Warum ich spiele: Juniper’s Knot

Hallihallo und mal wieder willkommen zu einer meiner Kolumnen. Nachdem mein MeckerMittwoch diese Woche eiskalt der Zensur zum Opfer gefallen ist (und das nur, weil ich eine Flashmobparty bei meinem Chef veranstalten wollte!), habe ich mir überlegt, einen anderen Themenbereich ebenfalls mit anzuschneiden.

Ich möchte hier Spiele vorstellen, die sich meiner Meinung nach grundlegend von anderen unterscheiden und eine einzigartige Erfahrung bieten, oder aber wirkliche Paradebeispiele ihres Genres sind. Vermutlich werdet ihr von den meisten Spielen hier noch nichts gehört haben – aber genau das ist ja auch Sinn und Zweck des Ganzen, ich möchte euer Augenmerk auf wirkliche Perlen lenken, die bisher definitiv viel zu wenig Beachtung gefunden haben.

Das Gameplay besteht aus nervenaufreibendem „Weiter“ klicken.

Den Anfang mache ich mit einem Spiel, das mir von einer Freundin empfohlen wurde, und zwar „Juniper’s Knot“. Hier von einem Spiel zu reden, wird der Sache vielleicht nicht gerecht, denn streng genommen handelt es sich um eine „Visual Novel“, also eine Geschichte, die hauptsächlich über Text und Bilder erzählt wird.

Richtig gelesen, es gibt keine Entscheidungsmöglichkeiten und das Gameplay besteht aus nervenaufreibendem „Weiter“ klicken, damit man die nächste Textzeile einsehen kann – wer also nur auf knallharte, skillbasierte Action aus ist, kann das Ganze getrost links liegen lassen.

Was macht dieses Spiel denn dann so großartig, dass ich es absolut in den Himmel lobe?

Kurz und knapp: die Geschichte. Ich will euch das Grundsetting hier kurz erklären, ohne zu viel der Handlung vorwegzunehmen, denn das macht natürlich den größten Reiz aus.

Junipers Knot Visual Novel

„Juniper’s Knot“ wird abwechselnd aus der Sicht von zwei Charakteren erzählt. Zum einen aus der Sicht einer Dämonin, die seit einer ganzen Weile durch einen Schutzkreis in den Ruinen einer verfallenen Stadt eingesperrt ist.

Im Laufe der Geschichte habe ich so manches Mal eine Träne vergossen.

Der zweite Charakter ist ein junger Mann, der sich verlaufen hat und zufällig in das Gefängnis dieser Dämonin stolpert. Fortan erlebt man die Dialoge der beiden Personen und erhält gleichzeitig immer wieder Einblicke in ihre Gedanken. Die Texte sind genial geschrieben, die Charaktere wirken ungeheuer lebendig, nachvollziehbar und ohne einen Hehl daraus zu machen, habe ich im Laufe der Geschichte so manches Mal eine Träne vergossen, weil sie ungeheuer gut inszeniert ist – die Grafiken und Soundeffekte sind eine wirkliche Bereicherung.

Mit seiner recht kurzen „Spielzeit“ von zwei Stunden eignet sich „Juniper’s Knot“ perfekt für eine Serverwartung. Wobei ich jedem empfehlen würde, diese Geschichte nachts oder bei gedimmtem Licht zu erleben – nicht, weil sie ungeheuer gruselig ist, sondern weil es einfach wunderbar zur Atmosphäre passt. Dieses „Spiel“ hat mich traurig und zugleich glücklich gemacht und daran erinnert, warum ich Computerspiele im Allgemeinen so sehr liebe – es ist Zeit, in der ich einfach restlos glücklich und zufrieden bin, selbst wenn mich ein Spiel zum Weinen bringt.

Wer einen kurzen (lies: 2-stündigen) Blick auf die Visual Novel werfen will, kann diese vollkommen kostenlos hier herunterladen.

Ich empfehle die englische Version, die deutsche fand ich leider eher mäßig, aber bevor man sich das Ganze komplett entgehen lässt, taugt sie wohl auch.

Kennt ihr selber ein paar Spiele, von denen ihr denkt, dass sie viel zu wenig Beachtung finden und was haltet ihr von Juniper’s Knot? Lasst es mich in den Kommentaren wissen!

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