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Star Citizen: Nach 2 Jahren wird kritischer Artikel gelöscht

Bei Mammut-Spiel Star Citizen hört der Ärger nicht auf. Chris Roberts wehrt sich gegen, seiner Ansicht nach, unfaire Anfeindungen, die von Derek Smart gestreut würden.

Update 15.4. 2017: Diese Geschichte hat 2 Jahre später ein Nachspiel. Zur Erinnerung: Auf der Internet-Seite “The Escapist” war im Oktober 2015 ein überaus kritischer Artikel zu Star Citizen erschienen, der Chris Roberts und seine Frau in ein schlechtes Licht rückte. Es wurde ihnen vorgeworfen, ihre Angestellten ungerecht zu behandeln und Geld aus dem Crowdfunding von Star Citizen zu veruntreuen. Dazu wurden anonyme Quellen zitiert, angeblich seien das ehemalige Angestellte von Star Citizen.

Roberts hatte sich daraufhin bitter beschwert, die Integrität der Journalistin angezweifelt, von der der Artikel stammt. Die sei das Sprachrohr einer Hetzkampagne von Indie-Entwickler Derek Smart. Der “The Escapist” blieb aber dabei, dass man hinter dem Artikel stehe. Die Angelegenheit drohte, vor Gericht zu gehen.

Sowohl der Artikel auf “The Escapist” als auch die Antwort von Roberts sind Anfang 2017 von den jeweiligen Seiten verschwunden, ohne dass es zu einem Rechtsstreit gekommen wären Der Indie-Entwicklers und bekennende Star-Citizen-Kritiker, Derek Smart, sagt: Er hätte nachgefragt, was da gelaufen ist, und als Antwort erhalten: Beide Seiten hätten beschlossen, die Kommentare über den jeweils anderen zu löschen und in 2017 auf ein “angenehmeres Arbeitsverhältnis” hinzuarbeiten.

Original-Meldung aus dem Oktober 2015:

Am 1. Oktober erschien bei „The Escapist Magazine“ ein mehrseitiger Artikel von schneidender Schärfe. Sieben Ex-Mitarbeiter von Cloud Imperium und auch zwei aktuelle wurden dort als Quellen angeführt. Die Personen hätten sich nach einem kritischen Artikel über Star Citizen bei der Autorin gemeldet. Ihre Namen werden nicht genannt, man wird später betonen, wie genau man deren Identität geprüft habe.

Heftige Vorwürfe gegen Roberts und seine Frau, eine Bienenkönigin und Sauron

Star Citizen Chris RobertsDer Artikel berichtet von desaströsen Zuständen bei Cloud Imperium, der Firma, die das Mammut-Projekt Star Citizen stemmen will. Das Management sei dilettantisch und unprofessionell.

Viele Attacken richten sich persönlich gegen Chris Roberts und seine Frau Sandi Gardiner. Das sei eine „Queen Bee“, ein Alpha-Weibchen, deren E-Mails voller Obszönitäten steckten. In ihrer Nähe müsse jeder wie auf Eierschalen laufen, sonst ginge sie hoch. Und niemand dürfe jemals erwähnen, dass sie mit dem Chef verheiratet sei.

Auch Roberts selbst wird attackiert. E-Mails der Mitarbeiter an Roberts würden mehrfach überarbeitet werden, damit dort nichts enthalten sei, was seinen Zorn errege. Man vergleicht es mit dem Auge Saurons, das man auf keinen Fall wecken wolle.

Roberts leide unter Selbstüberschätzung und Größenwahn. Renne herum, als wäre er ein Genie, dabei sei er ein Blender. Der Kaiser trage keine Kleider.

Cloud Imperium entwickelt kein Spiel, verkauft digitale Raumschiffe

Weitere der anonym erhobenen Vorwürfe drehten sich darum, wie das Geld der Backer von Star Citizen verschwendet werde. So zahlten sich die Chefs fürstliche Gehälter. Man gebe Unsummen für kosmetische Verbesserungen aus. Lasse Hollywood-Stars die Synchronarbeiten übernehmen und so weiter.

Das Projekt Star Citizen wird im Artikel als eine Art schöne Fassade beschrieben. Man mache ständig Werbespots, um mehr Geld von den Backern einzunehmen. Man entwickle kein Spiel, sondern verkaufe digitale Raumschiffe, stelle Broschüren, Demos, Bilder her. Eile von Großevent zu Großevent.

Stellungnahme von Roberts landete im Spam-Filter, nicht im Artikel

Der Artikel hat, wie man sich denken kann, eine heftige Kontroverse ausgelöst. Gerade weil er so einseitig berichtet. Für die Zweifler ist das Wasser auf den Mühlen. Alles ist so schlimm, wie man es sich vorgestellt hat und noch schlimmer.

Fans des Spiels, in das so große Erwartungen gesetzt werden, sind entsetzt, werfen dem Magazin vor, alle journalistischen Grundsätze über Bord geworfen zu haben. Es gehe da nur um Clicks und Stimmungsmache. Man werde ab sofort aufhören, die Seite zu lesen.

In der Tat sind im Vorfeld des Artikels einige Sachen schiefgegangen. Roberts wurde zwar kontaktiert, ob er sich zu den Vorwürfen äußern wolle. Seine Antwort, die drei Stunden vor Erscheinen des Artikels kam, landete dann aber in einem „Spam-Filter“, wurde erst später eingearbeitet.

Star-Citizen-Charakter

So erschien der Artikel ungefiltert, ohne dass Roberts eine Chance hatte, auf die heftigen Vorwürfe einzugehen.

„The Escapist“ ist nun auch kein Revolverblättchen, sondern durchaus eine Stimme, die Gehör findet.

Roberts arbeitete 8 Stunden an der Antwort, glaubt Derek Smart stecke dahinter

Direkt nach Erscheinen des Artikels nahm Roberts in einem sehr langen Posting auf der Homepage von Star Citizen Stellung zu den Vorwürfen. Er griff dabei das Magazin an. Das sei ein „Hit-Piece“, ein Schmähartikel, man könne es nicht anders nennen. Seriös wäre es gewesen, seine Antwort auf jeden Fall abzuwarten.

Die Autorin des Artikels verhalte sich „unethisch.“ Roberts bemüht sich dann darum nachzuweisen, dass die Autorin in Verbindung mit Personen steht, die sich klar feindselig gegenüber Star Citizen positioniert hätten und die mit Derek Smart zusammenarbeiteten.

Die Quellen, die die Journalistin anführt, seien wahrscheinlich einige verbitterte Ex-Mitarbeiter, von denen man sich nicht im Guten getrennt habe.

Star Citizen Shooter

Roberts glaubt: Derek Smart stecke dahinter, wolle Star Citizen zerstören

Derek Smart

Derek Smart

Und im Allgemeinen steht es für Roberts außer Zweifel, dass Derek Smart der Verantwortliche für all dieses Drama sei. Smart lege es darauf an, Star City zu attackieren, um selbst Publicity zu bekommen. Zwar heiße es, nichts im Artikel stamme von Derek Smart, aber alle wüssten, dass es so sei. 19-mal taucht der Name „Derek Smart“ in der Antwort von Roberts auf.

Viele der Vorwürfe von angeblichen Mitarbeitern entsprächen dem, was Smart in den letzten Monaten in seinen Blogs geschrieben habe. Der jetzige Artikel sei ganz klar ein “Mouth-Piece”, ein Sprachrohr, für Smart.

Zum Ende der Antwort setzt sich Roberts mit den genannten Vorwürfen sachlich auseinander. Vieles in dem Artikel sei einfach erfunden und stimme nicht. Die Antworten Roberts finden mit Verspätung dann ihren Eingang in den Artikel von „The Escapist.“

Star Citizen Star Marine

Am Ende seiner Antwort schreibt Roberts, dass er jetzt acht Stunden an diesem Text gearbeitet habe. Zeit, die ihm für die Arbeit am Spiel fehle. Und es enttäusche ihm am meisten, dass jemand Derek Smart so viel Aufmerksamkeit gebe, dass Roberts dadurch gezwungen sei, sich mit Smart und seiner durchschaubaren PR-Taktik auseinanderzusetzen.

Er bietet dem Online-Magazin an, im Studio vorbeizuschauen, um sich davon zu überzeugen, wie hart man am Spiel arbeite. Das werde Zweifler überzeugen.

Das Online-Magazin hat angekündigt, diese Einladung anzunehmen.

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Schuhmann

Schuhmann, das L steht für Niveau.

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