Pro in DOTA 2 sagt: Er wurde gefeuert, weil er 2 Tage zu lang bei seiner Mutter blieb, bevor sie an Krebs starb

Pro in DOTA 2 sagt: Er wurde gefeuert, weil er 2 Tage zu lang bei seiner Mutter blieb, bevor sie an Krebs starb

Der phillipinisch-us-amerikanische Profi-Spieler Michael „ninjaboogie“ Ross jr. (30) spielte im MOBA DOTA 2 (Steam) für das Team SMG, eine Organisation aus Malaysia. Am Freitag gab das Team seine Entlassung bekannt. Der Spieler sagt: Er wurde gefeuert, weil er seine Mutter besuchte, die Krebs im Endstadium hatte. Er wollte nur wenige Tage mit ihr im Krankenhaus verbringen, als es auf das Ende zuging, aber das Team akzeptierte diese Entscheidung nicht. Man zweifelte an seiner Motivation.

Um diesen Spieler geht es:

  • Der 30-jährige ninjaboogie ist ein Veteran in DOTA 2. Er wechselte 2012 zu Valves MOBA; damals von Heroes of Newerth aus. Er spielt die Rolle eines Supports.
  • In seiner langen Karriere als Profi-Spieler hat er 475.000 $ verdient. Das meiste Geld kam 2019, als er beim riesiges Turnier „The International 2019“ 137.320 $ einstrich für einen Platz im Mittelfeld (via esportsearnings). Damals spielte er für das Team Mineski, ebenfalls ein Team aus Südostasien.
  • 2021 war er beim Team SMG gelandet, doch diese Zeit ging jetzt im Streit auseinander.
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Team verabschiedet Spieler per Twitter-Post, bedankt sich für die Hingabe

So gab das Team seinen Abschied bekannt: Das Team SMG postete am 20. Mai auf Twitter den Abgang von ninjaboogie und bedankte sich beim Spieler für seine „Begeisterung, die harte Arbeit und Hingabe zum Team SMG“.

Es gab keinerlei Hinweise, warum man sich getrennt habe. Alles sah irgendwie cool aus.

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Wenn man die Hintergründe kennt, wirkt es der Post zynisch.

Spieler wollte nur wenige Tage mit seiner sterbenden Mutter verbringen

Das sagt der Spieler: Der 30-Jährige erklärt, was hinter der Trennung steht. Es war ein Rauswurf, der schon in der Woche vorher kam:

  • Er wusste seit langem, dass der Tag kommen würde, an dem seine Mutter stirbt. Denn sie hatte Krebs im Endstadium.
  • Die Mutter des Spielers hatte am 12. Mai einen Schlaganfall erlitten und war ins Krankenhaus eingewiesen worden
  • Ninjaboogie sollte eigentlich am 14. Mai wieder zurück zum Team fliegen. Ein „Boot-Camp“ stand an. Doch er bat in einem Gespräch mit dem Team darum, doch länger bei seiner Mutter bleiben zu können, denn auch das Vorbereitungs-Camp startete erst am 20. Dann würde er da sein.
  • Ein Spieler von Team SMG, der Carry Midone, drängte aber schon am 14. Mai auf eine Entscheidung, ob er zurückfliegt oder nicht. Das Team äußerte Zweifel daran, ob er noch ganz bei der Sache sei.
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Der Spieler bekam viel Zuspruch für seine Situation auf Twitter.

„Ich kann sie in dieser kritischen Situation nicht alleine lassen“

Darum ist er nicht zurückgeflogen: Der Profi versicherte dem Team, dass er noch voll motiviert ist und sich nicht ablenken lasse. In seiner Freizeit trainiere er auch, aber er könne seine Mutter jetzt nicht alleine lassen. Er würde sich als Sohn wie ein Versager fühlen, wenn er das täte. Er brauche nur noch wenige Tage, um bei seiner Mutter zu bleiben: Es würde sich jetzt in den nächsten Tagen entscheiden, entweder ginge es ihr besser oder sie sterbe leider.

Spätestens am Montag, dem 16. werde sie aus dem Krankenhaus entlassen.

Der Spieler bat um weitere Tage bei seiner Mutter, bevor er dann ins Boot-Camp zum Profi-Team geht. Er hoffe, das Team akzeptiere seine Entscheidung (via twitter).

Meine Tante ist bei ihr im Krankenhaus und hält mich über ihren Zustand auf dem Laufenden. Ich spiele Ranked in der freien Zeit, die ich habe. Sie hat mir sogar selbst gesagt, dass ich gehen soll, aber ich kann sie in einer kritischen Situation wie jetzt nicht zurücklassen. Ich käme mir wie ein furchtbarer Sohn vor.

Ich muss nur noch wenige Dinge regeln, bevor sie hoffentlich aus dem Krankenhaus entlassen wird und ich bereit bin, euch alle im Bootcamp zu treffen. Ich hoffe, meine Entscheidung ist okay für euch.

ninjaboogie in einer Nachricht an das Team SMG

Spieler wird gefeuert, am Tag danach stirbt seine Mutter

So ging das weiter: Am 15. Mai teilte ihm das Team mit, man habe ein Meeting ohne ihn gehabt. Und mache künftig ohne ihn weiter.

Der Spieler sagt, seine Mutter starb am Montag, dem 16. Mai.

trainwreckstv-twitch
Twitch-Streamer Trainwreck ist ein harter Kerl, aber das der Fall des DOTA-2-Profis empört ihn.

Das sind die Reaktionen: Viele auf Twitter können die Situation des Spieler nachempfinden, auch sie haben Leute an den Krebs verloren, die sie liebten.

Die Reaktion auf das Handeln des Teams fallen zum Teil empört aus. Twitch-Streamer Trainwreck sagt etwa:

Scheiß auf die, Kumpel. Es ist klar, dass die Leute, die das entschieden haben, selbst keine Familie haben, denn wenn sie eine hätte, hätten sie deine Entscheidung nicht nur unterstützt, sondern dich sogar dazu ermutigt.

Trainwreck

Der Profi-Spieler wurde auf Twitter gefragt, warum er überhaupt wieder so schnell zurück zu seinem Team wolle. Warum er sich nicht die Zeit nehme, damit er um seine Mutter trauen kann. Der Spieler erklärte (via twitter):

  • sein Vater starb an Corona, gleich zu Beginn der Pandemie
  • seitdem ist ninjaboogie der Kopf der Familie und es liegt an ihm, sie zu versorgen
  • er habe all seine Ersparnisse aufgebracht und musste Geld verdienen – nur so hätte seine Mutter versorgt werden können, wenn sie denn überlebt hätte

Vom Team gibt es bislang kein weiteres Statement.

Wir haben auf MeinMMO vor kurzem erst über einen Profi-Spieler berichtet, der unter kontroversen Umständen entlassen wurde:

18-jähriger Profi malt ein „Z“ in DOTA 2: Valve disqualifiziert sein Team – Er wird gefeuert

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RaMa

Es ist traurig, wie der Leistungsdruck das menschliche vernichtet. Das Team hat zuerst auf die Leistung des Teams geschaut anstatt zu verstehen, dass hier ein Mensch in Not ist. Dieser Druck ruiniert so vieles. Hoffentlich kackt das Team halt erst Mal kräftig ab und hat ne scheiß Saison. Wer so unmenschlich reagiert und sich bis heute wohl nicht entschuldigt hat kann das ruhig spüren.

Tobi

Karma wird alles regeln.

Stephan

Einfach nur traurig. Ich hoffe alle Beteiligten bekommen was sie verdienen.

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