Warum ich spiele: Valkyria Chronicles

Es wird Zeit, eine alte Form meiner Kolumne mal wieder zurück ins Leben zu rufen, um Euch ein paar wirkliche Perlen vorzustellen, die meiner Meinung nach bisher zu wenig Beachtung bekommen haben. Hier stelle ich jede erdenkliche Art von Spielen vor, ganz unabhängig davon, ob sie offline oder online spielbar sind – in einigen Fällen sind sie sogar schwer als „Spiel“ einzuordnen, wie etwa „Juniper’s Knot„.

Den neuerlichen Anfang mache ich mit „Valkyria Chronicles“, welches es sowohl für die gute, alte PS3 als auch seit Kurzem für den PC über Steam zu kaufen gibt.

Die Handlung kurz umrissen

Valkyria spielt in einer halbfiktiven Welt um das Jahr 1935. Momentan findet der „zweite europäische Krieg“ statt, indem die beiden Supermächte „Imperiale Allianz“ und die „Atlantische Föderation“ um die Vorherrschaft und den seltenen Rohstoff „Ragnit“ kämpfen. Genau zwischen diesen Fraktionen liegt das kleine Fürstentum Gallia, das zu allem Unglück recht große Ragnit-Vorräte besitzt. Das Imperium fackelt also nicht lange und fällt über den kleinen Staat her.

Der Spieler nimmt die Rolle von „Welkin Gunther“ ein, einem Studenten, der nach abgeschlossenem Studium in seine Heimatstadt Bruhl zurückkehrt – genau rechtzeitig, um die Vernichtung des Dorfes durch den Krieg zu erleben. Als Folge dieser Grausamkeiten schließen er und die anderen Überlebenden sich der Miliz an. Ab diesem Zeitpunkt lernt man immer wieder neue Mitglieder von „Squad 7“ kennen, die man über kurz oder lang alles ins Herz schließt.

Genremix: Ein dramatischer, rundenbasierter Strategieshooter

Valkyria Chronicles Shooter

„Valkyria Chronicles“ vermischt einige Genres, das aber auf intelligente und vor allem gut gelungene Weise. Die Handlung wird in Kapiteln erzählt – so hat man immer 5-10 Minuten Storysequenzen, bevor es in den nächsten Kriegseinsatz geht. Die Schlachten laufen rundenbasiert ab, das heißt: Der Spieler kommandiert die Einheiten der Reihe nach. Jedes Bewegen einer Einheit kostet 1 Kommandopunkt. Sobald man eine Einheit kontrolliert, wechselt das Spiel von der Vogel- in die Third-Person-Sicht, man muss die einzelnen Soldaten also manuell steuern.

Die verschiedenen Einheitenklassen haben unterschiedliche Fähigkeiten: Scouts können besonders weit pro Zug laufen, Sturmsoldaten viel Schaden anrichten, Lanzer ganze Panzer auseinandernehmen. Wenn alle Kommandopunkte aufgebraucht sind, ist der Gegner an der Reihe.

Permadeath: Keine zweite Chance

Während des Spiels kann man sein Squad um zahlreiche neue Rekruten erweitern, wenn man das denn möchte. Abgesehen von ein paar tragenden Charakteren können alle Soldaten im Kampf sterben – und das permanent. Fällt ein eigener Kamerad, dann hat man im Anschluss noch 3 Züge Zeit, ihn mit einer anderen befreundeten Einheit zu erreichen, um einen Medic zu rufen.

Schafft man das nicht, oder ein Gegner berührt den Gefallenen zuerst, stirbt der Charakter – mit einer kurzen Einblendung seiner letzten Worte und dann färbt sich das Bild weiß. Jeder Spielzug will gut überlegt sein – leichtfertiges Verhalten kann schnell mit dem Tod geliebter Charaktere bestraft werden.

Jeder Soldat ist ein eigener Charakter

Valkyria Chronicles Charaktere

„Squad 7“ ist eine Milizeinheit und das merkt man auch am Verhalten der Mitglieder. Jeder Charakter hat einzelne Stärken und Schwächen, die im Kampf zur Geltung kommen können. Einige Frauen haben etwa den Nachteil „Gesprächig“, was ihre Zielgenauigkeit senkt, falls von ihnen favorisierte Freundinnen in der Nähe sind. Andere Charaktere sind ausdauernder, wenn geliebte Personen in der Nähe sind – einige opfern sich sogar selbst, um andere vor dem Tod zu retten.

Auch wenn nicht alle Mitglieder des Squads einen großen Teil zur Handlung beitragen, so haben sie alle detailliert ausgearbeitete Persönlichkeiten mit Stärken und Schwächen, die im Kampf immer wieder zum Vorschein kommen!

Viele grausame Themen, gut dargestellt

Valkyria Chronicles Szene

Valkyria Chronicles mag zwar bunte Anime-Charaktere besitzen, dies bedeutet aber bei Weiten nicht, dass es auch immer gut gelaunt zugeht. In „Squad 7“ gibt es Minderjährige, denn die Miliz von Gallia zieht jeden ein, den sie finden kann. Das stellt auch den Spieler vor schwierige Fragen: Will ich wirklich „Kindersoldaten“ in meinem Squad haben? Dass Charaktere permanent sterben können, macht diese Entscheidung nicht leichter.

An anderer Stelle findet man Arbeitslager, in denen „Minderwertige“ sich zu Tode arbeiten. Das erinnert mehr als nur ein bisschen an die Konzentrationslager der Nazis – und das soll es auch. Die Themen sind nah an der Realität, aber in einem fiktiven Kontext. Und sie werden niemals verharmlost. Es ist eine interessante Gratwanderung, die gelingt!

[intense_blockquote color=“#dbdbdb“ author=“Cortyn“]Kurz zusammengefasst ist „Valkyria Chronicles“ verdammt gut inszeniert. Die comichafte Grafik ist zwar schon etwas angestaubt, sieht aber immer noch gut aus und passt perfekt zum Spiel. Dramatische und lustige Momente halten sich die Waage, denn auch das „Alltagsleben“ in der Kaserne wird oft thematisiert. Umso schrecklicher sind dann jene Momente, in denen das Schicksal mit aller Härte zuschlägt. Wer ein spannendes, mitreißendes und anspruchsvolles Spiel sucht, sollte vielleicht über die zwanzig Euro nachdenken – sie sind bei „Valkyria Chronicles“ gut investiert.[/intense_blockquote]

Link zum Spiel: Valkyria Chronicles bei Steam.

Autor(in)
Deine Meinung?
0
Gefällt mir!

9
Hinterlasse einen Kommentar

Bitte Anmelden um zu kommentieren
MeinMMO Kommentar-Regeln
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.
  Abonnieren  
neueste älteste meiste Bewertungen
Benachrichtige mich bei
Alastor Lakiska Lines
Alastor Lakiska Lines
4 Jahre zuvor

und was mich bis heute mit Zorn erfüllt:
Sega hat Valkyria Chronicles 3 nicht lokalisiert

Cortyn
Cortyn
4 Jahre zuvor

Ich leide mit dir!

Jayner Voluntas
Jayner Voluntas
4 Jahre zuvor

Das letztere Lob will ich nochmal verstärken. Wegen der subjektiven Meinungen mag ich Mein-mmo auch. Bringt mir nichts wenn ein Medium meint dies oder jenes Spiel ist schlecht oder gut und die Redaktion davon ausgeht das dies für alle gilt.

Zum Thema: Auf das Spiel habe ich schon seit längeren ein Auge geworfen weil es mein Partner hat. Wird wohl mal Zeit das ich es probiere.

Keupi
Keupi
4 Jahre zuvor

Meinungen finde ich generell gut. Solange sie nicht belehrernd ist.Bei den meisten Gamingseiten stört mich, dass sie zu besseren Newstickern verkommen. Nur nackte Fakten und Patchinhalte kann man auch so lesen.

Gerd Schuhmann
Gerd Schuhmann
4 Jahre zuvor

Die Idee bei uns war es von Anfang an, Fakten und News in einen Zusammenhang zu setzen: Wo kommt das her? Was steckt dahinter? Was ist da die Story?

Das klappt nicht immer, dafür muss man sich in die Games erst einarbeiten, das ist auch angreifbarer, als wenn man einfach nur die Fakten 1:1 kopiert, aber es ist unserer Ansicht nach ein wertvoller Ansatz.

Und klar – so Meinungsartikel, auch persönliche von ganz unterschiedlichen Autoren, die ihre eigene Sicht haben – Das gehört auf jeden Fall dazu.

Cortyn
Cortyn
4 Jahre zuvor

Wenn ich ein Spiel für gut oder schlecht empfinde, dann gilt das natürlich für alle! Daran sollte es doch wohl keinen Zweifel geben! razz

Keupi
Keupi
4 Jahre zuvor

Ich muss gestehen, dass mir persönlich das Szenario, laut diesem Beitrag hier, weil ich das Spiel selbst nicht gespielt habe, zu nah an Ereignissen am 2.ten Weltkrieg zu sein scheint. Generell finde ich das nicht schlimm, nur selbst spiele ich diese Art von Spielen nicht. Ich muss gestehen, dass sich das im Laufe der Jahre geändert hat. Als Jugendlicher wäre mir diese „Story“ wahrscheinlich gar nicht so bewusst gewesen, heute als ü40-jähriger und Vater sind mir Entscheidungen über Kindersoldaten und KZs zuwidder.

Das kann und soll aber jeder anders sehen, ich habe auch nichts gegen Kriegsspiele und Shooter, aber wenn dann sehr gerne fiktiv. Ich möchte eher positiv unterhalten werden.

Btw.: Bei den Bildern selber bekomme ich irgendwie gerade Bock auf ein JRPG. Schade, dass die FF-Reihe nicht mehr rundenbasiert ist und JRPGs irgendwie gerade nicht in sind. sad

Btw2.: Schöner Beitrag, wegen diesen ganzen „persönlichen Meinungen und Beiträgen“ mag ich Mein MMO !

Cortyn
Cortyn
4 Jahre zuvor

Hallihallo Keupi! smile

Das Spiel hat zwar deutliche Parallelen zum 2. Weltkrieg, ist aber durchaus eigenständig. Klar gibt es hier und da den „klischeehaften“ blonden, blauäugigen Widersacher, der mehr als nur ein bisschen an das damalige Idealbild eines Ariers erinnert, das Herzstück macht aber definitiv die Geschichte um Welkin Gunther und sein Squad aus.
Da du zu jedem Charakter auch eine Menge HIntergrundinformationen bekommst, wenn du sie denn lesen willst, kannst du dich auch klar entscheiden nur „ältere“ Leute in dein Squad zu schicken und die anderen als Reservisten zu behalten.
Die Parallelen zum 2. Weltkrieg sind, zumindest für mich, kein Dorn im Auge sondern machen das Spiel eher noch einen Ticken wertvoller.

mmonsta
mmonsta
4 Jahre zuvor

ich entdecke immer wieder jrpgs die ich noch nich kannte. langsam hab ich zwar glaub alles durch was mich so interessiert und spielbar is aber es gibt noch viel mehr fern ab der ff-reihe. du musst aber uU mit nem emu zocken.
ich wette da sind noch viele perlen die dir zusagen und du noch nich aufm zettel hattest.

Passwort vergessen

Bitte gib Deinen Benutzernamen oder Deine Email-Adresse ein. Du erhälst einen Link, um ein neues Passwort per Email zu erstellen.