Twitter-Chef warf öffentlich einem seiner Mitarbeiter vor, eine Behinderung zu erfinden, entschuldigt sich jetzt

Twitter-Chef warf öffentlich einem seiner Mitarbeiter vor, eine Behinderung zu erfinden, entschuldigt sich jetzt

Elon Musk, der CEO von Twitter, ließ sich auf ein öffentliches Wortgefecht mit einem Mitarbeiter ein. Dabei stellte er nicht nur dessen Arbeit, sondern auch die Echtheit seiner Behinderung infrage. Jetzt rudert er zurück und entschuldigt sich.

Wie kam es zu dem Wortgefecht? Seit Elon Musk im Oktober 2022 Twitter übernahm, kam es zu mehreren Kündigungswellen. Ende Februar 2023 wurden Berichten zufolge erneut mindestens 200 Mitarbeiter entlassen.

Wer ist der Mitarbeiter? Unter den entlassenen Mitarbeitern war offenbar auch der Isländer Haraldur “Halli” Thorleifsson (isländisch: Þorleifsson), der sein Unternehmen Ueno 2021 an Twitter verkauft und seitdem für den Kurznachrichten-Dienst gearbeitet hatte.

Halli, wie der Mann sich selbst nennt, ist ein isländischer Unternehmer und Philanthrop. Er wurde 2019 zum isländischen Geschäftsmann des Jahres gekürt und startete 2021 ein Projekt, um lokale Geschäfte dabei zu unterstützen, barrierefreie Zugänge für Nutzer von Mobilitätshilfen anzubieten.

Wie der 45-Jährige erklärte, habe er keine Benachrichtigung über ein Ende des Arbeitsverhältnisses erhalten, lediglich der Zugang zu seinem Arbeits-Rechner wurde gesperrt.

Nach eigenen Angaben konnte er auch keine Verantwortlichen erreichen und wandte sich schließlich nach tagelanger Ungewissheit via Twitter direkt an Elon Musk: “Wenn genug Leute das teilen, antwortest du mir vielleicht hier?” (via Twitter).

Musk reagierte auf die wohl schlimmstmögliche Art und ließ sich auf einen öffentlichen Schlagabtausch ein. Die Auseinandersetzung verlief allerdings nicht so, wie der Twitter-Chef sich das vorgestellt hat.

Der “Deep Dive” soll uns so tief in MMORPGs eintauchen lassen, wie nie zuvor – Was ist das eigentlich?

Musk lässt sich auf Twitter-Gefecht ein

Wie reagierte Musk? Der 51-Jährige beantwortete den Tweet, indem er sich erkundigte, welche Arbeit er denn geleistet habe. Nachdem Halli sich bestätigen ließ, dass er nicht an Abmachungen zur Vertraulichkeit gebunden sei, listete er auf, was er alles für die Firma getan habe.

Musk stellte jedoch nicht nur die geleistete Arbeit infrage, sondern behauptete auch, der Mitarbeiter wende sich nur an die Öffentlichkeit, weil er es auf eine große Auszahlung abgesehen hätte – obwohl er bereits reich sei. Das Vermögen, das der Twitter-CEO anspricht, stammt aus dem Verkauf von Ueno an Twitter.

Zudem zweifelte er öffentlich an, dass Halli, der eine angeborene Muskelerkrankung hat und einen Rollstuhl benutzt, eine Behinderung habe: schließlich könne er ja Tweeten.

Der Grund, warum er mich in der Öffentlichkeit konfrontiert hat, war, um eine große Auszahlung zu bekommen. Soweit ich weiß, hat er in den letzten vier Monaten so gut wie gar nicht gearbeitet, weder im mittleren Management, noch sonst wo.

Trotz seiner Behauptungen auf Twitter, dass er gearbeitet hat, hat sich herausgestellt, dass er der Personalabteilung gesagt hat, dass er nicht arbeiten kann, weil er nicht tippen könne, aber im gleichen Zeitraum ein Unwetter auf Twitter zusammengetippt hat.

Beweise lieferte Musk nicht. Stattdessen schien sich der 51-Jährige immer weiter zu verrennen, erklärte schließlich, die Unterstützung für Halli ließe ihn den Glauben an die Menschheit verlieren.

Was hatte Halli dazu zu sagen? Der ehemalige Mitarbeiter bestätigte unterdessen, mittlerweile eine Bestätigung seiner Kündigung erhalten zu haben und fasste die Ereignisse in einer Reihe von Tweets zusammen (via Twitter).

Darüber hinaus legte er schonungslos Details seiner Behinderung offen und spickte den Thread mit Seitenhieben in Richtung Musk: Er bedanke sich für die Anteilnahme des CEO an seinen Fingern, das Verfassen kürzerer Texte sei in Ordnung, nach längerer Zeit würden seine Hände jedoch verkrampfen.

Dazu gab es einen Hinweis, dass Musk mit seinen Tweets vertrauliche Gesundheits-Informationen öffentlich gemacht hatte. Wir zeigen euch hier einen relevanten Ausschnitt aus dem Thread, es lohnt sich aber, ihn vollständig zu lesen (via Twitter).

Halli erklärt Musk die Feinheiten seiner Behinderung

Musk rudert zurück: “Hatte falsche Informationen”

Am 7. März schlug der Twitter-CEO plötzlich ganz andere Töne an: Auf einen Kommentar antwortete er, er sei in Kontakt mit Halli und gab zu, dass Twitter vielleicht nicht der ideale Rahmen war, um so eine Konversation auszutragen:

Aufgrund deines Kommentars habe ich gerade ein Videotelefonat mit Halli geführt, um herauszufinden, was wahr ist und was mir erzählt wurde. Es ist eine lange Geschichte. Es ist besser, mit den Leuten zu sprechen, als über einen Tweet zu kommunizieren.

Kurz darauf entschuldigte sich Musk in einem separaten Tweet: Er habe die Situation missverstanden, unwahre und teilweise irrelevante Informationen erhalten. Halli ziehe es in Betracht, auf Twitter zu bleiben. Dieser äußerte sich bislang noch nicht dazu, ob er tatsächlich in dem Unternehmen bleiben möchte.

Elon Musk scheint Twitter als eine Art Spiel zu betrachten. Er postet dort nicht wie der CEO des Unternehmens, sondern wie eine Privatperson, die Meinungen und heiße Takes loswerden möchte.

Ein unbedachter Tweet kann jedoch schnell eine Karriere zerstören:

Ein Gaming-YouTuber postet einmal falsch auf Twitter – Ruiniert sich 8 Jahre Arbeit mit einem Tweet

Quelle(n): Forbes, Spiegel, haraldurthorleifsson.com
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Nyla

Ich finde dieses Menschenbild erschreckend das Musk hier an den Tag gelegt hat. Jemanden mit einer bekannten Behinderung bzw Erkrankung öffentlich zu erniedrigen und gleich mal unterstellen er wäre faul…
Und am Ende war dann wieder der ominöse “jemand” Schuld der ihm angeblich falsche Infos gegeben hat.
Es gibt da einen interessanten Podcast zu Twitter, der diese Geschichte auch von verschiedenen Seiten durchleuchtet.

Karsten

Was Elon wohl nicht verstanden hatte – Halli lässt sich den Kaufpreis für sein Unternehmen über die Jahre in Form eines Gehalts auszahlen. Wenn er entlassen wird, muss Twitter ihm den restlichen Teil der 100 Millionen direkt auszahlen….

Nyla

Das und er hat ja auch gearbeitet, aber halt eben nicht getippt.

N0ma

Das Synonym was am ehesten für Twitter steht ist wahrscheinlich “toxic”.

Huehuehue

Es ging eigentlich schon mal ganz gut, man war auf einem gar nicht so schlechten Weg. Dann kam der selbsternannte Messias der Free Speech und seither herrscht weitgehend Anarchie. Aber kein Wunder, wenn der größte Twitter-Andy von allen, den Laden bald ganz alleine schmeißt, weil er sich für klüger als alle Entwickler hält und deswegen auch keine Einwände verträgt.

Zuletzt bearbeitet vor 11 Monaten von Huehuehue
lIIIllIIlllIIlII

Wie immer: jemand anders ist schuld. “jemand” hat mir falsche Informationen gegeben, “jemand” hat mir nicht genug Informationen gegeben.

Es sagt ja auch nicht: sorry, da habe ich wohl mal wieder Unsinn gequatscht. Sondern er sagt: sorry, ich wurde falsch unterrichtet.

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