Kriegt Twitch doch kein „Pay2Win“-Feature? Erste Tests zeigen, wie schlecht es ist

Ab dem 2. November begannen erste Tests zur neuen Boost-Funktion auf Twitch. Streamer und YouTuber Zach Bussey analysierte jetzt die Zahlen vom kostenpflichtigen Boost-Feature und zeigt auf, wie sinnvoll diese „Pay2Win“-Mechanik wirklich ist.

Wie funktionierte die Boost-Funktion? Im Austausch gegen Geld konnten Zuschauer ihre Lieblings-Streamer bewerben lassen. Dieses Geld wanderte jedoch nicht zum Streamer, sondern zu Twitch. Daraufhin wurde der Streamer auf der Hauptseite der Streaming-Plattform beworben. Je nach Summe wird er mehr oder wenigen Nutzern angezeigt:

  • 0,88 Euro für 1.000 Anzeigen
  • 2,63 Euro für 3.000 Anzeigen
  • 4,63 Euro für 5.000 Anzeigen

Außerdem gab es zusätzlich einen Test, der ohne Geld funktionierte: Zuschauer sollen Community-Herausforderungen auf den jeweiligen Kanälen der Twitch-Streamer meistern. Die Herausforderung konnte bestanden werden, wenn genug Kanalpunkte geopfert wurden. Kanalpunkte sammelt ein Zuschauer fortwährend, wenn er den Stream schaut, einen Follow dalässt oder anders mit dem Stream interagiert.

Twitch bringt Pay2Win-Mechanik für Streamer: Community kritisiert das scharf

So lief der kostenpflichtige Test zum „Pay2Win“-Feature

Im Test konnten nur Streamer diese Funktion nutzen, die weniger als 250 durchschnitte Zuschauer besaßen. Zuvor wurde gefürchtet, dass der Spalt zwischen großen und kleinen Streamern dadurch noch größer werde. Allerdings sei Zach Bussey sich sehr sicher, dass auch bei eventuellem offiziellen Release, eine Grenze durch durchschnittliche Zuschauer bestehe (via YouTube).

Der Test des Boost-Features fand bisher nur in Amerika statt. Details zu den 125 Twitch-Streamern, die an dem Test teilnahmen:

  • 107 Affiliates.
  • 18 Partner.
  • Insgesamt 27 durchschnittliche Zuschauer, gerechnet auf alle 125 Streamer.
  • Viele der Streamer hatten etwa 5 Zuschauer im Durchschnitt.
  • Der Channel mit den meisten Zuschauern im Schnitt lag bei 353. Das entsprach zwar nicht den Vorgaben von 250, jedoch wurde die Person ausgewählt, bevor sie den Zuwachs an Zuschauern, durch Raids und Hosts, erhielt.
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In seinem Video analysierte Zach Bussey den Boost-Test ab dem 2. November. Vom 2. Oktober bis zum 2. November sammelte er die Daten der Testteilnehmer und verglich sie mit denen vom 2. November bis zum 2. Dezember. Bussey wollte den Erfolg oder Misserfolg des Boost-Tests analysieren und bezog diese Daten von Twitch-Streamern darin ein:

  • Durchschnittliche Zuschauer.
  • Die höchste Zahl an Zuschauern.
  • Aufrufe des Kanals.
  • Erhalt von Follower.
  • Stunden, die der Streamer live war.

Das Ergebnis: Insgesamt konnte man einen negativen Trend sehen. Sowohl die durchschnittlichen Zuschauer sind im Schnitt um 6,73 % gesunken als auch die Aufrufe eines Kanals um 49,46 %. Allerdings waren die Streamer nur 4,79 % weniger Stunden live, als im Monat zuvor, an Beteiligung kann es also nicht gelegen haben.

Bussey betonte, dass das Ziel eines solchen Features eher ein positiver Trend sein sollte, als ein negativer. Das Boost-Feature habe sein Ziel also komplett verfehlt und anscheinend beinahe keine Auswirkungen auf die Streamer gehabt.

Klar hatten ein paar Twitch-Streamer bessere Zahlen als im Monat zuvor, doch das sei gerade als wachsender, aktiver Streamer völlig normal, sagte Bussey. Das Boost-Feature sei daran wohl eher weniger beteiligt gewesen.

Ob Twitch die neue „Pay2Win“-Mechanik auch in Deutschland bringt oder testet, ist bisher nicht bekannt. Aber ab Dezember wird die kostenlose Variante via Kanalpunkte bei uns getestet (via Twitch). Ob es schon losging, welche Streamer daran teilnehmen und wie das Ganze bisher in Deutschland ankam, wissen wir bis dato nicht.

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KenSasaki

Twitch geht mir aktuell mir Werbung sowieso genug auf die Nerven, wären da nicht ein paar Streamer die ich gerne schaue, würde ich das ja ganz beenden dort. Alleine das mittlerweile bei den streams die App kleiner wird für Seitenwerbung, genau wie im Browser nervt so extrem.

CptnHero

Amen, mich kotzt das letzte Zeit so dermaßen an.
Das ist halt noch schlimmer als Fernsehwerbung alle 20 minuten oder so, weil dieses Minimieren des Streams halt bei vielen Streamern auch noch mittendrin passiert.
So verpasst man in der Regel interessante Momente.
Am Anfang des Streams Werbung schalten, okay…von mir aus noch mal eine wenn die Person der man zuschaut kurz afk geht…aber so? absoluter Müll.

Zumindest passiert das noch nicht bei allen Streams…aber wenn das überhand nimmt, dann gehört Twitch bei mir der Vergangenheit an.

artigkeitsbaer

nur mal so am rande mwiso sollte ich 5000impressions kaufen wenn ich 5mal 1000 günstiger kriege 😀

Der dreck mit der werbung is abartig für mich is es soschlimm das ich nurnoch mein streamer eigendlich mit prime sub gucke den rets garnicht mehr.

Mein tollstes erlebnis war bei esfand ich wollte kurz in den streamgucken und wurde mit einem 5minuten werbeblock direkt bei channelbeitritt begrüßt direkt als dankeschön entfolgt und solche dinge gabs auf vielen channeln. Und ich sehe es nicht ein twitch turbo zukaufen oder wie es heist und die mit ihrer masche noch zubestätigen

Hamurator

Twitch geht m. E. noch, auch wenn manchmal die Werbung zu einem ungünstigen Zeitpunkt kommt. Bei YouTube sind hingegen manche Videos ohne Adblocker oder Premium nicht mehr vernünftig anschaubar. Hatte gestern ein einstündiges Video, in dem alle 5-7 Min. ein Werbeblock geschalten wurde.

Ein Twitch-Abo, das Werbung generell ausschließt, wäre eine dolle Sache.

KenSasaki

Das ist eben die sache, bei YT-Premium ist die werbung ganz weg, wenn ich bei dem Streamer bei dem ich einen Sub habe, die werbung weg wäre, würde mir das ja reichen, Twitch bekommt ja e genug davon ab… aber das mit der Werbung ist nur noch rotz

Hamurator

Ich wurde auf Twitter (Grüße an flok3tchum) darauf hingewiesen, dass es für Twitch eine Möglichkeit gibt, die von Twitch geschaltete Werbung abzuschalten: Twitch Turbo. https://www.twitch.tv/turbo?lang=de

“Warum ist die Werbefreiheit kein Bestandteil von Twitch Prime bzw. Prime Gaming?” Tja, gute Frage, nächste Frage.

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