sollte es einem egal sein wenn es weg ist. habe dual universe unterstützt, sollte das nichts werden tun mir die 120€ nicht weh.

Kerry

Ich habe noch nie ein Spiel auf Kickstarter unterstützt und fange damit auch sicherlich nicht an. Und die Ergebnisse geben mir immerwieder Recht 🙂

MischaMG

Ich habe Kingdom Come bei Kickstarter unterstützt und es auf jeden Fall nicht bereut. MMOs würde ich eher nicht unterstützen. Wenn man sich die beiden Kampagnen anschaut, dann sieht man aber auch ganz klare Unterschiede. Kingdom Come war schon ziemlich weit und man konnte ausreichend Gameplay sehen, bei CoE wird mit Features geworben und ein paar zusammengewürfelten Gameplay-Schnippseln. Hätte man schon erahnen können, dass da am Ende nichts rumkommt. Das Schlimme ist, dass CoE noch mehr Geld bei Kickstarter eingenommen hat

N0ma

Was Crowdfunding betrifft, das bringt die Leute auf den Boden der Tatsachen zurück. Wenn man sowas macht sollte man wenigstens Aktien oder sowas bekommen, oder man ist sich sicher das das Geld ein Geschenk ist. Das fordert man von seiner Oma ja auch nicht zurück.

Ansonsten schade ums Spiel und die Leute, auch wenn ich da von Anfang an Bedenken hatte mit der Alterung der Chars.

Luripu

Ich sage es ganz ehrlich,keines dieser Kickstarter MMORPGs
konnte mich mit ihren Konzepten überzeugen.
Manche spielen die Nostalgie Karte wie CU
aber das reicht nicht aus damit ich meine CC zücke.
Hört sich meist alles lahm an und was spielbares sieht man auch nicht.

Bei Spielen die im Steam EA landen,
bekomme ich wenigstens etwas handfestes was ich schon spielen kann,
auch wenn es nur eine Karte ist wie bei den Divinity:OS Spielen.
Wenn die dann trotzdem eingestellt werden wie zBsp. Breach letztes Jahr,
habe ich wenigstens paar Stunden Spielzeit für mein Geld bekommen.
Ausserdem wollen die keine 10000€ sondern meistens 20-30€.

Für die Backer tuts mir natürlich leid
aber das ist wie Pferderennen/Roulette.
Alles auf ein Pferd/Zahl gesetzt kann auch alles verlieren bedeuten.

Chiefryddmz

mir tut keiner dieser backer leid… ich würde mir selbst auch nicht leid tun.

das wort „kickstarter“ sagt doch schon alles… 😀
man kann genauso gut geld auf die straße legen, entweder man hat am ende was davon.. oder nicht – wer weiß? 😉

EliazVance

MMORPGs sind einfach gewaltige, extrem komplexe Projekte. Wenn da noch hochtrabende Visionen und Traumvorstellungen auf kleine, unerfahrene Teams ohne jeglichen Rückhalt stoßen, ist die Katastrophe eigentlich vorprogrammiert.
Es sind in den letzten 15 Jahren unzählige große Studios und Publisher mit MMORPGs auf die Nase gefallen. Das lag nicht selten daran, dass nur ein Bereich wirklich gut war und der Rest das Gesamtbild gestört hat. Oder, dass man unterschätzt hat wie viel Aufwand die Entwicklung und Weiterentwicklung mit sich bringt. Oder einfach nicht genug Zeit da war, um so ein Mammutprojekt vernünftig zu polieren.

Dann kommen da plötzlich irgendwelche Leute mit der typischen „Die sind halt alle blöd, ich kanns viel besser“-Interneteisntellung daher, bauen Luftschlösser und lassen sich das per Crowdfunding finanzieren. Keine Ahnung wie man Geld verwaltet, keine Ahnung wie man eine Firma führt… immer im Glauben, dass erschaffen letztlich genauso einfach ist wie zu träumen.
Man braucht sich wirklich nicht zu wundern, wenn dann letztlich nichts daraus wird.

Auch wenn es Mode ist, Publisher zu hassen: es braucht diese BWLer, Manager, Analysten und Investoren um ein riesiges Projekt, das über zig Jahre Entwicklung hinweg nichts einbringt, zu realisieren.
Es gibt nur wenige, die ausreichend Branchenerfahrung, Weitblick und Fachwissen haben, um so etwas auf eigene Faust zu stemmen und daraus ein erfolgreiches Unternehmen zu erschaffen.

Drachenberg

Ich schätze ein großes Problem bei MMORPGs sind auch die Technischen Aspekte. Man kann solch einen Titel (leider) nicht so aufsetzen wie man es z.b. mit einem regulären Singleplayer Titel tun würde. Da gibt es viel zu viele Technische Hürden, schon alleine bzgl. der permanenten Multiplayer Umgebung, und auch andere Restriktionen welche man einem Server der konsequent Daten abarbeiten muss nicht auferlegen sollte.

Und eigentlich sind ja auch die wenigen noch wirklich erfolgreichen MMORPGs die großen, welche auch schon länger auf dem Markt sind. Also sprich solche wie WoW, FFXIV oder TESO. Und auch diese waren zu Anfangs längst nicht so gut wie nach einigen Jahren. Ich schätze mal ein wirklich gutes MMORPG einfach so aus dem nichts zu erschaffen, ist faktisch sehr unwahrscheinlich, vorallem wenn es ein kleineres Team ist!

Abgesehen davon meide ich auch F2P Titel wie die Pest mittlerweile… Wenn FFXIV auf F2P umschalten würde, dann wäre das erste was ich anstoßen würde die Deinstallation.

N0ma

Abo only stirbt aber aus 😉
Ich bezahle derzeit auch FF14, aber zusammen mit WoW werden das die letzten sein.

Drachenberg

Stimmt wohl… naja, ich wollte eigentlich auch kein MMORPG mehr, FFXIV ist halt die Ausnahme geworden. Glaube nicht das ich mir das in Zukunft noch antun werde!

N0ma

„Die sind halt alle blöd, ich kanns viel besser“
Das sagt keiner. Eher „programmieren macht mir Spass ich versuchs mal“.

„Auch wenn es Mode ist, Publisher zu hassen: es braucht diese BWLer, Manager, Analysten “
nein brauchts nicht in Zeiten von Internet

„und Investoren“
ja die brauchts

Natürlich wenn ich 10mio Investition habe gehts ohne Berater und Fachleute nicht mehr. Das muss aber nicht zwingend ein Publisher sein. Übrigens auch Publisher sorgen dafür das Sachen scheitern. Früher brauchte man einen wegen dem Vertrieb, aber heute nicht mehr.

Stephan

Hab bisher nur Star citizin unterstützt. Ich hoffe es wird irgendwann mal fertig 😐

Kerry

Made my day

Loccorocco

Mal ganz ehrlich wer wirklich geglaubt hat das das Spiel so erscheint. Mit den budget und team sry selber schuld..

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