Blade and Soul: Alle Details zum West-Release – Zensiert oder nicht? Deutsche Übersetzung?

Das koreanische Wuxia-MMO Blade & Soul kommt nach vielen Jahren endlich in den Westen. In einem Live-Stream gab es Details zum West-Release. Wir fassen den zusammen.

Update 14.1.2016: Details zum Launch von Blade and Soul findet Ihr in diesem Artikel: Blade & Soul: Kostenloses Martial-Arts-MMORPG startet! Alle Infos zum Spiel

Original-Artikel:

Nach der Ankündigung, dass Blade and Soul endlich im Westen erscheinen würde, waren noch zahlreiche Fragen offen. Immerhin ist das Game kein unbeschriebenes Blatt, kein Frischling. Die Hardcore-Fans haben sich in den vergangenen Jahren mit dem Spiel auseinandergesetzt und wollten nun Details wissen.

Wird das betont freizügige Game auch so sexy im Westen ankommen? Mit wie viel Content startet das Game? Können die koreanischen Stimmen ebenfalls gehört werden?

Wir haben uns den Live-Stream angesehen, können all die Frage beantworten und noch viele mehr:

Free2Play-MMO ohne Paywalls

  • Blade and Soul wird im Westen und in den USA gleichzeitig erscheinen. Closed Beta im Herbst, Launch im Winter.
  • Man setzt auf ein Free2Play-Modell. Will in den nächsten Monaten noch Details nachliefern. NCSoft schließt Pay2Win aus und will auch keine „Paywalls“ errichten. Spieler sollen nicht für Spielinhalte bezahlen. Das würde die Spielerschaft auseinanderbringen.
BladeandSoul-Pics

Zu sexy für den Westen?

Blade & Soul wird auf den Westen zugeschnitten, aber sensibel

  • Das westliche Blade and Soul wird auf den Westen zugeschnitten. Das sei nichts Besonderes, genauso sei es mit dem japanischen, chinesischen und taiwanesischen Blade & Soul. Dort hätten diesen Anpassungen großen Erfolg gezeigt. In China loggten beispielsweise in der Spitze 1,5 Millionen Spieler gleichzeitig ein. Selbst im Milliardenland China ein großer Erfolg.
  • Bei der Übersetzung ist man im Moment in der Phase EN 1 – man hat alles aus dem Koreanischen 1:1 übersetzt. „Mit Google Translate?“, scherzt einer. „Nein, nein, wir haben schon Autoren“, heißt es. In dieser Phase hat man allerdings noch nicht auf kulturelle Gepflogenheiten geachtet. Im fertigen Launch sollen dann in der Übersetzung einige koreanische Besonderheiten wie hüpfende Vampire besser erklärt werden. Man werde es nicht übertreiben, werde keine „John Smiths“ herumlaufen lassen, aber es den Spielern leichter machen, in den stark asiatischen Hintergrund einzutauchen.

Blade-and-Soul-Stil

  • Die europäischen Server stehen in Frankfurt am Main.
  • Man will nichts aus dem Original weglassen, eher noch Neues hinzufügen.
  • Das westliche Blade and Soul wird kein „Fatigue“ (Ermüdungs)-System haben, wie in anderen Regionen. Das schränkt für gewöhnlich die Anzahl der am Stück möglichen Aktivitäten ein.

ESRB-Mature

  • Als vorläufige Einschätzung gibt die ESRB übrigens ein „Mature“ ab.
  • Man wird das Spiel nicht zensieren. Das war eine der am meist gestellten Fragen. Das Spiel soll so genossen werden, wie es geplant war. Da will man nicht in den Art-Style eingreifen.
  • Die Rasse „Kun“ wird man im englischen zu „Yun“ umbenennen. Es ist sprachlich zu dicht an „Coon“, einem extrem beleidigenden Ausdruck mit rassistischem Hintergrund.

Östliche Erzähltradition spiegelt sich in Story-Line

  • BladeandSoul-SchurkenBlade & Soul ist ein „over the top“ Eastern-Fantasy-Martial-Arts-MMO, dessen ist man sich bewusst. Diese Essenz will man erhalten.
  • Die Unterschiede in der Erzähltradition seien deutlich. In der westlichen Fantasy gebe es ein klares Bild von Gut und Böse. Der Gute sei auserwählt, das Böse zu besiegen, müsse die Welt retten. In der Wuxia-Erzähltradition gehe es darum, erlittenes Unrecht zu vergelten. Das sei wesentlich persönlicher. Meist werde dem Helden etwas genommen und er sinne dann auf Rache und wolle das vergelten. Es erinnere etwas an Kill Bill oder klassische Kung-Fu-Filme. Eine Abwechslung im MMORPG-Bereich.
  • 4 Rassen und 6 Klassen: Assassine, Blademaster, Kung-Fu-Master, Destroyer, Summoner, Force Master. Wie im Westen üblich passt nicht jede Rasse zu jeder Klasse.
  • Die Charakter-Erstellung ist ebenfalls so, wie man sich das vorstellt. Mit Wahlmöglichkeiten, Slidern und einer „Randomize“-Option, bei der schräge Gesichter herauskommen.
Blade-and-Soul-Charakter-Erstellung

Das kommt davon, wenn man auf Randomize drückt. Angeblich ist mit dem Char-Ersteller aber auch sowas wie George Clooney drin.

Spiel wird auch auf Deutsch erscheinen

  • Man wird Blade and Soul auch auf Deutsch und Französisch übersetzen – und hier ebenfalls auf die kulturellen Unterschiede eingehen.
  • Im Spiel selbst wird es ein „fully Voice-Over“ bei Cutscenes, eine Vollvertonung bei den Zwischensequenzen, auf Englisch, Deutsch und Französisch zu hören geben.
  • Einige Spieler würden es gerne mit koreanischen und chinesischen Voice-Packs spielen. Die plant man als optionalen Download anzubieten. Das ist im Moment noch nicht sicher.

Das Gameplay: Auf dem Wasser und durch die Luft laufen

  • Eine der Stärken ist die Fortbewegung im Spiel – die soll typisch „Eastern“ sein. Spieler können durch die Luft gleiten – fast wie auf einem Flugmount oder wie in ArcheAge mit dem Gleiter – aber ganz ohne Hilfsmittel, nur dank ihrer Fähigkeiten. Auch auf Wasser lässt sich sprinten.

Blade.and-Soul-Fliegen

  • Es wird „Dragon Streams“ in der Welt zu finden sein, das sind „Clicke auf A, komm bei B“-Reiserouten, die den Char Martial-Arts-mäßig durch die Luft springen und gleiten lassen.
  • Im Kampf setzt man auf ein möglichst reaktives System, innerhalb bestimmter Zeitfenster müssen Reaktionen des Spielers kommen.
  • Eine Heiler-Klasse gibt es nicht, jeder hat die Verantwortung, die anderen zu supporten und sich um seine eigene Lebensenergie zu kümmern. Beim aktiven Kampfstil wollte man keine Klasse haben, die sich das aus der zweiten Reihe anschaut.
  • Wer stirbt, kann versuchen, sich in Sicherheit zu schleppen und ins Leben zurückzufinden durch Meditation. Defensivere Klassen können ihn dabei unterstützen.

Blade and Soul soll schon poliert und mit vielen Luxus-Features erscheinen

  • Blade-and-Soul-SummonerGruppensuche für Instanzen läuft über Match-Making (ein LFG-Tool), als Pool nimmt man alle Server, das müsste also relativ rasch gehen. Diese Luxus-Optionen kann man anbieten, weil das Spiel eben schon reif und poliert ist durch die lange Entwicklungs-Zeit in Korea.
  • Man will mit einem Client starten, der auf dem neuesten Stand ist, aber nicht die ganze Story enthält. In Korea hat man 6 „Acts“ draußen, im Westen will man mit 3 starten, den Rest nachliefern.
  • Viel Aufmerksamkeit bekommt die Möglichkeit, die eigene Waffe immer weiter aufzuwerten. Spieler sollen, wenn sie das wollen, eine Waffe vom Anfang bis zum Ende weiterverwenden und sie immer weiter aufzuwerten können. Die Mechaniken und Preise dafür will man nach dem Feedback der Spieler anpassen. Die Waffen können beim Upgrade-Prozess nicht brechen.
  • Rüstung funktioniert als „Soul Shield“, die Items werden nicht am Avatar dargestellt. Das regeln „Kostüme.“ Das passe auch zum Wuxia-Stil, da zeige man seine Macht nicht unbedingt nach außen.
  • Fürs PvP hat man sich was einfallen lassen. Man signalisiert PvP-Aktivität,in dem man ein bestimmtes Kostüm anzieht. Dadurch sind etwa Gegnerhorden klar zu erkennen, die wirken wie eine Armee.

Die Mein-MMO-Einschätzung

Mein MMO meint: Der Live-Stream war professionell, unterhaltsam und amüsant – mit sympathischen Köpfen besetzt, die sich vor der Kamera augenscheinlich wohlfühlten. Besonders amüsant war, wie die Brand-Managerin Juliane Harty in ihrem Summoner aufging. Auch die „Ey, disst mich nicht, nur weil ich Brite bin“-Nummer ist eine Erwähnung wert. Die Sprache war nah an den Spielern dran mit vielen Film-Anspielungen, vielen MMORPG-Themen. Da merkt man schon den Unterschied zwischen NCSoft und einem MMO-Publisher aus der zweiten Reihe.

Auch die englische Lokalisierung mit der Synchronisation wirkte hochwertige, zumindest in dem wenigen, was zu sehen war. Bei dem negativen Ruf, den Asia-Free2Play-Spiele hier „genießen“, ist es in jeden Fall schön zu sehen, dass ein AAA-Publisher einsteigt und dem Spiel offenbar auch eine hohe Priorität einräumt.

Es entstand der Eindruck: Man weiß bei NCSoft West selbst darum, wie unglücklich vieles in der Vergangenheit gelaufen ist und dass das Spiel spät kommt, versucht das jetzt wettzumachen.

Blade and Soul Drache

Bauchschmerzen plagen den skeptischen MMO-Fan sicher, bis die genauen Details des Free2Play-Modells klar werden. Hier riecht das „Upgrade-System der Waffen“ nach einem kostspieligen Unterfangen, das mit der Frustration der Spieler liebäugelt und dann zum Gang in den Cash-Shop einlädt. Aber das ist im Moment noch Spekulation, die aus einer „Gebranntes Kind scheut das Feuer“-Erfahrung mit bisherigen Asia-Importen entsteht. Da sind solche „Waffen-Upgrade“-Systeme, so toll sie sich auch anhören, oft eine heikle Geschichte.

Sicher wird der Erfolg von Blade and Soul auch davon abhängen, derartige Befürchtungen im Mainstream der MMO-Spieler zu zerstreuen. Nach dem Stream bestätigt sich allerdings unsere Einschätzung: Blade and Soul ist in der Tat eine der Hoffnungen auf dem AAA-MMORPG-Markt in 2015 und 2016.

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