Gaming Disorder: Trotz Kritik ist „Computerspiele-Sucht“ eine Krankheit

Die „Gaming Disorder“ wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nun offiziell als Krankheit definiert. Das sorgt für viel Kritik aus allen Richtungen. Man fürchtet, das würde Computer- und Videospiele stigmatisieren.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich nun trotz großer Kritik dazu entschieden, die „Computerspiele-Sucht“ in ihr Register der bekannten Krankheiten aufzunehmen. Die sogenannte „Gaming Disorder“ ist eine Videospielsucht, die dann auftritt, wenn man Gaming eine zu hohe Bedeutung im Leben gibt.

Nicht ausreichend Daten vorhanden: Das häufigste Argument der Kritiker ist, dass es nicht ausreichend Daten und Untersuchungen gibt, die eine feste Einstufung als eigenständiges Krankheitsbild rechtfertigen würden.

Aufmerksamkeit ist gut: Befürworter finden es gut, dass man einen Fokus auf Games legt und die Möglichkeit einer Sucht in den Fokus des Bewusstseins rückt. Allerdings gibt es auch hier Kritiker die sagen, dass dies nicht für ein eigenes Krankheitsbild reiche.

Computer Surfed to long

Wie definiert sich die „Gaming Disorder“? Laut der WHO wird eine „Gaming Disorder durch Muster charakterisiert, die dauerhaft oder wiederholt beim Spielverhalten, online oder offline, auftreten können:

  • Beeinträchtigte Kontrolle über das Spielen.
  • Spielen hat erhöhte Priorität im Leben des Spielers in einem solchen Ausmaß, dass andere alltägliche Aktivitäten verdrängt werden.
  • Anhaltendes oder „eskaliertes“ Spielen obwohl negative Konsequenzen auftreten.
Empfehlenswert: Videospielabhängigkeit – Machen Spiele süchtig? (GameStar.de)
Mit dieser Frage beschäftigen sich Ärzte erst seit einigen Jahren. Die GameStar wirft in ihrem Plus-Report einen Blick auf die Forschung, spricht mit Experten und Betroffenen.

Kritiker fürchten Stigmatisierung von Gamern

Stigmatisierung von Gamern als Folge. Viele Psychologen, aber auch unterschiedliche Gaming-Verbände, wie die Electronic Software Association sind der Ansicht, dass die „Gaming Disorder“ Millionen von Menschen aufgrund ihres Hobbys stigmatisieren könnte, die ohne Probleme einfach nur ihren Spielen nachgehen.

Die American Psychological Association nimmt sogar Abstand von der Definition und erklärt, dass man die Gaming Disorder nicht als eigenständige Sucht anerkennen würde. Dafür fehlen Beweise und aktuelle Untersuchungen würden die Aussagen der WHO nicht untermauern.

„Gaming Disorder“ – Sind wir alle krank?

Frühestens im nächsten Jahr wird das Krankheitsbild der Gaming Disorder dann auch in den einzelnen Ländern anerkannt.

Was haltet Ihr von dieser Definition als Krankheit? Ist das eine Stigmatisierung für Gamer? Oder endlich mehr Bewusstsein gerichtet auf eine klare Problematik?

Quelle(n): massivelyop.com, kotaku.com
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Nirraven
Nirraven
2 Jahre zuvor

fast alles kann zur Sucht werden

Sven Kälber (Stereopushing)
Sven Kälber (Stereopushing)
2 Jahre zuvor

Ein bischen übertreiben darf man auch gerne mal, immer die Frage ob man sichs leisten kann. Erste Konsole Nes, dann SNES, Playstation, PS2, keine 3er und mit 34 dann nach ganz langer Zockpaus, in einer Zeit in der ich mein ereignissreiches bewegtes Leben von davor nicht mehr führen wollte, PS4/Pro. Meine Stadt kenne ich, und meine Stadt kennt mich, deswegen isses unter den Umständen am besten viel Zeit Zuhause zu verbringen, um eben nicht so zu Leben wie davor. Keine Frau, keine wirklichen Hobbys, irgendwie auch nicht wirklich zufrieden mit vielem gewesen. So im großen und ganzen der perfekte Nährboden für eine Gaming Disorder. Im Endeffekt hat ich nur das & habs mit dem Herzen gelebt. Zockzeit viel zu viel (GTA 5 ???? Stunden, Division 2600+ Stunden, Destiny/Destiny 2 warscheinlich irgendwo zwischen 500 & 1000 Stunden). Klingt nach nem ausgewachsenem Hobby (und ner leichten Gaming Disorder). Schlecht war das für mich nicht, ich hab nämlich auch die Dinge aufgehört, die ich nicht mehr machen wollte. Mein Alkoholkonsum ging gänzlich auf 0, weil ich in Online Games dann einfach beschißen gespielt hab, deswegen hab ich das dann auch gelassen. Klar, ich treib mich seitdem immer hier bei meinen MMO Info-Dealern rum, aber mit meinen Real World Freunden, da kann ich sowas nicht besprechen wie hier :D. Also ja, ich habe ganz viele Dinge fürs zocken liegenlassen, klingt genau nach dem oben beschriebenen. Aber hat mir das geschadet? Wenn man bedenkt das ich heute eine tolle Frau, ein super Hobby & ein entspanntes gefälliges Leben führe, nein ganz sicher nicht wink Damals konnte ichs mir leisten, heutzutage zwar nicht mehr so viel, aber genug Zeit dafür bleibt. Wie der Kollege schon geschrieben hat, alles kann zur Sucht werden, aber wer einen starken Willen hat, der hat auch immer die Kraft nein zu sagen, nicht nur zum verlockenden Ründchen auf der Playse, sondern noch zu ganz vielem anderen auch… wink

Koronus
Koronus
2 Jahre zuvor

Ich Frage dich nur eine Sache:
„Wie bist du an die Frau gekommen?“

Sven Kälber (Stereopushing)
Sven Kälber (Stereopushing)
2 Jahre zuvor

Wir kennen uns schon 12 Jahre grin Eigentlich war die schon immer Zuhause für mich , aber halt nur ne Freundin wink Aber wie gesagt, bewegtes Leben, man hatte sich leider aus den Augen verloren… 2.te Chancen sollte man nutzen wenn man sie bekommt, im Rewe wieder getroffen (auch Hardcore Gamer müssen Einkaufen, vor allem wenn sie immer einer Arbeit nachgehen), bin ich gott sei dank nicht mehr losgeworden… wink

Forwayn
Forwayn
2 Jahre zuvor

Ja, das Problem einer Pathologisierung der Gesellschaft kenne ich. Das hängt aber vermutlich auch damit zusammen, dass der medizinische Fortschritt immer kleingliedrigere Krankheitsbilder erstellt. (Früher hatte man nur Kopfschmerzen, heute gibt es 30 verschiedene Arten von Kopfschmerzen) Die Glutenunverträglichkeit ist ein Desinformationsproblem, was mit der Digitalisierung und dem Internet zusammenhängt. Egal, für welchen hanebüchenen Mist man sich interessiert, im Internet findet man immer Gleichgesinnte, Websites und Foren, die eine Blase erzeugen, sodass man glauben muss, es sei was Wahres dran. Es gibt da diese schöne Sketch-Reihe „If Google was a man“. Da wird das sehr schön hops genommen.

Bodicore
Bodicore
2 Jahre zuvor

Also nach 28 Jahren dauerzocken habe ich 12Kg zugenomnen Bandscheibenprobleme und der Nacken zickt auch übelst rum.

Denke das ist aber ein ganz anderer Terapieansatz den ich da brauche wink

Aber wenn ich es mir recht überlege kann man nicht mal das rein aufs Zocken schieben.
Es kann auch daran das ich so langsam 42 bin und es halt irgendwann auch losgeht Arbeit und diverse Extremsportarten haben auch nicht nur Muskeln gebracht…

Ectheltawar
Ectheltawar
2 Jahre zuvor

Natürlich gibt es eine Computerspielsucht, das abzustreiten geschieht höchstens aus wirtschaftlichen Gründen. Die einen haben Angst vor der Stigmatisierung und den sich daraus ergebenen Umsatzeinbrüchen, die es eventuell geben könnte. Andere, wie Versicherungen, haben natürlich auch wenig Interesse, wenn das als offizielle Krankheit anerkannt wird, fällt das ja am Ende noch unter Dinge für die man zahlen muss wenn jemand erkrankt ist.

Wir alle aktzeptieren Dinge wie Glückspielsucht oder Alkoholsucht, auch Kaufsucht wird niemand mehr abstreiten. Alles unlängst aktzeptierte Krankheitsbilder und auch die Computerspielsucht ist nichts anderes. Nur durch die offizielle Anerkennung kann aber auch anständig dagegen vorgegangen werden.

KingK
2 Jahre zuvor

Also meine Frau würde mir dieses „Krankheitsbild“ wohl auch unterstellen und nach der neuen Einstufung auch direkt sagen: „Siehst du!!“
Ist aber totaler Quatsch. Ich würde gern mehr Zeit zum Zocken haben und ich zocke auch für mein Leben gern. Aber ich setze dennoch meine Prioritäten. Kann nur mal vorkommen, dass ich für nen geilen Titel die ein oder andere Fitness Session ausfallen lasse oder mal mal auf ein paar Stunden Schlaf verzichte. Aber wer kennt das nicht?

Jetzt rede ich mich um Kopf und Kragen. Hilfe ich bin vielleicht doch krank! xD

Fly
Fly
2 Jahre zuvor

Solange du dich nicht plötzlich zum ständig übermüdeten Lauch verwandelst, is noch alles okay großer. ^^

KingK
2 Jahre zuvor

Oha, nochmal Glück gehabt.

Colonel_Bliss
Colonel_Bliss
2 Jahre zuvor

Ich arbeite 8 Stunden Fahre um die 2 Stunden hin und her zocke 8 Stunden und quetsche nur das nötigste dazwischen… schlafen tue ich seit 8 Jahren nur knapp über 6 Stunden. Mir geht es gut, kann auch super aufs zocken verzichten wenn es was bessere zu tun gibt, verdiene wesentlich besser als die experten die sich das oben ausdenken und würde mich dennoch nicht als Krank bezeichnen sonder als effektiv.
Wieso sollte man sich zwingen etwas nicht zu tun wenn es zu dem Zeitpunkt nichts besseres zu tun gibt?

KingK
2 Jahre zuvor

Zocken ist schon eine schöne Beschäftigung. Das Leben ist eh ernst genug, da ist es doch umso cooler mal in andere Welten abzudriften, ohne den Bezug zur eigenen zu verlieren.
Hab als Kind schon C64, Amiga 500, Gameboy, NES usw gezockt. Gerne, oft, aber nie zuviel.
Heutzutage ist natürlich die Immersion viel teifgreifender und auch die Multiplayer Komponente macht es für den ein oder anderen gefährlich.
Ich mach mir aber keine Sorgen, sondern freue mich schon jetzt auf die Rente grin

So jetzt schnell die Trophäen checken…

Scaver
Scaver
2 Jahre zuvor

Ich komme aus dem Gesundheitswesen und finde es gut. In Deutschland gibt es dieses Krankheitsbild schon länger und auch Therapeuten, die sich darauf zusaätzlich spezialisiert haben. Trotzdem ist es ein recht kleiner Bereich.
Ich kenne aber Leute, die extrem betroffen sind und wo es auf Dauer um Lebensgefahr geht. Diese Leute sind so süchtig, dass selbst Essen, Trinken und Schlafen nur noch Störfaktoren sind (bis jetzt aber noch die Bedürfnisse erfüllt werden).
Aber Arbeit oder so etwas… daran ist kaum zu denken.

Eine Stigmatisierung von Games und Gamern, die es nicht sowieso schon gibt, sehe ich hier nicht. Wichtig ist, dass man sich so eine real existierende Sucht bewusst wird. Nur dann kann man dagegen auch etwas unternehmen.
Alkohol liebe ich als Vergleich. Verantwortungsbewusst genossen, kann er lecker und sogar gesund (z.B. Rotwein) sein! Doch in der Sucht ist er absolut zerstörerisch.
Das trifft auf vieles zu. Sexsucht, Arbeitssucht usw.

KingK
2 Jahre zuvor

Gibt schon harte Fälle. Zu Destiny 1 Zeiten hatte ich den ein oder anderen in der FL, der gerne mal krank gemacht hat, damit wir raiden können etc.
Da fängt es halt an kritisch zu werden…

Insane
Insane
2 Jahre zuvor

Ich möchte dir nicht in der Sache Widersprechen, aber bitte, lasst diesen unsäglichen Alkohol vergleich. Jede Form von Alkohol, auch der in Rotwein, ist niemals gesund. In keiner Dossierung. Und es ist total gruselig, dass sich dieses „Gerücht“ solange hält.

Fly
Fly
2 Jahre zuvor

Ich hab aber das Gefühl, das hat sich in den letzten Jahren schon verbessert. Kommt ja auch immer auf das Gegenüber an sich an. Im 300 Seelenkaff meiner Eltern wird man schon schief angeschaut, das sind aber auch allesamt „typische Landeier“. Im Büro in Berlin kann ich mit Gaming-Shirts rumrennen, da fragen die meisten Kollegen interessiert woher genau das Motiv stammt und lassen sich das auch gerne erklären, obwohl die allesamt nichts mit Gaming am Hut haben. ^^

KingK
2 Jahre zuvor

GAMING <3

Huch… :O

BuckyVR6
BuckyVR6
2 Jahre zuvor

Wohoooo Moment muss aus eigener Erfahrung sagen Tuning fällt genauso mit Gaming auf eine Plattform smile durch die idioten….

BuckyVR6
BuckyVR6
2 Jahre zuvor

Dann ist theoretisch laut dem einen Punkt jedes Hobby eine Disorder da ich viele leute kennen die ihr leben nach dem Hobby ausrichten ….

Fly
Fly
2 Jahre zuvor

Meinst du den zweiten Punkt? Sicher richtet man sich immer ein bisschen nach entsprechenden Hobbys aus, aber man verdrängt ja nicht ständig und konsequent die Alltäglichkeiten dafür. Diese Symptome sollen auch länger als 12 Monate auftreten damit das quasi zählt, wenn das alles über einen so langen Zeitraum zutrifft, ist das doch schon bedenklich.. ^^

BuckyVR6
BuckyVR6
2 Jahre zuvor

Okay dann sind einige bedenklich grin ich mein klar gibt es die einen oder anderen ausreißer in so einer skala ( wie das Mädchen das sich eingepinkelt hat beim fortnight zocken)

hab aber genauso freunde die mehrere Jahre lang nen vollen Tank hatten neue Reifen aber dafür sich von Yum Yum Suppen ernährt haben das Auto war auf platz 1 danach vlt sie selbst und zum schluss iwann mal die Freundin wenn denn eine da war.

Ich selbst stand konsequent freitags von 19:00 bis 4 Uhr morgens an einer Aral mit solchen leuten. und das 2 jahre lang grin

Scaver
Scaver
2 Jahre zuvor

Ja, dann wird es per Definition zur Sucht und diese Menschen sollten schleunigst Ihr Leben überdenken!
Allerdings muss es wirklich so sein, dass das Hobby alles im Leben ist was zählt.
Ich arbeite auch nicht aus Spaß an der Freude, sondern für Geld, auch damit ich meine Freizeit und damit meine Hobbys finanzieren kann. Und sichermache ich mal am Tag X Überstunden um am Tag Y früher zu gehen wegen nem Game Release oder so etwas.
Aber solange es sich in der Wage hält, ist alles ok.

Insane
Insane
2 Jahre zuvor

Ich finde es besonders diffizil in dieser Thematik einen Konsens zu finden.

Einerseits kann ich wohl anerkennen, dass es Personen gibt, die Aufgrund der thematisierten Problematik, in große existentielle Schwierigkeiten geraten. Das es Betroffene gibt, die ohne Unterstützung von außen, es nicht vermögen aus der Situation ausbrechen.

Auf der anderen Seite kommt es mir mehr als nur Zynisch vor, dieses „Leiden“ mit anderen Abhängigkeiten gleichzusetzen. Ich empfinde es als blasiert Ignorant wenn Personen salopp in der Umgangssprachlich von Sucht sprechen und die Liebe zu ihrem Kaffee oder Schokolade meinen.

Ich schätze, jeder ernsthaft Heroin-, Glückspiel- oder Crack-Süchtige würde mit einem Handkuss seine Sucht gegen eine Kaffee oder Computerspielsucht eintauschen, wenn er dafür nur einen Zauberstab schwenken müsste.

treboriax
treboriax
2 Jahre zuvor

Im Sinne der WHO würde die Spielsucht jedoch als eigenständiges Krankheitsbild anerkannt und eben nicht mit anderen Suchtkrankheiten gleichgesetzt werden.

In der Umgangssprache mag das anders aussehen, aber die Medizin hat/hätte hierbei differenzierte Diagnosen.

Colonel_Bliss
Colonel_Bliss
2 Jahre zuvor

Nehmen wir mal an ein Kind bekommt keine Aufmerksamkeit der Eltern also so wirklich Null oder noch schlimmer. Und ein Kind rettet sich in die Online Welt um sich selbst zu schützen / Aufmerksamkeit zu bekommen etc ist das jetzt eine Krankheit , Selbstschutz oder eigen Therapie. Liegt es nicht viel mehr an der Erziehung das es überhaupt eine Sucht werden könnte?

treboriax
treboriax
2 Jahre zuvor

So, wie ich die Diskussion der Mediziner verstehe, geht es genau um diese Frage: Ist Spielsucht eine eigenständig auftretende Krankheit oder wird die Sucht nach Videospielen in jedem Fall durch andere Ursachen bedingt, bspw. wie von dir beschrieben als Flucht vor der Realität?

Colonel_Bliss
Colonel_Bliss
2 Jahre zuvor

So wie ich das sehen und immer wieder in Erfahrung bringe hat jede Sucht eine Ursache. Und das zocken als Krankheit zu deklarieren und das behandeln zu wollen anstatt die Ursache zu suchen und zu bekämpfen ist der falsche Weg.

Antonyme Alkoholiker reden auch in Sitzungen wie es dazu gekommen ist und welche Ursache es hatte… oder gibt es da ein unterschied?

Insane
Insane
2 Jahre zuvor

Ist das nicht ein wenig „utopisch“? Sicherlich ist es schön, wenn man Ursachen für was auch immer beseitigen kann. Aber das sagt sich immer so leicht. Fluchtursachen bekämpfen, Suchtursachen bekämpfen. Aber das sind Probleme, die seit Generationen in unseren Gesellschaften verankert sind. Die werden nicht eben mal beseitigt. Falls sie überhaupt jemals beseitigt werden können. Und das soll in der Zwischenzeit passieren? Nichts? Es ist besser die Leiden eines kranken Menschen zu lindern als nichts zu tun. Auch wenn ich ihn nicht heilen kann.

Scaver
Scaver
2 Jahre zuvor

Genau das. Hier geht es um die Ursache.
Der Verlauf und vor allem die Folgen sind aber fast schon „klassisch“. Alles andere im Leben, selbst die bloße Existenz wird zur Nebensache. Selbst das eigene Überleben wird im Extremfall absolut unwichtig. Und man will verhindern, dass sich genau das ausbreitet.

Koronus
Koronus
2 Jahre zuvor

Diese Frage habe ich mit meinem Psychiater besprochen und er sagt die Sucht entstand aus Selbstschutz da die Aufmerksamkeit meiner Mutter zu der Zeit von „Warum bist du kein 1er Schüler wie ich damals?“ über „Du bist ein Idiot und ich mag keine Idioten.“ bis zu „Du bist Schuld daran daß mein Leben die absolute Scheiße ist!“ ging wo natürlich das klassische „Erzählst du irgendjemanden hiervon wirst du nicht zu deiner Oma kommen sondern um die Quote zu erfüllen in ein höllisches Kinderheim wie in Oliver Twist gegen das das hier noch schön ist.“ nicht fehlen darf. Für ihn ist meine Videospielsucht ein Verlangen nach Fremden, für mich schöneren, Welten welches ein integraler Teil von mir wurde um das während meiner Entwicklung entstandene Loch zu füllen.

Scaver
Scaver
2 Jahre zuvor

Die von dir zuletzt genannte Computerspielesucht führt aber auch nicht selten zum Tode oder zu erheblichen körperlichen Schäden, da Betroffene irgendwann Essen, Trinken und Schlafen fürs Zocken opfern. Sicher, das sind die Extremfälle, kommt aber gerade in Asien gar nicht so selten vor und auch bei uns gab es schon einige Fälle!

Insane
Insane
2 Jahre zuvor

Man sollte die Unverhältnismäßigkeit nicht aus den Augen lassen. 2017 gab es allein in Deutschland 1.272 Todesopfer durch den Konsum illegaler Drogen.

Zu Todesopfer durch das Spielen von PC Spielen gibt nicht mal genug Tode um eine Statistik zu führen, über die letzten 10 Jahre hinweg. Ich habe bei einer oberflächlichen Suche 5 dokumentierte Fälle in den letzten 10 Jahren gefunden.

Also ja, gibt es. Aber es sterben mehr Leute beim Golfen als bei einem PC Spiel.

Forwayn
Forwayn
2 Jahre zuvor

Ich versteh die Kritik einiger Gamer hier nicht. Es geht doch der WHO nur darum Richtlinien für eine klarere Definition einer neuartigen psychologischen Erkrankung aufzustellen. Hier soll niemand verteufelt oder stigmatisiert werden. Es soll nur ein rechtlicher Rahmen abgesteckt werden in dem Krankenkassen und behandelnde Ärzte tätig werden können.

Ich kenne aus meinem Bekanntenkreis einige Geschichten, wo Kinder und Erwachsene kriminelle Energien entwickeln, um ihr Spiel über Gebühr weiterzuspielen, in einem Maße, dass andere alltägliche Dinge des Lebens verdrängt werden (z.B. Grundbedürfnisse wie Schlaf, Körperhygiene, Nahrungsaufnahme). Es wäre doch fahrlässig in Bezug auf die Entwicklung von Kindern, hier zu sagen: „Naja, spielt halt ein bisschen viel!“
Grad ein Artikel wie https://mein-mmo.de/fortnit…, zeigt doch, dass hier dringend Handlungsbedarf besteht. (Wie dieser aussieht, steht auf einem anderen Blatt)
Natürlich ist ein Generalverdacht des Gaming, wie in der Killerspieldebatte aus den 2000er Jahren, und eine Stigmatisierung strikt abzulehnen. Dass hier aber ein Problem erkannt wurde und erste Schritte unternommen werden, um es einzugrenzen, ist doch nur zu begrüßen.

Colonel_Bliss
Colonel_Bliss
2 Jahre zuvor

Ich finde das meine Entwicklung wurde ehr gefördert durchs zocken. Ich geh soweit zu behaupten das ich es nicht so weit im Leben geschafft hätte ohne das zocken. Alleine schon von dem Teamwork, Englisch Kenntnissen und Sozialen Kontakte die man Weltweit knüpft. Wir sind in einer Zeit in dem mach z.B. ESport in Bewerbungen schreiben kann und dies befürwortet wird von den Firmen (Zumindest bei den Fachkräften z.B. Informatiker) da diese Firmen sich damit auseinander gesetzt haben. Das man jetzt keine 9 Jährigen als Beschäftigungstherapie vor Fortnite setzen sollte liegt bei der Erziehung der Eltern. Da liegt ehr das Problem bei den Eltern die den Kindern keine Aufmerksamkeit schenken oder sich nicht für das interessieren was die Kinden mögen und noch weniger mit auseinander setzen.

Forwayn
Forwayn
2 Jahre zuvor

Natürlich sind die Eltern, die das Kind vor der Konsole/PC/TV parken das Problem und hier muss die Prävention ansetzen. Dennoch ist zunächst das Kind mit der Sucht das Geschädigte.

Colonel_Bliss
Colonel_Bliss
2 Jahre zuvor

Also ist es auch eine Krankheit wenn man Fußball eine erhöhte Priorität im Leben gibt interessant das sollte man auch mit aufnehmen als Sucht. Oder ins Fitnessstudio gehen da gibt es ja auch leute die das als eine erhöhte Prio geben. und und und

Guest
Guest
2 Jahre zuvor

Das ist zwar richtig, wobei man aber sagen muss, dass der „Content“ bezüglich Fußball da schon eingeschränkt ist, also es ist nahezu unmöglich Fußball rund um die Uhr zu konsumieren, weil es da nicht so viele Spiele pro Woche gibt. Auch im Fitnessstudio gibt es mit Sicherheit Leute, die es übertreiben, aber die Forschung zeigt da schon eher ein anderes Bild, nämlich das zu wenig Leute etwas für den Körper tun, die Anzahl an übergewichtigen Menschen steigt usw.
Da ist natürlich der Konsum von Videospielen deutlich verbreiteter und auch leichter zugänglich. Ich kann vom Bett aus meine Konsole einschalten und zocken. Das ist ja schon eher der Knackpunkt.
Also dieses „Videospiele und die Suchtgefahr“, würde ich nicht zu schnell in Frage stellen, ich denke da kann schon was dran sein. Habe auch mal paar Dokus darüber gesehen und jedes Mal sagen so Leute, die in Suchtzentren arbeiten, dass die Anzahl an Videospieler, die sich bei denen melden, steigt.

Ich verstehe auch ehrlich gesagt nicht, weshalb die Leute immer mit anderen Suchtgefahren argumentieren. Siehe unten, da geht es um die Netflix-Sucht. Joa, die gibt es mit Sicherheit auch, aber die spielt hier doch keine Rolle.

Colonel_Bliss
Colonel_Bliss
2 Jahre zuvor

Die frage ist nur wenn du nach 8Stunden arbeit zuhause bist und dann unter der Woche deine 4-6 Stunden mit Freunden Online verbringst und Spaß hast da es ein Globales Hobby von Menschen aus aller Welt ist. Sollte man so etwas als Sucht deklarieren? Etwas was gleich zu setzen ist mit nach der Arbeit Sport machen um abzuschalten und Spaß zu haben. Sollte man dies als „Krank“ bezeichnen. Ich würde ehr sagen die Leute die so etwas machen und wortwörtlich ausrasten wenn immer etwas passiert (sowas würde ich als Krank bezeichnen) sollten Hilfe kriegen aber nicht die Millionen Leute die etwas als Hobby tun um Spaß zu haben. Und mit Fußball meinte ich nicht spiele anschauen sondern ehr das im Verein zu tun täglich Fußball spielen was so gesehen das selbe Verhaltensmuster ist wie oben beschrieben. Das müsste ebenfalls als Sucht gelten so wie viele anderen dinge. Ob das eine jetzt gut für dein Körper ist oder nicht sei mal dahingestellt.

Ob ich jetzt 8 Stunden Arbeite 8 Stunden Zocke mit Freunden und dann 8 Stunden schlafe oder 8 Stunden arbeite 8 Stunden Sport BMW auf 932² Umdrehungen durch die Spielstraße und anderen scheiß machen und dann 8 Stunden schlafe. Dann wüsste ich genau was ich lieber machen ^^

Im Östlichen Raum wäre man so der absolute Sportler hier wird es immer schlecht dargestellt.

Guest
Guest
2 Jahre zuvor

Sucht wird nicht an der investierten Zeit gemessen, die investierte Zeit ist eher ein Indikator für eine Sucht. Sucht bemerkt man, wenn man beispielsweise andere Handlungen und Tätigkeiten nicht absolvieren kann, weil man immer an sein Suchtobjekt denkt (Videospiel, Alkohol usw.).
Das kann man auch mit Hilfe der Gehirnströme messen, wenn man bestimmte Reize ausgesetzt wird, die entweder neutral oder auf das Suchtobjekt gerichtet sind.

treboriax
treboriax
2 Jahre zuvor

Dein Beispiel hat aber doch nichts mit dem Krankheitsbild zu tun, das die WHO definieren möchte. Es geht nicht darum, dass gesunden Menschen, die kontrolliert einem Hobby nachgehen, eine Krankeit unterstellt wird, sondern dass eine spezifische, krankhafte Suchterscheinung besser als solche identifiziert werden kann.

Jemand, der sein Hobby bewusst in den Alltag integriert, hat kein Problem. Wahrscheinlich aber jemand, der von seiner Frau verlassen wird, weil er den ganzen Abend spielt, statt sich am Familienleben zu beteiligen, der irgendwann nicht mehr zur Arbeit geht, um morgens direkt weiterspielen zu können, nie Essen im Kühlschrank hat, weil er lieber spielt als Einkaufen zu gehen und unter Umständen sogar den Toilettengang dem Videospiel unterordnet (dazu gab es hier ja neulich einen Artikel bzgl. eines jungen Mädchen).

Die Diskussion ist nun, ob Spielsucht als solche tatsächlich ein eigenständiges Krankheitsbild darstellt und nicht nur eine Ausprägung/Erscheinung anderer Krankheiten ist. So könnte die Symptomatik meines Beispiels womöglich eine unbewusste Ablenkungsstrategie sein und eine andere psychische Erkrankung ursächlich sein.

Soldier224
Soldier224
2 Jahre zuvor

,,Beeinträchtigte Kontrolle über das Spielen.“ ->

Soll wie definiert sein? Dass man sich mal in ein Spiel länger verliert als vorgesehen halte ich für normal. Ich verliere mich auch hin und wieder beim Buchlesen.

„Spielen hat erhöhte Priorität im Leben des Spielers in einem solchen Ausmaß, dass andere alltägliche Aktivitäten verdrängt werden.“

Auch andere Hobbys und Aktivitäten können eine erhöhte Priorität haben ohne gleich als Sucht zu gelten. Auch hier braucht eine deutlich bessere Definition. Sonst könnte es schon Sucht sein dass man seine Freizeit eben ins Spielen investiert statt in Fußball spielen. Alltäglich kann nämlich im Grunde alles sein.

,,Anhaltendes oder „eskaliertes“ Spielen obwohl negative Konsequenzen auftreten.“

Kommt auch hier auf die Konsequenz an und die Größe dessen.

Allgemein sehr schwammig. Ich finde einerseits gut dass man dann die Sucht behandeln kann und von der Krankenkasse bezahlt bekommt. Aber es ist nicht gut wenn man Leute die nicht süchtig waren nun als süchtige klassifiziert, die selbst aber zufrieden sind und keine großen Probleme in ihrem Leben haben nun krankhaftes Suchtverhalten unterstellen kann.

Fly
Fly
2 Jahre zuvor

Ich fand die Definition jetzt gar nicht so schlecht, ich meine bei wem alle drei Punkte zutreffen, der hat doch definitiv ein Problem. Es hieß ja dazu auch, dass diese „Symptome“ über mehr als 12 Monate auftreten müssen. Das ist ja nun nur bei einem ganz kleinen Bruchteil der Fall, von daher…

Derio
Derio
2 Jahre zuvor

Ach, man wurd doch auch schon vorher teilweise als krank betitelt, wenn jemand erfahren hat das man Hobbyzocker ist.

Domenik Heimes
Domenik Heimes
2 Jahre zuvor

Na geil.

Also in der Theorie könnte man jetzt tatsächlich alles links liegen lassen seinem Hobby in Perfektion nachgehen und letztlich alles auf eine Sucht schieben und wird dann auch noch krankgeschrieben.

Ja es gibt die Computersucht. Aber meiner Meinung nach ist es a) ein freilos für viele b) werden viele jetzt krank betitelt die wirklich nur ihrem Hobby nachgehen aber sonst alles in ihrem leben im Griff haben ( ja nicht von Ärzten oder WHO aber von der allgemeinheit) c) wer will es denn jetzt wirklich feststellen. Es können garnicht genug Daten für so etwas gesammelt werden

Achso und eine frage. Jetzt bin ich jemander der gerne Handwerklich tätig ist und Bau ständig etwas neues. Stundenlang, täglich…. bin ich jetzt Handwerker-Süchtig? Nein weil das gilt ja als nützlich -.-

Vallo
Vallo
2 Jahre zuvor

Schau dir bitte die Definition von Sucht an und ab wann sie zu einem Problem wird. Das beantwortet dir so einiges.

Und du stellst das viel zu einfach und pessimistisch dar. Ja klar sind die da nicht so weit, aber grob haben die was und können was unternehmen. Ob es fruchtet zeigt sich noch. Und feststellen kann man es auch weitestgehend, aber wie bei anderen Erkrankungen muss hier erstmal selbst erkannt werden das etwas nicht stimmt.

Domenik Heimes
Domenik Heimes
2 Jahre zuvor

Sucht – krankhafte Abhängigkeit von einem bestimmten Genuss- oder Rauschmittel o. Ä

Also ich finde das passt sehr gut zu meinen Handwerkertätigkeiten die ich aus Genuss und spaß betreibe :o.

Nein mal spaß bei seite. Ich wollte damit ja nur mal verdeutlichen das hier auf einmal ein Hobby, was halt schlichtweg in der Gesellschaft keinen guten Ruf besitzt, nun zu einer erklärten Krankheit gemacht wurde, sollten genügend kriterien erfüllt werden. Das man aber auch von anderen aktivtäten Süchtig werden kann wird immer unter den Teppich gekehrt da diese ja „Gesund“ sind.

Colonel_Bliss
Colonel_Bliss
2 Jahre zuvor

Du solltest dir unbedingt Hilfe holen mit deiner Handwerker Sucht. Das ist nicht womit man Spaßt. Du behandelst sicher auch Hausarbeiten zweitrangig wenn du gerade vertieft bist und Spaß hast.
„Anhaltendes oder „eskaliertes“ Handwerkern obwohl negative Konsequenzen auftreten.“ Du hast dich sicher auch schon öfters dabei verletzt und machst es immer noch weiter.

Psycheater
Psycheater
2 Jahre zuvor

Alles schön und gut; Aufmerksamkeit ist definitiv angebracht. Aber dann sollte bitte im gleichen Atemzug das sogenannten „Binge-Watching“ auch als Krankheit anerkannt werden. Denn wenn man bedenkt wie viele Leute ihr Leben nur noch bei Netflix und Prime verbringen ist das meiner Meinung nach definitiv gerechtfertigt

Alex Oben
2 Jahre zuvor

Dein Name passt ja auch echt gut zum Artikel…Wann bekomm ich nen Termin? höhöhöhö

Psycheater
Psycheater
2 Jahre zuvor

Retourkutsche für letztes Mal?! ;-P
Termine immer nur am 29. Februar;-)

Alex Oben
2 Jahre zuvor

Vielleicht ;D

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