Mein Eindruck nach 5 Stunden Pagan Online: unterhält gut, aber immer nur kurz

Pagan Online ist im Early Access auf Steam angelangt. MeinMMO-Autor Benedict hat es für einige Stunden getestet. Hier ist sein erster Eindruck vom neuen Action-RPG der World-of-Tanks-Macher.

Was ist Pagan Online? Bei Pagan Online handelt es sich um ein Action-RPG im Diablo-Stil. Die Story Pagan Online ist an die slawische Mythologie angelehnt, Ihr spielt einen gefallenen Helden, der immer wieder für Missionen auf die Erde zurückkehrt.

Pagan Online ist seit dem 18. April 2019 im Early Access auf Steam erhältlich und bietet:

  • 8 einzigartige Klassen
  • verschiedene Spielmodi wie Kampagne, Jagden und Attenate in drei Schwierigkeitsgraden
  • Crafting
  • einen Social Hub

Nach etwa sechs Stunden im Spiel habe ich mir einen ersten Eindruck von den meisten dieser Features machen können. Das Spiel ist zumeist recht kurzweilig und macht Spaß, zumindest für einige Runden zwischendurch.

Bei diesem Artikel handelt es sich um einen ersten Eindruck vom Spiel. Pagan Online ist im Early Access und bis zum Release kann sich noch einiges ändern. Dies ist kein umfassender Test.

So funktionieren die Klassen

Zu Beginn des Spiels kann einer von drei Charakteren ausgewählt werden, die jeweils eine Klasse verkörpern:

  • Anya, eine Vampir-Dame und Magierin
  • Kingewitch, ein Nahkämpfer und Berserker
  • Istok, ein Tank mit Schild

Alle weiteren Helden müssen durch Splitter erspielt werden, die mehr oder weniger schwer zu erhalten sind. Der erste, neue Held dürfte für die meisten Spieler Lukian sein, dessen Splitter zuhauf in den ersten Attentaten fallengelassen werden.

Pagan Online Screenshot nach Attentat haufenweise Lukian Sahrds
Im ersten Attentat gibt es schon haufenweise Shards. Mit 30 Shards wird der Held freigeschaltet.

Was ich bisher von den Klassen mitbekommen habe, ist, dass sie sich sehr unterschiedlich spielen. Als Anya baue ich auf Zaubern auf, die ihre wahre Macht erst in der richtigen Verkettung und Reihenfolge entfalten.

Neue Skills lerne ich mit jedem Level meines Helden, aber ausgebaut werden sie über eine Station im Pantheon. Das ist ein langwieriger Prozess und nach sechs Stunden bin ich noch nicht einmal zu einem Viertel damit durch. Das verspricht einen weiteren Tiefgang und längere Motivation, besonders für alle acht Klassen.

Pagan Online Screenshot Skill-System
Skills können erst später ausgebaut werden.

So gut ist das Kampf-System

Pagan Online bietet einen innovativen Ansatz ans Kampf-System für ein ARPG. Gesteuert wird der Held mit WASD, Fähigkeiten liegen auf Maustasten, Shift, E und anderen Tasten.

Das sorgt zwar dafür, dass sich Kämpfe in Pagan Online deutlich intensiver anfühlen, allerdings ist das alles auch weniger intuitiv als eine Maus-Steuerung, wie ich sie von Diablo kenne.

Pagan Online Anya Vampirdame in der Heldenschmiede
Meine Vampir-Dame Anya besitzt etliche Zauber.

Ich fand es stellenweise etwas anstrengend, wenn besonders Bewegungs-Skills auf meine aktuelle Laufrichtung reagieren und nicht auf die Position meines Cursors. Das erfordert ein wenig Arbeit, um mit dem Kampf-System klarzukommen, besonders wenn man andere Hack&Slays gewohnt ist.

Die Kämpfe selbst sind aber spannend, Positionierung und Gegner-Kontrolle wird schon früh wichtig und sogar die ersten Bosskämpfe sind ziemlich knackig. Wo ich in Diablo 3 den Schlächter und Leoric ohne große Mühe zerlegen konnte, hat mich die „Abomination of Chernobog“ beinahe gekillt. Mein erstes Attentat schlug sogar fehl, weil ich gestorben bin.

Pagan Online Screenshot Kampf gegen die Abomination of Chernobog 2
Ganz schön viel los in einem der ersten Bosskämpfe.

So wird die Story eingebaut

Die Story ist der Hauptantrieb für die Handlung in Pagan Online und ist sogar für die ersten Schritte Pflicht, weil ohne sie viele Features nicht freigespielt werden können. Die erste Mission gibt mir eine Vorschau auf das Endgame meines Helden – und tötet ihn dann.

lntheon, in das ich aufgenommen werde, ist ein Ort für gefallene Helden. Da ich im Laufe der Geschichte immer mehr NPCs dort antreffe, könnt Ihr Euch vorstellen, wie diese im Verlauf dorthin gekommen sind.

Pagan Online Screenshot NPC im Pantheon Nirdalla
Nirdalla, der bisher einzige NPC, der schon vor mir im Pantheon war.

Die Geschichte erzählt dabei, dass die Götter verschwunden sind und meine Aufgabe ist es, sie zu finden oder herauszufinden, was passiert ist. Dazu gibt mir ein alter Mann mit einem sprechenden Raben immer wieder Informationen.

Das alles ist ein nettes Gimmick, strapaziert aber auch ein wenig den Spielgenuss. Die Story gefällt mir sehr, aber sie wird etwas langatmig erzählt und wird dabei gleichzeitig ständig von etwas generischen Kämpfen durchbrochen. Ich würde mir hier etwas mehr Trennung zwischen einer Erzählung, vielleicht mit Cutscene, und reiner Action wünschen.

Pagan Online Screenshot alter Mann erzählt
Der Alte Mann erzählt zu den Missionen die Geschichte.

Wie ist das Gameplay?

Was ich bisher erleben konnte, ist häufig eintönig. Zwischen der zusammenhängenden Geschichte, die erzählt wird, tauchen ständig Gegner in Wellen auf und wollen besiegt werden. Die Kämpfe machen zwar Spaß, aber nach dem dritten Kampf mit je drei Wellen wird’s dann doch etwas öde.

Dazu kommt, dass irgendwie die Anweisungen fehlen. Der alte Kerl erzählt mir zwar, was ich nun in der aktuellen Mission tun soll. Aber warum ich, um einen Tempel zu betreten, plötzlich etwas mit einem Geschäftsmann zu tun habe, dem ich folge, um massenweise Gegner zu plätten, wird nicht gesagt.

Es fehlt auch eine Anzeige, was oder warum ich etwas tun soll. Ein Pfeil verrät mir, wo ich hingehen muss – oder eher, wo der nächste Kampf wartet. Gegner sind nicht einfach da, sie spawnen dann dort aus dem Nichts.

Pagan Online Screenshot gelber PFeil
Ein gelber Pfeil als Zielmarkierung zeigt den nächsten Punkt. Da spawnen aber meist einfach neue Gegner.

Dazu kommen „Challenges“, die ich erfüllen kann, aber nicht muss. Am Bildschirmrand erscheinen Aufgaben, die ich angehen kann, um mehr Punkte zu erhalten. Die haben aber verschiedene Trigger und es wird nicht wirklich erklärt, wann oder was ich tun soll. Diese Challenges (wie: „Nutze keine Heilung oder Fähigkeit X“) sind zwar cool, um Missionen anspruchsvoller zu machen, gehen aber unter.

Das ist nicht nur in den Kampagnen-Missionen, sondern auch in Attentaten und anderen Missionen der Fall. Ein kurzer Einleitungs-Text gibt zwar eine geschichtliche Einordnung, aber ein bloßes: „Geh dort hin und töte 200 Gegner, anschließend den Boss“ würde mir als Anweisung besser gefallen.

Pagan Online Screenshot Gameplay mit Challenges
Challenges sind nett, aber unübersichtlich.

Die Sache mit der Grafik …

Grafisch ist Pagan Online schlichtweg keine Schönheit. Bereits einige MeinMMO-Leser haben Pagan Online grafisch als „Mobile-Game“ bezeichnet und das haut wohl auch so in etwa hin.

Mir persönlich macht das nichts aus, denn Pagan Online läuft super flüssig und es macht schlicht Spaß, zu spielen. Die Skills sind toll animiert (Fledermäuse saugen das Blut aus meinen Gegnern und heilen mich damit!) und die Welt sieht gut aus.

Ich finde ein gutes Gameplay und eine tiefe Story wichtiger als die beste Grafik, weswegen mir Pagan Online auch mit dieser Optik Spaß macht. Wie wichtig das jedoch ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Was ist mit dem MMO-Aspekt?

Aktuell kann Pagan Online nur solo in den Missionen gespielt werden. Andere Spieler treffe ich nur im Pantheon und ihre Namen tauchen auf den Bestenlisten der entsprechenden Missionen auf.

Ich weiß noch nicht so recht, was ich mit den anderen Leuten anfangen soll, die auch zocken. Es ist cool, einen Social Hub zu haben, in dem ich andere Helden sehe. Aber einen wirklichen Nutzen kann ich noch nicht erkennen.

Pagan Online Screenshot Spieler im Social Hub 2
Das Pantheon ist zuweilen sehr beliebt

Fazit: Pagan Online macht Spaß für zwischendurch

Mit einem abschließenden Wort möchte ich Pagan Online als sehr gelungenes Spiel für zwischendurch bezeichnen. Das Gameplay und die Story sind gelungen, die Helden sind einzigartig und ich finde die breite Auswahl sehr gut.

Ich habe häufig Lust, für eine halbe Stunde oder auch mehr einzutauchen und zu zocken. Nach ein zwei oder drei Missionen ist es dann aber auch wieder gut und ich widme mich anderen Dingen. Für mich ein tolles Spiel, um ab und zu einfach abzuschalten.

Falls Ihr Euch lieber selbst ein Bild machen wollt, könnt Ihr Pagan online für aktuell 26,99€ auf Steam oder für ebenfalls 26,99€ im Wargaming-Shop kaufen.

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