Entwickler sagen: Steam Summer Sale war Katastrophe, vor allem für Indies

Der Steam Summer Sale 2019 dürfte als einer der chaotischten in die Geschichte von Valve eingehen. Doch Indie-Entwickler hatten darunter richtig zu leiden.

Der Steam Summer Sale 2019 ist zuende. Nicht nur die Benutzer und ihre Geldbeutel müssen sich davon erholen, sondern auch eine ganz andere Gruppe: Indie-Entwickler. Für die war der Summer Sale nämlich ein Fiasko, das seinesgleichen sucht.

Statt zusätzlicher Einnahmen blieben viele hinter den Erwartungen zurück und haben nun einen kleineren, potenziellen Kundenkreis. Schuld daran sei der „Grand Prix“ gewesen, den bis heute nur wenige so richtig verstanden haben.

Was war das Problem? Beim „Grand Prix“-Metaspiel, an dem alle Nutzer auf Steam teilnehmen konnten, gab es die Möglichkeit, ein Spiel aus der eigenen Wunschliste zu gewinnen. Da die Regeln dafür nicht eindeutig waren und Valve das erst viel zu spät erklärt hat, hatte das dramatische Auswirkungen.

Die Nutzer editierten ihre Wunschliste und schmissen alle Spiele raus, die kein Vollpreis-Titel waren. Sie dachten, dass man im Falle eines Gewinns dann den größten Wert aus der Aktion ziehen kann.

Steam Grand Prix Titel2

Das waren die Auswirkungen für Indie-Entwickler: Indie-Entwickler produzieren oft Spiele, die von einem kleineren Team entwickelt werden oder besonders nischig sind. Das hat dann oft einen reduzierten Preis zur Folge. Statt 60€ kosten Indie-Spiele oft nur zwischen 5€ und 30€. Genau diese Spiele flogen als erstes aus der Wunschliste vieler Spieler.

Ein großer Kundenkreis ging verloren: Die Wunschliste bei Steam ist ein wichtiges Marketing-Instrument. Denn sie zeigt den Entwicklern, wie viele Spieler potenziell Interesse an ihrem Titel haben und vielleicht eher zuschlagen, wenn der Preis reduziert ist. Auch Entwickler, die ein Spiel bisher nur angekündigt haben, können damit auf Steam grob abschätzen, wie viele Käufer es später geben wird.

Große Spiele hatten kein Problem, Aufmerksamkeit zu bekommen – Indie-Spiele hatten es da härter.

Doch noch mehr: Freunde können gegenseitig ihre Wunschliste einsehen. Wenn man beim Stöbern im Store auf ein Spiel stößt, bei dem dransteht, dass „Freund A sich dieses Spiel wünscht“, dann schaut man sich das Spiel womöglich genauer an. Immerhin ist das quasi eine Empfehlung von einem Freund und damit besser als jede andere Form der Werbung.

Das sagen die Entwickler: In einem Gespräch mit Kotaku melden sich viele Indie-Entwickler zu Wort und erklären genau diesen Sachverhalt. Es sei für sie eine Katastrophe und hätte zu deutlich weniger als den erwarteten Verkäufen geführt. So sagte etwa der Entwickler von Vulpine (Clockwork Giant Games) in einer Mail:

Die Nachricht von Steam an seine Nutzer, keine Wunschlisten mehr zu löschen hatte keinen signifikanten Einfluss darauf, wie sehr wir [aus diesen Listen] gelöscht wurden.

Steam Sale Lilaodersowasinderart

In der Vergangenheit hatte der Entwickler ungefähr 180 neue Wunschlisten-Einträge pro Tag bekommen. Dieses Mal war das anders:

Bei diesem Sale hatten wir pro Tag zwischen 40 und 60 neue Wunschlisteneinträge, während 30-50 pro Tag gelöscht wurden. Wir sind damit gerade so im positiven Bereich und von dem, was ich sagen kann, gehören wir damit noch zu den Entwicklern, die Glück gehabt haben. Für einen noch nicht veröffentlichten Indie-Titel sind die Wunschlisten das Lebensblut; so werden wir auf der Plattform wahrgenommen. Es ist traurig zu sehen, wie viele unserer Kollegen bei den Entwicklern von diesem Sale hart getroffen wurden.

Der Steam Summer Sale 2019 hat also nicht nur die Spieler aufgeregt, auch die Entwickler sind sichtlich enttäuscht. Hoffen wir, dass Valve aus den Fehlern dieses Jahres lernen wird.

Weil keiner den Steam Summer Sale verstand, verschenkt Valve 5.000 Spiele
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Quelle(n): kotaku.com
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MaLoProject
MaLoProject
4 Monate zuvor

Das find ich gut : „Die Wunschliste bei Steam ist ein wichtiges Marketing-Instrument. Denn sie zeigt den Entwicklern, wie viele Spieler potenziell Interesse an ihrem Titel haben und vielleicht eher zuschlagen, wenn der Preis reduziert ist. Auch Entwickler, die ein Spiel bisher nur angekündigt haben, können damit auf Steam grob abschätzen, wie viele Käufer es später geben wird.“ Wie geht der Spruch noch :“Plan nicht mit Geld was du nicht hast!“ Kann man gebauso mit Kunden sagen. Selber Schuld wenn man seine Erwartungen an eine „Wunschliste“ knüpft. Ich habe egal in welchem Store solche Listen wenn überhaupt, dann mal sporadisch… Weiterlesen »

Sunface
Sunface
4 Monate zuvor

Es war dieses mal aber auch nicht ein einziges Spiel dabei das ich wirklich gern haben wollte. Warhammer Chaosbane hätte ich mir gewünscht. Klar das ist erst vor kurzem erschienen aber hat eine fast nicht vorhandene Playerbase. Das Spiel ist im Grunde erledigt. Monster Hunter World fand ich mit 29 Euro auch einfach noch zu teuer. Das bekomme ich für die PS4 auf Amazon für 20

Andy
Andy
4 Monate zuvor

Ich habe keine Spiel aus meiner Wunschliste aber dafür nur eins gekauft welches nicht in meiner Liste im Sale war.

LIGHTNING
5 Monate zuvor

Heißt das jetzt wenn ich MeinMMO aus den Favoriten haue, gewinne ich ein Bild-Abo???
*20x MeinMMO neu zu den Favoriten hinzufüg*

Ähre
Ähre
5 Monate zuvor

Nice reingechoked von steam. Sehr gut

Hammerschaedel
Hammerschaedel
5 Monate zuvor

??? was soll das gequacke, das ist genauso vielsagend wie ein like in Social Media… das einzige was wirklich zählt sind verkaufszahlen

gallert
gallert
5 Monate zuvor

Hier geht es um Reichweite. Jede Wunschliste ist kostenlose Werbung für das betreffende Spiel. Außerdem lassen sie den Entwickler besser kalkulieren, wieviel Arbeit/Geld in ein laufendes Projekt weiter gesteckt werden kann.

Hammerschaedel
Hammerschaedel
5 Monate zuvor

genau.. und das ist eine unbekannte größe die irrelevant ist, das ist praktisch so wie bei den sogenannten „Influenzern“..100000 follower auf Instagram, und 12 Käufer von Fan- Merchandise, und da eine Wunschliste weder aussagekräftig noch relevant für den tatsächlichen Absatz ist , ist das doch ein Sturm im Wasserglass

Cortyn
Cortyn
5 Monate zuvor

Achso, dann regen sich die ganzen Indie-Entwickler wohl umsonst auf und beschweren sich, dass ihre Einnahmen dadurch eingebrochen sind.

Hammerschaedel
Hammerschaedel
4 Monate zuvor

was den für einnahmen? Seid wann kriegen die Geld dafür das jemand ein Spiel auf die Wunschliste setzt.. ein Großteil der User nutzt das doch garantiert eher als als „follow mit Notizblock“ funktion.

penix
penix
4 Monate zuvor

Sie SPEKULIEREN, dass ihre Einnahmen darunter leiden könnten. Und dann beschweren sie sich über die eigenen Spekulationen. Aber der Sale ist vorbei, und keiner hat bisher wirklich weniger Sales öffentlich machen können

DarkZeku
DarkZeku
5 Monate zuvor

Hab meine nicht gelöscht, hab lediglich die Liste neu angeordnet. :/ Warum zum Henker sollte man die raushauen, wenn es doch lediglich um die drei höchstplatzierten in der Liste geht. Vielleicht habe ich den Anfang des Debakels aber auch einfach nicht mitbekommen.

penix
penix
5 Monate zuvor

Naja, es wurde eindeutig gesagt „die drei obersten Spiele der Wunschliste“, aber alle Magazine heulen herum, dass es verwirren und nicht eindeutig war.

Ddiddy
Ddiddy
5 Monate zuvor

Was mich besonders wütend macht, dass Steam zu bestimmt keine Entschädigung gibt, obwohl sie so einen dummen Fehler gemacht haben.

penix
penix
5 Monate zuvor

Hat Epic Games eine Entschädigung gegeben, als sie die Preise von allen Spielen in ihrem Store runtergeschraubt haben, dass diese Spiele an Wert verloren haben? Und da war es FAKTISCH schädlich. Hier sind die Fakten aber folgende:– Valve hat von Anfang an gesagt: „Die drei obersten Spiele der Wunschliste“– Valve hat die Spieler aufgefordert, ihre Wunschliste durchzuschauen.– Spieler haben Spiele von ihrer Wunschliste gelöscht. Wenn du jemals deine Wunschliste benutzt hast, wette ich mit dir, dass du schon mal ein Spiel auf diese gesetzt hast, ohne das Spiel irgendwann zu kaufen, bis du irgendwann das Spiel nicht mehr wolltest und… Weiterlesen »

Alastor Lakiska Lines
Alastor Lakiska Lines
5 Monate zuvor

Epic hat Spieler entschädigt, anstatt den Entwicklern hinter Kickstarter-Kampagnen…hätten sie nicht machen müssen, haben sie aber. Epic hat es jedem Entwickler freigestellt seine Spiele während flächendeckenden Sales aus dem Store zu nehmen.

penix
penix
5 Monate zuvor

Ja, Epic hat die Spieler „entschädigt“, indem sie nichts an der Aktion geändert haben.
Und die Entwickler (bzw Publisher) konnten ihre Spiele kurzzeitig komplett vom Store entfernen, anstatt einfach nur den Rabatt zu entfernen. Und das auch erst, nachdem ernsthafter Schaden zu Stande kam.

Michael
Michael
5 Monate zuvor

Entschädigung für was? Welcher Schaden ist dir denn entstanden?

xDeechen
xDeechen
5 Monate zuvor

Sehe das Problem jetzt nicht.. Es wurde gelöscht weil man durch den Grand Prix ein spiel gewinnen konnte.. Wenn man sich aber ein spiel wünscht wird man es jetzt wieder auf die Wunschliste setzen

Mal davon abgesehn das schon am ersten Sale Tag bei den regeln stand das man eines oberen 3 Spiele bekommen kann alle anderen zu löschen ist also relativ dumm und unnötig gewesen und zeigt das viele nicht mal gelesen haben wie es funktioniert

penix
penix
5 Monate zuvor

Oh ja.Steam: „Die drei obersten Spiele deiner Wunschliste“Spieler: „Die ganze Wunschliste?“Steam: „Die DREI OBERSTEN Spiele deine-„Spieler: „DIE GESAMTE WUNSCHLISTE!?!?!?!“Steam: „Die drei ob-„Magazine: „Es wurde nicht eindeutig gesagt“Entwickler: „Steam ist böse“ Und noch dazu muss man sagen, dass man durch den Sale dazu animiert wurde, seine eigene Wunschliste durchzuschauen, was auch dazu führen kann, dass man sich bei der eigenen Wunschliste überlegt, welche Spiele man denn überhaupt noch haben will. Wahrscheinlich jeder, der die Wunschliste jemals benutzt hat, hat schon mal Spiele reingetan, Monate und Jahre lang nicht gekauft, und dann auf einmal keine Lust mehr auf das Spiel. Und wenn… Weiterlesen »

Christian Wunderlich
Christian Wunderlich
5 Monate zuvor

Jupp, habe auch die Gelegenheit genutzt meine Wunschliste aufzuräumen. Und das garnicht wegen des Gewinnspiels sondern schlicht weil ich sehen wollte welcher meiner Wunschspiele auf für mich akzeptable Preise reduziert worden sind. Im Zuge dessen sind natürlich auch einige Early Access Games rausgeflogen die sich nicht in die Richtung entwickelt haben die mir genehm ist.

Insane
Insane
5 Monate zuvor

Na ja, Aufgabe einer guten Prouduktmanagmentabteilung ist es unter anderem auch, mögliche Fehlbedienung durch den Kunden zu antizipieren. Zum Beispiel durch die Simulation aller denkbaren Customer Journeys. So wie die Identifizierung von potentiellen Missverständnissen oder aber auch schlicht von Punkten an den Unfähigkeit / Faulheit / Desinteresse oder Dummheit zu Problemen führen kann und diese dann entweder zu schließen oder DAU-Sicher zu machen. Ob das hier jetzt als realistisches Szenario vorhersehbar gewesen wäre und ob und wenn ja wie viele Maßnahmen man hätte ergreifen sollen oder nicht, kann ich nicht sagen. Aber Grundsätzlich, ohne diesen expliziten Fall bewerten zu wollen,… Weiterlesen »

penix
penix
5 Monate zuvor

Zwar kann ich deinen Kommentar nachvollziehen, aber „Kannst ja mal ne Umfrage mache, wie viel Prozent der User die Steam AGBs gelesen haben“ ist wohl doch etwas minimal anderes. Hier haben ja anscheinend Leute Spiele von ihrer Wunschliste gelöscht, weil sie gelesen haben, dass sie Spiele von dieser gewinnen können. Und dort, wo sie es gelesen haben, stand ja auch (innerhalb 2 Sätze), dass es nur die 3 obersten Titel sind.
Seitenweise, eklig zum Lesen geschriebene Rechttexte aka AGBs würde ich nicht unbedingt damit vergleichen wink

Insane
Insane
4 Monate zuvor

Glaubst du Gebrauchsanweisungen, Grenzwinkelbestimmungen und ähnliches wird signifikant öfters gelesen? razz

Nyaromight
Nyaromight
5 Monate zuvor

Schade um die Indie-Entwickler. Die meisten machen viel bessere Spiele, als so manch große Firma.

Psycheater
Psycheater
5 Monate zuvor

Und wenn man das alles so liest mit der Wunschliste etc., kann Ich nur mit dem Kopf schütteln wie viele sich Gedanken um Always on in Games machen. Das ist das allerkleinste Problem

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