200.000 LoL-Fans zwingen Riot zum Handeln – Bann für Problem-Coach verschoben

In der koreanischen League of Legends tobt seit Wochen ein Skandal um das Team Griffin, eines der stärksten Profi-Teams der LCK. Riot hat den ehemaligen Coach, cvMax, eigentlich lebenslang gebannt. Doch das wird jetzt verschoben.

Warum wurde der Coach gebannt? Der ehemalige Coach von Team Griffin, Kim „cvMax“ Dae-ho, erhielt einen Bann „auf unbestimmte Zeit“ von Riot Games. Das war am 19. November.

Er durfte nicht mehr an eSport-Events teilnehmen, die von Riot Games ausgerichtet wurden. Das war praktisch ein Berufs-Verbot und der Coach hätte seinen neuen Job als LoL-Coach bei DragonX nicht ausüben dürfen.

Riot Games sagte, der frühere Chef-Coach von Team Griffin hätte „gewalttätige Maßnahmen“ gegen seine Spieler unternommen, sowohl körperlicher als auch verbaler Art. Aufgrund der Berichte und Zeugenaussage hätte man dieses gewalttätige Verhalten bestätigen können.

Das Verhalten dulde man nicht, daher die harte Strafe.

Das ist Sword, der bekam wohl mit das meiste ab.

Einer der betroffenen Spieler, Toplaner Sword, sagte im Interview mit der Seite Inven, der Coach habe ihn am Kragen gepackt und geschüttelt. Außerdem soll er ihn wiederholt beleidigt haben.

Ein anderer Spieler von Team Griffin sagte, er habe gehört, der Coach hätte jemanden „so hart gezwickt, dass der weinen musste.“

Der Coach habe Spieler etwa als „mutterlos“ beleidigt, mit das Schlimmste, was man einem Koreaner sagen könne.

LoL Worlds: Invictus Gaming findet schwächstes Glied bei Griffin, bricht es brutal

200.000 unterschreiben Petition an die Regierung

Das war die Reaktion: Der Coach cvMax selbst hat diese Anschuldigungen bestritten. Er habe nicht gesagt oder getan, das so heftig gewesen wäre, dass es diese harte Strafe verdiene. Gewalt im Coaching sei gefährlich, weil man damit Vertrauen verspielen könne.

Wie die Seite Inven berichtet, hat sich die LoL-Community auf Seiten des Trainers gestellt, nachdem die lebenslange Sperre bekannt wurde. Man fand die Strafe zu hart dafür, dass er beleidigt und einen Spieler „hart gezwickt“ haben soll.

In Korea entstand eine Online-Petition an die koreanische Regierung. Diese Petition forderte die Regierung von Südkorea auf, Riot Games und das ursprüngliche Urteil zu untersuchen. Wenn eine Petition 200.000 Unterschriften erreicht, muss sich die Regierung damit befassen. Im Moment gibt es noch keine offizielle Antwort eines Verantwortlichen der südkoreanischen Regierung.

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Diese 3 Spieler haben Team Griffin bereits verlassen.

Strafe gegen LoL-Coach erstmal verschoben

Das macht Riot Games nun: Riot Games hat die Strafe gegen den Coach erstmal verschoben. Der darf also weiter DragonX trainieren.

Nun heißt es vom zuständigen Komitee der LCK, man werde eine dritte Partei damit beauftragen, den Vorfall zu untersuchen: jemanden mit juristischer Kompetenz, dem die Öffentlichkeit vertraut.

Danach wolle man den Fall erneut entscheiden.

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Riot Games entschuldigt sich für den Mangel an Transparenz. Man wollte bei der Bekanntgabe der ursprünglichen Entscheidung darauf verzichten, die Beweise vorzulegen, weil die Inhalte weiteren Schaden hätten anrichten können – für cvMax und die Spieler.

Es heißt weiterhin, man nehme die Online-Petition „sehr ernst“: Die sei eine „sehr ernste Warnung für Riot Games und das Komitee.“ Man habe sich offenbar nicht das Vertrauen der LoL-Spieler verdient.

Gleichzeitig geht aber Riot Games hart gegen das Team Griffin selbst vor, wenn auch aus anderen Gründen:

LoL verhängt krasse Strafe gegen Pro-Team, das Spielern „Sklaven-Verträge“ gab
Autor(in)
Quelle(n): ESPNInven
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Kahr Kahrzwo
Kahr Kahrzwo
13 Tage zuvor

Gewalt in der Pflege (gegen Schutzbefohlenen) sowohl verbal als auch in anderen Formen ….führt zum Verlust der berufsbezeichnung, Arbeitsverbot in der Pflege und es wird noch zivil rechtlich bestraft… Die Strafe war nicht hart genug…

Saigun
Saigun
14 Tage zuvor

Wenn auch nur 50% davon stimmt geht der Perma und damit das Berufsverbot völlig in Ordnung. Wieso sich da auf einmal die Com hinter den Coach stellt versteh ich nicht. Aber sobald mal einer dieses ganz böse N-Wort raus haut kleben wieder alle an der Decke und kriegen sich nichtmehr ein… mad

Gerd Schuhmann
Gerd Schuhmann
14 Tage zuvor

Korea tickt da glaube ich anders als US/EU.

LXVIII
LXVIII
14 Tage zuvor

Mit solchen Kinkerlitzchen rücken die „Opfer“ halt auch immer erst raus sobald sich irgendwie die Chance auf Medienwirksamkeit ergibt. Jemandem wegen sowas die Existenzgrundlage zu nehmen ist mMn ziemlich unangemessen, vor allem wenn’s dann im Endeffekt nicht mal wirklich der Arbeitgeber ist

Daniel Krempfer
Daniel Krempfer
14 Tage zuvor

Ich finde es auch gut, dass Riot bei solchen Dingen ordentlich durchgreift.

Lebenslang erscheint mir jedoch in Anbetracht der Vorwürfe als etwas zu lang, wenn es der erste derartige Fall ist für diesen Coach ist. Hier wäre eine einjährige Sperre angemessen gewesen. Sollte er nach Verbüßung dieser erneut solche Verhaltensweisen zeigen dürfte der Strafrahmen auch deutlich höher liegen (z.B. 5 Jahre, was für Sport quasi Lebenslang ist… ^^).

Lebenslang als Strafe für das erste Vergehen wäre bei Straftaten wie schwerer Misshandlungen (dh. ernsthafte Prügeleien usw.) oder natürlich Sexualstraftaten gerechtfertigt, nicht jedoch bei dem hier geschilderten…

Gekko
Gekko
14 Tage zuvor

„Gewalt im Coaching sei gefährlich, weil man damit Vertrauen verspielen könnte.“

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