Die Generation Z ist genervt, weil ständig über ihre Arbeitsmoral gemeckert wird, obwohl sie über 40 Stunden pro Woche arbeitet und sich trotzdem keine Mietwohnung leisten kann.
Das Titelbild ist ein Symbolbild.
Was ist Generation Z? Generation Z oder auch Gen Z ist die Bezeichnung für die Generation, die etwa zwischen 1995 und 2010 geboren ist. Die Mitglieder dieser Generation sind jetzt also zwischen 14 und 30 Jahre alt. Die Gen Z ist somit in den vergangenen 10 Jahren in den Arbeitsmarkt eingestiegen.
Dabei kommt immer wieder Kritik an der Arbeitsmoral und dem Pflichtgefühl sowie der generellen Arbeitseinstellung der Generation auf. Führungskräfte behaupten in verschiedenen Studien: Mitarbeitern der Gen Z fehle es an Professionalität. Sie kämen oft zu spät, leisteten schlechte Arbeit oder würden Deadlines/ Fristen nicht einhalten.
Rund 18 % befragter Manager gaben an, dass sie schon mal über eine Kündigung nachdachten, weil sie von der Gen Z gestresst waren. Fast 40 % der Arbeitgeber erklärten in einer Umfrage, dass sie lieber einen Roboter als einen Uni-Absolventen der Gen Z einstellen würden.
Was ist die Kritik der Generation? Ein Teil der Gen Z ist die ständige Kritik an ihrer Arbeitsweise leid. Sie holen selbst zur Kritik aus und sagen: Boomer hatten es einfacher. Die konnten mit den damaligen Preisen mit einem einfachen Job ein Haus und einen Neuwagen kaufen. Das ist heute nicht mehr möglich.
Als „Boomer“ werden Menschen bezeichnet, die während der Zeit des Baby-Booms geboren sind, also etwa in den späteren 1950er- bis zu den früheren 1960er-Jahren. Boomer sind demnach ungefähr die Eltern bis Großeltern der arbeitenden Generation Z, wobei das natürlich von der jeweiligen Familie abhängig ist.
Der Influencer Robbie Scott fasste die Kritik in einem Video auf TikTok mit über 2 Millionen Aufrufen zusammen:
Wir müssen aufhören zu erwarten, dass dieselben verdammten Leute, die mit einem Jahresgehalt von 30.000 Dollar ein Haus mit vier Schlafzimmern und ein nagelneues Cadillac-Cabrio gekauft haben, verstehen, wie es ist, 40 Stunden und mehr pro Woche mit einem Master-Abschluss zu arbeiten und sich trotzdem keine 40-Quadratmeter-Wohnung im verfluchten Iowa leisten zu können.
Fortune.com
Auch auf Reddit sind User überzeugt, dass Boomer es einfacher hatten als die Generation Z: „Boomer übertreiben es wirklich mit ihrer Arbeitsmoral. Ich habe mit ihnen zusammengearbeitet und ihre Fähigkeiten und Arbeitszeiten gesehen, sie hatten es leichter“, schreibt ein Nutzer. Ein anderer ergänzt: „Viel einfacher und viel besser bezahlt, mit weniger Qualifikationen.“
Die Generation fühlt sich demnach zu unrecht kritisiert, denn ältere Generationen könnten die Lage der Gen Z nicht nachempfinden. Sie hätten auch ohne eine hohe Ausbildung einen gut bezahlten Beruf bekommen und konnten sich nach einigen Jahren ein Haus oder eine Eigentumswohnung kaufen.
Das ist für die Gen Z nicht möglich. Sie muss die Motivation finden, auf der Arbeit das Beste zu geben, wohl wissend, dass das Geld gerade so für eine kleine Mietwohnung reicht, aber wahrscheinlich niemals für ein eigenes Haus.
Was steckt hinter der Kritik? Die Mitglieder der Generation Z kritisieren nicht die älteren Generationen, sondern den aktuellen Arbeits- und Immobilienmarkt. Millennials und Gen Z sind laut der US-amerikanischen Zeitschrift Fortune die am besten ausgebildeten Generationen. Dennoch haben sie schlechtere finanzielle Aussichten und Probleme, Arbeit zu finden.
Zusätzlich zu einem hohen Abschluss als Grundvoraussetzung verlangen viele Arbeitgeber mehrere Jahre Berufserfahrung. Dazu werden Jobs online ausgeschrieben, wodurch die Bewerberzahl pro Stelle merklich höher ist. Früher sei es einfacher gewesen, einen gut bezahlten Job zu finden.
Außerdem ist der aktuelle Wohnungsmarkt eines der größten Probleme der Generation Z – nicht nur beim Kauf eines Eigentumshauses. Auch in Deutschland steigen die Mietpreise seit geraumer Zeit stetig an und junge Menschen haben Schwierigkeiten, in den Berufen, für die sie infrage kommen, die Kosten zu stemmen: Die Gen Z steht gerade vor zwei großen Problemen, von denen sie eins nicht ohne Hilfe lösen kann
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Tjoa ich bin ein Millenial oder Generation Y wie man so schön sagt und ich kann mich der Generation Z nur anschließen. Ich arbeite im Schnitt 45 Stunden die Woche und es reicht trotz Studium mit nachfolgender Ausbildung grad so. Da gibt es ein schönes Sprichwort. Der Fisch stinkt immer vom Kopf her. Und unserer verwest hier schon.
Löhne und Gehälter die bestenfalls zum Leben reichen und nichtmal im Ansatz mit der Inflation mithalten. Rückläufige Geburtenraten da man sich Kinder einfach nichtmehr leisten kann. Hohn und Spot von der älteren Generation.
Und jedes Jahr vermehrt sich die Anzahl der Milliardäre im Land genauso wie die der Menschen an der Armutsgrenze.
Wie schon beim vorherigen “Generationenkrieg” denke ich auch jetzt wieder, dass sich da vermutlich gar nicht so viel tut.
Die Probleme sind natürlich andere, aber ob es die eine oder andere Generation wirklich leichter hatte bzw. leichter hat sei dahingestellt. Hinzu kommt, dass jeder Probleme anders gewichtet oder manches gar nicht als Problem sieht und anderes hingegen schon.
Bei den Aussagen zur Arbeitsmoral etc. denke ich das gleiche, manche habe ich gar 1:1 bei Gen X schon gehört und gelesen.
Unmotivierte Leute gibt es immer und in jeder Generation, genauso wie Leute, die lieber über jemanden als mit jemanden reden.
Was die Immobilienlage angeht, ist es – meines Wissens – Tatsache, dass diese momentan eher bescheiden ist – wobei das ja jeden betrifft, Gen-Z altersbedingt vermutlich am Häufigsten.
Ich kann das anekdotischen bestätigen. Ich denke, da trittt auch der Effekt ein, dass viele ältere Leute dann gerne ihre Leistungen im Rückblick glorifizieren.
Also, was mein Vater erzählt hat, wie er gearbeitet hat, hat sich deutlich von dem unterschieden, wie er wirklich gearbeitet hat. 😀
Ich hab mit 16 hier bei der Lokal-Zeitung angefangen mit Praktikum und feier Mitarbeitet und da waren das ganze Arbeitstempo und die Abläufe schon sehr behaglich. Das ist halt die Lokalzeitung, die haben das so gemacht, wie sie es schon immer gemacht haben, es gab da keinerlei Druck, man stand mit niemanden so richtig in Konkurrenz.
Mit Anfang 30 war ich in München bei der GameStar und hab gesehen, wie mein Chef, da 20 Minuten hochkonzentriert auf den Laptop eingeprügelt hat. Das war halt eine ganz andere Situation, da bist du in Konkurrenz mit x anderen Seiten, hast viel höhere Erwartungen zu erfüllen.
Ich denke, insgesamt ist die Arbeitswelt heute deutlich professioneller und strukturierter als in den 90ern. Wobei das wirklich nur anekdotisch ist und nru für einen kleinen Bereich gilt, bei de ich Einblicke hatte.
Mit der Immobilien-situation … ja, das ist halt noch mal was anderes. Ich denke, da müssen wir in Deutschland einfach davon weg, alles im Standard 1++ zu machen, wenn eine 3- reicht und dann wirklich gebaut wird.
Puh, als Generation X kann ich da aus meiner Erfahrung aber anderes berichten. Ich habe meine “Karriere” auch mit diversen Praktika und unzähligen Bewerbungen begonnen. Als Grafiker im Berliner Agenturleben die belächelt, die 8 Stunden arbeiten durften. Halbtagsstelle hat man bei uns damals scherzhaft zu 9-5 gesagt… Und die Arbeitslast wurde auch als grafischer Leiter beim TV oder als Community Manager bei EA nicht anders.
Jetzt als Senior-Ausbilder für Mediengestalter hab ich mit vielen GenZ-lern das Vergnügen und die Work-Life-Balance Vorstellungen sind teilweise schon absurd. Dass sich Azubis bei mir beschweren, sie würden sich keinen neuen BMW und keine größere Wohnung leisten können (ja, Azubi mit Auto und Mietwohnung), sind nicht ungewöhnlich, Arbeitszeiten die über 15 Minuten Regelarbeitszeit hinaus gehen, sind undenkbar oder man kommt dann am nächsten Tag unangekündigt einfach deutlich später etc .
Und die eigene Lernfähigkeit- den eigenen Lernwillen sehe ich bei vielen nicht mehr. Viele wollen zwar alles können, aber nichts lernen müssen.
Wenn ich an meine Ausbildungszeit zurück denke, in der ich mir mit meinem Bruder ne 2-Zimmer WG im runtergekommenen Altbau geteilt hab und meine Wurst aufm Balkon eingefroren ist, weil wir uns keinen Kühlschrank leisten konnten ist nicht glorifiziert. Und Projekte wurden mir als Azubi halt auch einfach in die Hand gedrückt mit ner Deadline und der Ansage wenn ich was nicht könne, solle ich es nachlesen.
Natürlich, Lebenshaltungskosten sind nachweislich gestiegen, aber dass so jeder Angestellte sich einfach mal Haus und Auto leisten konnte, ist nicht nur unwahr sondern auch verzerrt. Viele der Menschen damals haben auf so ziemlich alles andere verzichtet um dann einen KREDIT aufnehmen zu können… um dann 30 Jahre Häuser abzuzahlen.
Und nein, auch ich habe nicht annähernd eigene Immobilen, trotz durchgehendem Anstellungsverhältnis in relativ guten Jobs.
Ich denke, gerad in dieser künstlich erzeugten Generation gegen Generations-Debatte neigen alle dazu den anderen in der Schuld zu sehen. Und jede Generation hat andere Herausforderungen.
Vielleicht ist es für alle an der Zeit, nicht mit dem Finger auf andere zu zeigen, sondern einfach mal die Ärmel hochzukrempeln.
Und ja, das gilt natürlich auch für die vorhergehenden Generationen,
Ich find das auf jeden Fall spannend – die Leute, die bei uns arbeiten, sind ja auch zum Großteil GenZ, aber wir haben da auch eine breite Auswahl. Die Leute, die du beschreibst, kämen wahrscheinlich gar nicht durch die erste Sichtungen.
Nicht vergessen die Chefs, die der Meinung sind, Lohn pünktlich haben zu wollen, bzw. Mehrarbeit ausbezahlt haben wollen, sei Erpressung, und nur sie selbst (also die Chefs) im ganzen Universum würden mit höheren Preisen zu kämpfen haben.
Meanwhile, jedes Jahr neues Auto (nicht Leasing, gekauft), auf Firmenkosten natürlich, und die 10. Bruchbude kaufen, um die für 600 Euro kalt für 40 m2 zu vermieten.
Also der 2. Teil ist doch smart. Und bitte versuch mir jetzt nicht zu erklären, dass wenn du die Möglichkeit hättest, das nicht auch machen würdest. Du würdest das natürlich zum Spot Preis vermieten.
Generelles Boss-Gebashe sehe ich immer kritisch. Jemand der die Firma von Grund auf aufgebaut hat, ohne goldenen Löffel etc., der hat von Anfang an auf sehr viel verzichtet. Wenn derjenige dann die Früchte seines Erfolgs genießen kann, warum nicht? Das alles steht natürlich zur Relation zu den Angestellten. Wenn die gerade den Mindestlohn erhalten ist das nicht schön.
Meistens lese ich hier eher Verbitterung und Neid.
Der spezifische Boss der hier beschrieben wurde existiert. Hat Ende August wieder einmal eine Firma vor die Wand gesemmelt, er steigt dank des GmbH Konzeptes mit Platin-Fallschirm aus, die Mitarbeiter fressen Sch…
Gezahlt hat er Tariflohn, dabei aber tarifliche Zuschläge (nicht gewerkschaftlich, sondern die, die er laut Grundtarif zu zahlen verpflichtet ist, wie Urlaubsgeld bzw. Weihnachtsgeld) unterschlagen. Vor Gericht sieht er sich keiner Schuld bewusst und jammert, das er, wenn er das zahlen müsste, die Firma schließen müsste.
Dabei hätte er die Kohle locker, nur einfach mal seinen Sohn und seine Tochter, die keine produktive Rolle in der Firma erfüllen (Sohn sollte mal die Abrechnungen machen, halbes Jahr lang. Keine davon hat gepasst, zwischen 2 und 50 Euro am fehlen, über alle 30 Mitarbeiter, 6 Monate lang, Tochter ist angeblich ‘Rechtsberaterin’, kann aber nicht einen rechtlichen Sachverhalt erklären), aus der Firma entfernen. Schon könnte er allen die Sonderzahlungen geben.
hast du gut beschrieben.
Beim Bauen sollte man immer aufpassen. Ich bin da bei dir das Standards gesenkt werden müssen, um es günstiger zu machen. Aber bitte mit Sinn und Verstand und nicht auf Kosten der Sicherheit, oder auch Energieeffizienz. Denn es wird nie an Menschen mangeln, die den ersten Cent sparen – & den letzten rausquetschen wollen. Deswegen stehe ich einer Note 3 extrem kritisch gegenüber. “Wieder mal am falschen Ende gespart” fällt mir das ein. Die Immobilienpreise Miete und Kauf ist wirklich unbeschreiblich grotesk. Meine erste Wohnung 2000 – 2002 , 64 qm 1 Raum 250 EUR Warm. das war einfach abbildbarer. heutige Junge Menschen, habe es da echt schwer an bezahlbaren Wohnraum zukommen