Activision Blizzard bezahlt Angestellte dafür, ihre Schwangerschaft zu tracken

Frauen sind dazu angeregt, Activision Blizzard mit ihren Gesundheitsdaten auszustatten. Die Chefs können mit diesen sensiblen Daten angeblich Geld sparen. Als Belohnung dafür, dass die Angestellten ihre Daten mit einer App verfolgen, erhalten sie Einkaufs-Gutscheine.

Woher kennt Blizzard die Details? In der Washington Post ist ein Artikel erschienen, der sich um die Gesundheitsdaten von Frauen dreht. Durch Apps können diese Frauen sehr intime Daten angeben und dem Arbeitgeber zur Verfügung stellen.

Activision Blizzard ist eine dieser Firmen und bietet seinen Mitarbeiter sogar Boni, wenn sie diese Daten hergeben.

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Welche Daten werden gesammelt? Die Apps sammeln unterschiedliche Informationen. Die wohl prominenteste App, Ovia, fragt nach ziemlich vielen gesundheitlichen Details und will etwa wissen:

  • In welcher Phase der Periode sich eine Frau befindet
  • Wie sie sich heute fühlt
  • Wann man das letzte Mal Sex hatte
  • Wie viel sie wiegen
  • Wann sie schlafen gehen und wie lange
  • Wie oft sie versuchen, schwanger zu werden
  • Wie die Schwangerschaft verlaufen ist
  • Wann die Frau nach der Schwangerschaft die Arbeit wieder aufgenommen hat

Nicht alle Daten davon werden dem Arbeitgeber zur Verfügung gestellt, einige sind auch nur von der jeweiligen Nutzerin einsehbar. Die Apps geben darüber hinaus noch Tipps, wie man mit bestimmten Problemen am besten umgehen sollte und gibt allgemeine und spezifische Gesundheitshinweise.

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Wie werden die Mitarbeiter für die Daten belohnt? Wer seine Gesundheitsdaten dem Arbeitgeber zur Verfügung stellt, der wird dafür vergütet. Bei Blizzard gibt es für die Nutzungsdaten von Ovia etwa pro Tag 1$ in Form von Gutscheinen.

Was sagt Blizzard dazu? Milt Ezzard, bei Blizzard die „Vice President of global benefits“ sagte im Interview mit der Washington Post dazu, dass sich die Wahrnehmung der Mitarbeiter im Laufe der Jahre geändert hätte. So sagt er:

Jedes Mal, wenn wir etwas Neues vorgestellt haben, dann gab es einen kleinen Aufschrei: „Ihr späht in unser Privatleben!“ Wir haben langsam die Sensibilität erhöht und am Ende verstanden die Leute, dass es alles freiwillig ist, dass euch niemand die Pistole an den Kopf setzt und wir euch belohnen, wenn ihr euch dazu entschließt es zu tun [die Daten freizugeben].

Für Blizzard sei die Sache ein klarer Gewinn. Man habe bei den entsprechenden Mitarbeitern im Schnitt pro Jahr 1,200$ pro Mitarbeiter durch diese Gesundheitsüberwachung einsparen können.

Was sind die Sorgen? Datenschützer befürchten, dass die Daten genutzt werden können, um Schwangere oder Frauen im Allgemeinen unter Druck zu setzen oder sie zu diskriminieren. Auch wenn die Daten anonymisiert und zusammengefasst sind, lässt sich daraus doch einiges ablesen. Arbeitgeber könnten somit versuchen, Frauen zu beeinflussen, etwa doch keine Schwangerschaft anzustreben, wenn das finanzielle Risiko für den Arbeitgeber zu hoch ist.

Darüber hinaus gibt es natürlich die Sorge, dass Arbeitgeber sich immer weiter in das Privatleben einmischen.

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Viele Unternehmen in den USA wollen die Daten: Anzumerken ist, dass Activision Blizzard nicht das einzige Unternehmen ist, das solche Daten nutzt. In den USA sieht man das mit den persönlichen Daten in vielen Bereichen ohnehin etwas lockerer als in Europa oder Deutschland. Ob man das für eine gute Sache halten mag, wenn der Arbeitgeber alles über die eigene Gesundheit weiß, muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden.

Was haltet ihr davon, dass Arbeitgeber so intime Gesundheitsdaten sammeln? Ist das eine gute Sache, die vor allem dabei hilft, die Arbeitnehmer zu entlasten und auch noch Geld zu sparen? Oder ist das ein zu großes Druckmittel?

Anfang des Jahres machte Blizzard mit Entlassungen auf sich aufmerksam:

Activision Blizzard entlässt fast 800 Mitarbeiter trotz Top-Jahr
Autor(in)
Quelle(n): washingtonpost.comgamesindustry.biz
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