Destiny: Der große Patch-Note-Schwindel und warum Superwaffen oft gar nicht super sind

Beim MMO-Shooter Destiny hat man ein Gespräch über Waffen-Balance geführt. Man erklärte das Chaos um die Patch-Notes von Anfang Dezember, den ausgebliebenen Buff für Automatikgewehre und warum Superwaffen oft gar nicht so super sind.

Die zwei Bungie-Entwickler Jon Weisnewski und Sage Merill sind jetzt in einem Podcast aufgetreten. Sie gehören zum Team, das für das Balancing zuständig: Weisnewski macht die Waffen, Merill kümmert sich um Klassen-Skills.

Falsche Patch-Notes waren auf falsche Art falsch

Thema: Nummer 1 – der Skandal um die Patch-Notes: Eigentlich sollten mit dem Dezember-Patch Automatikgewehre deutlich stärker werden, in der Praxis wurden sie es nur minimal. In den Patch-Notes standen schlicht falsche Zahlen.

Weisnewski, der da als Schuldiger geoutet wurde, sagte: Das Problem war, dass die „falschen Patch-Notes“ auch noch auf die falsche Art falsch waren. Sie versprachen einen großen Buff, der dann nicht kam. Hätten sie einen Nerf versprochen, der dann im Destiny-Patch ausgeblieben wäre, hätte sie ihn als Heiligen gefeiert, so Weisnewski.

SUROS-Auto-Destiny

Das Thema wurde dann noch mal durchgesprochen. Es war, laut den Bungie-Entwicklern, einfach ein Fehler, der aus zu wenig Aufmerksamkeit resultierte. Die Entwickler kümmerten sich um Patches, messen „Patch-Notes“ nicht die Bedeutung zu, wie das die Fans da draußen tun. Man hat es einfach nicht richtig gegengecheckt, es war „ein Fuck-Up, total unser Fehler“, gestehen die Entwickler ein.

Destiny-Suros-RegimeZu den winzigen Änderungen an Automatikgewehren sagte man: Das wäre eben der Wert, auf den man gekommen sei. Und man teile jede Änderung mit. Wenn man die Änderungen verschwiegen hätte, wäre das der Grund für den nächsten Shitstorm gewesen.

Bei Automatikgewehren könnten auch „winzige Änderungen“ schon Großes bewirken. Das läge an der hohen Feuer-Frequenz. Auch die kleine Änderung an Automatikgewehren haben etwas bewirkt, allerdings werde das nicht dargestellt, da man dem Spieler nur „runde Zahlen“ gibt, im Hintergrund fließe die Minimal-Änderung aber ein und habe Auswirkungen.

Welche Waffe ist wirklich zu „stark“?

Interessante Infos gab es auch zum Balancing. So würden viele „Top-Waffen“ im Spiel gar nicht die Zerstörung anrichten, die man glaubt. „Leerer Blick“ etwa, gelte als Killer-Waffe. Die Spieler kämen mit der Sniper aber nur auf eine ausgeglichene K/D-Ratio von 1.0.

Destiny-Leerer-Blick

War in der letzten Woche

Viele „populäre Meta-Waffen“ entstünden durch Empfehlungen oder Mund-zu-Mund-Propaganda oder schlicht, weil sie so einfach zu bekommen seien. Aber die gäben Spielern, von den Zahlen her, selten einen bedeutenden Vorteil in Jahr 2.

Bei anderen Kombinationen wie Shotgun+Blink, wo dann auch wirklich generft werde, komme der Spieler-Skill zum Tragen. Sehr gute Spieler konnten mit Shotgun+Blink so gut sein, dass es wirklich die Balance durcheinander brachte. Hier musste man eingreifen. Es gehe nicht darum, ob eine Taktik oder Waffe „populär“ sei, sondern ob sie den Spielern wirklich derartige Vorteile gewähre, dass dadurch die Balance in Gefahr sei.

MIDA-Multi-Neu

Über dieses Skill-Gap und wie viel das Können von Spielern in Destiny eine Rolle spielen solle, macht man sich intern Gedanken. Im Moment hat man das Gefühl, das Spiel sei etwas zu schnell in Eins-gegen-Eins-Situation, die Time-to-Kill-Zeit sei zu niedrig, das Chaos etwas zu hoch und der Skill des einzelnen Spielers komme etwas zu kurz. Das wird aber intern kontrovers diskutiert.

Generell möchte man bei Bungie, dass jeder Spielstil praktikabel ist. Sollte es so werden, dass alle im Schmelztiegel nur noch mit ihren Snipern in Deckung liegen, wird man auch gegen diesen Spielstil Maßnahmen treffen. Immer wenn es auf „Entweder du spielst diese Waffe auf diese Weise oder du machst es falsch“ hinausläuft, wolle man eingreifen. So eine Situation hatte man in Jahr 1 mit Blink und den Schrotflinten.

Deshalb sei für Bungie auch ein Warnsignal, wenn wer sage: „Oh, der Patch ist der Wahnsinn!“, weil dann wahrscheinlich ein bestimmter Spielstil zu stark ist und die Balance in Gefahr.

Nerfs von einzelnen Waffen würden Spieler verärgern, deshalb macht man gleich einen Bereich

Destiny-Party-CrasherIm Podcast verrät man auch, dass man bei Bungie selten nur eine Waffe oder Waffengattung nerfe, um den Fans der Waffe nicht das Gefühl zu geben, es treffe nur sie, man habe sie auf dem Kieker. Statt also „rasch kleine und gezielte Änderungen“ durchzuführen, will man lieber „seltenere und dafür größere Änderungen.“ Man müsse sich vorstellen, die eigene Lieblingswaffe, die MIDA, werde etwa generft und nur diese eine Waffe gezielt. Das würde die Fans der Waffe verärgern, daher ist es wichtig, dass immer ein ganzer Bereich geändert wird, nicht nur ein einzelner Aspekt. In der Regel würde auch eine einzelne Änderung, so viel drumherum ändern, dass man dafür auch mehr machen müssen.

Ausnahmen wie der Nerf von Sardinenbüchse auf Schrotflinten im Oktober seien eine Ausnahme, um ein aktuelles, sich stark verbreitendes Problem zu lösen.

Man weiß bei Bungie darum, wie sehr sich Balance-Änderungen auf die Zufriedenheit der Spieler auswirken.

Fusionsgewehre. Seltsame Situationen

Destiny-Plan-C-127Fusionsgewehr sollten Spieler dafür belohnen, die Bewegungen der Gegner vorherzusehen. Auch wenn die Community sich mit den Waffen schwer tue, seien sie „auf dem Papier“ sehr gut. Und man habe intern auch Entwickler, die ausgezeichnet damit umgehen können, daher schreckt man davor zurück, Fusionsgewehre zu stärken.

Einen Tipp gab man bei Bungie: Plan C! Probiert Plan C aus. Wir haben da ein paar Daten.

Autor(in)
Quelle(n): PD
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