In dem laufenden Deal für die geplante Übernahme von Activision Blizzard durch Microsoft zeigen neue Dokumente die Erkenntnisse über Activisions Pläne mit Call of Duty. Der beliebte Shooter sollte der Schlüssel zum Erfolg sein – aber sie scheiterten.
- Im Januar 2022 hatte der Tech-Gigant Microsoft bekannt gegeben, den Gaming Konzern Activision Blizzard übernehmen zu wollen. Mit einem Kaufwert von rund 69 Milliarden US-Dollar wäre das der größte Deal im Gaming aller Zeiten.
- Die FTS (Federal Trade Comission) versuchte den Deal zu blockieren. Ein US-Gericht entschied nun zugunsten von Microsoft und räumte damit die Blockade der FTC aus dem Weg.
- Sony hat Bedenken hinsichtlich der Zukunft von Call of Duty geäußert, falls Microsoft Activision Blizzard übernimmt.
Aus einem neuen Dokument von Microsoft geht hervor, dass Activision den Plan hatte, sich mit der Übernahme von Call of Duty zu vergrößern. Das sei letztendlich ein „durchschlagender Misserfolg“ gewesen (via Twitter).
Mit Call of Duty: Modern Warfare 2 kehrte die Reihe zurück auf Steam:
„Der Versuch wurde zum durchschlagenden Misserfolg“
Warum wurde das zum Misserfolg? Laut Microsoft habe Activision Blizzard den Plan gehabt, Call of Duty von Steam zu entfernen und die digitale PC-Version des Shooters exklusiv im eigenen Battle.net-Launcher zu verkaufen. Damit wollten sie die Spieler auf die Plattform locken. Die Anzahl der monatlichen aktiven Nutzer des Launchers blieben in den Jahren konstant, wohingegen die Nutzeranzahl auf Steam anstieg.
Im Dokument steht:
Der Versuch von Activision, den digitalen PC-Verkauf von Call of Duty exklusiv auf seine Battle.net-Plattform zu verlagern, [war] ein durchschlagender Misserfolg. Vor 2018 verkaufte Activision digitale Versionen von Call of Duty-Titeln für PC über die erfolgreiche Steam-Plattform von Valve. Im Jahr 2018 beschloss Activision, das Spiel von Steam zu nehmen und es exklusiv im Battle.net verfügbar zu machen, vor allem in dem Bestreben, Nutzer auf die eigene Plattform zu locken und diese zu vergrößern.
via Twitter
Somit habe Activision 2018 angekündigt, Steam bei der Veröffentlichung von Call of Duty: Black Ops 4 auszulassen und exklusiv auf dem Battlen.net-Launcher zu veröffentlichen (via Kotaku). Activision habe fünf Jahre lang an dem Plan festgehalten, aber die Fans seien frustriert gewesen.
Im Jahr 2022 ruderten sie zurück und veröffentlichten Call of Duty Modern Warfare 2 auf Steam.
Der erhoffte Anstieg blieb aus
Was führte zum Umdenken? Activisions Plan, Spieler auf die eigene Plattform zu locken, sei gescheitert, heißt es. Während sich die Zahl der monatlichen aktiven Nutzer auf Steam in den Jahren verdoppelte, blieb sie auf Battle.net relativ konstant:
Die monatlichen aktiven Nutzer von Battle.net blieben während des Zeitraums, in dem es exklusiven Zugang zu digitalen Verkäufen von Call of Duty auf PC hatte, von 2018 bis 2022, relativ konstant. RX5055, S. 50. Im gleichen Zeitraum und ohne Zugang zu Call of Duty stiegen die monatlich aktiven Nutzer von Steam um mehrere zehn Millionen Nutzer und verdoppelten sich fast von 67 Millionen MAUs im Jahr 2017 auf 132 Millionen MAUs im Jahr 2021.
(MAUs = monthly active users)
via Twitter
In einem weiteren Auszug des Dokumentes weist Microsoft darauf hin, dass Plattformen auch ohne den Shooter erfolgreich sein können. Microsoft gab an, dass „Activision keinen einzigen Call of Duty-Titel für die Nintendo Switch veröffentlicht“ habe (via Kotaku).
Auch ohne Call of Duty ist die Nintendo Switch ein voller Erfolg und gehört zu den bestverkauften Konsolen weltweit.
Wir halten euch auf dem Laufenden, wie es mit Microsoft, Activision Blizzard und Call of Duty weitergeht.
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