Bei Rockstar Games knallt es derzeit gewaltig. Die Kündigung mehrerer Mitarbeiter hier, die plötzliche Release-Verschiebung von GTA 6 dort. Und garniert wird das Chaos durch den internen Bericht eines Entwicklers, der ein düsteres Bild zeichnet.
Was passiert gerade alles bei Rockstar Games? Den Anfang machte die Meldung, dass man beim Studio von Take-Two zwischen 30 und 40 Mitarbeiter aufgrund von „grobem Fehlverhalten“ entlassen hat.
Viele Betroffene erklärten, dass dieser Vorwurf haltlos sei und dass man gefeuert worden sein soll, weil man die eigene Arbeitsrealität durch eine Gewerkschaft stärken wollte. Es folgten öffentliche Proteste vor der Rockstar-Zentrale.
Am 6. November ging dann die Meldung online, dass man GTA 6 vom 26. Mai 2026 auf den 19. November 2026 verschieben wird. Der offizielle Grund: Man bräuchte zusätzliche Zeit, um das Spiel auf ein Level zu bringen, das die Fans erwarten und verdienen. Die jüngsten Entlassungen werden mit keinem Wort erwähnt.
Bericht eines „verifizierten Mitarbeiters“
Was verrät der neue Bericht? Parallel zur Meldung über die Verschiebung des Release-Termins von GTA 6 berichtet dexerto.com über die Aussagen eines „verifizierten Mitarbeiters“ von Rockstar North auf gtaforums.com.
Dieser berichtet zuerst, wie die Kündigungen seiner Kollegen abgelaufen sein sollen.
Letzte Woche wurden meine Kollegen, die im Studio waren, einzeln von der Personalabteilung zu einem kurzen freundlichen Gespräch gebeten, unter dem freundlichen Vorwand: „Hey, hast du Zeit für ein kurzes Gespräch?“ Bei diesem Gespräch erhielten sie einen Umschlag mit einem kurzen Schreiben, in dem ihnen mitgeteilt wurde, dass ihr Arbeitsverhältnis wegen „groben Fehlverhaltens“ in Bezug auf Beiträge in Discord gekündigt worden sei.
Auf Nachfrage konnten sie keine Beweise vorlegen, und auch in dem Brief wurden keine genannt. Es wurden auch keine weiteren Informationen oder Gründe genannt. Sie verweigerten ihnen das Recht auf Vertretung durch die Gewerkschaft in der Disziplinarverhandlung (was gegen das britische Arbeitsrecht verstößt) und wurden nach weniger als 5 Minuten aus dem Studio geführt.
Laut der Quelle waren dabei auch viele Mitarbeiter in wichtigen Positionen betroffen, die teils bereits seit mehr als 18 Jahren bei Rockstar arbeiten – darunter erfahrene Künstler, Animatoren, QA-Tester, Designer, Programmierer, Produzenten und sogar Führungskräfte.
Für den Mitarbeiter ist klar: Diese Veteranen sind erst einmal nicht zu ersetzen, was sich auf die Einhaltung kommender Projekt-Deadlines auswirken wird. Oder anders formuliert: Weitere Verschiebungen scheinen aus seiner Sicht wahrscheinlich.
Verstärkt wird das Problem, weil sich die jüngsten Aktionen stark negativ auf die verbleibenden Mitarbeiter ausgewirkt haben sollen.
Diejenigen von uns, die Glück haben und vorerst bleiben dürfen, arbeiten in Angst! Angst, wenn wir uns beim Teekochen unterhalten, Angst, dass wir die Nächsten sind und ebenfalls leichtfertig entlassen werden, zu viel Angst, um vor das Studio zu gehen und mit unseren Kollegen zu sprechen (oder sie auch nur zu grüßen), die draußen protestieren, aus Angst vor Repressalien. […]
Die Stimmung im Studio ist auf einem Tiefpunkt, obwohl wir uns eigentlich auf das freuen sollten, was im nächsten Jahr auf uns zukommt. Jetzt sind wir völlig demotiviert und unser Vertrauen in andere ist völlig zerstört.
Jeder Branchen-Veteran, den ihr fragt, wird euch bestätigen, dass man in so einem Umfeld nicht effektiv kreativ arbeiten kann. Inwieweit sich das aber tatsächlich auf den neuen Release-Termin von GTA 6 oder die Qualität des Spiels auswirken wird, muss die Zeit zeigen.
Bis der Mega-Blockbuster tatsächlich draußen ist, werden sicherlich zahlreiche Entwickler und Publisher, die Ende 2026 oder Anfang 2027 ebenfalls ein Spiel veröffentlichen möchten, sehr unruhig schlafen. Mehr zur aktuellen Stimmung in der Industrie erfahrt ihr hier: Die Verschiebung von GTA 6 ist eine schlechte Nachricht für Fans, doch eine Gruppe leidet noch viel mehr darunter
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Mittlerweile nur noch peinlich und dann läuft das spiel auch nur auf 30 fps auf der konsole.
Naja dann kommt es für PC wohl doch ers 2029 oder 30
Langsam habe ich die Schnauze auch voll. Auch bei uns in der Firma heißt es nur noch: Mehr Gewinn, mehr Gewinn, sonst kündigen wir, wir schließen, wir machen dies und das. Wenn kein Geld da wäre oder man Verluste machen würde, könnte ich das ja verstehen. Aber das Geld ist da und zwar genug! Doch das reicht nicht. Aus 20 Millionen sollen 70 Millionen werden, egal wie. Es reicht! Mir tun die Entwickler echt leid nur weil wieder ein paar Aktionäre die Fresse nicht vollkriegen.
ist doch eindeutig, wenn es gegen das Arbeitsrecht verstößt müssen die gekündigten dagegen klagen.
Tuts nicht. Arbeitnehmerrechte sind in UK nicht so stark wie in Deutschland. Und im Amiland biste als Arbeitnehmer eh bloß Ware.
bei dem “groben Fehlverhalten” tippe ich auf streik während der Arbeitszeit. Da haben die Mitarbeiter nicht viele Argumente vor Gericht. Aber wenn laut den ehemaligen Mitarbeitern die Gründe der Kündigung haltlos sind kannst du natürlich klagen. England und die usa sind (noch) kein 3te welt land
Ganz ehrlich: Wenn man plötzlich die führenden Leute rauswirft, dann ist das kein gutes Zeichen. So was macht man nicht, wenn alles rund läuft. Das riecht nach internen Machtkämpfen oder einem kompletten Kurswechsel. Und ja, da darf man schon fragen, ob das Projekt überhaupt noch lebt – oder ob es nur noch künstlich am Tropf hängt, weil man sich das Scheitern nicht eingestehen will.
Bei Rockstar ist das besonders bitter, weil die kreativen Köpfe, die GTA groß gemacht haben, längst weg sind. Wenn jetzt auch noch die nächste Generation verschwindet, wirkt das nicht nach Feinschliff, sondern nach Panik-Management. Ich glaub nicht, dass GTA 6 offiziell eingestampft wird – aber das Risiko ist groß, dass wir am Ende ein Spiel bekommen, das perfekt funktioniert, aber keinerlei Seele mehr hat. Ein typisches Konzernprodukt: glattpoliert, kontrolliert, marktforschungsgeprüft – und innerlich leer.
Ich glaube eher die Aktionäre verlieren die Gedult.
Nun ja, die Verschiebung des Releases erhöht aber nicht gerade die Geduld von Aktionären…
Haben sie schon. Aktie ist deutlich abgestürzt. Und nach dem was ich hier lese würde ich die nächste Zeit auch nicht einsteigen. Hört sich alles wenig ermutigend an.