Der WoW-Chef ist stolz auf die neue Erweiterung, weil das Team eine Sache nicht gemacht hat, die oft Standard ist

Der WoW-Chef ist stolz auf die neue Erweiterung, weil das Team eine Sache nicht gemacht hat, die oft Standard ist

Crunch, strenge Chefs, wenige Personen mit etwas zu sagen – das denkt man bei Videospielen. Aber World of Warcraft: Midnight brauchte das wohl nicht.

Wenn man an die Videospiel-Industrie denkt, dann kommen vermutlich erst einmal Bilder von Spaß und Freizeit in den Sinn. Doch wenn man länger bei dem Thema bleibt, kommt häufiger das Thema Crunch auf – also Zeiten, in denen die Arbeitnehmer massive Überstunden unter Stress schieben müssen. Meistens, um einen Release-Termin einhalten zu können. World of Warcraft Midnight brauchte das nicht. Der Game Director erklärt, wie man trotzdem abliefern konnte.

Was wurde gesagt? In einem Interview mit The Game Business auf YouTube sprach der Game Director von World of Warcraft, Ion Hazzikostas, über die Entwicklung von Midnight und das allgemeine Arbeitsklima in den Teams.

Er sprach darüber, dass man schon in der Vergangenheit versucht hatte, einfach immer mehr Entwickler einzustellen, um mehr Content zu produzieren, aber das habe nicht funktioniert. Denn am Ende käme es zu einem Engpass bei der Führungsebene, wo alles entschieden werden müsse.

Die Lösung war es, mehrere Teams mit mehr eigener Entscheidungskraft und aufgeteilten Führungsebenen zu haben. So können verschiedene, kleinere Teams effizient Entscheidungen fällen und an mehreren Projekten arbeiten.

Außerdem gibt es einen Punkt, auf den Hazzikostas sichtlich stolz ist, denn er sagt:

Am wichtigsten ist, dass es keine Opfer bei der Team-Gesundheit gab. Ich kann wirklich sagen, und das könnte eine Seltenheit in dieser Industrie sein, aber zum Glück ändert sich das, diese Erweiterung wurde ohne Crunch erschaffen. Das war eine Erweiterung, die wir gemacht haben, ohne dem Team sagen zu müssen: „Alles klar, wir brauchen euch auch am Wochenende und bis spät in den Abend.“ Wir haben das klüger gemacht, anstatt unser Team zu drängen, ungesunde Wege einzuschlagen.

Kein Crunch, aber schlechtere Qualität – findet die Community

So redet die Community über den Vorfall: Auch im Subreddit von WoW wird über die Aussage diskutiert. Die meisten freuen sich darüber, dass sich die Arbeitsbedingungen bei Blizzard offenbar verbessert haben. Allerdings gibt es Kritik an der Geschwindigkeit der Patches, die gelegentlich zu Lasten der Qualität gehen:

  • „Das würde all die Bugs erklären xD
    Ich sage nicht, dass diese Herangehensweise eine schlechte Sache ist, ich finde, sie klingt sogar gut, aber mich würde es nicht stören, wenn sie die Patches einen Monat länger machen und dann die Zeit haben, noch ein paar der Fehler vorher zu beheben.“
    – FaroraSF
  • „Meine zynische Reaktion darauf wäre es, zu sagen: ‚Natürlich stimmt das, schau dir den Zustand des Produktes an, den sie als Ergebnis liefern.‘ Aber, obwohl ich noch immer unzufrieden mit den UI-Fehlern bin und wie schlecht einige Spezialisierungen gerade sind, hoffe ich, dass das akkurat ist. Crunch sollte niemals benutzt werden, um schlechte Entscheidungen und schlechtes Management zu verschleiern.“ – Aern
  • „Sie haben zuvor schon einmal gesagt, dass ihre neue Herangehensweise ist, eine positivere Arbeitsumgebung zu werden. Ich glaube auch wirklich nicht, dass Blizzard hier noch mehr schlechte Berichterstattung riskieren kann.“ – Absoled

Cortyn meint: Ich kann nur hoffen, dass die Aussage von Hazzikostas stimmt. Aber zumindest klingt es passend – immerhin wissen wir, dass Blizzard noch an vielen Erweiterungen arbeitet und auch schon für die Zeit nach The Last Titan vorbereitet ist. Über so lange Zeit wäre vermutlich gar keine massive Belastung möglich, ohne die Mitarbeiter buchstäblich auszubrennen.

Allerdings muss man auch sagen, dass die ursprüngliche Qualität von Patches und Events in der schnelleren Kadenz deutlich gelitten hat. Gerade in der ersten Woche eines neuen Patches kann man fast täglich mit Hotfixes rechnen, die oft nicht nur Kleinigkeiten beheben, sondern ganze Belohnungssysteme über den Haufen werfen oder Grind-Zeiten um 80 % bis 90 % reduzieren. Hier merkt man doch, dass ein bisschen mehr Zeit vielleicht helfen würde, die Qualität zu steigern.

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Yoma

Die Leute kippen aber auch gleich Salz in die offene Wunde. 😉

Crunch sollte niemals benutzt werden, um schlechte Entscheidungen und schlechtes Management zu verschleiern.“

Ziemlich sinnlose Aussage. Ob eine Entscheidung richtig war weiß man erst hinterher.

Grundsätzlich halte ich von dieser Crunch Jammerei nicht allzuviel. Wenn du vorne mitspielen willst ist das normal das kurz vor Release nochmal alles aufdreht. Mag ja sein das es manche Firmen auch übertreiben, nur dann liegts an den Leuten das der Geschäftsleitung beizubringen.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von N0ma
Legacy2k

Och und sie haben wie immer fleißig die alten Models recycelt um ja nichts neues designen zu müssen 😑😅

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