Hearthstone: Anspiel-Vorteil – Wem bringt die Münze Glück?

Blizzards kostenloses Online-Kartenspiel Hearthstone bringt Millionen von Spielern und Spielerinnen um den Verstand. Sie grübeln, warum sie so häufig verlieren. Kann es daran liegen, dass der Gegner so oft die Glücks-Münze hat? Eine Internetseite wertete nun Statistiken aus, um herauszufinden, ob es besser ist, anzuspielen oder die Münze zu besitzen.

Beim Free-to-Play CCG Hearthstone spielt man entweder an und kann mit einem Tempo-Vorteil die erste Karte auf das Feld legen und später immer als erster eine neue Maximal-Menge Mana erreichen (man spielt sozusagen mit Weiß) oder man muss auf den Gegner reagieren. Dann gibt es zum Ausgleich aber eine Münze auf die Hand, die man ohne Mana-Kosten spielen kann, und die einem einen Bonus-Manapunkt nur für diesen Spielzug gewährt. Es ist also nicht wie beim Schach, wo einer halt anspielt und der andere hat Pech gehabt, sondern beide Spieler beginnen mit einer anderen Situation.

Die Frage nun: Was ist eigentlich besser? Die Antwort: Kommt aufs Deck an. Reicht Euch nicht? Alles klar, dann gehen wir ins Detail.

Statistiken reichen bis zur Closed Beta zurück

Die Seite arstechnica hat sich jetzt geradezu obsessiv mit der genaueren Antwort auf diese Frage auseinandergesetzt. Und auch die Designer von Hearthstone scheint die Frage umzutreiben. So gab es mehrere Male Statistiken von Blizzards Ben Brode. Der sprach schon im September letzten Jahres davon, noch in der Closed Beta, dass es ungefähr 4,4% besser sei anzuspielen als die Münze zu besitzen.

Unter den besten Spielern verflüchtige sich dieser Effekt allerdings, dort sei das Anspielen nur um 0,7% besser – also fast ein Gleichgewicht. Wobei sich schon damals abzeichnete, dass Priester und Magier auf dem Höchst-Niveau sogar öfter gewinnen, wenn sie mit der Münze beginnen, statt selbst anzuspielen. Der Trend verfestigte sich über die Monate, die sich das Spiel entwickelte, immer weiter. Der Vorteil sei laut Brode allerdings marginal.

Wem bringt die Münze Glück und wem Pech?

Arstechnica wollte sich nicht auf die Statistiken Blizzards verlassen, sondern analysierte Turniere unter Top-Spielern und wertete die Resultate aus.

Während es in den analysierten 219 Spielen auf Top-Niveau im Großen und Ganzen fast ausgeglichen blieb (50,2% zu 49,8% fürs Anspielen), fallen doch Trends auf:

  • Jäger, Druiden und Hexenmeister sind stärker, wenn sie anspielen. 
  • Schurken, Paladine, Magier und Priester scheinen stärker, wenn sie die Münze haben. 
  • Beim Krieger und dem Schamanen liegen die Werte dicht beisammen.

Hearthstone viel fairer als League of Legends

Arstechnica räumt ein, dass die Anzahl der analysierten Partien recht gering sei, um allgemeingültige Aussagen zu treffen, daher sollte man die Resultate mit Vorsicht genießen. Einige Trends zeichneten sich dennoch ab: Es sei erkennbar, dass ein Jäger, wenn er den Gegner mit seinen Dienern rushet, den Tempo-Vorteil gut gebrauchen kann. Während der populäre „Miracle Rogue“ die Flexibilität durch die Münze, wenn der finale Angriff ansteht, offenbar zu schätzen und (Vorsicht, Wortspiel) in Siege umzumünzen weiß.

Doch stellt man, was Fairness angeht, Hearthstone ein gutes Zeugnis aus. In anderen Spielen sei der „Anspiel-Vorteil“ viel größer. Bei League of Legends betrage er 30%. So viel häufiger gewinne das Team, das sich den ersten Champ aussuchen dürfe.

Wenn Ihr Interesse an weiteren Statistiken habt und nicht nur auf Euer Bauchgefühlte hören wollt: Hier geht es zu einem Link über die statistische Verteilung der einzelnen Karten-Stufen in den Booster-Packs. Wie wahrscheinlich ist es, eine legendäre Karte zu ziehen? Und wie selten sind die goldenen?

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