Neues MMO erscheint auf Steam, kämpft mit Betrugs-Vorwürfen

Das MMO Day of Dragons konnte mit einigen coolen Ideen auf Kickstarter überzeugen und so viel Geld sammeln. Jetzt ist es im Early Access auf Steam erschienen und muss viel Kritik einstecken.

Was ist das für ein MMO? Bei Day of Dragons handelt es sich um ein Survival-MMO, bei dem ihr als Drache unterwegs seid und Nahrung und Wasser finden müsst, um zu überleben.

Dabei sollt ihr eine riesige, offene Spielwelt erkunden und dabei auch auf andere Spieler in Form von Drachen treffen. Euer Drache wiederum soll eine Entwicklung vom Ei bis zum Altdrachen durchmachen und auch selbst wieder Eier legen können.

Das Konzept klingt auf dem Papier spannend und sorgte entsprechend für Aufmerksamkeit. Aufgrund des Namens und der Werbung des YouTubers Anthomnia sammelte Day of Dragons so 500.000 Dollar, obwohl nur 12.000 als Ziel ausgeschrieben waren.

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Was ist das Problem mit Day of Dragons? Das Spiel erschien vor wenigen Tagen im Early Access auf Steam. Dort kann es für 16,79 Euro gekauft werden. Einige Spieler testen das MMO, waren jedoch enttäuscht und schrieben entsprechende Rezensionen.

Dies lenkte die Aufmerksamkeit wieder auf einige Videos und Infos rund um das Spiel, in denen Day of Dragons stark kritisiert wurde. In den Augen vieler hat der Hauptverantwortliche für das Spiel, Jao, mehrfach gelogen und nur wenig Ahnung von der Materie.

Es gibt jetzt ein Game of Thrones MMO auf Steam, aber ihr solltet es nicht spielen

Spiel nutzt fertige Assets und keinen eigenen Code

Die Informationen, die wir im folgenden Verwenden, stammen aus einem YouTube-Video von IGP, von der Webseite DayOfScam und aus den Reviews bei Steam. Einige Infos stammen dabei noch aus Oktober und November. Wir von der Redaktion haben das MMO nicht gespielt.

Was wird Day of Dragons zur Last gelegt? In der aktuellen Version auf Steam nutzt das MMO hauptsächlich fertige Assets, die wie in einem Baukasten zusammengesetzt wurden.

Das Gebiet, die Drachen und auch andere Inhalte wurden zwar lizenziert, jedoch nicht selber entwickelt. Größtenteils wurden die Assets nicht mal für Day of Dragons selbst erstellt, sondern stammen aus allgemeinen Quellen.

Im Oktober befand sich das Spiel in einem ähnlichen Zustand. Damals enthielt es angeblich nur 4 eigene Zeilen Code, die nicht mal eine Funktion hatten:

Bild aus dem YouTube-Video

Wie der Stand bezüglich des Codes heute ist, ist unbekannt. Doch in diesem Video von BigfryTV, der Day of Dragons auf Steam getestet hat, kommt das MMO nicht gut weg.

Die genutzten Assets wären im Grunde erstmal kein großes Problem, wenn Jao, der Entwickler, nicht im Vorfeld behauptet hätte, dass er bereits seit 2 Jahren an dem Spiel arbeiten würde und vieles fertig sei. Auch an anderer Stelle soll Jao gelogen haben.

Was wird Jao vorgeworfen? Der Hauptverantwortliche für das Spiel ist nur unter dem Nick Jao bekannt. Man kennt weder seinen Namen, noch eine Adresse oder Profile in den sozialen Medien. Nur im Discord tritt er aktiv auf.

Dort soll es jedoch immer wieder zu Lügen gekommen sein:

  • Er soll gesagt haben, dass die Drachen-Assets exklusiv für das Spiel erstellt wurden. Später sagte er jedoch, dass die Drachen fertige Assets sind, diese aber nur als Platzhalter dienen. Wann die eigenen Drachen kommen, ist unklar.
  • Eine ähnliche Aussage gibt es auch zu der Karte, die angeblich schon fertig war, sich jedoch hinterher als fertiges Asset entpuppte:

Ihm wird außerdem vorgeworfen, dass er selbst gar keine Programmiersprachen beherrsche und sich in Communitys Tipps geholt haben soll. Die Grundlage dafür basiert jedoch nur auf dem gleichen Avatar-Bild.

Was ist das Problem an der Monetarisierung? Neben den Vorwürfen rund um die Assets und der Kritik an Jao selbst gibt es zusätzlich Kritik an der Monetarisierung.

Wer Day of Dragons bei Steam kauft, erhält einen exklusiven Drachen. Wer das Spiel vorher als Backer unterstützt hat, muss für diesen Drachen zusätzlich 9,99 Euro zahlen, egal wie viel Geld im Vorfeld investiert wurde.

Außerdem arbeitet Jao bereits an Merchandise zu Day of Dragons, dabei hat das Spiel zum aktuellen Zeitpunkt bekanntlich kaum eigene Assets. Auch weitere DLC-Inhalte wie neue Drachen sind bereits in Planung, ohne eine fertige Spielversion vorweisen zu können.

In einem Gespräch merkt er auch an, dass die 500.000 Dollar nicht dauerhaft reichen werden, und das, obwohl er ursprünglich nur 12.000 Dollar für das Projekt haben wollte.

Day of Dragons – ein riesiger Betrug?

Was sagt Jao selbst zu den Vorwürfen? In einem Video von Anthomnia, dem YouTuber, der Day of Dragons populär gemacht hat, kritisiert Jao die Aussagen von IGP, dem YouTuber, der ihn zuvor kritisiert hatte. Dieser hatte ursprünglich behauptet, dass Assets geklaut wären, was Jao aber verneinte. Alles soll auch damals schon lizenziert sein.

Dabei bezichtigt Jao den YouTuber wiederum der Verleumdung und wirft ihm Bosheit, Täuschung und Lügen vor. IGP wiederum hat in seinem Video darum gebeten, weder Jao, noch andere erwähnte Personen in einer Hexenjagd nachzugehen.

Handelt es sich bei dem MMO um Betrug? Die Vorwürfe in Richtung des Spiels klingen hart und auf den ersten Blick sehr eindeutig. Doch wie auch der YouTuber TheGamingBeaver zusammenfasst, ist es durchaus möglich, dass Day of Dragons als kleines Hobby-Projekt begann und durch die 500.000 Dollar aus dem Ruder gelaufen ist.

Viele Inhalte klingen auf dem Papier gut, lassen sich dann jedoch schwer umsetzen. Und anstatt sich das einzugestehen, hat sich der Entwickler dann dazu entschlossen, alte Aussagen zu revidieren und andere Wege zu gehen.

Auch der YouTuber Anthomnia hält Day of Dragons nicht für Betrug. Dagegen sprechen in seinen Augen neue Angestellte, die Entwicklungen der letzten Tage und die Reaktionen von Jao selbst.

Was denkt ihr über den Fall? Senken solche Aktionen euer Vertrauen in neue Projekte oder unterstützt ihr weiterhin Spiele über Kickstarter oder andere Plattformen? Habt ihr vielleicht selbst Erfahrungen mit Day of Dragons?

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mordran

Also zwei Zeilen C++ Code in einem Video zu zeigen und danach die Behauptung aufzustellen es würde “kein” eigener Code verwendet zeigt ja schon in welcher Qualität diese Diskussion geführt wird und auf was das mal wieder abzielt. Maximale Clicks + maximales Drama = $$. Ich kenn das Projekt nicht und es mag an den Vorwürfen was drann sein oder nicht, aber jeder der schon mal mehr als eine HelloWorld programmiert hat wird wissen das man in jedem Stück Software größerem Ausmass Leichen findet oder Dinge die vielleicht überflüssig oder unsauber geschrieben sind. Daraus dann eine Aussage auf das Ganze zu treffen ist einigermaßen lächerlich.

Ich kann auch nicht nachvollziehen wie man immer so schnell bei Assets, speziell bei einer Engine wie UE auf Diebstahl kommt. Es gibt einen komplette Marktplatz z.B. bei der Unreal Engine wo man Assets erwerben kann, natürlich kann es da vorkommen das auch unterschiedliche Spiele die gleichen Assets hier und da verwenden. Das hat aber nichts mit Diebstahl zu tun. Kennt der Youtuber der das behauptet die Verträge ? kann er irgendwas von dem beweisen ?

Ectheltawar

Auch wieder eines der vorhersehbaren Kickstarter Probleme, man macht sich Gedanken zu einem Projekt und setzt für die Realisierung gewisse Ziele. Gerade bei kleinen Projekten hab ich dann häufig den Eindruck das die Personen dahinter, sich zwar um das Projekt selber viele Gedanken gemacht haben, aber viele Aspekte vergessen mit einzuberechnen die für die Realisierung dann diverse Zusatzkosten verursachen. Im schlimmsten Fall explodiert so ein Kickstarter-Projekt dann und anstelle der ursprünglich geplanten 12k für ein kleines Projekt, kommen dann zB 500k zusammen und die Backer erwarten dann auch natürlich “mehr”.

Das ganze Kickstarter-Konzept ist und bleibt ein heikles Thema. Das auslagern der Produktionskosten auf die späteren möglichen Nutzer des Artikel hat eben auch heute noch das Problem, das der “kleine” Finanzinvestor nur sehr wenig Einblick erhält wie es wirklich um Hintergrund und das Know-How hinter einem Projekt steht.

In dem hier vorliegenden Fall klingt das aber auch irgendwie nach einer Art Kleinkrieg. Wer weiß was der Entwickler dem YouTuber getan hat, das er anscheinend so energisch gegen das Projekt vorgeht.

Evels

“Der Hauptverantwortliche für das Spiel ist nur unter dem Nick Jao bekannt. Man kennt weder seinen Namen, noch eine Adresse oder Profile in den sozialen Medien.”

Da kann man doch nur sagen:Selbst schuld!
Wie kann man einer doch völlig anonymen Person,die lediglich auf Discord aktiv ist,hinter der kein Unternehmen oder irgendwas steht,Geld vor die Füsse werfen ?!

Das ist genauso wie die Leute die sich im Internet in irgendeine Person verlieben,das scheinbar vielleicht noch erwidert wird und mit mal kommt vom Gegenüber “Ich brauche dringend Hilfe ! Kannst du mir 1.000 Euro schicken/überweisen ?” und am Ende stellt sich heraus,das die Person gar nicht echt war und sich mit den Geld abgesetzt hat. 🙄 😆

Sieht man doch auch massenhaft auf Steam,da werben Leute mit unzählige Early Accees Spiele,mit denen sonst was versprochen wird,dann kaufen die Leute sie gedankenlos und beschweren sich nach 1,2 Jahren warum es mit dem Spiel nicht weitergeht.

Coreleon

Klingt ja von der Idee her nicht übel, verstehe da dann aber nicht wieso er bei 500k nicht einfach Leute eingestellt hat die den Rest machen. Mancher würde jetzt sagen funktioniert bei SC ja auch wunderbar und das seit Jahren 😛

Evels

SC (Star Citizen ?) der Heilige Gral,schon Jahre in Entwicklung,massenhaft Geld verdient,zieht den Fans immer weiter Geld aus der Tasche und in 100 Jahren ist VIELLEICHT irgendwann mal der Release,wenn überhaupt,schließlich suchen Menschen auch bis heute nach dem echten Heiligen Gral,irgendwo muss er ja sein 😆

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