März-Update für Destiny 2 im Test – Lohnt sich die Rückkehr?

Das lang erwartete März-Update 1.1.4 für Destiny 2 ist endlich da. Der vorletzte Update-Meilenstein aus Bungies Notfall-Plan führte zahlreiche Änderungen am PvP, der Sandbox und den Strikes durch. Doch was haben die Änderungen gebracht? Wie spielt sich Destiny 2 nun nach dem Update?

Seit Dienstag, dem 27.03., ist das März-Update für Destiny 2 live. Grund genug für viele Hüter, mal wieder Destiny-Luft zu schnuppern und zu schauen, wie sich das Spiel verändert hat. Zu diesem Anlass machte sich auch unser Autor Sven gleich nach dem Hochfahren der Destiny-Server auf den Weg in den Turm, um dort seine verstaubten Jäger-Klamotten aus dem Tresor zu holen und sich mit seinen Waffenbrüdern wieder gemeinsam in den Kampf zu stürzen. Lest hier seine Eindrücke vom Update 1.1.4.Destiny 2 Hand cannon

So spielt sich Destiny 2 nach dem März-Update

Wie viele von Euch sicherlich auch, habe ich dem Update 1.1.4 trotz einer großen Portion Skepsis entgegengefiebert. Destiny ist für mich eine Herzensangelegenheit – und auch, wenn der kühle Kopf sagt, dass ich wahrscheinlich eher enttäuscht sein werde, so zwingt mich das Herz immer und immer wieder, Bungie eine weitere Chance einzuräumen, mir endlich das Spielgefühl zurückzubringen, was für mich bis heute immer noch einmalig und absolut unerreicht bleibt.

Als am 27. März gegen 20:00 Uhr die Server wieder online gingen, machte ich mich deshalb sofort auf den Weg in das geliebte Destiny-Universum, um mir selbst ein Bild von den zahlreichen Änderungen des März-Updates zu machen. Das Herz hatte mal wieder gewonnen…Destiny 2 3 guardians

Meine Eindrücke zu den Sandbox-Änderungen

Nachdem ich mir alle für mich relevanten Waffen und Rüstungsteile aus meinem Tresor geholt habe, begab ich mich zunächst auf den Merkur. Da es sich trotz des brandneuen Updates immer noch als schwierig erwies, überhaupt genügend willige Mitstreiter zu finden, entschloss ich mich, die Sandbox-Änderungen bereits beim Abreissen des Flashpoint-Meilensteins ausführlich solo anzutesten, während der Rest meines Trupps nach und nach eintrudelte.

Anschließend wurden die Tests in einem Team bestehend aus allen 3 Hüter-Klassen auf alle relevanten Bereiche des PvE ausgeweitet. Im Laufe der Woche konnte ich mir so ein gutes Bild über den aktuellen Stand des Spiels machen. Das sind meine persönlichen Eindrücke:destiny-2-strike-hüter-merkur

Bewegungsgeschwindigkeit – Go Fast?!

Bereits nach den ersten paar Schritten mit meinem Jäger war ich zugegebenermaßen etwas verdutzt. Beim Laufen oder Sprinten merkte ich keinen wirklichen Unterschied zu der Zeit vor dem Update. Auch beim Springen verhielt sich mein Jäger nicht wirklich anders. So soll also das Go Fast Update aussehen?

Kurz vor einem Schlaganfall stehend schraubte ich in meiner Verzweiflung die Agilität meines Charakters hoch und siehe da – mein komplett auf Agilität getrimmter Jäger bewegte sich merklich schneller, wirkte agiler und leichtfüßiger – auch in der Luft. Wirklich spürbar wurde der Unterschied jedoch erst ab einem Mobilitätswert von 8. Beim Sprinten hat der Mobilitätswert dabei immer noch genau so viel Einfluss, wie vor dem Update. Mit einer Mobilität von 2 werdet Ihr auch nach dem Update genauso schnell sprinten, wie zuvor.

Auch in der Luft verhielt sich der Jäger nun gefühlt besser – wenn auch nur minimal. Die Bewegungen, während man durch die Zielvorrichtung einer Waffe schaut, wirken ebenso agiler.

Wo ein definitiver Geschwindigkeitsanstieg zu verzeichnen ist, ist bei der überarbeiteten Super des Jägers. Diese wirkt nun deutlich flotter. Die Zeiten, in denen die Gegner einem Arkus-Akrobaten im Schmelztiegel einfach davonlaufen konnten, sind nun endlich vorbei, wie ich beim späteren Spielen feststellen konnte.Destiny-2-3-Exos

Viel deutlicher als der Jäger konnten jedoch die beiden anderen Klassen von den Anpassungen profitieren. Beim Titanen und vor allem bei dem bisher wirklich trägen Warlock hat sich sehr viel getan. Die Sprünge beider Klassen wirken nun deutlich agiler und leichtfüßiger.

Da Sprünge in Destiny 2 im Prinzip genauso viel zur Fortbewegung des Hüters beitragen wie das Laufen an sich, sind der Titan und der Warlock nach dem März-Update unter dem Strich deutlich schneller unterwegs.

Der Sentinel und der Striker mutieren während ihrer Super zu wahren Sprintwundern. Die Dämmerklinge kommt in ihrer überarbeiteten Form einem Duracel-Hasen auf LSD gleich.

Die insgesamt verbesserte Fortbewegung der Hüter kommt nach dem März-Update dem Niveau des beliebten Vorgänger-Titels sehr nahe und tut Destiny 2 in so ziemlich allen Bereichen spürbar gut. Dabei spielt der Agilitäts-Wert des Charakters eine entscheidende Rolle. Mit steigender Agilität erhöht sich auch die Fortbewegungsgeschwindigkeit insgesamt merklich. Kann jemand partout keine große Veränderung verzeichnen, sollte er diesen Wert nach oben drehen.destiny-2-hüter

Fähigkeiten und Super

Auch die Regenerationszeit der Fähigkeiten und der Super wurde spürbar gesenkt. Besonders in Kombination mit entsprechenden Mods laden die Fähigkeiten nun deutlich schneller auf, als noch vor dem Update.

Die Super kommt aufgrund der verkürzten Ladezeit und nicht zuletzt dank der Meisterwerk-Waffen nun deutlich häufiger zum Einsatz. Die überarbeiteten Super der Dämmerklinge und des Arkus-Akrobaten fühlen sich endlich wie eine richtige Super an und stehen den übrigen ultimativen Angriffen der Hüter in nichts mehr nach. Besonders die Dämmerklinge fühlt sich aufgrund der Anpassungen nun extrem agil, schnell und mächtig an. Das erste Mal überhaupt fühle ich mich in Destiny 2 wie ein mächtiger Hüter aus dem Vorgänger.destiny-hüter-sturm

Die Waffen-Performance

Zu den Waffen muss nicht viel gesagt werden. Die vom März-Update eingeführten Änderungen an der Waffen-Balance sind gleich nach den ersten paar Treffern zu spüren und fast durch die Bank weg gelungen. Die Impulsgewehre spielen sich nun wirklich klasse, die linearen Fusionsgewehre sind wahre Killer – im PvE fühlt sich generell jede Waffegattung deutlich mächtiger an, selbst die Scharfschützengewehre. Lediglich die Granatwerfer suchen in meinen Augen immer noch verzweifelt nach ihrer Existenzberechtigung im Spiel.

Die Zahl der möglichen Alternativen für eine effektive Waffenwahl ist definitiv gestiegen. Alle Gegner – vom kleinsten Vex bis zum größten Strike-Boss – lassen sich mit so gut wie allen Waffen merklich schneller bezwingen. Auch im Kampf Hüter gegen Hüter kann man nun beherzt zu einigen neuen Alternativen greifen, ohne dabei gleich konkurrenzunfähig zu werden.

Die Top-Favoriten sind und bleiben jedoch größtenteils immer noch die gleichen. In ihren Reihen gab es nur geringen Zuwachs. An Waffen, wie zum Beispiel Bessere Teufel kommt man auch jetzt noch nur schwer vorbei. Die Palette an nützlichen und soliden Waffen ist zwar durchaus größer geworden, doch hat man die „neuen“ Top-Tier Knarren einmal zusammen, gibt es auch nach dem März-Update kaum einen Grund, zu anderen Schießeisen zu greifen.

Ferner gibt es noch einige Unstimmigkeiten bei der Waffen-Performance. So teilen zum Beispiel im Dämmerungsstrike mit einem aktiven Elementar-Burn einige Waffen aus dem Kinetik-Slot mehr Schaden aus, als ihre Gegenstücke aus dem Energie-Slot – und das trotz eines entsprechenden Elementarschadens und obwohl beide im Prinzip dem selben Archetyp angehören. Hier sollte Bungie entweder Aufklärungsarbeit leisten oder gleich nachbessern.destiny-jäger-hüter

Sonstige Neuerungen

Mit dem Update 1.1.4 kamen außerdem einige neue Mechaniken und Systeme ins Spiel, die verschiedene kleine Aspekte des Spiels verbessern sollten.

So wurde eine Mechanik eingeführt, die verhindern sollte, dass sich Strikes und Schmelztiegel-Karten in ihren jeweiligen Playlists unmittelbar wiederholen. Bereits wenige Stunden nach Erscheinen des Updates wurde dieser Mechanismus jedoch wieder deaktiviert, da er offensichtlich dafür verantwortlich war, dass Spieler mit dem Fehlercode BAT willkürlich in den Orbit zurückbefördert wurden. Wann die Mechanik wieder in Betrieb geht, ist bislang nicht bekannt.

Auch das System zur Vermeidung von Duplikaten aus exotischen Engrammen scheint noch nicht so zu funktionieren, wie Bungie sich das vorgestellt hat. Denn exotische Duplikate sind nach wie vor an der Tagesordnung.

Die neu eingeführten speziellen Dämmerungs-Prämien stoßen auch auf nur wenig Gegenliebe bei Spielern. Dafür, dass Bungie den exklusiven Nightfall-Loot so intensiv beworben hat und im Anbetracht der dafür beanspruchten Zeit, ist das Ergebnis bestenfalls ernüchternd. Die Belohnungen beschränken sich zurzeit auf 7 Gegenstände wie Sparrows, Geister und Waffen.

Wie bereits von vielen befürchtet, handelt es sich dabei größtenteils um Reskins bekannter Modelle. Zur Langzeitmotivation werden diese besonderen Prämien meiner Meinung nach nicht wirklich beitragen können. Da haben die meisten wohl deutlich mehr erwartet.destiny-hüter-merkur

Meine Eindrücke zum PvE

Das PvE von Destiny 2 wird durch die Änderungen definitiv aufgewertet, so viel steht fest. Ob nun die stärkeren Waffen, der häufigere Einsatz von Fähigkeiten und der Super oder die verbesserte Bewegung der Hüter – das alles trägt ohne Frage zu einem besseren Gesamterlebnis bei. Man fühlt sich endlich mächtiger und eine Zeit lang macht es sogar wirklich Spaß, sich als erstarkter Held durch die gegnerischen Reihen zu ballern und sich an seine neuen Grenzen heranzutasten.

Doch reicht das, um abgewanderte Spieler wieder zurückzuholen und um die Hüter langfristig an das Spiel zu binden? Diese Frage kann ich für mich mit einem deutlichen NEIN beantworten. Denn dieser Spaß hält nicht lange an.

Nach ausgiebigen Tests der Sandbox-Änderungen starteten mein Team und ich in den Dämmerungsstrike. In unserem dritten Nightfall-Durchlauf hatte auch das letzte Trupp-Mitglied die exklusive Sniper erhalten und so flogen wir in den Orbit, wo für einige Zeit Totenstille herrschte.

Dann folgte: „Und nun? Ich brauche nichts mehr. Ihr? Die Änderungen spielen sich ganz ok. Aber was bringt’s? Es gibt nichts, was ich nicht gesehen habe. Nichts, wofür es sich wieder zu spielen lohnt. Ich würde sagen, wir sehen uns dann zum DLC, Männer …“

Mit diesen Worten endete unser PvE-Abend, den man eigenen Gesprächen und den Kommentaren vieler Spieler zufolge als stellvertretend für einen Großteil der Hüter ansehen kann. Und genau das offenbart die wahren Probleme von Destiny 2. Doch dazu mehr im Fazit.destiny-2-super

Meine Eindrücke zum PvP

Das PvP betrachte ich nach dem März-Update mit gemischten Gefühlen. Viele der eingeführten Änderungen erweisen sich auch in den Hüter-Duellen als sinnvoll und gut, einige bringen jedoch auch neue Probleme mit sich oder verstärken die bereits bestehenden.

Die Änderungen an den Hüter-Klassen, die neue Waffenbalance und die meisten der PvP-spezifischen Änderungen tun dem Schmelztiegel dabei sichtbar gut. Das Tempo ist schneller, Fähigkeiten kommen öfter zum Einsatz, man hat eine größere Waffenvielfalt zur Auswahl. Genau das haben sich viele Hüter gewünscht.

Doch aufgrund einiger Änderungen hängt der Spaß im PvP mehr denn je von der jeweiligen Playlist ab, in der man unterwegs ist. Die Spielerfahrung zwischen Schnellspiel und Kompetetiv unterscheidet sich in meinen Augen nun wie Tag und Nacht.destiny-2-brennender-schrein

Schnellspiel

Gerade das Schnellspiel hat für mich dabei sehr viel an Reiz verloren. Durch die Änderungen an der Verteilung von Power-Munition ist dieser Modus fast ungenießbar geworden – besonders für Leute, für die er eigentlich gemacht ist. Wer Lust auf ein paar kurzweilige Hüter-Duelle im Schmelztiegel hat, wird höchstwahrscheinlich enttäuscht.

Denn dieser Modus wird nun in hohem Maße von Power-Waffen dominiert. Bungies aktuelle Lösung für die Verteilung von Power-Munition macht es möglich.

Der Großteil der Matches verläuft seither meistens sehr einseitig und nach dem gleichen Muster. Der Team-Shooting-Faktor, dem Bungie eigentlich entgegenwirken wollte, wurde dabei sogar eher bestärkt. Teams campen fast ausschließlich an ihrer Quelle für Power-Munition oder versuchen, gleich beide Spots zu besetzen, sollten sie gut eingespielt sein. Sobald die Munition erscheint, hat man es fast nur noch mit den Spinnen der Kolonie zu tun.

Ausgeschaltete Gegner lassen zudem nun ihre Power-Mun fallen, was einem guten Team ermöglicht, fast dauerhaft mit schwerer Munition zu spielen und selbst bei leichtem Ausschlag auf dem Radar sofort wieder ihre Spinnen-Minen auf den Weg zu schicken.

Ein zufällig zusammengewürfeltes Team verliert solche Duelle in der Regel mit bis zu 70 Punkten Rückstand. Denn selbst die gebufften Kinetik- und Energie-Waffen kommen gegen eine solche Übermacht von Powerwaffen nicht an. Für Solo-Spieler ist das Schnellspiel momentan nicht zu empfehlen. Zu oft wird man als Random-Trupp gegen feste Teams ins Rennen geschickt – mit dem entsprechenden Ergebnis. Die von Bungie versprochenen Helden-Momente wollen dadurch kaum bis gar nicht aufblitzen.destiny-2-scharlach-hüter

Rumble

So sehr ich mich auf die Rückkehr von Rumble gefreut habe, so sehr hat es mich leider auch enttäuscht. Der Jeder-gegen-jeden-Modus ist in seinem aktuellen Zustand fast unspielbar.

Die Maps erwiesen sich schnell als zu klein für 8 gegeneinander antretende Hüter. Für 2 Teams à 4 Mann mag die Map-Größe zwar ausreichen, doch kämpft man gegen 7 andere Kontrahenten, so wird es sehr schnell zu eng. Segnet man einmal das Zeitliche, so ist die Wahrscheinlichkeit mehr als hoch, dass man direkt wieder vor der Flinte eines, wenn nicht sogar vor die Flinten mehrer Gegner landet. Die Respawn-Mechanik arbeitet dabei wirklich suboptimal.

Dank der ungünstigen Respawns schafft man es teilweise, mit einer Super gleich 5-6 Gegner auszuschalten – einige sogar mehrfach hintereinander, da sie aufgrund der verkürzten Respawn-Zeiten direkt wieder vor den eigenen Füßen auftauchen. Andersherum gilt natürlich das gleiche. Bereits nach wenigen Matches sinkt der Spaßfaktor fast gegen 0. Hier muss Bungie definitiv kräftig nachbessern.Destiny-2-Daumenhoch-Emote

Kompetitiv

In der Kompetitiven Playlist sieht die Situation schon etwas anders aus. Zwar wird man in einem Random-Team gegen eingeschworene Trupps hier immer noch genauso den kürzeren ziehen, doch das fehlende Radar ermöglicht so manch einen Spielzug, in dem man auch mal individuell oder zu zweit glänzen und sich gegen mehrere Gegner durchsetzten kann.

Auch kommen hier gefühlt mehr Waffen zum Einsatz als nur die Kolonie und vielleicht noch die Legende von Acrius. Auch Schrotflinten und vereinzelt auch Fusionsgewehre trifft man nun häufiger an.

Zwar wird immer noch verstärkt an der Power-Munition gecampt, doch aufgrund des fehlenden Radars und der sich daraus ergebenden taktischen Möglichkeiten, den Gegner zu flankieren oder hinterrücks anzugehen, ergeben sich mehr Situationen, wo man einer solchen Spielweise effektiv entgegenwirken kann – und zwar auch ohne eigene Power-Mun. Das Entfallen des Radars empfinde ich deshalb mittlerweile eher als eine Bereicherung für den Schmelztiegel.destiny-warmherz

Prüfungen der Neun

Nachdem mein Team und ich das erste Match in den Trials hinter uns gebracht hatten, war ich wieder mal sehr überrascht – und zwar positiv. Stellt die kompetitive Playlist eine Steigerung zum Schnellspiel dar, so verkörpern die Prüfungen der Neun das komplette Gegenteil des nun problembehafteten Modus. Das letzte Mal, dass ich so viel Spaß am PvP hatte, war in Destiny 1.

Da in den Prüfungen nur feste und meistens auch eingespielte Teams gegeneinander antreten, erübrigt sich ein Großteil der Kritik der anderen PvP-Modi. Die Matches sind durch den Wegfall des Radars nun noch taktischer und verlaufen viel spannender und knapper, als noch vor dem Update – selbst, wenn man gegen übermächtige Teams antritt.

Gecampt wurde so gut wie gar nicht. Fast alle Runden wurden von beiden Teams offensiv angegangen. Denn von der Seite flankieren, den Gegner in die Zange nehmen oder ohne Vorwarnung aggressiv frontal pushen – das alles klappt nun viel besser als zuvor.destiny-2-hüter

Die Kommunikation spielt jetzt eine noch größere Rolle. Hat man vorher seinen Hintermann auch auf dem Radar sehen können, so muss jetzt quasi durchgehend mit einander gesprochen werden. Auch läuft man ohne Radar selbst ständig Gefahr, den taktischen Überfällen der Gegner zum Opfer zu fallen, wenn man nicht angemessen kommuniziert.

Es kommen nochmals deutlich mehr unterschiedliche Waffen zum Einsatz als bereits in der kompetetiven Playlist. Bis auf Granatenwerfer und lineare Fusionsgewehre standen uns durch die Waffenänderungen so gut wie alle Waffengattungen fast gleichmäßig gegenüber. Einen 4-Mann-Kolonie-Trupp, wie in Schnellspiel schon fast üblich, sind wir in keinem einzigen Match begegnet.

Mit den Prüfungen der Neun ist Bungie meines Erachtens nach wieder mal ein Paradoxon gelungen. Der Modus, der eigentlich nur für einen kleinen elitären Kreis unter den PvP-Spielern gedacht ist, ist gleichzeitig als einziger in seinem aktuellen Zustand wirklich massentauglich. In diesem exklusiven PvP-Club hat man zurzeit auch als gelegentlicher Schmelztiegel-Tourist weitaus mehr Spaß, als in den übrigen Modi – vorausgesetzt, man findet ein festes Team.immerforst-eingang-destiny-2

Mein Fazit zum März-Update

Was haben die Änderungen bewirkt? Bietet Destiny 2 nun ein besseres Spielerlebnis? Konnte Bungie den freien Fall des Spiels endlich stoppen?

Meiner Meinung nach erweist sich das März-Update als Fluch und Segen zugleich. Auf der einen Seite hat der Großteil der Änderungen dem Spiel definitiv gut getan. Es spielt sich jetzt in vielen Bereichen deutlich besser und kommt den Vorstellungen der Spieler und dem ursprünglichen Destiny-Feeling nun ein ganzes Stück näher. Das Update ist ohne Frage ein Schritt in die richtige Richtung. Und doch konnte dieser Update-Meilenstein den freien Fall des Spiels nur verlangsamen und nicht stoppen.

Denn auf der anderen Seite offenbart das Update gleichzeitig die wirklichen Probleme des Spiels. Ein Großteil dieser durchaus sinnvollen Änderungen hätte spätestens nach den Erfahrungen aus der Beta fester Bestandteil der Release-Version von Destiny 2 sein müssen. Ferner braucht Bungie schlicht zu lange, um solche Anpassungen vorzunehmen. Wäre Destiny 2 bereits im aktuellen Zustand auf den Markt gekommen, so hätten die Dinge mit Sicherheit einen ganz anderen Lauf genommen.

Auch kehren die Hüter nicht wegen einer unglücklichen Waffen-Meta, einer zu hohen Time to Kill, wegen zu langsamer Hüter oder aufgrund von Munitionsproblemen im Schmelztiegel Destiny 2 den Rücken.

Selbst die sinnvollen und dringend nötigen Änderungen des Updates 1.1.4 vermögen nicht länger darüber hinwegzutäuschen, dass Destiny 2 an viel fundamentaleren und dringenderen Problemen leidet.

Solange Bungie Dinge wie unter anderem den trivialen Loot, die langweiligen Exotics, das aktuelle Waffensystem oder die fehlende Langzeitmotivation im Allgemeinen nicht konsequent angeht, wird Destiny 2 auch in Zukunft weit hinter seinen Möglichkeiten bleiben. Alle, die bereits vor dem Update nichts mehr in Destiny 2 zu tun hatten, werden auch nach dem Update nur wenig neue Beschäftigungen finden.

Eine Rückkehr kann ich zurzeit nicht wirklich empfehlen.

Was haltet Ihr vom März-Update für Destiny 2? Wie sind Eure bisherigen Erfahrungen?


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