Borderlands 3: Chef erklärt den Deal mit Epic – Dabei kommt Steam nicht gut weg

Gearbox-Chef Randy Pitchford erklärte recht ausführlich, warum Borderlands 3 über den Epic Games Store erscheint und wer diese Entscheidung getroffen hat. Dazu zeigt er Schwächen bei Valves Plattform Steam auf.

Warum kam die Frage auf? Borderlands 3 wird etwa sechs Monate lang zeitexklusiv über den Epic Games Store erscheinen. Wie schon bei ähnliche Deals zwischen Epic Games und Entwicklerstudios tobten die Borderlands-Fans auch bei dieser Ankündigung.

Es kam sogar zu einem Review-Bombing der Vorgängerspiele auf Steam. Der Epic Games Store erhitzt einfach die Gemüter, da Spieler die Freiheit genießen möchten, ihre Spiele dort zu kaufen, wo sie wollen und nicht dazu gezwungen werden möchten, einen Store nutzen zu „müssen“.

Außerdem kritisieren viele Spieler den Epic Store, der biete viel weniger Komfort und Sicherheit als Steam – viele lieb gewonnene Features, die Steam bieten, fehlten einfach auf der neuen Plattform.

Pitchford: Epic Store wird auf Borderlands zugeschnitten

Was meinte Randy Pitchford? Über Twitter wurde Gearbox-Chef Randy Pitchford gefragt, warum der Epic Games Store gewählt wurde, wenn Steam doch viel mehr Kunden und auch bessere Features hat. Pitchford reagierte darauf mit einer sehr ausführlichen Antwort, die einiges Licht ins Dunkel bringt:

  • Randy Pitchford erklärt, dass die Entscheidung beim Publisher 2K Games lag. Er selbst hat zwar etwas Einfluss, kann aber nichts bestimmen.
  • Was die Features angeht, stimmt Pitchford zu. Steam bietet hier mehr.
  • Allerdings passen nicht alle Features zu jedem Store. Daher sollte man nicht erwarten, dass der Epic Games Store in Sachen Funktion ein zweites Steam wird.
  • Wenn Borderlands 3 im September startet, werde der Epic Games Store schon mehr Feature bieten, als er jetzt aufweisen kann.
  • Sollte der Epic Games Store zum Release von Borderlands 3 nicht die Funktionen haben, welche die Spieler sich wünschen, hat Epic ein Problem.
  • Epic Games wird aber alles daran setzen, die Features zu integrieren, die Borderlands 3 braucht, weil es der bisher größte Release für den Store ist.
  • Dadurch werden die Features schneller verfügbar – auch für andere Spiele.

Wo sieht Pitchford ein Problem? Der Gearbox-Chef sieht aber nicht nur die guten Seiten des Epic Games Store. Es gibt natürlich auch Nachteile.

  • Pitchford meint, dass ein Risiko besteht. Der Epic Games Store könnte bis zum Release von Borderlands 3 nicht alle Features fertig haben, die das Spiel benötigt.
  • Er ist nicht wütend, dass 2K Games die Entscheidung getroffen hat, doch er sieht einfach auch das Risiko und spricht darüber.

Steam könnte abgehängt werden

Wem traut der Gearbox-Chef mehr zu? In den Tweets merkt man Pitchford klar an, dass er große Stücke auf Epic und ihre Unternehmensphilosophie hält. Während er Valve und deren Plattform stehe eher kritisch sieht:

  • Laut Pitchford investiert Epic Games deutlich mehr in neue Technologien als Valve.
  • Steam könnte in fünf bis zehn Jahren keine Relevanz mehr am Markt haben und von anderen Stores überholt werden.
  • Der Store, der in zehn Jahren den Markt beherrscht, muss nicht Epics sein.
  • Das, was gerade passiert, öffnet die Türen für weitere Konkurrenten, welche dann vielleicht alles besser machen.
  • Die Konkurrenz, die jetzt aufkommt, ist gut für die Kunden, die Entwickler und die Publisher.

Warum prescht Epic momentan so nach vorn? Laut Randy Pitchford hat Epic Games momentan einige Vorteile, die sie ausnutzen, um den Erfolg auszubauen.

  • Epic setzt auf Technologie und konnte mit der Unreal Engine die Industrie seit 20 Jahren verbessern.
  • Diesen Erfolg und auch den Erfolg des Online-Shooters Fortnite nutzt das Unternehmen, um bessere Konditionen anbieten zu können. Das lockt neue Kunden an und steigert wiederum den Erfolg von Epic Games.
  • Valve dagegen ist ein privates Unternehmen, das wenig Geld in Technologien investiert. Die Einnahmen wandern laut Pitchford offenbar in die Taschen der Chefs, denn anscheinend wird nichts in Steam oder neue Spiele investiert.
  • Valve musste einfach bisher nichts investieren, weil es keine wirkliche Konkurrenz zu Steam gab.
  • Valve muss etwas ändern oder Steam geht früher oder später unter.
  • Epic Games dagegen macht es anders. Das Geld der Einnahmen wird investiert. Man bietet den Entwicklern bessere Konditionen an und man baut den Store immer weiter aus.

Am Ende steht das Gleichgewicht

Was ist das Ziel laut Gearbox? Randy Pitchford erklärt, dass der Epic Games Store nötig war, um den Markt zu verbessern.

  • Er meint, dass er die bittere Pille schluckt und auch die Kritik der Fans hinnimmt, denn am Ende war der Exklusivdeal bezüglich Borderlands 3 einfach nötig.
  • In einigen Jahren, wenn wir alle bessere Spiele bekommen, weil die Entwickler durch bessere Konditionen mehr Geld für ihre Titel haben, werden viele es verstehen.
  • Und einen Anfang sehen wir bald: Wer mitmacht, der bekommt dann am 13. September ein Borderlands 3, das so ist, wie die Spieler es sich gewünscht haben.

Randy Pitchford schließt seine Erklärung damit, dass der Epic Games Store ein Gleichgewicht bringt, das einfach nötig war. Darüber hinaus versteht er nicht, warum er diese Diskussion führen musste, wo die Entscheidung doch von 2K Games getroffen wurde.

Die Diskussion sei lange überfällig, weil die Kunden es eben verstehen müssen. Allerdings glaubt Pitchford, dass 2K Games einfach Angst hat, öffentlich über dieses Thema zu sprechen.

Die Offenheit, mit welcher der Gearbox-Chef den Exklusivdeal mit dem Epic Games Store erklärt, kommt in der Community gut an. Man stimmt ihm zu, dass darüber schon lange hätte offen diskutiert werden müssen.

Mehr zum Thema
Konkurrent sagt: Fortnite-Firma Epic besticht Entwickler mit viel Geld
Autor(in)
Quelle(n): Dual ShockersTwitter
Deine Meinung?
Level Up (23) Kommentieren (153)
Passwort vergessen

Bitte gib Deinen Benutzernamen oder Deine Email-Adresse ein. Du erhälst einen Link, um ein neues Passwort per Email zu erstellen.