Crunch Time: Junger Entwickler arbeitet sich tot – 89 Stunden-Woche

Ein Mitarbeiter von Netmarble Neo, dem südkoreanischen Studio hinter Lineage 2 Revolution, ist an Überarbeitung gestorben. Der Spiele-Entwickler hat sich offenbar totgearbeitet.

„Crunch-Time“ – so nennt man es, wenn Überstunden an einem Videospiel geschoben werden. Es kursieren Horrorgeschichten von Entwicklern, die ihre Familie nicht mehr sehen, wahnsinnige Stunden abreißen, den Bezug zur Realität verlieren und danach Wochen brauchen, um wieder normal zu werden.

Aber selten geht eine Geschichte so brutal aus wie diese: Im letzten Jahr sind drei Mitarbeiter der koreanischen Spieleschmiede Netmarble an Ursachen gestorben, die man verdächtigt, mit Überarbeitung in Verbindung zu stehen. Netmarble hat das aber bestritten.

Jetzt hat die südkoreanische Regierung einen der drei Todesfälle als Arbeitsunfall, als Folge der Arbeit, akzeptiert und erlaubt der Familie des Verstorbenen damit, auf Entschädigung zu klagen.

Der Verstorbene war bei der Firma Netmarble Neo beschäftigt, ein Tochter-Studio von Netmarble, das an dem Mobile-Hit Lineage 2 Revolution arbeitet.

Der Mitarbeiter ist im Oktober 2016 an einer Herzkrankheit gestorben, an Arteriosklerose der Herzkranzgefäße.

lineage 2 revolution 02

Entwickler war erst in seinen 20ern

Der Mitarbeiter soll irreguläre Nachtschichten und Überstunden in den 12 Wochen geschoben haben, bevor die Krankheit zu seinem Tod geführt hat.

Da der Mitarbeiter in seinen 20ern war und bei einem Gesundheitscheck vorher keine Symptome festgestellt worden waren, gehen die Behörden davon aus, dass der Tod mit seiner Arbeit zusammenhängt. Das berichtet die Korea Times.

Der Mitarbeiter soll in den sieben Wochen vor seinem Tod 89 Stunden die Woche gearbeitet haben. Sogar an seinem Todestag, an einem Sonntag, hätte er wieder arbeiten sollen, sagt die Familie des Verstorben.

Spiel, an dem er gearbeitet hat, wurde zum Mega-Hit

  • Der Tod des Angestellten hat sich im Oktober 2016 ereignet.
  • Lineage 2 Revolution erschien Anfang 2017 in Südkorea und hat in den ersten Monaten wahnsinnig viel Geld eingespielt.
  • Netmarble hat im Februar 2017 Überstunden und Wochenendarbeit abgeschafft. Mitarbeiter bekommen seitdem Ausgleichstage, wenn sie doch am Wochenende arbeiten, und Vorgesetzte dürften Mitarbeitern keine Arbeitsaufträge nach Feierabend erteilen. Das geschah wohl in Zusammenhang mit den Todesfällen. Darüber hat MMO Culture berichtet.

Netmarble ist die Firma hinter Mobile-MMOs wie Marvel Future Fight oder Lineage 2 Revolution, das hier im Westen heiß erwartet wird. Die Firma gilt als Senkrechtstarter im koreanischen Gaming-Markt, weil sie früh auf Mobile gesetzt hat, während sich die Platzhirsche NCSoft und Nexon mit dem Übergang von PC zu Mobile noch schwer tun.

Mit der ungewöhnlichen Erfolgsgeschichte von Netmarble haben wir uns in diesem Artikel beschäftigt.

Gaming-Gigant setzt auf Mobile-MMORPG – „koreanischer Steve Jobs“

Autor(in)
Quelle(n): korea timesMMOCulture - Überstunden bei Netmarble abgeschafft
Deine Meinung?
Level Up (1) Kommentieren (19)
Passwort vergessen

Bitte gib Deinen Benutzernamen oder Deine Email-Adresse ein. Du erhälst einen Link, um ein neues Passwort per Email zu erstellen.