Chef einer erfolgreichen MMORPG-Firma erklärt, wie man mit Games 2023 richtig Geld verdient und wie nicht

Chef einer erfolgreichen MMORPG-Firma erklärt, wie man mit Games 2023 richtig Geld verdient und wie nicht

Der südkoreanische Gaming-Publisher Nexon ist einer der erfolgreichsten Anbieter im Bereich MMORPGs. Der CEO Owen Mahoney tritt nun nach 13 Jahren zurück. In einem Interview gibt er Einblicke in das Geschäft mit MMOs und MMORPGs. Er sträubt sich gegen Spiele, die 200 Millionen $ kosten und 1.000 Leute beschäftigen. Der scheidende CEO schwärmt von „The Finals“, das mit weniger als 100 Leuten entwickelt wird.

 Für welche 5 Spiele ist Nexon vor allem bekannt? Der Publisher Nexon ist einer der erfolgreichsten Anbieter für Online-Games der Welt. Viele ihrer Spieler sind aber vor allem in Asien bekannt:

The Finals ist aktuell eine große Shooter-Hoffnung:

In The Finals könnt ihr eure Zerstörungs-Wut ausleben – Trailer zur Open Beta

Wer ist das? Owen Mahoney war in der seltenen Position, als CEO aus dem Westen ein Studio zu führen, das sein Hauptquartier in Japan und die meisten Entwickler in Südkorea sitzen hat.

Er tritt nach 13 Jahren bei Nexon, davon 10 als CEO, zurück und nimmt eine beratende Rolle in der Firma ein.

„Beste Pipeline aller Zeiten“

Warum geht der CEO? Im Interview mit GamesBeat sagt Mahoney, man plane einen Führungswechsel, weil es jetzt grade so gut läuft und es langfristig wichtig ist, die Nachfolge zu regeln.

Mahoney betont, aktuell habe Nexon „die beste Pipeline aller Zeiten“, The Finals habe eine fantastische Beta gehabt.

Die Firma sei in Form, feuere auf allen Zylindern. Es sei eine großartige Zeit, um abzutreten. Eine neue Führung sei jetzt in der Lage, erfolgreich zu sein, statt sich gleich mit Herausforderungen herumzuschlagen.

Man sollte bei dem Interview beachten, dass Mahoney, der CEO eines börsennotierten Unternehmens, sich immer wieder klar erkennbar an Aktionäre wendet und deutlich macht, was für Vorteile eine Investition in sein Unternehmen bietet. Im Interview spricht er darüber, wie man Risiken minimiert, Profite optimiert, langfristigen Umsatz garantiert: Alles Dinge, die Investoren sehr gerne hören wollen.

MMORPG läuft seit 20 Jahren, wächst um 46 % im letzten Quartal

Wie sieht er MMOs? Für Mahoney sind MMORPGs eine wertvolle, langfristige Anlage. Er spricht von „lebendigen virtuellen Welten“ und „Langlebigkeit“. Als Beispiel nennt er MapleStory, das im letzten Quartal um 42 % gewachsen ist.

Ein solches Spiel, das über 20 Jahre wächst und gedeiht, habe es vorher nie gegeben. Da sei einzigartig in der Spielgeschichte, mit sowas habe auch nie wer gerechnet.

AAA-Games mit 200 Millionen $ Budget und 1.000 Entwicklern funktionieren nicht

Das sieht er als Problem an: Mahoney spricht darüber, wie man die Kosten für Spiele niedrig halten kann. Die Zukunft im AAA-Gaming könne es nicht sein, 1.000 Leute an einem Spiel arbeiten zu lassen:

„Wenn du ein Spiele-Entwickler bist und musst ein Team von 500 oder 1.000 Leuten managen, bist du kein Kreativer mehr. Du bist ein Personal-Manager. Und dafür bist du nicht ins Gaming eingestiegen.“

Er zitiert den MMORPG-Urvater Raph Koster, der ebenfalls die These vertritt: AAA-Gaming in der aktuellen Form sei nicht mehr finanzierbar.

Mahoney sagt, indem man die richtigen Tools entwickelt und am Workflow arbeitet, könne man aus Spiele-Entwicklern wieder Spiele-Entwickler machen. Man könne keine Probleme lösen, indem man immer mehr Leute auf das Problem wirft:

  • Die Kunden seien unzufrieden, weil die Industrie zu oft dasselbe Produkt herstellt.
  • Die Spiele-Entwickler seien unzufrieden, weil sie hart arbeiten, aber dabei Fließbandarbeit verrichten.
  • Außerdem seien die Investoren auch unglücklich, weil Leute wie Mahoney, 200 Millionen $-Projekte genehmigen und wenn solche Projekte ein oder zweimal floppen, forderten die Leute seinen Kopf

Laut Mahoney sei die Entwicklung von AAA-Titeln, die immer teurer werden, einfach nicht aufrechtzuerhalten. In diesem Geschäft wolle man mit Nexon nicht sein.

„The Finals“ als Gegenentwurf – Weniger als 100 Mitarbeiter

Was ist seine Alternative? Für Nexon macht es sich bezahlt, lebendige virtuelle Welten zu unterhalten, die lange Zeit laufen:

„Die Spiele gehen mal hoch und mal ein bisschen runter, Quartal für Quartal, aber im Prinzip wachsen sie sehr konstant über einen Zeitraum von Jahren oder Jahrzehnten. Das gibt uns enorme Stabilität. Wir müssen nicht alte, verlorene Umsätze durch neue ersetzen. Wir können auf sie bauen.“

Obendrein würden sich die Produkte von Nexon durch diese Herangehensweise von anderen Produkten abheben. Statt Leute auf ein Problem zu werfen, arbeite man lieber an guten Software-Lösungen.

Das Team, das an The Finals arbeite, habe weniger als 100 Mitarbeiter – trotzdem sei The Finals ein AAA-Game.

Auf diese Weise könne man mit der gleichen Anzahl der Leute, mit der andere Studios an einem großen Titel arbeiten, mehrere Spiele parallel entwickeln lassen und habe so mehrere Eisen im Feuer.

Was für Software meint er? Mahoney setzt große Hoffnung in die Künstliche Intelligenz. Aktuell würden Leute „in Photoshop virtuelle Blätter an virtuelle Bäume malen“ und wie Fabrikarbeiter behandelt werden. Man verlange keine kreative Arbeit von ihnen.

Mahoney lässt durchblicken: Wenn die KI solche Arbeiten übernimmt und die Kreativen wieder kreativ arbeiten können, würden spannendere Spiele entstehen. Dann könne die Industrie auch noch weiter wachsen.

Das steckt dahinter: Das ist ein reiner Business-Blick auf Gaming und MMOs, wo es mit keinem Wort irgendwie um Design oder Spiel-Ideen geht, sondern rein um Kosten, Manpower, Bodycount und Software-Tools.

Das Interview zeigt, warum so viele Entwickler Angst vor einer KI haben, die ihre Jobs im Namen der Effektivität und des Shareholder-Values wegrationalisiert. Mahoney deutet an, dadurch werde kreative Energie frei. Es ist aber die Frage, ob die Person, die vorher „virtuelle Blätter an virtuelle Bäume gemalt hat“; dann plötzlich loszieht und geniale Gaming-Ideen entwickelt oder nicht doch aus der Industrie gedrängt wird.

Mehr zu The Finals, von dem Mahoney so schwärmt:

5 Gründe, warum The Finals einer der besten PvP-Shooter werden könnte – Und 3 Gründe dagegen

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Majora

Ist nexon nicht eigentlich eines der führenden mobile gacha Game Marktführer die es gibt? Ich bin ehrlich in vielen Dingen mag er Recht haben weil sie einfach logisch begründet sind aber alles in allem klingt das wie eine Aktionäre Veranstaltung wo für ein Produkt um Gelder geworben wird. Das ganze Unternehmen ist ziemlich suspekt. Zumal ich von vielen spielen in der Aufzählung nicht Mal wusste das es sie gibt. Naja im asiatischen Raum vielleicht, die haben aber auch eine riesige Bevölkerung im Vergleich.

Firefix

Wenige Mitarbeiter lohnt sich? Da bin ich etwas vorsichtiger. Weniger Mitarbeiter bedeutet auch, weniger Spielinhalt, der über die Zeit dazukommt. Da besteht die Gefahr, dass die Spieler sich was neues suchen.
Ein gutes Beispiel ist da Fortnite. Da werden die Menschen verheizt, um das Spiel am Leben zu erhalten.

Zuletzt bearbeitet vor 2 Monaten von Firefix
Majora

Du verwechselst Qualität mit Quantität, viel hilft nicht immer viel, wenn es einfach niemanden Spaß macht oder immer nur das selbe ist. Sieh dir Baldurs Gate 3 an, larian ist auch mit wenigen Entwicklern bis zum Release dran geblieben und hat das beste crpg erschaffen was mega komplex ist und wo der Spieler den Spielstyle vorgibt und nicht das Spiel dem Spieler alles aufzwingt. Einiges schon aber nicht alles. So kann sicher auch ein MMORPG entstehen, ohne Bürokratie ohne Börse oder Aktionäre eben im valve Style (Steam) und zeig mir einen anderen Store welches so gut, kundenfreundlich und unabhängig ist wie Steam. Klar gibt’s auch da unschöne Dinge aber sie sind ehrlich, anders als Blizzard oder andere börsenorientierte Entwicklerfirmen. Zumal man den Begriff Entwicklung in solchen Unternehmen hinterfragen sollte so langsam, da das Kopieren von kopierten und herausbringen von alten spielen als Deluxe Version usw keine Entwicklung sondern Stillstand ist.aber das ist ein Thema für sich.

Jue

Ich habe 2 Nexon Spiele gespielt, MapleStory 2 und Kart Rider:Drift beide flops.
Ich hab MapleStory 2 geliebt, allerdings war das Endgame wieder mal nicht so toll und ist dann ja auch abgedreht worden.
Und das Kart Spiel hat nur kurz spass gemacht, und ist auch bald tot.
MapleStory 1 und Dungeons Figher Online sind halt schon sehr alt und schauen auch dem entsprechend aus.
Und die neuen Nexon Spiele sind keine MMORPGs, und wenn dann Mobile Quatsch.
Sie mögen vielleicht gut Kohle machen aber die Spiele (und ich spiele zu 99% nur MMORPGs) sind nicht gut…

Majora

Maple Story 2 ging schneller als es gekommen war, ich hab das Spiel gerade Mal angespielt, war es aus Steam und co schon verschwunden 😂

Jue

Es gibt einen Privatserver auf dem ich gerade ein paar Tage spiele, nur zur Info

Luripu

Also mein Lieblingsspiel von Nexon war Vindictus.
Maple Story sah zum Release schon wie ein Super Nintendo Spiel aus.
Side Scroller MMO hehe.

Es sind ja nicht nur MMORPGs die soviel kosten können in der Entwicklung.
Glaub GTA V,RDR2 und Genshin können da als Single Player Spiele auch mitreden.

-Die Kunden seien unzufrieden, weil die Industrie zu oft dasselbe Produkt herstellt.

Vielleicht nicht die FIFA oder CoD Spieler
aber als MMORPG Spieler hat man alles schon mal in einem anderem Spiel gesehen
und das wird schnell langweilig.
Daher ist auch immer recht schnell die “Luft raus”
aus einem neuem MMORPG.
Da würde ich auch keine 200M $ drauf werfen.^^

Skyzi

Das Spiel Raiders fand ich damals wirklich toll und trotzdem ist schnell weg gewesen. Das Action Combat war so angenehm.

Nephalis

Ich habe ein Paar der Spiele von Nexon gespielt. Aber die meisten nicht lange. Als schlecht würde ich sie nicht bezeichnen, aber eben auch nicht als besonders gut. Haben sich halt schon damals wie Hamsterrad angefühlt… Also das, was aktuell so gut ankommt… Daylies, Battlepass, Ranglisten. Der ganze schmarrn für kleine Belohnungen.

Allerdings kann ich mir schon vorstellen, dass er nicht ganz unrecht hat. Auch wenn viele sicher Angst um ihren Job haben, kann ich mir auch genauso gut vorstellen, dass viele der Kreativen die “Blätter an Bäume malen” vorher kreativere Geschöpfe oder Welten designed haben, beispielweise im Studium, und selbst nicht unbedingt glücklich mit der aktuellen Tätigkeit sind. Wahrscheinlich hoffen die auch darauf, beim nächsten mal eine tollere Aufgabe zu erhalten, sei es im gleichen oder einem anderen Projekt.

Vielleicht haben sich große Spiele ja gewissermaßen überlebt? Ich hab jedenfalls in meiner Bubble den Eindruck, dass die kreativeren Spiele kein AAA-Label tragen. Vielleicht spricht man bald von AAA-Studios oder AAA-Publishern, die auch wieder kleine Perlen raus bringen. Dave the Diver (nie gespielt) scheint ja da ein gutes Beispiel zu sein.

Wenn so etwas Schule machen würde, also weniger Große “alles-irgendwie-drinnen”-Spiele rauskommen dafür aber mehr spezialisierte und kleinere Spiele, dann wäre da vielleicht auch platz für mehr Kreative arbeiten und weniger Fließbandarbeiten sind nötig.

Andererseits hab ich “The Finals” gespielt und fand es grauenhaft. Aber was weiß ich schon. Die Shooter der letzten Jahre haben mir eh (fast) alle nicht gefallen. Außer Splitgate. Und das ist so schnell vernachlässigt worden wie ich nicht gucken konnte. Vom Folgeprojekt hört man auch nix mehr…
Allerdings ist es beeindruckend, dass the Finals von weniger als 100 Menschen gemacht wurde.

PS: Auch mein Job könnte von KI bedroht sein. Aber ich versuche die KI mit in meinen Arbeitsalltag einzubinden um damit besser zu arbeiten als mich dagegen zu sträuben. Schauen wir mal ob das funktioniert…

Caliino

Das passiert mehr oder weniger eh schon langsam:
Die “Indies” kriegen immer mehr Aufmerksamkeit, der Erfolg der großen gerät durch die miese Umsetzung/C&P immer mehr ins wanken und zwingt die dazu mehr Monetarisierung einzubauen oder sich “aufzukaufen”.

Dieses “AAA-Entwickler/Spiel ist damit auch AAA-Qualität” hat gerade durch die letzten großen Pannen richtig gelitten – und das ist auch gut so, irgendwann müssen die großen auch einsehen dass sich deren “Einnahmen” (in Form der Spieler) nicht ewig verar***en lassen…..

Majora

Jup AAA ist quasi keine Qualitätsbezeichnung mehr sondern eher eine Bezeichnung für Vollpreiszahlen meist ohne testen (schau halt YouTube oder so ob es dir gefällt) und dem Unternehmen vollkommen egal zu sein 😅

N0ma

Dann wird Star Citizen nicht funktionieren?
Halte solche Pauschalaussagen für Quatsch.
Denke allerdings schon das manche Teams zu groß sind. Softwarequalität skaliert nicht mit der Anzahl der Entwickler, das ist eine Besonderheit von dem Bereich, das wird nicht so selten vergessen.

N0ma

Das ist schon klar,
er sagt allerdings das zuviel Entwickler Unsinn ist.
Ich stimme da teilweise wie oben beschrieben zu aber halt nicht pauschal.
Es kann durchaus Großprojekte geben die sich auch rentieren,das will ich nicht ausschließen, siehe SC.

Es gibt immer so Zyklen, nach WoW haben alle MMORPGs entwickelt.Jetzt stürzen sich alle auf schnell zu entwickelnde Survival Games. Bis der Markt gesättigt ist.

Stephan

Das sein Kopf rollt ist ja auch nur richtig. Als CEO stellt er sich hin und sagt den Aktionären immer größere Gewinne zu. Und die müssen dann mit immer aggressiveren Monetarisierungskonzepten umgesetzt werden. Und an irgendeinem Punkt wird das Spiel dann Scheiße. Da hast du dann als CEO versagt und es ist nur recht das du gehst. Ist in jeder anderen Branche genauso.

Majora

Aber wenn man Geld investiert muss man immer mit Verlusten rechnen, darum geht es doch dabei. Es ist doch kein Kasino wo dir beim verlieren kein Geld genommen wird. Zumal die Spieler mehr sind als Aktionäre, die auch zusammen mehr investieren als diese geldvermehrer

Todesklinge

Star Citizen verkauft Träume und wir alle wissen nicht ob das fertige Spiel überhaupt noch Spass macht, weil es sich eben so sehr im laufe der Zeit verändert hat.

Es wird auch gemunkelt das die Schiffsverkäufe eingestellt werden, wenn das Spiel released werden soll. Was ich überhaupt nicht glauben kann. Gerade die Schiffsverkäufe haben sehr viel zum Umsatz beigetragen.

Indie Spiele sind auch beliebter weil diese noch Welten erschaffen können wo sich die großen Entwickler nicht trauen. Eben weil das Risiko zu groß wäre das es nicht denn gewünschten Umsatz bringt.

Die Ki wird viel bringen, wenn man bedenkt was die Ki schon bei den Grafikkarten an Leisgungsgewinn bringt. Da ist viel Potential da.

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