Deutscher Twitch-Streamer MontanaBlack verliert 43 % seiner Zuschauer in 180 Tagen

Deutscher Twitch-Streamer MontanaBlack verliert 43 % seiner Zuschauer in 180 Tagen

Das deutsche Twitch ist 2022 im Wandel. Der über 4 Jahre lang meistgesehene Streamer Marcel „MontanaBlack“ Eris hat seinen Platz an der Spitze verloren. In den letzten 180 Tagen büßte er bei den durchschnittlichen Zuschauern 43 % ein. Weil er auch weniger streamte, sank seine Watch-Time sogar um 70 %. Auffällig ist, dass MontanaBlack noch genauso viel auf Twitch redet wie 2021, aber er spielt lange nicht mehr so viel.

Wer sind die großen Verlierer bei den deutschen Top-Streamern auf Twitch? Wenn man sich anschaut, welche der großen deutschen Twitch-Kanäle in den letzten 180 Tagen die meisten durchschnittlichen Zuschauer eingebüßt haben, sieht man:

  • MontanaBlack verlor 43,3 % seiner durchschnittlichen Zuschauer
  • Jens „Knossi“ Knossala büßte 46,3 % seiner durchschnittlichen Zuschauer ein
  • Der Streamer xRohat verlor im letzten halben Jahr 51,9 % seiner durchschnittlichen Zuschauerzahlen

Woran liegt der drastische Zuschauer-Verlust? Auffällig ist bei allen 3 Streamern, dass sie im letzten halben Jahr deutlich weniger auf Twitch zu sehen waren, als in der Zeit zuvor:

  • MontanaBlack war 45 % weniger auf Sendung als in dem halben Jahr zuvor
  • Bei Knossi fehlen 36,5 % seiner Stunden auf Twitch
  • xRohat war 40 % weniger zu sehen

Es liegt also nahe, dass wenn beliebte Twitch-Streamer seltener auf Sendung sind, Streams ausfallen oder kürzer sind, auch die durchschnittliche Zuschauer-Zahl sinkt.

Das scheint der alten Twitch-Regel zu entsprechen: Wenn du wachsen willst, sei möglichst oft auf Sendung. Ein Rat, der schon so manchen Streamer in den Burnout getrieben hat.

Twitch frisst seine Kinder – Ein deutscher Streamer sagt „Mich macht das kaputt“

2021 war zudem vom Coronavirus und den Lockdowns geprägt, was die Twitch-Zahlen allgemein nach oben schraubte. Es ist also normal, dass Kanäle jetzt weniger Zuschauerzahlen haben.

Doch nicht alle deutschen Kanäle fielen in den letzten 180 Tagen:

  • Streamer wie eliasn97 (+18,6 %), NoWay4u_Sir (+5 %) oder Amar (+22,6 %) konnten ihre Zuschauerzahlen steigern.
  • Andere große Streamer wie Trymacs (-5,8 %) oder Gronkh (-11,6 %) verloren nur leicht.
  • Mit abugok9999 (+92,2 %) gibt es sogar einen großen Gewinner, der seine durchschnittliche Zuschauerzahl fast verdoppeln konnte
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Unter den 10 größten deutschen Twitch-Kanälen hat niemand in den letzten 180 Tagen so stark an Zuschauern eingebüßt wie MontanaBlack. Quelle: Sullygnome

MontanaBlack redet so viel wie 2021 – spielt aber viel weniger

Was ist bei MontanaBlack jetzt anders? Bei MontanaBlack scheint zum Wegfall des Corona-Effekts dazu zu kommen, dass er im letzten halben Jahr kein Spiel gefunden hat, das ihm richtig passte:

2021 war er mit 484 Stunden vor allem in GTA Online aktiv, hier gab es einen Hype um Rollenspiel-Server. Dazu spielte er Call of Duty: Warzone, FIFA 22 und Mario Kart.

Der Fokus lag 2021 noch deutlich auf Games: So verbrachte er 484 Stunden alleine mit GTA und „nur“ 400 Stunden in Just Chatting.

Im letzten halben Jahr hat sich der Fokus von MontanaBlack verschoben: Er ist weiter so aktiv wie vorher in Just Chatting und hat dort in einem halben Jahr bereits 202 Stunden absolviert. Seine Gaming-Zeit auf Twitch hat MontanaBlack aber stark reduziert und „nur noch“ 55 Stunden in GTA 5 verbracht.

MontanaBlack findet offenbar gerade kein Spiel, das ihm gefällt. Das passt zu der Kritik, dass seine „Stammspiele“ wie FIFA oder Call of Duty im Jahr 2022 nicht so funktionierten wie einst. Glücksspiel auf Twitch, von dem MontanaBlack früher stark proftierte, ist in Deutschland inzwischen nicht mehr erlaubt. Seine einstige Liebe zu Fortnite ist weitgehend verblasst.

Dazu kam im letzten halben Jahr ein chronischer Mangel an „neuen Spielen für Twitch“, abseits von Elden Ring und Lost Ark, unter dem jeder Twitch-Streamer weltweit zu leiden hatte.

Sowas wollen die Zuschauer von MontanaBlack offenbar wieder mehr sehen:

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Nostalgie-Turnier in Call of Duty ist das Highlight 2022 bisher

Was war das Highlight der letzten Monaten? Dass MontanaBlack immer noch viele Zuschauer erreichen kann, bewies er am 26. Juni: An dem Tag konnte er mit einem Turnier zu Call of Duty: Black Ops 2 mal wieder die Marke von 100.000 gleichzeitigen Zuschauern auf Twitch brechen.

Auf das Turnier hatten Zuschauer lange gewartet, einen Monat vorher musste es abgesagt werden.

Gaming und gerade GTA 5 Schlüssel zum Erfolg im deutschen Twitch

Kann es daran liegen, dass GTA 5 nicht mehr zieht? Tatsächlich ist GTA für deutsche Streamer noch immer ein Schlüssel zum Erfolg. Das größte Wachstum im letzten halben Jahr verzeichnet der Streamer abugoku9999. Der streamte fast 1000 Stunden GTA V und hat seine durchschnittlichen Zuschauerzahlen um 92 % steigern können.

Der erfolgreichste deutsche Streamer, elian97, schafft seine Zuschauerzahlen mit einem Mix aus Just Chatting und verschiedenen typischen Twitch-Spielen wie Fortnite, Valorant, Falls Guys und dem FIFA, mit dem er einst berühmt wurde.

Der zweiterfolgreichste Streamer in Deutschland, Noway4u_Sir ist ein gnadenloser League of Legends-Spieler und verbringt dort einen Großteil seiner Twitch-Zeit.

Der Schlüssel zum Erfolg auf Twitch in Deutschland scheint also nach wie vor Gaming zu sein. Die „Just Chatting“-Clips laufen zwar exzellent in Zusammenschnitten auf YouTube, die Zuschauerzahlen auf Twitch können sie aber offenbar nicht dauerhaft oben halten.

In die schwache Zeit auf Twitch fällt auch eine persönliche Krise von MontanaBlack:

Der größte deutsche Streamer ist dann erstmal weg von Twitch: „Am tiefsten Punkt meines Lebens“

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Nexis

Kann ich absolut nachvollziehen. Ich persönlich fände JustChatting langweilig, da wüsste ich viel besseres mit meiner Zeit anzufangen.

Im Grunde kann man die Schlussfolgerung ziehen, daß die Haupttriebfeder das Gaming ist. Just Chattings sind nur ein Nebenprodukt.

Eine weitere Erklärung könnte übrigens sein, daß viele Zuschauer nun „erwachsen“ geworden sind. Sprich während der Corona-Zeit haben viele eine Familie gegründet.
Dadurch haben sie natürlich jetzt weniger Zeit Zuschauer von Stream zu sein und müssen eine genauere Auswahl von dem treffen was sie anschauen.
Und da kann ich mir vorstellen, daß viele wie ich Gaming unterhaltsamer finden als JustChatting.

Wenn ein Streamer nun aber weniger Gaming bietet, dann wandern die Zuschauer zu anderen Streamerin die mehr gamen.

Erik

Um ehrlich zu sein schauen viele mittlerweile auch sehr gerne Just chatting bzw irl streams. Gaming guck ich zb kaum

Huehuehue

Im Grunde kann man die Schlussfolgerung ziehen, daß die Haupttriebfeder das Gaming ist. Just Chattings sind nur ein Nebenprodukt.

Nur wäre diese falsch, ist die Just-Chatting-Kategorie doch eine der wenigen Kategorien, die am ehesten noch so etwas Ähnliches wie Wachstum aufweist.

Im konkreten Fall liegt es wohl eher daran, dass der Streamer selbst für „Just-Chatting“ einfach nicht interessant genug ist bzw. seine Zielgruppe sich weniger dafür interessiert.

Nexis

Das kann auch sein. Mich würde der ja auch nicht interessieren. Nich böse gemeint 🙂

ice2k

Nach seinem NFT Scam hätte Twitch ihn mal lieber bannen sollen!

chris

Glücksspiel auf Twitch, von dem MontanaBlack früher stark proftierte, ist in Deutschland inzwischen nicht mehr erlaubt.“

das scheint so nicht zu stimmen, fler und sinan g haben die tage mehrfach slots gestreamt

Ooupz

Er hat kaum gestreamt, deswegen automatisch auch weniger Zuseher und angesehene Stunden. Wow ein toller Beitrag…der wirklich nötig war.

Egmont

Bist du sicher, dass du nicht Kausalität meinst?
Du beschreibst eine Korrelation, aber sagst, dass keine offensichtlich ist.
(Streamt weniger -> durchschnittliche Zuschauen)

Außerdem könnte es sich auch um eine Kausalität handeln. Warum sollten die prozentualen Werte gleich stark sinken?

lIIIllIIlllIIlII

Es gibt eine Korrelation aus der sich aber keine zwingende Kausalität ableiten lässt.

Man mag eine Theorie aufstellen, die kausale Zusammenhänge herstellt, die mag auch logisch erscheinen, belegt jedoch nichts.

Es gibt ja durchaus Streamer, die beklagen, dass sie nicht weniger streamer könnten, da sie sonst ihre Stammviewer verlören. Würde das stimmen, wäre es logisch, dass Monte Viewer verliert wenn er weniger streamt.

Genau so möglich ist es, dass man Viewer verliert wenn man sein Programm ändert. Möglich aber nicht zwingend.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von lIIIllIIlllIIlII
Egmont

Genau das habe ich gesagt 🙂

Rahmaron

Ist die Erklärung möglicherweise eher simpel?
Hier in Hessen sind noch Sommerferien, viele Kinder sind noch mit ihren Eltern im Urlaub und haben dort kein WLAN?
Demnächst steigen die Zahlen also wieder?
Aber… was weiss ich schon….

Rahmaron

Oh. Danke für die Erklärung. Hätte ich den Artikel komplett gelesen – dann hätte ich meine erste These direkt selbst ausschließen können 😀

Ich hätte da noch eine weitere, aber glaube für so viel Offenheit werde ich hier wahrscheinlich gesperrt 😅 Naja, ein andermal 😎

Slix

Die Zuschauer, sitzen jetzt selber in den Spielos und füttern die Automaten.

ShadowStrike1387

Das wäre aber ziemlich unklug, letztens kam doch erst hier ein Artikel auf MeinMMO, dass Twitch Streamer ihre Zuschauer in die Insolvenz treiben würden… Und dann sowas? Das wäre wild🤣🤣🤣

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