MMO-Chef erklärt, wie KI euer Spiel-Erlebnis verbessert: Nach 17 Sekunden wissen sie alles

Der CEO der großen MMO-Firma Nexon gibt einen interessanten Einblick, wie moderne Künstliche Intelligenz das Spielerlebnis verbessert. So erklärt er, wie man Künstliche Intelligenz nutzt, um Spielern in First-Person-Shootern rasch das perfekte Match zu verschaffen.

Das ist die Situation:

  • Owen Mahoney ist seit 2014 der CEO von Nexon, das ist ein riesiger Konzern, der ursprünglich in Korea begann. Nexon vertreibt Spiele wie das MMORPG Maple Story, den Mega-Hit Dungeon Fighter Online oder Vindictus. Ihnen gehörte auch der Flop “Lawbreakers”.
  • Mahoney erklärt jetzt, dass Nexon neue Technik wie Künstliche Intelligenz gezielt nutzt, um Spieler binnen Sekunden zu analysieren und ihnen das „perfekte Match“ zu verschaffen, das sie lange im Spiel hält.
  • Laut Mahoney hat die Corona-Pandemie zu einem Umdenken bei Investoren geführt: Weg von Filmen und Hollywood, hin zum Gaming.

Die Technik kommt günstig von Amazon oder Google

Das sagt Mahoney zu künstlicher Intelligenz: In einem Interview mit VentureBeat sagt Mahoney, dass Firmen wie Amazon und Google mittlerweile starke Tools entwickelt hätten, die man günstig benutzen kann (via venturebeat).

Wenn man eine virtuelle Welt erschafft, könnten diese etwa 10 Werkzeuge auf spannende Art eingesetzt werden: Wenn man sie clever einsetze, hätten sie enormen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit der virtuellen Welt.

Man habe sich bei Nexon zwar vor einigen Jahren eine Handvoll clevere KI-Experten geholt, um eigene „Künstliche Intelligenz“-Lösungen zu finden. Aber man hat rasch gemerkt: Die besten Tools kann man sich einfach günstig „vom Regal“ holen.

Künstliche Intelligenz beherrscht Matchmaking besser als jeder Mensch

Ein Gebiet, bei dem Nexon auf Künstliche Intelligenz setzt, ist das Matchmaking. Das Matchmaking entscheidet darüber, welche Spieler gemeinsam in einem Team und einer Lobby spielen, gegeneinander und miteinander:

„In vielen Online-Spielen ist Matchmaking sehr wichtig. Nicht nur bei First-Person-Shootern, aber nehmen wir die mal als Beispiel. Wenn wir unsere Tools benutzen, können wir uns ein Spiel im Intro-Level oder im Trainings-Level anschauen, und in etwa 17 Sekunden wissen wir:

– ob du neu in dem Spiel bist

– ob du neu bei First-Person-Shootern insgesamt bist

– welchen Spiel-Stil du verfolgst.

Dann können wir dich mit Spielern zusammentun, die dich für lange Zeit in einem Spiel halten.“

Owen Mahoney

Mahoney sagt, früher habe man geglaubt: Wenn wir dich mit einer Bande von 15-jährigen Voll-Cracks in dem Spiel zusammenwürfeln, dann wirst du das nicht so gut finden. Oder man dachte: Wenn du viel besser als deine Leute bist, dann frustriert das die anderen und die hören schnell auf, dann wird dir langweilig und du hörst schnell auf.

Aber tatsächliche gehe das Matchmaking viel weiter: Es gehe darum, ein Team zusammenzustellen, das gut funktioniert. Manche Spieler zocken zurückhaltend, andere sind sehr aggressiv.

Die Künstliche Intelligenz könne viel bessere Teams zusammenstellen als jeder Mensch.

Weil die Künstliche Intelligenz nun solche Aufgaben übernehme, hätten die Menschen im Team nun Zeit für andere, wichtigere Aufgaben. Man habe bei Nexon gesehen, dass die Künstliche Intelligenz sofort einen Einfluss aufs Geschäft hatte.

Microsoft arbeitet an neuer KI, die Raidbosse in MMOs unbesiegbar macht

Fundamentale Änderung in der Unterhaltungs-Industrie hin zu Games

Das sagt Mahoney zur Entwicklung von Games: Im Interview sagt Mahoney zudem, dass sich die Landschaft für Game-Entwicklung gerade ändert.

Er glaubt sogar: Man erlebe gerade eine fundamentale Änderung in der Unterhaltungs-Industrie: Die ändere sich von linear zu hoch interaktiv, von offline zu online.

„Vor zwei Jahren, wenn ich mit Investoren darüber gesprochen habe, sagten sie immer: „Yeah, aber Hollywood ist immer noch groß.“ Jetzt nach der Pandemie hinterfragen die Leute das viel weniger als vorher.“

Owen Mahoney

Laut Mahoney geht der Trend also immer mehr von Filmen weg und zu Videospielen hin. Genug Geld für technische Innovationen sollte er also finden.

Was Mahoney hier anspricht, ist etwas, das intern bei Entwicklern schon lange diskutiert wird. Von EA sind immer wieder Patente bekannt geworden, wie man durch Manipulation der Matches und des Matchmakings die Spieler länger im Spiel hält und sie dazu bringt, mehr Geld in Cash-Shops auszugeben. Das ist die dunkle Seite der Geschichte, die Mahoney hier so positiv darstellt:

EA forscht an einem Matchmaking, das Euch mehr Geld ausgeben lässt

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Wizard

Diese Technik möchte ich auch für MMOs, dass ich nicht mehr mit Spielern zusammengewürfelt werde die bei jedem Wipe ausflippen oder wenn jemand zb. 10% weniger Schaden macht als er bei seinem Itemstand “sollte”. usw
Sodern mit anderen Spielern die das ganze eher gechillt angehen.

Zuletzt bearbeitet vor 26 Tagen von Wizard
Nephalis

Falls sowas mittlerweile normal ist brauch ich mich nicht wundern wieso die Matches bei Valorant irgendwann regelmäßig maximal lange dauerten.

Anfangs dachte ich ja noch das würde für spannende Matches sorgen. Leider war das dann aber nicht der Fall. Tatsächlich hat es sich genau so angefühlt wie Herr Mahoney es formuliert hat, ich hatte das Gefühl einfach maximal lange im Spiel gehalten zu werden. Das Match hat schon lange keinen Spaß mehr gemacht, aber der Seitenwechsel mit einem gleichstand hat einen sofort wissen lassen, das kann noch dauern und wird ne Quälerei.

Das war dann auch der Punkt an dem ich auch das Spiel deinstalliert hab.

Ich kann nur hoffen, dass das nicht überall passiert. Aber wahrscheinlich hoffe ich da einfach vergebens.

KFC Manager

Von Amazon? Die Firma mit den meisten Flopps der Spielegeschichte.

N0ma

Geht um Nexon.
Liest du Artikel eigentlich?
schon der 2. unpassende Kommentar

Brezel

Wenn da die Smurfs nicht wären. Fast überall ist das MM und SBMM einfach scheiße. In HotS z.b hab ich an die 8600 Games und bin bei Accountlevel 2100+ und das Matchmaking von Blizzard meint mir Leute ins Team stecken zu müssen die noch keine 100 Games gespielt haben. Ich pendel in der Solo Queue immer zwischen M/GM.

Ich hab ja nix gegen die Leute die neu sind oder einfach nicht gut spielen können. Nur haben die einfach nichts in meinen Games verloren.

Alzucard

Liegt da aber wohl an der relativ kleinen spielerbase

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