Hearthstone: Darum dürfen Frauen nicht mitspielen

Bei einem finnischen Hearthstone-Turnier sind keine Frauen zugelassen und dafür gibt es einen guten Grund: Wenn Frauen und Männer zusammenspielen, kann Hearthstone kein eSport werden.

Wenn Hearthstone ein eSport sein möchte und wenn eSport ein richtiger Sport sein möchte, dann müssen Mädchen in Zukunft bei Hearthstone-Turnieren draußen bleiben, das ist das Ergebnis eines Briefwechsels, der zwischen dem Journalisten eines Gaming-Magazisn und einigen eSport-Verbänden verschiedener Länder stattgefunden hat.

Es ist eine absurde Situation, der das englische Magazin PCGamer da auf die Spur gekommen ist. Ein finnisches Hearthstone-Turnier hat alle Nicht-Finnen und alle Frauen und Mädels von der Teilnahme an ihrem Turnier ausgeschlossen. Das sorgte auf reddit für Kopfkratzen, anderes Kratzen und allgemeines Entsetzen: „Wie rückständig.“

Doch zeigen die Finnen nach Korea. Wer sich bei einem nationalen Hearthstone-Turnier durchsetzt, die Ränge aufsteigt und schließlich in Südkorea, im Mekka des eSports, zur Weltmeisterschaft antreten möchte, muss ein Mann sein. Sonst wird er nicht zugelassen. Klingt verrückt, oder? Aber auch dahinter steckt eine Logik.

Denn der eSport bemüht sich darum, als „echter“ Sport anerkannt zu werden. Deshalb trennt er ganz klar zwischen Männern und Frauen – auch bei Hearthstone. Auf Anfragen von PCGamer antwortete man: „Beim Schach spielen ja auch Männer und Frauen getrennt.“

Das Bittere dabei: Hearthstone ist zwar auf dem Vormarsch, was eSports angeht, aber noch nicht so populär, dass es sich lohnen würde, ein eigenes Frauen-Turnier auszurichten. Das gibt es nur für Starcraft 2 und Tekken Tag Tournament – klassische Mädels-Spiele also, während Hearthstone als ein knallharter Männer- und Macho-Sport einfach nicht die richtige Beschäftigung für ein anständiges Frauenzimmer ist.

Update 10.00 Uhr: Nachdem sich jetzt auch Blizzard tadelnd geäußert hat und so ziemlich jedes Gaming-Magazin von Seoul bis Anchordige darüber berichtet, geben die finnischen Ausrichter klein bei und lassen auch Frauen mitspielen. Puh, grade nochmal gut gegangen – ein Sieg für die Emanzipation, da wo es wirklich zählt.

Quelle(n): www.pcgamer.com
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Gorden858

„Das gibt es nur für Starcraft 2 und Tekken Tag Tournament – klassische
Mädels-Spiele also, während Hearthstone als ein knallharter Männer- und
Macho-Sport einfach nicht die richtige Beschäftigung für ein anständiges
Frauenzimmer ist.“

Das hätte ich jetzt nicht so erwartet. Oder habe ich nur den Sarkasmus nicht entdeckt? 😉

„ein Sieg für die Emanzipation, da wo es wirklich zählt.“

Wen kümmert schon berufliche Gleichstellung, solange sie mit/gegen uns zocken dürfen. 😀

N811 Rouge

Jeder weiß doch, das Gamer keine Frauen abkriegen weil sie uncool sind und miefen. Dazu gab’s es doch vor ein paar Jahren einen aufklären Report auf RTL, wo das stichhaltig bewiesen wurde.

Deshalb können sich Gamer dann halt auch nicht mehr konzentrieren, wenn sie gegen Frauen spielen müssen. Daher haben Frauen in diesem Umfeld einen ungerechten Vorteil und gehören zu Recht verboten!

;-))

Gerd Schuhmann

Glaub der korrekte Ausdruck für diesen Vorteil ist „T-Bonus“. 🙂

Ich find’s bei der News lustig, dass der unterschwellige (oder auch nicht so unterschwellige) Sexismus in der ganzen Gaming-Kultur so gigantisch ist – und hier zieht man die Grenze und empört sich.

Es gibt Webseiten „Women in Refrigerator“, die nur zeigen, wie Frauen in der „Nerd“/“Comic“/“Superhelden“-Kultur dazu genutzt werden, um spektakulär massakriert zu werden, damit die Männer eine Motivation haben, sie zu rächen.
Es gibt eine weitere wunderbare Seite, da werden „anatomische Unmöglichkeiten“ in Videospielen oder in der Werbung beschrieben: Boobs don’t move this way usw.
Und wir haben in der ganzen Gaming-Kultur, auch mit Cosplay usw., eine unglaubliche Sexualisierung der Frau und reduzieren sie überall auf Brüste, Hintern und riesige Augen. Mit bestimmten Archetypen – ist ja Wahnsinn.
Ich hab neulich ein Video von einer cosplay-Messe gesehen, da ging ein 1.90m großes Modell als „das fünfte Element“ im Bandagen-Outfit und sagte, damit könne sie sich identifizieren. Ja, wahrscheinlich. Oder es lag daran, dass, wenn die 10 Meter ging, sich die die Männer um sie herum wie Bauarbeiter in Herrenwitzen verhielten.

Und dann ausgerechnet bei so einer „obskuren“ Nachricht ist dann die Grenze erreicht? Da sieht man, dass „echte Frauen“ in den Köpfen gar nichts mit den Pixelbräuten zu tun haben. Dabei beeinflussen die natürliche unsere Wahrnehmung.
Es gibt ja Seiten, die ewig über sowas diskutieren, das ist jetzt keine Richtung, in die wir hier unbedingt gehen wollen, aber das Titelbild dazu und auch der Text sind schon eine Spur ironischer gemeint als sonst.

N811 Rouge

Hehe, ich finde es auch immer wieder faszinierend, wie viele weibliche Star Wars Fans es unter den Models gibt. Man muss z.B. nur mal nach „Leia Cosplay“ googlen 😉

Cortyn

Ich finde diese überzeichneten Sexualisierungen gibt es auf beiden Seiten, da geben sich die Geschlechter recht wenig. Klar, weibliche Charaktere werden oft auf Brüste, Hintern und einen Kettenbikini begrenzt – aber das gleiche ist auch bei den Männern der Fall. Die strotzen entweder nur so vor Muskeln oder haben ein so androgynes Aussehen, dass sie direkt aus einem Yaoi-Manga kommen könnten (die vornehmlich von Frauen konsumiert werden). Gerade Spiele wie „TERA“ zeigen das eigentlich sehr deutlich.
Mir ist es letztendlich nicht so wichtig, da die meisten neueren Spiele ohnehin so viele Anpassungen ermöglichen, dass man auch einem weiblichen Charakterer ein sehr abnehmbares kriegerisches Äußeres verpassen kann.

Meiner Meinung nach sollten – zumindest im Gamingbereich – da beide Seiten etwas lockerer sein. Männer sehen nunmal gerne hübsche Frauen und Frauen nunmal gerne hübsche Männer. Überzeichnet ihre Merkmale ruhig, es ist ein Freizeitprodukt und alle die spielen wollen Spaß daraus ziehen. – Solange man es von der realen Welt trennen kann, finde ich das vollkommen in Ordnung, aber ich mag da sehr einsam mit meiner Meinung stehen.

Gorden858
Gerd Schuhmann

Ich find’s btw. großartig, dass wir zu dem Thema ausgerechnet dieses „Brüste als Rakten“-Titelbild haben, das sicher Concept-Art von Blizz ist. 😛 In der Gaming-Industrie nimmt man die Gleichberechtigung von Mann und Frau wirklich ernst!

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