WildStar – Das transmutierte Endgame im Test

Der erste, große WildStar-Patch ist nun seit fast zwei Wochen auf den Live-Servern und es wird Zeit diese Mini-Erweiterung zu bewerten und auch das allgemeine Endgame von Carbines MMORPG einer genaueren Betrachtung zu unterziehen.

Das Endgame – Abenteuer, Dungeons und jede Menge Tote

Die letzten drei Wochen habe ich mich munter durch die Abenteuer und Dungeons im Veteranen-Modus geschlagen und verzweifelt versucht meine Gruppenmitglieder am Leben zu halten. Das gelang mir. Manchmal. Während die Abenteuer noch fast alle machbar sind und man selbst als Neuling recht leicht eine goldene Wertung erhalten konnte, wenn zumindest die anderen vier Gruppenmitglieder wissen, was sie tun, ist das in Dungeons ganz anders. Mit meiner Esper fühlte ich mich relativ sicher, ich konnte alle Abenteuer problemlos heilen und – je nach Ausstattung des Tanks – auch teilweise die Schadensfähigkeiten auspacken, um das Ganze zu beschleunigen. Aber in Dungeons? Pustekuchen!

Die Dungeons spielen noch mal auf einem ganz anderen Level und vor fast jedem Bosskampf ist man gezwungen seine Fähigkeiten umzustellen und anzupassen. Was beim Lesen nach nerviger Arbeit klingt, macht aber erstaunlicherweise in der Realität viel Spaß. Es gibt einfach nicht die eine, unumstößliche Skillung, mit der ich immer und überall effektiv bin. Da das Verteilen der Fähigkeitspunkte umsonst ist, entstehen auch keine nervigen Kosten.

Doch seid gewarnt: Gerade eure ersten Gehversuche solltet ihr nicht mit Randomgruppen unternehmen, denn dort wissen die meisten Spieler bereits sehr genau was sie tun und haben nur Augen für die Goldbelohnung, die nach einem Ableben schon meistens nicht mehr erreichbar ist. Mir gefällt dieses System dennoch sehr gut, wenngleich es natürlich dazu zwingt, eine Gruppe aus Freunden zu organisieren, um wirklich Spaß an diesen Inhalten zu haben – zumindest für die ersten paar Runden.

WildStar Abenteuer Crimelords of Whitevale

Leider haben vor allem die Veteranen-Abenteuer in auch einige Negativpunkte. Die Entscheidungsmöglichkeiten sind zwar gut und verbessern das Spielgefühl, denn wenn man will fühlt sich kein Besuch an wie der vorherige, aber hier kommt das Problem an der Sache: Einige Routen sind einfach absolut unfair oder schlecht gebalanced. Im Abenteuer „The Malgrave Trail“ etwa, können einige der auswählbaren Strecken direkt zum Scheitern führen und die Goldmedaille ruinieren, weil man gar nicht verhindern kann, dass etwas Negatives passiert – vollkommen unabhängig davon, wie gut die Gruppe ist. In den „Crimelords of Whitevale“ ist es ebenfalls nicht ratsam vom „beliebtesten“ Weg abzuweichen, denn dann hängt sich das Abenteuer gerne mal auf – hier besteht auch nach dem Patch noch Nachbesserungspotenzial.

PvP – Schlachtfelder: Kurz, knackig und brutal

Auch das PvP habe ich mir ausführlich als Heiler angesehen – und das war ebenfalls ungeheuer spaßig. Die beiden Schlachtfelder dauern nie länger als eine halbe Stunde und bieten Spaß für viele, viele Partien. Vor allem gefällt mir, dass die Ausrüstung nur einen kleinen Unterschied zu machen scheint und vor allem das Können des jeweiligen Spielers im Vordergrund steht – wer seine Klasse besser beherrscht geht meistens als Sieger hervor.

WildStar PvP

Allerdings gibt es im PvP die meisten Schwächen des Spiels zu beklagen: Bots machen viele Schlachtfelder unsicher und laufen über vorher bestimmte Bahnen durch die Karte. Das wird sogar so absurd, dass sich diese Bots von beiden Teams dann an bestimmten Stellen treffen und gegenseitig verprügeln. Gelegentlich setzen sich die realen Spieler beider Teams dann friedlich an den Rand und schließen Wetten ab, welcher Bot nun gewinnt.

Aber auch an den PvP-Werten muss in WildStar dringend geschraubt werden! Die Attribute „PvP-Offensive“ und „PvP-Defensive“ wirken sich zwar wie gewünscht aus, allerdings erhält man sie auch viel zu leicht. Man benötigt nur 3 PvP-Gegenstände, um an die Grenze dieser Attribute zu gelangen – danach wird ihr nutzen zu gering. Aktuell ist also nicht ein reines PvP-Set am effektivsten, sondern eine Mischung aus PvP- und PvE-Kleidung, wodurch letztendlich Raider und Instanzgänger die besseren Ausgangschancen haben. Das ist absurd und wird zum Glück auch im nächsten großen Patch überarbeitet.

Das Fäulnisrefugium – Die Story schreitet voran, zumindest ein bisschen…

Die Geschichte um Drusera, die Eldan und die Transmutation wurde während des Hauptspiels leider zu keinem zufriedenstellenden Ende geführt – zu viele Fragen blieben unbeantwortet, dies sollte sich mit der neuen Zone ändern. Ob das gelungen ist? Nein.

WildStar Fäulnisrefugium

Versteht mich nicht falsch, die neue Zone in WildStar ist klasse und zumindest aus Sicht der Verbannten gibt es viel neue Lore (vor allem für die Mordesh) und einige Rätsel werden gelöst – aber eindeutig zu wenig. Nachdem man sich gegen das monströse Globellum behauptet und den freundlichen Pell etwas unter die Arme gegriffen hat, kann man endlich den „öffentlichen Dungeon“ betreten, welcher, böse formuliert, nichts anderes als ein größeres Schlauchlevel mit Elitegegnern ist. Zwar gibt es zwischendrin ein paar Terminals, die interessante Details der Geschichte verraten, allerdings fühlt man sich am Ende genau so unbefriedigt, wie schon beim letzten Gebiet. Die großen Enthüllungen fehlen.

Doch das ist nur ein kleiner Negativpunkt, denn als Ganzes ist die Zone klasse gemacht. Ernste und lustige Quests halten sich die Waage und vor allem der Drusera-Soundtrack, der beim Baumevent gespielt wird, bringt mich jedes Mal den Tränen nahe. Die Atmosphäre ist wunderbar und das Gebiet ausgesprochen stimmig – leider aber auch nicht sehr lang. Wenn die Patches in solchem Umfang allerdings wirklich monatlich erscheinen, dann ist das mehr, als man sich erträumen kann!

Von Phönixen und Trollen

Auch zwei neue, tägliche Missionen haben ihren Weg in das Spiel gefunden, die sich grundlegend von den beiden „Daily-Gebieten“ unterscheiden, denn sie müssen mit knapp 20 Spielern angegangen werden.

Die erste Quest ist relativ unkompliziert – man muss nur einen großen Piepmatz zurück in den Himmel befördern und das benötigt auch keinerlei Taktik. Das gute, alte „Tank&Spank“ funktioniert hier wunderbar und selbst mit nur einem Tank und einem Heiler lässt sich das Ganze problemlos bestreiten.

WildStar Tower Defense

Anders sieht es da bei der zweiten Aufgabe, „Wächter des Hains“, aus: Hier muss ein zentraler Punkt beschützt werden, während die Feinde aus allen Himmelsrichtungen angreifen – eine gute Gruppe mit mindestens 4 Tanks, 4 Heilern und 12 Schadensausteilern ist unerlässlich. Ganz im Stil von bekannten „Tower Defense“-Spielen kann die Schlachtgruppe aber auch noch verschiedene Türme bauen, die bei dem Unterfangen helfen. Hierbei kann man zwischen offensiven (die Schaden verursachen) oder defensiven (welche die Gegner verlangsamen) wählen. Wer aber gar eine silberne oder goldene Medaille in dem Event erlangen will, der muss auf die Türme verzichten und „spezielle“ Türme bauen, welche keinen Nutzen im Kampf haben, aber die Beute am Ende erhöhen, wenn sie überdauern.

Leider können im Moment alle Spieler diese Türme setzen, egal wer das Event startet, sodass Gold- und Silbermedaillen fast unmöglich zu erlangen sind, da besonders unfreundliche Spieler der Gegenfraktion einfach defensive Türme setzen und damit das 30-minütige-Event für die Gegenfraktion ruinieren – es bleibt zu hoffen, dass gegen diese Art des Trollens noch vorgegangen und mit harten Accountstrafen belegt wird.

Das nördliche Ödland – Mehr Dailies, aber leider ohne Liebe

Am stärksten enttäuscht hat mich leider das nördliche Ödland, das neue „Daily-Questgebiet“ in WildStar. Auf der einen Seite ist es klasse, dass ein altes Startgebiet in der Geschichte voranschreitet und jetzt von neuen Feinden bevölkert wird, aber der anderen Seite wirkt die Umsetzung ein bisschen lieblos, wenn ich die Zone mit anderen vergleiche. Die Missionen dort sind alle für Solo-Spieler ausgelegt, was ich grundsätzlich begrüßenswert finde – denn meistens macht man diese Aufgaben ohnehin, wenn man auf jemanden oder etwas wartet.

WildStar - Nördliches Ödland (Zone)

Während die Quests als solches auf der Insel kurzweilig sind und Spaß macht, scheint man das ganze „Drumherum“ ein wenig vernachlässigt zu haben. Im Ödland gibt es nur drei mickrige Challenges und alle beinhalten nur „Töte so viele davon, wie du kannst!“, während man im blutroten Hinterland eine größere Auswahl und vor allem spaßigere Varianten hatte. Auch ein großes Event wie „Aggregor“ sucht man hier vergeblich. Besonders negativ fällt auf, dass einige der täglichen Missionen nicht einmal Ruf für die Fraktion geben – warum ist das so? Ist das denn niemandem vorher aufgefallen?

Bugfixes – Einmal waschen und polieren, bitte!

WildStar hatte zum Start hin ausgesprochen wenige Bugs, aber ein paar Kleinigkeiten störten doch: Einige VIPs hatten gar keinen Effekt und vereinzelt waren Fähigkeiten verbuggt. Besonders ärgerlich war, dass bestimmte Berufe nicht ihr volles Potenzial entfalten konnten, da einige Rezepte schlicht noch nicht im Spiel implementiert waren.

Zusammengefasst kann man allerdings sagen: Die Fehler sind fast alle behoben worden und auch die Performance des Spiels ist besser. Obwohl ich keinerlei Veränderungen vornahm, habe ich nun im Schnitt rund 10 FPS mehr, auch in den besonders anspruchsvollen Gebieten. Ärgerlich ist nur, dass der Patch auch einige neue Fehler eingeführt hat: Besonders Twinks ärgern sich darüber, dass einige Quests in den niedrig-stufigen Gebieten nicht mehr abschließbar sind und übersprungen werden müssen – ein Hotfix für diese Aufgaben lässt noch auf sich warten.

Fazit – Klasse Endgame, klasse Patch und ein kleiner Zweifel

Das Endgame macht ungeheuer viel Laune und auch der Patch hat mit dem neuen Daily-Gebiet und den beiden 20-Personen-Missionen noch mehr Beschäftigungsmöglichkeiten eingeführt und das meiste ist purer Spaß. Ein fader Beigeschmack entsteht, denn die neuen Gebiete konnten zum Großteil auch schon während der geschlossenen Beta des Spiels gestestet werden, ob man hier nun wirklich von einem „großen Contentpatch“ oder nur vom „Nachreichen bereits versprochenen Inhaltes“ reden will, liegt wohl ganz daran, ob man pro oder kontra WildStar ist.

[intense_blockquote color=“#ffffff“ border_color=“#fa2f2f“ width=“40%“ rightalign=“1″]WildStar TestSchon meinen Test zu WildStar gelesen?[/intense_blockquote]

Zu einer Anhebung unserer ursprünglichen Bewertung führt der Patch leider nicht, denn dafür haben mich einige Kleinigkeiten doch arg enttäuscht. Eine Herabsetzung der Bewertung gibt es allerdings auch nicht, denn ich meckere hier wieder auf hohem Niveau und logge immer noch genau so viel in WildStar ein, wie in den Wochen zuvor.

Der Patch ist solide und macht Laune – mehr davon, aber vielleicht noch ein bisschen ausführlicher testen!

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